Orgelweihe in Irrel

Solcena ⌂ @, Sonntag, 07. September 2014, 18:22 (vor 4430 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von Solcena, Sonntag, 07. September 2014, 22:53

Hallo,

Ich habe heute die Orgelweihe in der Südeifelgemeinde Irrel besucht. Gleichzeitig konnte der Ort sein 1300jähriges Jubiläum und die Pfarrgemeinde Kirmes (Kirchweih) feiern; die geräumige Kirche St. Ambrosius wurde im September 1962 eingeweiht. Ein schöner und festlicher Gottesdienst, die Weihe nahm Weihbischof Dieser (Trier) vor. Ein Projektchor der Seelsorgeeinheit sang die Casali-Messe, Regionalkantor Blitsch aus Meckenheim, der aus der Nachbarpfarrei stammt, stellte die Orgel vor.

Wie es sich gehört, ertönte die Orgel erst nach der Weihe, d.h. nach der Predigt. Vorher wurde von einer kleinen Interimsorgel im Altarbereich begleitet. Das erste Orgelspiel bestand in ausgedehnten improvisierten Variationen über "Ein Haus voll Glorie schauet", in denen sich der Organist bemühte, möglichst viele klangliche Facetten der Orgel zu präsentieren.

Bilder von der Orgel gibts keine - ich hatte keine Kamera dabei, es ist aber auch schwierig zu fotografieren, da das zweigeteilte neue Gehäuse (finde es gelungen) die voll durchfensterte und helle Frontseite der Kirche freilässt... vermutlich wird OB Fasen in den nächsten Tagen sowieso seinen Webauftritt aktualisieren :-) Die in der Visualisierung erkennbaren, auf Sturz stehenden Holzpfeifen sind das (ausgebaute) 32'-Register im Pedal.

Zum Schluss des Gottesdienstes spielte RK Blitsch die Schlussfuge aus "Wachet auf" (Reger), das fand ich jetzt etwas ungewöhnlich für den Anlass und das Instrument, war aber schön gestaltet.

Obwohl die Orgel über einige Extensionen und Transmissionen verfügt (z.B. sind die Pedalzungen auch vom Positiv und jetzt bis auf die 8'-Lage (separat besetzt) auch vom Great anspielbar), ist es ein tolles Instrument, auf dem romantische Orgelmusik sämtlicher Couleur perfekt funktionieren sollte.

In zwei Wochen spielt Domorganist Still (Trier) dort ein Konzert mit englischer Orgelmusik.

Ich gebe mal hier die aktuelle Disposition wieder. 72 Registerzüge auf dem Dorf, 58 "Register"! Aber wie ich das schon öfter bei eingebürgerten englischen Orgeln erlebt habe, ein sehr runder Klangeindruck, die Zungen stechen nicht raus. Im Normalfall gibt die Kirche bestimmt noch etwas mehr Akustik mit als es heute im vollbesetztem Zustand der Fall war, aber es war nicht unangenehm trocken, nur ein wenig englisch :-)

Positive Organ (I - nicht schwellbar)
Double 16'
Viola 16'
Principal 8'
Rohr Gedeckt 8'
Cello 8'
Octave Principal 4'
Nason Flute 4'
Fugara 4'
Twelfth 2 2/3'
Blockflute 2'
Tierce 1 3/5'
Larigot 1 1/3'
Bombarde 16'
Trompette 8'
Clairon 4'
Swell to Positive
Swell Octave to Positive
Swell Sub Oct. to Positive
Tremulant

Great (II)
Double Diapason 16'
Quintaton 16'
Open Diapason 8'
Geigen Diapason 8'
Stopped Diapason 8'
Gambe 8'
Principal 4'
Violin 4'
Fugara 4'
Wald Flute 4'
Twelfth 2 2/3'
Fifteenth 2'
Mixture IV
Bombarde 16'
Trumpet 8'
Clarion 4'
Swell to Great
Swell Octave to Great
Swell Sub Oct. to Great
Positive to Great

Swell Organ (III)
Open Diapason 8'
Lieblich Gedackt 8'
Viole 8'
Viole Celeste 8'
Principal 4'
Nachthorn 4'
Fifteenth 2'
Mixture III
Contra Fagotto 16'
Oboe 8'
Clarinet 8'
Cornopean 8'
Clarion 4'
Swell Octave
Swell Sub Octave
Tremulant

Pedal
Double Bass 32'
Open Metal 16'
Contra Bass 16'
Bourdon 16'
Principal 8'
Bass Flute 8'
Violoncello 8'
Fifteenth 4'
Harmonics of 32' VI
Mixture IV
Bombarde 16'
Fagotto 16'
Trompette 8'
Oboe 8'
Clarion 4'
Swell to Pedal
Great to Pedal
Positive to Pedal

Keine Ahnung, was mit dem Vorgängerinstrument, einer 16-Register-Walckerin, passiert ist. Vielleicht wird sie (innerhalb der Seelsorgeeinheit?) umgesetzt oder der OB hat sie in Zahlung genommen. Nix berühmtes, aber so schlimm war die jetzt nicht...

Übrigens: Für die Orgel wird wohl noch ein (nebenamtlicher) Organist gesucht :-)


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