Kevelaer

MAT @, Mittwoch, 10. September 2014, 09:14 (vor 4437 Tagen)

Hoch am Turme der Basilika hängen riesige Plakate, die für den Eintritt in den Orgelbauverein werben. Gestern hatte ich das Vergnügen, mal wieder auf der großen Orgel zu spielen, und in der Tat, eine Renovierung scheint dringend geboten. Es gibt viele Aussetzer, insbesondere in den tiefen Pedalregistern, aber auch im Fernwerk und in der Celeste hinterm Hochaltar. Vielleicht wird es dann auch noch was mit dem Auxiliarwerk, das noch fehlt.

Dennoch, die Orgel ist ein Erlebnis ganz besonderer Art.

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Gruß
MAT

Kevelaer

Evacuant, Mittwoch, 10. September 2014, 09:43 (vor 4437 Tagen) @ MAT

eine Renovierung scheint dringend geboten. Es gibt viele Aussetzer, insbesondere in den tiefen Pedalregistern, aber auch im Fernwerk und in der Celeste hinterm Hochaltar.

Das Fernwerk ist doch gerade mal zehn Jahre alt. Und schon dringend renovierungsbedürftig?

Kevelaer

MAT @, Mittwoch, 10. September 2014, 10:05 (vor 4437 Tagen) @ Evacuant

Allerdings fast rund um die Uhr im Einsatz. Ich wüßte hier im Umkreis kein Instrument mit einer derartigen Auslastung.

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Gruß
MAT

Kevelaer

stein @, Mittwoch, 10. September 2014, 12:15 (vor 4437 Tagen) @ MAT

Elektronik hat halt eine kürzere Halbwertzeit.

Kevelaer

Karsten @, Mittwoch, 10. September 2014, 12:38 (vor 4437 Tagen) @ stein

Elektronik hat halt eine kürzere Halbwertzeit.

Das kann man auch als einen Seitenhieb auf die île de la Cité verstehen ;)
Gibt es schon Wettenannahmen, die sich auf potentielle Ausfälle in Konzert und Gottesdienst beziehen? ;)

Gruß
Karsten

Kevelaer

stein @, Mittwoch, 10. September 2014, 12:53 (vor 4437 Tagen) @ Karsten

Das kann man auch als einen Seitenhieb auf die île de la Cité verstehen ;)
Gibt es schon Wettenannahmen, die sich auf potentielle Ausfälle in Konzert und Gottesdienst beziehen? ;)

Zumindest scheint er nicht sonderlich comfortable zu sein, alles so weit weg ausser Reichweite. Naja der "Alte" rückt ja immer näher, steht schon neben der Empore. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Kevelaer

MAT @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:03 (vor 4437 Tagen) @ stein

Habt Ihr Angst vor der NSA oder warum die verschlüsselten Botschaften? Ich fürchte allerdings, dass wir mal wieder in Paris landen...

--
Gruß
MAT

Kevelaer

stein @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:24 (vor 4437 Tagen) @ MAT

Habt Ihr Angst vor der NSA oder warum die verschlüsselten Botschaften? Ich fürchte allerdings, dass wir mal wieder in Paris landen...

0 12 11456 8 55 44 7- /§ ! :)

wir sind in Paris gelandet

Kevelaer

Friedrich @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:25 (vor 4437 Tagen) @ MAT

Habt Ihr Angst vor der NSA oder warum die verschlüsselten Botschaften? Ich fürchte allerdings, dass wir mal wieder in Paris landen...

Ich glaube, stein hofft wider besseres Wissen und alle Wahrscheinlichkeit immer noch, dass Cavaillé-Colls originaler Notre-Dame-Spieltisch eines Tages wieder zu Ehren kommt.

Ich kann mir als höchstes der Gefühle in dieser Hinsicht eigentlich nur ein Szenario vorstellen:

Alles wird weggerissen, und eine neue Empore wird gebaut – diesmal eine, die zwei Spieltische überhaupt tragen kann. Die Orgel wird wieder aufgebaut. Dann kommt der »Alte« an seinen ursprünglichen Ort und steuert mechanisch ausschließlich die Teile der Orgel an wie bis zum Cochereau-Umbau (elektrisch wäre der reine Kitsch, dann könnte man es sich auch schenken). Mehr Register passen einfach nicht in die originalen Staffeln. An einer andere Stelle der Empore – etwas weiter vorne oder 90° gedreht an einer der Seiten – stünde dann der elektrische Spieltisch mit allen (und dann vermutlich noch mehr) Schikanen.

