Es geht auch kleiner

Friedrich @, Mittwoch, 13. August 2014, 09:42 (vor 4470 Tagen) @ ado

stephen bicknell hat einmal über die frage nachgedacht, warum vollmechanische orgeln so oft besser sind als "modernere", und selten wirklich schlecht. seine antwort, wenn ich mich recht entsinne, war im wesentlichen: die klangqualität muß sich nicht unterscheiden. aber wer eine vollmechanische orgel baut, muß sich viel mehr gedanken machen, wie alles sinnvoll KOMPAKT angeordnet werden kann, was einen disziplinierenden effekt habe.

Er hat, und als praktizierender Orgelplaner und -bauer hat er ja auch selber so gearbeitet. Auf dem Kontinent gab es, wenn ich mich recht erinnere, viele Stimmen, die dasselbe Lied sangen, und das schon Jahrzehnte früher, unter anderen Sybrand Zachariassen (kann man in Summereders wunderbarem »Aufbruch der Klänge« nachlesen). Das schmälert nicht Stephens Beitrag zum Thema, denn er machte seine Überzeugung in der englisch-amerikanischen Orgelszene geltend. Das ist ungefähr so, als führe man mit dem Fahrrad quer über den Londoner Piccadilly Circus oder über den Columbus Circle in New York. Muss man erstmal bringen.

Ich finde den Gedanken sehr bedenkenswert, und Diskussionen darüber verraten viel über unser Lieblingsinstrument – je lebhafter, desto mehr.

Vor dem Hintergrund ist es schon interessant, wie plötzlich wieder die Tröten aus den Mauerspalten der Dome sprießen.

Viele Grüße
Friedrich


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