Rückpositiv als III. Manual

jrbecker @, Dienstag, 09. September 2014, 17:12 (vor 4437 Tagen) @ Flûte harmonique
bearbeitet von jrbecker, Dienstag, 09. September 2014, 17:15

Ich weiß jetzt nicht genau, ob es mit einer (unausgesprochenen ;-)) Frage verbunden war, aber ich antworte einfach mal ... Es gibt einige weitere Orgeln, bei denen das RPos vom III. Manual angespielt wird oder wurde. Hier einige Beispiele:

Balingen Stadtkirche, Hauptorgel, und zwar sowohl bei dem 1973 erfolgten Neubau durch Weigle (zwei Rückpositive, "Nord" und "Süd" auf dem III. Manual) sowie auch bei der vorhergehenden Link-Orgel von 1914, bei der 1948 zwei RPos auf dem III. Manual ergänzt wurden (ganz nach unten scrollen!)

Krefeld, Alte Kirche, Peter-Orgel von 1955, nach der Wiedergabe in Musik und Kirche 1/1956, S. 48 ist die Manualverteilung hier: HW (I), SW (II), RPos (III), Druckfehler oder nachträgliche Änderung will ich hier nicht ausschließen

Peine, Martin-Luther-Kirche, Hammer, 1955, hier gibt es 2 Rückpositive und nach Musik und Kirche 4/1956, S. 207 wird das erste von (I) und das zweite von (III) angespielt.

Vallendar/Rhein, Theol. Hochschule Schönstatt Pallotiner, Kemper-Orgel von 1955, hier nach Musik und Kirche 5/1956, S. 256 HW (I), SW (II), RPos (III)

Kassel, alte Brüderkirche, Bosch-Orgel von 1957, diese Orgel ist nicht mehr existent.

Leonberg, ev. Stadtkirche, Walcker, 1964, Manualverteilung nach Musik und Kirche 3/1966, S. 151: HW (I), SW (II), RPos (III)

St. Georgen im Schwarzwald, Lorenzkirche, Weigle, 1968

Erfurt, Predigerkirche, Alexander Schuke, 1977 - hier nur als Positiv bezeichnet, müsste dieses das Rückpositiv sein.

Bonn-Bad Godesberg, St. Marien, Klais, 1941, Manualverteilung nach Jurgilewitsch/Pütz-Liebenow, Die Geschichte der Orgeln in Bonn […], S. 140: HW (I), SW (II), RPos (III)

Bonn-Bad Godesberg, Herz Jesu, Walcker, 1964, auch hier nach Jurgilewitsch/Pütz-Liebenow, Die Geschichte der Orgeln in Bonn […], S. 151: HW (I), SW (II), RPos (III)

Hamburg-Wellingsbüttel, Lutherkirche, Walcker, 1962, hier wieder zwei Rückpositive, Ars Organi 3/2004, S. 166 sagt: Rückpositiv II auf Manual I und Rückpositiv I auf Manual III (!)

Kisslegg, St. Gallus, Karl, 1965

Was Ungewöhnliches:
Horb, Pfarrkirche Heilig Kreuz, Walcker, 1852, nach Umbauten 1913 und 1958, Werkverteilung nach Völkl, Orgeln in Württemberg, S. 82 offensichtlich: HW und SW (I), BW (II), RPos (III).

St. Augustin-Menden, St. Augustinus, Klais, ca. 1937, eine ungewöhnliche Dispo, vielleicht mit einem Druckfehler: Garkein 8' im RPos, das nach Jurgilewitsch/Pütz-Liebenow, Die Geschichte der Orgeln in Bonn […], S. 249 auf dem III. Manual liegt (HW=I und SW= II)

Trier-Euren, St. Helena, Späth, 1966, Anordnung nach Organ 3/2012, S. 13: HW (I), SW (II), RPos (III)

Hamburg-Ottensen, St. Marienkirche, Führer, 1964, ursprünglich mit II/18 erbaut, wanderte das RPos mit der Erweiterung um das SW (auf II) auf das III. Manual (Ars Organi 4/2011, S. A 14)

Was (eigentlich) Großes:
Wein-Alt-Ottakring, kath. Pfarrkirche, Zika 1937 - Diese Orgel wurde allerdings nicht vollendet. Wolfgang hatte sie im Rahmen der VOD-Tagung 2013 im Bild vorgestellt, der Bericht ist noch im Archiv einsehbar.

Was recht Neues:
Altaussee, Pfarrkirche, Eisenbarth, 2002, handelt sich um eine Anzeige in Ars Organi 4/2002, S. A19, hier HW (I), SW (II), RPos (III)

Zählt das auch?:
Hannover, Nicolaikirche, Rensch, 1977, dreimanualige Anlage: I = Koppelmanual, II= HW, III = RPos (nach Musik und Kirche 6/1979, S. 322)

Vergleichbares gibt es auch in
Halle (Westfalen), Herz-Jesu-Kirche, Jäger & Brommer, 2006, auch hier die Anordnung I = Koppelmanual, II= HW, III = RPos (nach Ars Organi 1/2007, S. 40)

Reicht für heute...

LG
Jörg


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