Na gut, stein, ich geb’s ja zu – ich folge den Irrwegen Deiner Visionen (oder überhole ich Dich darauf?). Schließlich gibt es nur drei von den Dingern. Da sollten auch alle drei in Betrieb sein. (Und alle drei in Paris, echt ungerecht.)

Viele Grüße
Friedrich

Kevelaer

stein @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:32 (vor 4437 Tagen) @ Friedrich

Du wirst lachen, die Flor Peeters Gesellschaft stellt den originalen Spieltisch der Franck Orgel zur Verfügung, wenn man eine Rückführung der Orgel auf 1859 plant.
Auf einem 4. Manual von einem el. Spieltisch könnte man den Tournemire und Langlais Zusatz spielen. Kasala (Krankenhausdirektor und engagiertes ACC-Mitglied hat dies ausgehandelt und vorgeschlagen. Ich weiss, alles nur Träume!

Kevelaer

Karsten @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:35 (vor 4437 Tagen) @ Friedrich

Habt Ihr Angst vor der NSA oder warum die verschlüsselten Botschaften? Ich fürchte allerdings, dass wir mal wieder in Paris landen...


Ich glaube, stein hofft wider besseres Wissen und alle Wahrscheinlichkeit immer noch, dass Cavaillé-Colls originaler Notre-Dame-Spieltisch eines Tages wieder zu Ehren kommt.

Ich kann mir als höchstes der Gefühle in dieser Hinsicht eigentlich nur ein Szenario vorstellen:

Alles wird weggerissen, und eine neue Empore wird gebaut – diesmal eine, die zwei Spieltische überhaupt tragen kann. Die Orgel wird wieder aufgebaut. Dann kommt der »Alte« an seinen ursprünglichen Ort und steuert mechanisch ausschließlich die Teile der Orgel an wie bis zum Cochereau-Umbau (elektrisch wäre der reine Kitsch, dann könnte man es sich auch schenken). Mehr Register passen einfach nicht in die originalen Staffeln. An einer andere Stelle der Empore – etwas weiter vorne oder 90° gedreht an einer der Seiten – stünde dann der elektrische Spieltisch mit allen (und dann vermutlich noch mehr) Schikanen.

Alternativ könnte man sich einen Platz für den zweiten SPieltisch auf den Triforien vorstellen. Die Plätze dort sollen ja akustisch nicht zu den ungünstigsten sein, allerdings hat man von da natuürlich nicht so einen schönen Blick ins Kirchenschiff. Das ungewöhnliche Spieltisch-Design ("tiefergelegte" Gehäuseplatte und durchsichtiges Notenpult) scheinen das zu berücksichtigen. Und die Orgelfans könnten natürlich "ungestörter" ihren Abgöttern huldigen ;)

Na gut, stein, ich geb’s ja zu – ich folge den Irrwegen Deiner Visionen (oder überhole ich Dich darauf?). Schließlich gibt es nur drei von den Dingern. Da sollten auch alle drei in Betrieb sein. (Und alle drei in Paris, echt ungerecht.)

Irgendwie schon, aber nun hat man zur Schonung der Registerbarker eben diese auch abgeklemmt, also ein weiterer Schritt weg von einer Rekonstruktion.

Man schaut in Notre-Dame eben in die Zukunft und möchte sich nicht einschränken lassen.

Gruß
Karsten

Kevelaer

AGRitter, Sonntag, 14. September 2014, 18:58 (vor 4433 Tagen) @ Karsten

Durchsichtige Notenpulte sind immer nur dann durchsichtig, wenn nuchts darauf liegt, Und dann kann man sie auch weglassen.

Kevelaer - Notenpulte mit oder ohne Durchsicht...

untersatz32, Montag, 15. September 2014, 09:28 (vor 4432 Tagen) @ AGRitter

Das ist so nicht richtig: bei "undurchsichtigen" Notenpulten kann man rechts und links neben - oder evtl. sogar über - den Noten eben NICHT durchsehen... (Auf Dirigent, Chorleiter, etc.).
Ich geb' mein Glasnotenpult nicht mehr her - natürlich muss man mehr "putzen", aber sehr praktisch.

