32'-Zungen in D, die einem die (Orgel)Schuhe anziehen...

friedemannw @, Gießen, Donnerstag, 11. September 2014, 15:30 (vor 4435 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von friedemannw, Donnerstag, 11. September 2014, 16:04

gibt es da auch Beispiele aus dem deutschen Barock?

Klar - auch wenn die folgenden Beispiele fast "nur" Rekonstruktionen sind und (mir) nicht die Schuhe ausziehen, sondern eher Erpelfolie auf der Haut machen:
In Naumburg (Rekonstruktion von Eule) - da kenne ich den Klang leider nur von der Konserve. Bei Eules in Bautzen liegt jedoch beim Arbeitsplatz des Zungenbauers ein Probeton vom C dieses Registers - sauschwere SnPb-Kehle:

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Dann fällt mir natürlich die Orgel in meinem Nachbarort ein: Die Trostorgel in Waltershausen. Trost hat das Register nicht gebaut, es wurde erst bei den Restaurierungsarbeiten der 90er Jahre (nach der originalen Posaune 16') eingebaut - mit halber Becherlänge. Interessanterweise steht an der Pedalwindlade an der Posaune 32'-Schleife "Großgedackt Untersatz 32 Fuß" - da sollte vielleicht ursprünglich was anderes hin? Silbermann hat ja aus windtechnischen Gründen auch nie eine Posaune 32' gebaut. Jedenfalls rumpelt in Waltershausen eine der heftigsten 32'-Zungen, die ich kenne - zumindest, wenn man an der Orgel sitzt, denn der Raum und die Nische "schlucken" gewaltig. In der Schwesterorgel in Altenburg ist die 32'-Zunge bei der letzten Restaurierung durch Eule auch rekonstruiert worden.

Beschriftung der 32'-Schleife in Waltershausen
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Zungen 32'-16'-8' von der Seite
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Pedalzungen, Ansicht von hinten - GIBT ES ETWAS SCHÖNERES???

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Becher C-Seite
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Probeton C
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In Lahm/Itzgrund gibts auch eine Posaune 32', meines Wissens original. Vor der Hoffmann-Restaurierung soll der 32' scheußlich gewesen sein, Grund waren wohl original-falsche Becherlängen. Noch eine Orgel auf meiner To-Watch-Liste :)


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