2. Laubacher Orgelwettbewerb

jrbecker @, Dienstag, 30. September 2014, 09:49 (vor 4422 Tagen) @ Hilbrands

Um die rot markierten Sachen wäre es mir gegangen, den Flyer hatte ich nach Ablauf der Anmeldefrist schon einmal gefunden...


Da gab es absolut keine Vorgaben. Ich hatte keinen Nerv, mich bei den Mitbewerbern reinzusetzen, sodass ich gar nicht im Einzelnen sagen kann, wer was gespielt hat. Ich selbst habe in der ersten Runde von Bruhns das "kleine" Präludium e-moll und in der 2. Runde Bachs P&F c-Moll BWV 549 gespielt. Jemand anderes Bachs "Feuerwehr-C-Dur" BWV 531, Mendelssohns Vater-unser-Sonate, eine Rheinberger-Sonate oder auch aus Boellmanns Suite Gothique. Also ein ganz breites Spektrum.
Beste Grüße,
Walter

Vielen Dank, genau das wollte ich einmal wissen. (Fast) alles Stücke, die ich auch schon gespielt habe, und alles Stücke, die für den eingeladenen Ausbildungsstand "machbar" sind ... :-)

Ich frage so genau danach, weil ich auch in diesem Bereich mal eine interessante Erfahrung gemacht habe: Ich habe - vor etwa 25 Jahren, nachdem ich meine C-Prüfung schon hatte und keinen festen Orgelunterricht mehr wahrnahm - mal an "Jugend musiziert" teilgenommen, der Regionalwettbewerb wurde damals in Kassel in der Adventskirche ausgetragen. Wir waren glaube ich zu viert oder fünft, ich war der Älteste, für mich war es vom Alter her die letzte "Chance" dort teilzunehmen, die übrigen Teilnehmer waren teilweise deutlich jünger. Alle anderen hatten auch ihren Orgellehrer dabei, ich - der ja keinen mehr hatte - hatte mich vorbereitet, indem ich noch einmal drei, vier Einzelstunden bei der damaligen Kantorin der Elisabethkirche in Marburg genommen hatte. Auswendig weiß ich nicht mehr komplett, was ich gespielt habe, aber BuxWV 137 war dabei, Kauffmanns "Es spricht der Unweisen Mund wohl" und - das werde ich nie vergessen - Sweelincks "Mein junges Leben hat ein End" ... ein manualiter-Stück! Ich weiß auch nicht mehr im Einzelnen, was die anderen gespielt haben, aber eines weiß ich gewiss: ALLE anderen spielten die Litanies.

Nach der Wertung wurde neben der Platzierung eine Einstufung in "Leistungsstufe" (à la Schulnoten) von der Jury bekanntgegeben und siehe da: Alle Teilnehmer landeten in der Leistungsstufe "2", was dafür sorgte, dass die Orgellehrer der anderen wütende Proteste in Richtung Jury schleuderten und ich beim anschließenden gemeinsamen Imbiß relativ alleine dastand... Die Jury - so der Vorwurf - habe wohl bei der Einstufung nicht die Schwierigkeit der vorgetragenen Stücke berücksichtigt. Dass ein Teilnehmer mit einem "Pipifax-"manualiter-Renaissance-Liedchen dieselbe Leistungsstufe erreichen konnte, wie die übrigen Absolventen, die ja schließlich mit den Litanies eines der bedeutendsten Meisterwerke schlechthin vorgetragen hätten, konnte keiner Nachvollziehen...

Wer weiß, vielleicht ist ja einer der damaligen Mitwettbewerber heute hier unter den Foristen?!?

LG
Jörg


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