Turangalîla und der frühe Synthesizer

tiratutti @, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 13:05 (vor 4407 Tagen)

Hallo,

gestern wurde im Freiburger Konzerthaus Messiaens Turangalîla-Sinfonie aufgeführt und alle waren gespannt auf dieses ominöse Instrument, das keiner kennt: die Ondes Martenot. Der Klang an sich kann heutzutage vermutlich mit Synthesizern problemlos nachgebaut werden, aber allein das optische und haptische dieses so zerbrechlich daherkommenden Möbels war faszinierend. Ähnlich wie die Begegnung mit einer alten Orgel.

Und je länger man zuhörte (Turangalîla geht 80 Minuten), desto mehr reifte die Erkenntnis, dass dieses Instrument in sich geschlossen und nicht nachmachbar ist; nicht durch einen Synthesizer. Zu vielfältig waren die Facetten des Klanges, zu unterschiedlich die transportierten Stimmungen. Insbesondere die Sätze 6 und 10 fächerten ein Kaleidoskop von Farben auf, natürlich nicht nur in den Ondes Martenot, sondern auch in den anderen Instrumenten der großen Besetzung (ca. 100 Musiker). Zurück zum Vergleich mit der Orgel: auch alte Orgeln schaffen das, dass man sitzt und die Zeit vergisst, im Kopf eine Welt entsteht und die Wirklichkeit entschwindet.

Grüße von tiratutti, auch an Friedrich

Turangalîla und der frühe Synthesizer, Ondes martenot

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 14:46 (vor 4407 Tagen) @ tiratutti

Hallo,

wieviele dieser Instrumente mag es noch geben? Vor ein paar Jahren konnte ich es auch in Düsseldorf erleben. Ein wenig klapprig wirkte das Teil schon, die Klänge sind in der Tat besonders.

Gruß Clemens Schäfer

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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)

Turangalîla und der frühe Synthesizer

jrbecker @, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 14:47 (vor 4407 Tagen) @ tiratutti

...
Zurück zum Vergleich mit der Orgel: auch alte Orgeln schaffen das, dass man sitzt und die Zeit vergisst, im Kopf eine Welt entsteht und die Wirklichkeit entschwindet.

Grüße von tiratutti, auch an Friedrich

Nur alte Orgeln? Ich habe schon erzählt: Ich habe in den späten 80er Jahren übber 2 Stunden an der schon desolaten Dornumer Orgel verbracht, da ging es mir genau so. Aber auch diesen Januar in Bad Sobernheim (Stumm). Trotzdem kenne ich auch neue Orgeln, die mich die Zeit vergessen lassen. Zugegeben, nur eine Hand voll. Aber es gibt sie.

Gruß
Jörg

Turangalîla und der frühe Synthesizer

Solcena ⌂ @, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 14:54 (vor 4407 Tagen) @ jrbecker

(...) Zugegeben, nur eine Hand voll. Aber es gibt sie.

Gruß
Jörg

Hallo,

wir sind ganz Ohr...

Gruß zurück!

"gute" neue Orgeln - war: Turangalîla und der frühe Synthesizer

jrbecker @, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 16:12 (vor 4407 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von jrbecker, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 16:17

Spontan fallen mir diese, und diese aus derselben Werkstatt, die hier, jene und hier die ein.

Das sind zwar jetzt alles etwas größere Brocken, aber im Allgemeinen ist ja auch die Klangvielfalt bei größeren Instrumenten eher vorhanden. Sucht man kleinere Instrumente, dann sind es z. B. die aus der Werkstatt von Klaus Becker, auf denen ich immer wieder gerne und lange spielen kann, ohne dass mein Gehör ermüdet...

Und noch etwas vom Grundsatz her einmanualiges kann vielleicht hier auch mit aufgenommen werden.

LG
Jörg

Turangalîla und der frühe Synthesizer

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 17:03 (vor 4407 Tagen) @ tiratutti

Hallo,

gestern wurde im Freiburger Konzerthaus Messiaens Turangalîla-Sinfonie aufgeführt und alle waren gespannt auf dieses ominöse Instrument, das keiner kennt: die Ondes Martenot. Der Klang an sich kann heutzutage vermutlich mit Synthesizern problemlos nachgebaut werden, aber allein das optische und haptische dieses so zerbrechlich daherkommenden Möbels war faszinierend. Ähnlich wie die Begegnung mit einer alten Orgel.

Und je länger man zuhörte (Turangalîla geht 80 Minuten), desto mehr reifte die Erkenntnis, dass dieses Instrument in sich geschlossen und nicht nachmachbar ist; nicht durch einen Synthesizer. Zu vielfältig waren die Facetten des Klanges, zu unterschiedlich die transportierten Stimmungen. Insbesondere die Sätze 6 und 10 fächerten ein Kaleidoskop von Farben auf, natürlich nicht nur in den Ondes Martenot, sondern auch in den anderen Instrumenten der großen Besetzung (ca. 100 Musiker). Zurück zum Vergleich mit der Orgel: auch alte Orgeln schaffen das, dass man sitzt und die Zeit vergisst, im Kopf eine Welt entsteht und die Wirklichkeit entschwindet.

Grüße von tiratutti, auch an Friedrich

....sooo unbekannt ist das Ondes Martenot nicht; im Technischen Museum in Wien z.B. findet sich auch ein Exemplar.

[image]

Gruß,
Wolfgang

Turangalîla und der frühe Synthesizer

Friedrich @, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 19:14 (vor 4407 Tagen) @ tiratutti

Grüße von tiratutti, auch an Friedrich

Lieber tiratutti, Grüße zurück!

Das stimmt, das Instrument klingt sehr charakteristisch, obwohl der Klang selbst eigentlich nichts Besonderes ist. Ich glaube, die spezifische Spieltechnik ist entscheidend für den Charakter des Instruments. Weil es tendenziell auf jede Bewegung der Spielerin reagierte, war der Klang in jedem Augenblick beeinflussbar, und zwar analog, also mit echten Übergängen (im Gegensatz zum Digitalen, das in unterschiedlicher Auflösungen solche Übergänge beschreibt).

Wollte man ein Ondes Martenot komplett digital simulieren, so müsste man auch diesen menschlichen Faktor mitberechnen. Ob das mit digitalen Mitteln überzeugend möglich ist?

Im Übrigen und OT ist es jedem zu empfehlen, sich die Turangalîla-Sinfonie mal live und in Farbe zu geben. Das macht schon großen Spaß. Weiß ich jetzt.

Viele Grüße
Friedrich

Turangalîla und der frühe Synthesizer

Karsten @, Mittwoch, 15. Oktober 2014, 19:20 (vor 4407 Tagen) @ Friedrich

Im Übrigen und OT ist es jedem zu empfehlen, sich die Turangalîla-Sinfonie mal live und in Farbe zu geben. Das macht schon großen Spaß. Weiß ich jetzt.

Kann ich nur zustimmen!

Gruß
Karsten

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