Wolfgang Abendroth in St. Antonius, D-Oberkassel
Hallo Forum,
Das 9.ido hielt am gestrigen Sonntag gleich drei Orgelkonzerte bereit: Um 16h spielte Lidia Ksiazkiewicz die Sonntagsorgel in St. Andreas. Sie hatte Lefébure-Wély, Piazolla und Joplin im Programm. Zur gleichen Terminsstunde war Wolfgang Abendroth - Kantor der hiesigen Johanneskirche - bei seinem Studienkollegen Markus Hinz in St. Antonius, Düsseldorf-Oberkassel, zu Gast. Der bot Bach, Walther, Mendelssohn, Reger und eine Improvisation. Am Abend dann Jens Korndörfer (Atlanta, USA) in St. Peter - darüber in einem weiteren Bericht.
Ich hatte mich für meine Heimatpfarrei entschieden und ging zu Abendroth. Das Konzert hatte erfreulichen Zulauf. Spielen die Organisten hier meist nur vor 20-30 Hörern, waren diesmal über 80 gekommen. Die Öffentlichkeitsarbeit des ido-festivals mag hier Wirkung gezeitigt haben. Andererseits ist Abendroth in Düsseldorf geschätzt.
Der begann mit BWV 582 c-moll. An der noch immer neuen, aber bestimmungsgemäß nicht allzu großen Chororgel (die Orgelempore der großen Orgel ist leergeräumt, Einweihung der neuen Orgel dort für den 22.11.2015 vorgesehen) suchte er nach einem passablen Mittelweg: Für eine groß angelegte Steigerung gab es nicht genügend Mittel. Und einen eher langweiligen Durchmarsch in nur einer Registrierung wollte er offenbar auch nicht bieten. So ergab sich trotz der eingeschränkten Mittel ein lebhaftes und farbiges Musizieren.
Zur Demonstration der Orgel nutzte Abendroth dann Walthers Partita über den Choral “Jesu, meine Freude” Ein abwechslungreiches Stück. Anschließend improvisierte er über den Introitus des 19. Sonntag im Jahreskreis “Respice me”. Der Text war im Programmblatt lateinisch/deutsch ausgedruckt.
Sehr geschmackvoll folgte danach Mendelssohns 5. Sonate in D-Dur. Hier erwies sich die Orgel als durchaus genügend, wenn man von etwas fehlendem Baßfundament absieht. Positiv überrascht konnte man danach vom Reger sein. Das herrliche Benedictus aus op. 59 ließ sich fein darstellen und bei der Toccata d-moll aus gleicher Quelle konnte Abendroth immerhin sehr deutlich machen, was hier gewollt ist.
Das alles mit nur 19 Stimmen zu machen, war schon eine reife Leistung, entsprechend freundlich war der Beifall.
Gruß Clemens Schäfer
P.S. Die Fa. Mühleisen hat im ido-Programmheft eine Anzeige geschaltet. Dort wird als
Fertigstellungstermin der neuen Hauptorgel 2015/16 genannt. Man hält sich also ein Türchen offen.
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
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