Gruss TH

Kevelaer

Flûte harmonique, Sonntag, 14. September 2014, 20:01 (vor 4433 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Flûte harmonique, Sonntag, 14. September 2014, 20:18

Ich kann mir als höchstes der Gefühle in dieser Hinsicht eigentlich nur ein Szenario vorstellen:

Alles wird weggerissen, und eine neue Empore wird gebaut – diesmal eine, die zwei Spieltische überhaupt tragen kann. Die Orgel wird wieder aufgebaut. Dann kommt der »Alte« an seinen ursprünglichen Ort und steuert mechanisch ausschließlich die Teile der Orgel an wie bis zum Cochereau-Umbau (elektrisch wäre der reine Kitsch, dann könnte man es sich auch schenken). Mehr Register passen einfach nicht in die originalen Staffeln. An einer andere Stelle der Empore – etwas weiter vorne oder 90° gedreht an einer der Seiten – stünde dann der elektrische Spieltisch mit allen (und dann vermutlich noch mehr) Schikanen.


Alternativ könnte man sich einen Platz für den zweiten SPieltisch auf den Triforien vorstellen. Die Plätze dort sollen ja akustisch nicht zu den ungünstigsten sein, allerdings hat man von da natuürlich nicht so einen schönen Blick ins Kirchenschiff.


Das ist doch nichts Neues. Diese Lösung war schon Ende der Achtziger Jahre als eine von drei möglichen Optionen angedacht worden (siehe dazu Günter Lades Website):

Option 1: Kompromisslose Wiederherstellung der Orgel Aristide Cavaillé-Colls mit Wiedereinbau des im Musée de Notre-Dame befindlichen originalen Spieltischs bei rekonstruierter mechanischer Spiel- und Registertraktur (Barkerhebel). Neubau einer Schwalbennestorgel à la Chartres im Langhaus.

Option 2: Wiederherstellung der Cavaillé-Coll-Orgel mit ihrem originalen Spieltisch und rekonstruierter mechanischer Traktur, dazu ein zweiter elektrischer Generalspieltisch auf der Seitenempore für die Register Cavaillé-Colls, für die in der Ära Cochereau hinzugefügten Stimmen sowie für neue Register, die im neu installierten barocken Rückpositivgehäuse aufgestellt werden sollten.

Option 3: Beibehaltung des gewachsenen Zustands ohne jede Modifikation.

Weitere Optionen sind auf der Website von Notre-Dame de Paris nachzulesen.

Durchgeführt wurden 1990-1992 Arbeiten, die Günter Lade auf seiner Website nach Jean-Pierre Decavèle zitiert:
"Die Orgel bleibt in ihrer gegenwärtigen Gestalt mit modernem Spieltisch und elektrischer Traktur ohne zusätzliche Klangebene in Form eines Rückpositivs [im Original hieß es "positif dorsal", gemeint war aber das bestehende Orgelgehäuse mit davor platziertem freistehenden Spieltisch mit Blick ins Kirchenschiff] bestehen. Das Instrument wird restauriert, wobei es sich eigentlich um eine umfangreiche Überholung handelt: vollständige Erneuerung der elektrischen Trakturen unter Berücksichtigung neuester Technologie, Verbesserung der Windversorgung mit Wiederherstellung der verschiedenen Winddrücke, im klanglichen Bereich Rückführung auf das Plenum Cavaillé-Colls durch Einfügen der Cavaillé-Coll'schen Mixturen (progressives harmoniques) an ihrem ursprünglichen Platz in Hauptwerk und Positiv, Intonation veränderter Register im Sinne Cavaillé-Colls sowie neue Zusammensetzung der so genannten klassischen Mixturen, die in den sechziger Jahren hinzugefügt wurden."

Gruß,
Martin

Kevelaer

Karsten @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:27 (vor 4437 Tagen) @ MAT

Habt Ihr Angst vor der NSA oder warum die verschlüsselten Botschaften? Ich fürchte allerdings, dass wir mal wieder in Paris landen...

Entschuldige bitte den "Insider".

