Es geht auch kleiner
denken sich wohl die Verantwortlichen der Sint Christoffel-Kathedraal zu Roermond. Dort soll die Domorgel von 52 auf 35 Register verkleinert werden: http://www.orgelnieuws.nl/roermond-krijgt-vernieuwd-kathedraalorgel/
Erstaunlich wo doch gerade die Welle der Auxiliarwerke und Zweitspieltische über uns hinwegschwabbt.
--
Gruß
MAT
Es geht auch kleiner
Völlig unbekannt ist es mir nicht. Auch in unserer Stadt wurden 2 Orgeln renoviert/umgebaut und dabei verkleinert. Einmal war wohl Platzmangel im Gehäuse der Grund, das andere Mal anscheinend Geldmangel.
Es geht auch kleiner
denken sich wohl die Verantwortlichen der Sint Christoffel-Kathedraal zu Roermond. Dort soll die Domorgel von 52 auf 35 Register verkleinert werden: http://www.orgelnieuws.nl/roermond-krijgt-vernieuwd-kathedraalorgel/
Erstaunlich wo doch gerade die Welle der Auxiliarwerke und Zweitspieltische über uns hinwegschwabbt.
Aaach wo. Ds ist doch der Challenge: eine Kathedralorgel mit 35 Registern entwerfen! bzw., für die Kollegen in den Arbeitshosen: zu bauen und zu intonieren.
(Es lohnt sich natürlich, mal auf die Fotos zu gucken – Kathedrale heißt in Roermond offenbar etwas anderes als z. B. in Reims.)
Viele Grüße
Friedrich
den nur Zeitmangel davon abhält, es gleich zu tun. (Das Entwerfen.)
Es geht auch kleiner
ein problem der bestehenden orgel sei die plazierung von teilen des pfeifenwerks im turmraum -- akustisch und klimatisch ungünstig. auch die traktur funktioniere nicht mehr gut.
der seite nach will man anstelle des elektropneumatischen instruments von 1957 eine orgel im stil der zeit um 1840/50, was konsequenterweise ein vollmechanisches instrument bedeuten sollte (darüber wird aber soweit ich sehe nichts gesagt).
weg vom firlefanz (wie ihn die elektrifizierung des orgelbaus möglich gemacht hat), zurück zum soliden?
stephen bicknell hat einmal über die frage nachgedacht, warum vollmechanische orgeln so oft besser sind als "modernere", und selten wirklich schlecht. seine antwort, wenn ich mich recht entsinne, war im wesentlichen: die klangqualität muß sich nicht unterscheiden. aber wer eine vollmechanische orgel baut, muß sich viel mehr gedanken machen, wie alles sinnvoll KOMPAKT angeordnet werden kann, was einen disziplinierenden effekt habe.
Es geht auch kleiner
stephen bicknell hat einmal über die frage nachgedacht, warum vollmechanische orgeln so oft besser sind als "modernere", und selten wirklich schlecht. seine antwort, wenn ich mich recht entsinne, war im wesentlichen: die klangqualität muß sich nicht unterscheiden. aber wer eine vollmechanische orgel baut, muß sich viel mehr gedanken machen, wie alles sinnvoll KOMPAKT angeordnet werden kann, was einen disziplinierenden effekt habe.
Er hat, und als praktizierender Orgelplaner und -bauer hat er ja auch selber so gearbeitet. Auf dem Kontinent gab es, wenn ich mich recht erinnere, viele Stimmen, die dasselbe Lied sangen, und das schon Jahrzehnte früher, unter anderen Sybrand Zachariassen (kann man in Summereders wunderbarem »Aufbruch der Klänge« nachlesen). Das schmälert nicht Stephens Beitrag zum Thema, denn er machte seine Überzeugung in der englisch-amerikanischen Orgelszene geltend. Das ist ungefähr so, als führe man mit dem Fahrrad quer über den Londoner Piccadilly Circus oder über den Columbus Circle in New York. Muss man erstmal bringen.
Ich finde den Gedanken sehr bedenkenswert, und Diskussionen darüber verraten viel über unser Lieblingsinstrument – je lebhafter, desto mehr.
Vor dem Hintergrund ist es schon interessant, wie plötzlich wieder die Tröten aus den Mauerspalten der Dome sprießen.
Viele Grüße
Friedrich
Es geht auch kleiner
Auch anderswo gings kleiner.
Die Osnabrücker Domorgel von 1963 (IV 70) wurde 2001 abgebrochen; die Nachfolgerin hat III 57.
Im Münster Heilsbronn hatte die Orgel von 1959 50 Register, die von 2006 begnügt sich mit 35.
In Künzelsau ging man neulich von III 40 auf II 31:
http://www.orgelbau-winterhalter.de/html/orgeln/Flyer_Kuenzelsau_Web.pdf
Es gibt auch verkleinernde Umbauten:
Die 79-Register-Orgel von 1983 in Landsberg, Mariä Himmelfahrt wurde 20 Jahre später auf 60 Register verkleinert.
Es geht auch kleiner
In Künzelsau ging man neulich von III 40 auf II 31:
Wovon mindestens 8 Register einer Erweiterung mit Schleiflade und einem orgelbewegten Umbau der romantischen Kegelladenorgel in den 50er/60ern zuzurechnen sind.
Ok
Es geht auch kleiner
Im Stift Vorau (Steiermark) folgte auf die 3 manualige Dreher & Reinisch Orgel
von 1960 auch ein Neubau mit nur 2 Manualen und 34 Registern.
Die neue Orgel soll die Kirche besser füllen als die alte.
