Daniel Zaretsky in St. Lambertus, D-Altstadt
Hallo Forum,
Internationale Orgelkonzerte an St. Lambertus, Düsseldorf-Altstadt, zugleich Konzert des 9. ido: Daniel Zaretzky, St. Petersburg, spielte das Oktoberkonzert am 06.10.2014. Und er hatte ein Programm, das zielgenau auf die besonderen Fähigkeiten der Rieger-Orgeln abgestimmt war; ein Feuerwerk der französischen Romantik.
Dubois, Toccata
Widor, Adagio (V.) und Finale (VI.) aus der Zweiten
Vierne, Allegro vivace (IV.), Andante (V.) und Final (VI.) aus der Ersten
Gigout, Menuetto et Toccata
Widor, Andante cantabile (III.) aus der Vierten
Muschel, Toccata
Vierne, Carillon de Westminster
Eine abwechslungsreiche Mischung schneller und langsamer, heftiger und sanfter, lauter und leiser Stücke. Zaretsky musizierte stilvoll, bestens registrierend, durchaus mit Kraft und Verve, aber niemals überziehend. Schon die Toccata zu Beginn ließ erkennen, daß hier ein gut dosierender Künstler am Werk war. Aber einzelne Stücke hervorzuheben, ist nicht gerechtfertigt. Muschel passte sich übrigens in die französische Umgebung nahtlos ein.
Lästig war freilich der zunehmend häufigere Zwischenbeifall. Selbst nach dem Andante cantabile, das so schön verhaucht war, blieb es nicht still. War das vielleicht der Preis der Programmdramaturgie? Für den gleichen Effekt von Mischung der Charaktere einzelner Stücke hätte man ja auch eine Widor und/oder Vierne-Symphonie ganz spielen können. Aber mehr Komponisten lesen sich in der Ankündigung besser. Was bewiesen wurde: Die Kirche war voll besetzt. Zu den Bänken mußten zahllose Zusatzstühle herbeigeschafft werden.
Der Schlußbeifall war denn auch mächtig. Zaretsky bedankte sich mit BWV 669 (1. Kyrie aus dem III. Theil...), zweifellos der Höhepunkt des Konzerts und alles vorherige relativierend.
Gruß Clemens Schäfer
P.S. Das nächste Konzert dieser Reihe spielt am 03.11.2014, 19:30h Thierry Escaich. Und am 01,12.2014 kommt Ben van Oosten.
--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)