Zur Klärung: In den Jahren nach der Restaurierung 1992 war die Orgel von Notre-Dame in der Orgelszene vor allem wegen ihrer Ausfälle der mit großem Tamtam und natürlich viel Geld installierten Elektronik ins Gerede gekommen. Die Pannen reichten von einfachen "Hängern" bis zum mehrmonatigen Totalausfall, auch bei Konzerten und im Gottesdienst.
Für das Restaurierungsteam und insbesondere die Elektronikfirma natürlich eine Blamage (die, wenn ich mich recht erinnere, auch zum Bankrott der Softwarefirma geführt haben soll). Von daher ist man in Sachen Elektronik und Zuverlässigkeit natürlich sehr sensibel...

Gruß
Karsten

Kevelaer

MAT @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:41 (vor 4437 Tagen) @ Karsten

Aha, sowas habe ich aus Kevelaer allerdings bisher nicht gehört. Die Fehler sind da eher als diskret zu bezeichnen, bei der Größe fallen sie auch nicht sofort auf, selbst wenn in der 32´Bombarde hier und mal ein Tönchen nicht kommt.

--
Gruß
MAT

Kevelaer

Karsten @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:44 (vor 4437 Tagen) @ MAT

Aha, sowas habe ich aus Kevelaer allerdings bisher nicht gehört. Die Fehler sind da eher als diskret zu bezeichnen, bei der Größe fallen sie auch nicht sofort auf, selbst wenn in der 32´Bombarde hier und mal ein Tönchen nicht kommt.

Oh, das spricht nicht gerade für die Bombarde 32! ;)

Gruß
Karsten

Kevelaer

MAT @, Mittwoch, 10. September 2014, 13:51 (vor 4437 Tagen) @ Karsten

Nun, sie hat nicht die Durchschlagkraft wie z. B. die in Rouen. Das liegt wohl an der hier üblichen vornehm-niederrheinischen Zurückhaltung.

--
Gruß
MAT

Kevelaer

perotin, Mittwoch, 10. September 2014, 19:34 (vor 4437 Tagen) @ MAT

Nun, sie hat nicht die Durchschlagkraft wie z. B. die in Rouen. Das liegt wohl an der hier üblichen vornehm-niederrheinischen Zurückhaltung.

Für diejenigen, die noch nicht selbst in Kevelaer waren, möchte ich nun aber doch ergänzen: Zu leise bzw. schwachbrüstig ist diese Orgel NICHT.

Kevelaer

Friedrich @, Mittwoch, 10. September 2014, 20:50 (vor 4437 Tagen) @ perotin

Nun, sie hat nicht die Durchschlagkraft wie z. B. die in Rouen. Das liegt wohl an der hier üblichen vornehm-niederrheinischen Zurückhaltung.

Für diejenigen, die noch nicht selbst in Kevelaer waren, möchte ich nun aber doch ergänzen: Zu leise bzw. schwachbrüstig ist diese Orgel NICHT.

Die vornehm-niederrheinische Zurückhaltung dagegen könnte es vielleicht schon sein.

Viele Grüße
Friedrich
(vom Weserstrande)

Kevelaer

MAT @, Donnerstag, 11. September 2014, 06:43 (vor 4436 Tagen) @ Friedrich

Nein, nein, keine Sorge, die Orgel ist bombastisch! Die Renovierung und Erweiterung ist lt. Herrn Lehnen in einem 8-Jahres-Plan angedacht. In diesem Jahr sind im Schwellwerk 4 neue Register hinzugekommen.

--
Gruß
MAT

Kevelaer

Karsten @, Donnerstag, 11. September 2014, 12:14 (vor 4436 Tagen) @ MAT

Nein, nein, keine Sorge, die Orgel ist bombastisch! Die Renovierung und Erweiterung ist lt. Herrn Lehnen in einem 8-Jahres-Plan angedacht. In diesem Jahr sind im Schwellwerk 4 neue Register hinzugekommen.

Hach, wieder mal so still und heimlich! Wie soll man denn da auf dem laufenden bleiben?! ;)
Welche Register sind es dann? Laut Wikipedia fehlen 5 Register im SW (Salicet 16, Salicional 8, Horn 8, Cremona 4 und Harmonia III).
Hat sich sonst noch mehr getan?

