überwiegend OT: Festliches Präludium von R. Strauss u.a.

Friedrich @, Samstag, 25. Oktober 2014, 22:15 (vor 4397 Tagen) @ Clemens Schäfer

… eine Orgelrarität gab es gestern im Symphoniekonzert. Die Düsseldorfer Symphoniker führten unter der Leitung von Karl-Heinz Steffens Richard Strauss’ Festliches Präludium op. 61 für großes Orchester und Orgel auf. 150 Musiker sind gefordert, darunter allein 6 “Bühnentrompeter”, die allerdings nur in den letzten Takten spielen dürfen. Den Auftakt des im Grunde inhaltsleeren Stückes - uraufgeführt zur Einweihung des Wiener Konzerthauses 1913 - macht die Orgel. Und auch im weiteren Verlauf wird sie als Bindeglied zwischen einzelnen Abschnitten gebraucht. Udo Flaskamp bediente ein schaurig klingendes Elektronium - die vorhandene Klauisine wäre viel zu kraftlos gewesen. Trotz an sich guter Lautsprecheranlage im Saal klang die Orgel von dort erbärmlich - höchste Zeit also, über ein neues Instrument in der Tonhalle nachzudenken …

Das erinnert mich an diese jämmerliche Aufnahme, die tatsächlich mal im Handel war. Der Organist lässt deutlich erkennen, dass ihn weder Stück noch Orgel der Mühe wert sind – nicht einmal offensichtliche Fehler lässt er korrigieren (was technisch ein Leichtes gewesen wäre).

Auf demselben Label erschien eine Aufnahme aus der Tonhalle Zürich – trotz Verstimmungen doch ein ganz anderer Schnack.

»Inhaltsleer« – naja. Der Inhalt ist eben Festlichkeit. Wenn man das Pathos nicht scheut, kann man das überzeugend spielen, glaube ich. Aber vielleicht ist das Stück so einfach nix mehr für unsere Gegenwart. Festlichkeit an sich als künstlerische Aussage findet einfach kein Verständnis mehr bei Musikern und Hörern. Woher sollten sie so etwas auch kennen?

Viele Grüße
Friedrich


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