Ansonsten frage ich mich, warum man für immer weniger Kirchgänger
immer größere Orgeln baut?
In unserer Kirche war zuerst eine 13 registrige Barockorgel, dann eine romantische mit 19 Registern und jetzt eine neobarocke mit 23 Registern.
Gruß Martin
Es geht auch kleiner
In Künzelsau ging man neulich von III 40 auf II 31:
Wovon mindestens 8 Register einer Erweiterung mit Schleiflade und einem orgelbewegten Umbau der romantischen Kegelladenorgel in den 50er/60ern zuzurechnen sind.
Ok
Die romantische Kegelladenorgel hatte aber auch schon drei Manuale und um die 40 Register. Eines der Manualwerke wurde 1972 auf Schleiflade umgestellt.
Es geht auch kleiner
Im Stift Vorau (Steiermark) folgte auf die 3 manualige Dreher & Reinisch Orgel
von 1960 auch ein Neubau mit nur 2 Manualen und 34 Registern.
Die Mauracher-Orgel von 1890 hatte auch schon 3 Manuale und 43 Register.
Es geht auch kleiner
Mit Reims kann man die Kirche natürlich nicht vergleichen, aber ganz so klein ist der Bau ja nun auch nicht, immerhin 5-schiffig und im Inneren recht beeindruckend.
--
Gruß
MAT
Es geht auch kleiner
ein problem der bestehenden orgel sei die plazierung von teilen des pfeifenwerks im turmraum -- akustisch und klimatisch ungünstig. auch die traktur funktioniere nicht mehr gut.
der seite nach will man anstelle des elektropneumatischen instruments von 1957 eine orgel im stil der zeit um 1840/50, was konsequenterweise ein vollmechanisches instrument bedeuten sollte (darüber wird aber soweit ich sehe nichts gesagt).
weg vom firlefanz (wie ihn die elektrifizierung des orgelbaus möglich gemacht hat), zurück zum soliden?
stephen bicknell hat einmal über die frage nachgedacht, warum vollmechanische orgeln so oft besser sind als "modernere", und selten wirklich schlecht. seine antwort, wenn ich mich recht entsinne, war im wesentlichen: die klangqualität muß sich nicht unterscheiden. aber wer eine vollmechanische orgel baut, muß sich viel mehr gedanken machen, wie alles sinnvoll KOMPAKT angeordnet werden kann, was einen disziplinierenden effekt habe.
....genau! Und das wirkt sich - meistens - positiv aus. Fälle, in denen die akustisch optimale Aufstellung (der ich die Priorität einräumen würde) nicht mit Mechanik vereinbar ist, außen vor.
Gruß,
Wolfgang
Es geht auch kleiner
Im Stift Vorau (Steiermark) folgte auf die 3 manualige Dreher & Reinisch Orgel
von 1960 auch ein Neubau mit nur 2 Manualen und 34 Registern.
Die Mauracher-Orgel von 1890 hatte auch schon 3 Manuale und 43 Register.
...nächstes Beispiel: die Salzburger Domorgel von 1989 ist auch erheblich kleiner als ihre Vorgängerin. Kein raumbeherrschendes Instrument, was aber in dem historischen Gehäuse auch gar nicht zu verwirklichen wäre (zumal nicht in einem akustisch so schwierigen Dom). Bei der Vorgängerin war ein großer Teil hinter dem Gehäuse aufgestellt - und den Raum hat sie auch nicht gefüllt, trotz der höheren Registerzahl.
Gruß,
Wolfgang
Es geht auch kleiner
Die romantische Kegelladenorgel hatte aber auch schon drei Manuale und um die 40 Register. Eines der Manualwerke wurde 1972 auf Schleiflade umgestellt.
Dann bist Du besser informiert.
Ich kenne nur den Bestand vor dem Abbau.
Ok
Es geht auch kleiner
ähnlich doch bei Planyavsky mit der Riesenorgel und dem späteren Neubau, falls das auch zählt
Es geht auch kleiner
Mir fällt meine alte digitale Hausorgel ein, mit 44 Registern. Die neue hat nur noch 31...
(duck wech)
--
Gruß
MAT
Es geht auch kleiner
...nächstes Beispiel: die Salzburger Domorgel von 1989 ist auch erheblich kleiner als ihre Vorgängerin. Kein raumbeherrschendes Instrument, was aber in dem historischen Gehäuse auch gar nicht zu verwirklichen wäre (zumal nicht in einem akustisch so schwierigen Dom).
Wobei die seitlichen Harfenfelder des Hauptgehäuses leer geblieben sind. Stattdessen hat man man die historische Brüstung aufgesägt und ein Rückpositiv "hineingespuckt".
A propos klein: eine der kleinsten Domorgeln Europas dürfte sich im Eisenstädter Dom befinden: 19 Register!
Gruß, Florian
Es geht auch kleiner
Im Stift Vorau (Steiermark) folgte auf die 3 manualige Dreher & Reinisch Orgel
von 1960 auch ein Neubau mit nur 2 Manualen und 34 Registern.
Die neue Orgel soll die Kirche besser füllen als die alte.
Bei einer derart ungünstigen Gehäusesituation ist registermäßig kaum mehr möglich, wenn alles rein mechanisch sein soll.
Das Pedalwerk ist auf sage und schreibe sechs Windladen aufgeteilt.
Gruß, Florian
Es geht auch kleiner
Von der alten Orgel habe ich auch noch eine LP.
Nicht sehr überwältigend, der Klang... die neue habe ich auch live gehört und nicht als sehr schwach in Erinnerung.
Gruß Hardy