Gruß
Karsten

Kevelaer

MAT @, Donnerstag, 11. September 2014, 12:41 (vor 4436 Tagen) @ Karsten

Keine Ahnung, ich hab es ehrlich gesagt nicht bemerkt.

--
Gruß
MAT

Kevelaer

Seraphonium, Donnerstag, 18. September 2014, 15:59 (vor 4429 Tagen) @ MAT

Die neuen Register im Schwellwerk sind: Seraphon-Violine 8', Salucional 8', Flauto amabile 8' und Horn 8'.

Das Horn lagerte bei Seifert ein und ist ein historisches Originalregister. C-c0 in Zink, dann Zinn. Es handelt sich um eine Prinzipalartige Labialpfeife mit Lochdeckel. Sehr interessanter Klang. Flauto amabile ist in Holz offen ausgeführt, Die Seraphonvioline ist ab c0
doppelt labiert.

Kevelaer

Karsten @, Donnerstag, 18. September 2014, 16:13 (vor 4429 Tagen) @ Seraphonium

Die neuen Register im Schwellwerk sind: Seraphon-Violine 8', Salucional 8', Flauto amabile 8' und Horn 8'.

Das Horn lagerte bei Seifert ein und ist ein historisches Originalregister. C-c0 in Zink, dann Zinn. Es handelt sich um eine Prinzipalartige Labialpfeife mit Lochdeckel. Sehr interessanter Klang. Flauto amabile ist in Holz offen ausgeführt, Die Seraphonvioline ist ab c0
doppelt labiert.

Herzlichen Dank für die Info. Ich bin allerdings ein wenig irritiert, waren ein Teil dieser Register in den offiziellen Dokumenten bisher gar nicht als "vakant" angezeigt...

Gruß
Karsten

Kevelaer

Solcena ⌂ @, Donnerstag, 11. September 2014, 19:01 (vor 4436 Tagen) @ Karsten

Nein, nein, keine Sorge, die Orgel ist bombastisch! Die Renovierung und Erweiterung ist lt. Herrn Lehnen in einem 8-Jahres-Plan angedacht. In diesem Jahr sind im Schwellwerk 4 neue Register hinzugekommen.


Hach, wieder mal so still und heimlich! Wie soll man denn da auf dem laufenden bleiben?! ;)
Welche Register sind es dann? Laut Wikipedia fehlen 5 Register im SW (Salicet 16, Salicional 8, Horn 8, Cremona 4 und Harmonia III).

Wir hoffen einfach auf die irgendwann sicher überarbeitete Seifert-Homepage.

Ich denke, es war viel zu ehrgeizig, für jeden Monat Neuigkeiten veröffentlichen zu wollen. Alleine dazu müsste man jemand für Öffentlichkeitsarbeit abstellen, das kann sich doch fast keine Firma leisten! Andere Orgelbauer veröffentlichen projektweise, das ist sicher einfacher.

Kevelaer

Karsten @, Freitag, 12. September 2014, 00:42 (vor 4435 Tagen) @ Solcena


Wir hoffen einfach auf die irgendwann sicher überarbeitete Seifert-Homepage.

Ich denke, es war viel zu ehrgeizig, für jeden Monat Neuigkeiten veröffentlichen zu wollen. Alleine dazu müsste man jemand für Öffentlichkeitsarbeit abstellen, das kann sich doch fast keine Firma leisten! Andere Orgelbauer veröffentlichen projektweise, das ist sicher einfacher.

Hallo!

Ich weiß nicht wer die Website bei Seifert gepflegt hat. Grundsätzlich fand ich diese projektbegleitenden Akutialisierungen (auch wenn sie in immer größeren Abständen aktualisiert wurden) schon klasse!

Man muss eben den Weg finden wzischen eienr durchgestalteten Website und den Kosten, die man ausgeben kann. Ideal ist es, ein computerbegeistertes Familienmitglied zu haben, der für einen kleinen Obulus die Arbeit übernimmt.
Oder man gibt den externen Gestaltern eben den Auftrag, einen Teil der Website als Blog oder mit einem Baukastensystem zu gestalten, sodass man schnell und ohne große Kenntnisse neue Seiten erstellen und/oder aktualisieren kann.

