Elena Sartori in St. Margareta, D-Gerresheim, 9. ido

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Donnerstag, 16. Oktober 2014, 17:22 (vor 4406 Tagen) @ friedemannw

Hallo,

voll einverstanden, Van Oosten reist immer mit seiner Frau an. Die spielt dann, und er hört im Raum. Ein eigespieltes Team. Ganz toll. Kommen übrigens am 01.12. nach St. Lambertus.

Gruß Clemens Schäfer

P.S. hier meine damalige Besprechung:
Basilika minor St. Margareta zu Gerresheim (Düsseldorf-Gerresheim), alt-ehrwürdige romanische Kirche mit gotischem Altarkreuz - am Ostrand der Stadt unweit der ersten Höhen des bergischen Landes gelegen. Hier steht seit 1982 eine Rieger-Orgel - eine optisch und wohl auch klanglich kleine Schwester der von Ratzeburg. Die ist im südlichen Querhaus aufgestellt - mit den üblichen Problemen der Klangabstrahlung. Glücklicherweise hatte ich einen der günstigen aber raren Plätze unmittelbar gegenüber im nördlichen Querhaus. So war ein ungetrübter Konzertgenuß möglich. Das frühe Kommen und die eilige Inbesitznahme des Platzes lohnten sich.

Zu Gast war Ben van Oosten, mit Düsseldorf vertraut aber das erste Mal an dieser Orgel. Seine Frau assistierte an der Konsole. Klaus Wallrath begrüßte die Hörer, die doch, er zögerte kurz, zahlreich erschienen seinen. Von meinem Platz konnte ich das Langhaus nicht einsehen. Geschätzt werden es kaum 100 gewesen sein. Immerhin ging es van Oosten vs. Markes Lanz! Und Düsseldorf hatte gefälligst nackt am Landtag zu erscheinen, um das Fortuna-Logo zu bilden.

Aber keine Angst: Es wurde ein großer Abend. Van Oosten begann mit Marchand. Gut akzentuiert und klanglich schön abgesetzt die A-B-A Teile des Grand Dialogue C-Dur, prächtig und majestätisch daherkommend.

“Gott soll allein mein Herze haben” ist der Titel von BWV 169. Die erste Alt-Arie dieser Kantate hat eine Sopran-Orgelstimme als Obligatinstrument. Vielleicht ist André Isoir auf diese Weise auf die Kantate gestoßen. Jedenfalls hat er von der zweiten Alt-Arie “Stirb’ in mir” eine Bearbeitung für Orgel gemacht. Das stimmungsvolle Stück mit großen Intervallsprüngen in der Melodie begann dunkel und hellte nur zaghaft auf. Eindrucksvoll!

Das war das Tor zu Händels Orgelkonzert op. 7 Nr. 4 in d-moll in der Orgelbearbeitung von Alexandre Guilmant. Bedeckt und suchend das Anfangsadagio. Gut abgesetzte Tutti/Soli in den schnellen Sätzen und eine wunderbare Aria die in streichenden Registern endete und tiefromantisch erschien. Ob die hier original überhaupt steht, weiß ich nicht; evtl. Zutat von Guilmant oder aus anderem Werk Händels hierher transferiert (ähnlich: Ombra mai fu): Meine Uralt-Richter-Einspielung (“...und sein Kammerorchester, teldec, Das Alte Werk) enthält an dieser
Stelle nur eine kurze Orgelüberleitung.

Zwei klangschöne Choralvorspiele von Alexandre Boely folgten.: “Bin ich gleich von dir gewichen” und “Ermuntre dich, mein schwacher Geist”.

In einer Orgelbearbeitung von Reitze Smits gab es danach Mendelssohns op.
35/1: Praeludium und Fuge e-moll. Flüssig der Sextolenbewurf im Praeludium, großartig die lange, immer schneller werdende Fuge, die am Ende in einen Choral - ruhig - mündet.

Erstaunlich modern, ja impressionistisch der Beginn von “Bénédiction Nuptiale”, op. 9 von Camille Saint-Saens, ein herrliches Stück Musik. Und wunderbar registriert.

Am Ende die kaum bekannten Passacaglia, Choral und Fuge g-moll über “Wer nur den Lieben Gott läßt walten” von Cornelis de
Wolf (1880-1935). Spätromantisch mit nur wenigen modernen Einsprengseln. Abwechslungsreich die Passacaglia, kurz und schlicht gesetzt der Choral, lang das komplizierte Fugenthema, über dem sich aber später der Choral krönen ließ.

Sofort einsetzender großer Beifall für einen großen Künstler. Offenbar hatte van Oosten sich mit dem Instrument bestens vertraut gemacht. Die Registrierungen überzeugten immer. Zu Lärmen gab es bei diesem Programm nichts; er hätte es auch nicht nötig. Wohltuend.

Zugabe: “Marche americaine” von Charles-Marie Widor, für Orgel gesetzt von Marcel Dupré.

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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)


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