Gespielt: Sandtner-Orgel in St. Ottilien und Ahrend-Orgel in München

polisire1, Sonntag, 10. August 2014, 10:39 (vor 4473 Tagen) @ Orlos

Bei der "romantischen Orgel" in der Musikinstrumentenausstellung des Deutschen Museums handelt es sich um ein von der Fa. G.F. Steinmeyer 1923 erbautes und gestiftetes (!) Instrument mit elektropneumatischer Traktur, das - dem Konzept des Deutschen Museums folgend - den Orgeln der Sammlung mit traditioneller, historischer "Technik" ein zeitgenössisches Instrument mit moderner Technik gegenüberstellt. Der Grund-Idee des Museums folgend, Technik sichtbar und verständlich zu zeigen, hat diese Orgel u.a. als Besonderheit eine offene Pfeifenaufstellung ohne Prospekt, sichtbare Jalousien und Röhrenglocken (acht an der Zahl, geliefert von Fa. Effner/Berlin). Der Spieltisch stand übrigens ursprünglich an der der Orgel gegenüber liegenden Wand, um die moderne räumliche Unabhängigkeit der Bauteile zu demonstrieren.
Vorsicht: Das Register "Orchesteroboe" ist keineswegs labial, sondern eine Zungenstimme, die seinerzeit von Fa. Giesecke (ebenfalls kostenlos) geliefert wurde. Da die Orgel gänzlich auf die "sakralen" Stimmen eines Principalchors verzichtet, repräsentiert sie den Typ eines weltlichen Instruments, wie er in Salon-, Konzert- oder Kinoorgeln zu Tage tritt, sie gilt als eines der äußerst seltenen Instrumente dieser Art, das am originalen Aufstellungsort und im originalen Zustand (!) erhalten und spielbar ist.
Fotos auf der website des Museums.
Gruß polisire


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