Gruß
Karsten

Kevelaer

stein @, Freitag, 12. September 2014, 17:29 (vor 4435 Tagen) @ Karsten

Da ist vielleicht Facebook günstiger. Einfach und schnell zu bedienen. Man kann hier unkonventionell aktualisieren. Hat man Zeit, ist eine schöne HP ansehnlicher.

32'-Zungen in D, die einem die Schuhe ausziehen...

Solcena ⌂ @, Donnerstag, 11. September 2014, 09:27 (vor 4436 Tagen) @ MAT
bearbeitet von Solcena, Donnerstag, 11. September 2014, 10:29

Nun, sie hat nicht die Durchschlagkraft wie z. B. die in Rouen. Das liegt wohl an der hier üblichen vornehm-niederrheinischen Zurückhaltung.

Nun, ist das nicht auch anderswo so in Deutschland? Die 32'-Zunge in Schwerin (eine tolle Orgel!) klingt auch mächtig grundierend, aber gepflegt.

Sind wirklich heftige 32'-Zungen hierzulande nicht erst in den letzten paar Jahrzehnten gebaut worden (z.B. Düsseldorf, St. Peter, Vierzehnheiligen) oder gibt es da auch Beispiele aus dem deutschen Barock, der deutschen Romantik bzw. orgelbewegten Zeiten? Welche wirklich lauten 32' in D fallen euch ein?

Eine tolle sonore 32'-Zunge ist die Kontraposaune 32' in der Abteikirche Marienstatt, hab ich hier schon mal geschrieben :-)

32'-Zungen in D, die einem die Schuhe ausziehen...

stein @, Donnerstag, 11. September 2014, 11:14 (vor 4436 Tagen) @ Solcena

Eine tolle sonore 32'-Zunge ist die Kontraposaune 32' in der Abteikirche Marienstatt, hab ich hier schon mal geschrieben :-)

Das stimmt. Die ist gegen einen Sordun 32 ausgetauscht worden. Dieser hatte wirklich keinen Effekt. Nicht einmal in den Grundstimmen als sonore Füllung.

32'-Zungen in D, die einem die Schuhe ausziehen...

JSBach @, Donnerstag, 11. September 2014, 12:43 (vor 4436 Tagen) @ Solcena

Köln kriegt ja bald neue Pfeifen für die unterste Oktave aus genau dem Grund... so "bombastisch" fand ich die bisher nämlich nicht, bei all dem Hochdruckkrams obendrüber auch verständlich

32'-Zungen in D, die einem die Schuhe ausziehen...

kjz1, Donnerstag, 11. September 2014, 18:43 (vor 4436 Tagen) @ JSBach

Köln kriegt ja bald neue Pfeifen für die unterste Oktave aus genau dem Grund... so "bombastisch" fand ich die bisher nämlich nicht, bei all dem Hochdruckkrams obendrüber auch verständlich

Vorgestern war ich noch einmal im Kölner Dom, was da an (Holz-)Schallbechern (wahrscheinlich die Posaune 16') von unten zu sehen war, sah mir schon sehr 'schmalbrüstig' aus. Im Dom dürfte da bestenfalls klanglich ein Kontrafagott zu hören sein. Keine Posaune und erst recht keine Bombarde, da sehen die Mensuren ganz anders aus.

Es lag auch ein Faltblatt mit den Gründen aus: bei der Erbauung der Orgel war nur ein Teil des Domes wiederhergestellt, das zu beschallende Raumvolumen war also damals erheblich kleiner.

32'-Zungen in D, die einem die Schuhe ausziehen...

untersatz32, Donnerstag, 11. September 2014, 12:43 (vor 4436 Tagen) @ Solcena

DE: Dillingen Saardom & Ulm Pauluskirche und CH: Amriswil St. Stefan.
(Alles neue Gaidanische 32'-Supertröten)

Duck-und-weg... ;-)
Ascheaufmeinhauptstreu...

Donnernde Grüsse
Thomas

32'-Zungen in D, die einem die (Orgel)Schuhe anziehen...

friedemannw @, Gießen, Donnerstag, 11. September 2014, 15:30 (vor 4436 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von friedemannw, Donnerstag, 11. September 2014, 16:04

gibt es da auch Beispiele aus dem deutschen Barock?

Klar - auch wenn die folgenden Beispiele fast "nur" Rekonstruktionen sind und (mir) nicht die Schuhe ausziehen, sondern eher Erpelfolie auf der Haut machen:
In Naumburg (Rekonstruktion von Eule) - da kenne ich den Klang leider nur von der Konserve. Bei Eules in Bautzen liegt jedoch beim Arbeitsplatz des Zungenbauers ein Probeton vom C dieses Registers - sauschwere SnPb-Kehle:

[image]

Dann fällt mir natürlich die Orgel in meinem Nachbarort ein: Die Trostorgel in Waltershausen. Trost hat das Register nicht gebaut, es wurde erst bei den Restaurierungsarbeiten der 90er Jahre (nach der originalen Posaune 16') eingebaut - mit halber Becherlänge. Interessanterweise steht an der Pedalwindlade an der Posaune 32'-Schleife "Großgedackt Untersatz 32 Fuß" - da sollte vielleicht ursprünglich was anderes hin? Silbermann hat ja aus windtechnischen Gründen auch nie eine Posaune 32' gebaut. Jedenfalls rumpelt in Waltershausen eine der heftigsten 32'-Zungen, die ich kenne - zumindest, wenn man an der Orgel sitzt, denn der Raum und die Nische "schlucken" gewaltig. In der Schwesterorgel in Altenburg ist die 32'-Zunge bei der letzten Restaurierung durch Eule auch rekonstruiert worden.

Beschriftung der 32'-Schleife in Waltershausen
[image]

Zungen 32'-16'-8' von der Seite
[image]

Pedalzungen, Ansicht von hinten - GIBT ES ETWAS SCHÖNERES???

[image]
[image]

Becher C-Seite
[image]

Probeton C
[image]

In Lahm/Itzgrund gibts auch eine Posaune 32', meines Wissens original. Vor der Hoffmann-Restaurierung soll der 32' scheußlich gewesen sein, Grund waren wohl original-falsche Becherlängen. Noch eine Orgel auf meiner To-Watch-Liste :)

Grob?

tiratutti @, Donnerstag, 11. September 2014, 15:40 (vor 4436 Tagen) @ friedemannw
bearbeitet von tiratutti, Donnerstag, 11. September 2014, 15:47

Hallo,

Dann fällt mir natürlich die Orgel in meinem Nachbarort ein: Die Trostorgel in Waltershausen. Trost hat das Register nicht gebaut, es wurde erst bei den Restaurierungsarbeiten der 90er Jahre (nach der originalen Posaune 16') eingebaut - mit halber Becherlänge. Interessanterweise steht an der Pedalwindlade an der Posaune 32'-Schleife "Grobgedackt Untersatz 32 Fuß" - da sollte vielleicht ursprünglich was anderes hin?
...

Beschriftung der 32'-Schleife in Waltershausen
[image]

danke für das interessante Bild, aber das Grob kann ich nicht entdecken. Der Buchstabe ist doch identisch mit dem ß bei 32 Fuß, da steht Großgedackt.

Grüße von tiratutti

Grob?

friedemannw @, Gießen, Donnerstag, 11. September 2014, 16:04 (vor 4436 Tagen) @ tiratutti

Stimmt, danke für den Hinweis! :) Als Kind der modernen Schrift bin ich ja froh, dass ich entziffern kann, dass da nicht "Posaune 32 Fuß" draufsteht ;)

Grob?

ado ⌂ @, Donnerstag, 11. September 2014, 18:41 (vor 4436 Tagen) @ tiratutti

Hallo,

Dann fällt mir natürlich die Orgel in meinem Nachbarort ein: Die Trostorgel in Waltershausen. Trost hat das Register nicht gebaut, es wurde erst bei den Restaurierungsarbeiten der 90er Jahre (nach der originalen Posaune 16') eingebaut - mit halber Becherlänge. Interessanterweise steht an der Pedalwindlade an der Posaune 32'-Schleife "Grobgedackt Untersatz 32 Fuß" - da sollte vielleicht ursprünglich was anderes hin?
...


danke für das interessante Bild, aber das Grob kann ich nicht entdecken. Der Buchstabe ist doch identisch mit dem ß bei 32 Fuß, da steht Großgedackt.

Grüße von tiratutti

aber deswegen bin ich schon lange verwirrt. tatsächlich sollte man "großgedackt" erwarten, zumal als pendant zum oft ebenso vorhandenen "kleingedackt". "grob" scheint da keinen rechten sinn zu ergeben und die vermutung, das ß sei fälschlich als b gelesen worden liegt verführerisch nahe. die sache ist nur die: in dispositionsangaben findet sich meinem eindruck nach auch aus verläßlicher quelle viel häufiger die angabe grobgedackt als großgedackt. sind die denn wirklich alle doof und verlesen sich?

Grob?

tiratutti @, Donnerstag, 11. September 2014, 18:56 (vor 4436 Tagen) @ ado

sind die denn wirklich alle doof und verlesen sich?

Ja. Genauso wie die Buben, die steif und fest statt eines s ein h lesen und dann die Registerbezeichnung Subbahs als historisch verkaufen.

Grüße von tiratutti

Grob?

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 11. September 2014, 23:46 (vor 4436 Tagen) @ tiratutti

Die wissen halt nicht, daß Binnen-s und End-s ganz verschieden aussehen. Außerdem schreibt häufig der Eine vom Anderen ab und macht sich nicht die Mühe, "vor Ort" nachzusehen.

Grob?

Evacuant, Sonntag, 14. September 2014, 07:41 (vor 4433 Tagen) @ tiratutti

sind die denn wirklich alle doof und verlesen sich?


Ja. Genauso wie die Buben, die steif und fest statt eines s ein h lesen und dann die Registerbezeichnung Subbahs als historisch verkaufen.

Grüße von tiratutti

Dann waren die aber auch schon im 18. Jahrhundert alle doof und haben sich verlesen:

http://media.dwds.de/dta/images/eckarth_bertzdorff_1749/eckarth_bertzdorff_1749_0020_16...

http://bks5.books.google.com.au/books?id=qD1DAAAAcAAJ&pg=PA163&hl=de&source...

Grob?

ado ⌂ @, Sonntag, 14. September 2014, 08:52 (vor 4433 Tagen) @ Evacuant

ja sapperlot aber auch. damit dürfte die frage wieder offen sein. was könnte denn aber bloß der sinn der bezeichnung grobgedackt (gewesen) sein?

32'-Zungen in D, die einem die (Orgel)Schuhe anziehen...

Solcena ⌂ @, Donnerstag, 11. September 2014, 16:25 (vor 4436 Tagen) @ friedemannw

Tolle Bilder!

Ich habe an beiden Orgeln (Naumburg und Waltershausen) schon mal ein Stündchen ausprobieren dürfen und fand die Naumburger Posaune wesentlich kräftiger als die in Waltershausen, letztere klang im Vergleich fast dezent. Aber beides tolle Instrumente, auch wenn mir persönlich die Orgel in Naumburg dank der tollen Akustik noch etwas besser gefällt.

Lg

32'-Zungen in D, die einem die (Orgel)Schuhe anziehen...

stein @, Donnerstag, 11. September 2014, 16:34 (vor 4436 Tagen) @ friedemannw

Pedalzungen, Ansicht von hinten - GIBT ES ETWAS SCHÖNERES???

Ja - aber trotzdem ist das alles sehr schön und beeindruckend.
Tolle Bilder! Danke!
Die beiden Orgeln in Lahm und Waltershausen kenne ich auch.
Beides wunderbare Instrumente.
Aubertin baut nicht selten schon bei 2 man. Orgeln eine 32'Zunge.
In Sarralbe gibt es dazu noch eine tiefe labiale Quint mit Terz.

32'-Zungen in D, die einem die Schuhe ausziehen...

kjz1, Donnerstag, 11. September 2014, 18:52 (vor 4436 Tagen) @ Solcena

Auch die Posaune 32' der Förster & Nicolaus-Orgel hier in der Florinskirche klingt relativ kräftig, obwohl diese nur halbe Becherlänge hat. Dafür aber Schallbecher aus Kupfer, welches als relativ hartes Metall den 'Schlägen' der Zunge besser widersteht. AFAIK hat Cavaille-Coll für seine Bombarden teilweise ja auch das härtere Zink für die Schallbecher verwendet.

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