Verbindung Balg-Truhenorgel

der_kasibaer @, Donnerstag, 07. August 2014, 22:35 (vor 4476 Tagen)

Liebe Foristen,

Es gibt ja massenhaft Truhenorgeln, deren Teile aufeinandergestellt werden, wobei deren unterer Teil der Balg ist bzw. ihn beinhaltet - wie loest man diese Verbindung ueblicherweise elegant und winddicht?

Man kann natuerlich einen grosslumigen Wellschlauch benutzten, um beides seitlich zu verbinden. Wenn die Balgkiste oben eine massive Deckelplatte hat, kann sie ein Loch haben, das seine Entsprechung im Boden (Windlade) der Truhe hat. Nur - wie dichtet man das ab?

Danke und Gruss,
-Ulf

Verbindung Balg-Truhenorgel

Oktavkoppler @, Donnerstag, 07. August 2014, 22:42 (vor 4476 Tagen) @ der_kasibaer

wie dichtet man das ab?

Hierfür gibt es das altbewährte Naturmaterial: Leder
Ok

Verbindung Balg-Truhenorgel

der_kasibaer @, Donnerstag, 07. August 2014, 23:25 (vor 4475 Tagen) @ Oktavkoppler

Ja ja, das war mir klar. Aber steht dann die Orgel mit Ihrem Gewicht einfach auf einer mit Leder abgedichteten Flaeche? Oder werden, aehnlich wie bei Teleskophuelsen oder Schmidringen in Scheifen, die Teile noch gegeneinander gedrueckt?

Verbindung Balg-Truhenorgel

Oktavkoppler @, Donnerstag, 07. August 2014, 23:29 (vor 4475 Tagen) @ der_kasibaer
bearbeitet von Oktavkoppler, Freitag, 08. August 2014, 00:10

Oder werden, aehnlich wie bei Teleskophuelsen oder Schmidringen in Scheifen, die Teile noch gegeneinander gedrueckt?

Allein durch das Gewicht des Oberteils entsteht ausreichender Druck, der für Dichtigkeit sorgt.
Wenn man es ganz gut machen möchte, kann man das Leder noch mit einem weichen Filz unterfüttern.
Ok

Verbindung Balg-Truhenorgel

Friedrich @, Freitag, 08. August 2014, 00:11 (vor 4475 Tagen) @ Oktavkoppler

Oder werden, aehnlich wie bei Teleskophuelsen oder Schmidringen in Scheifen, die Teile noch gegeneinander gedrueckt?


Allein durch das Gewicht des Oberteils entsteht ausreichender Druck, der für Dichtigkeit sorgt.

… und wenn das Leder dann einen flexiblen Kragen um den Stutzen bildet, sorgt der strömende Wind selbst auch noch dafür, dass alles dicht ist. Peter Collins baut für seine Truhenorgeln Gebläsekästen, die einfach neben den Windeinlass der Truhe gestellt, angeschlossen und angeschaltet werden – voilá. Das reicht.

Viele Grüße
Friedrich

Transportsicherung von Metall-Pfeifen

der_kasibaer @, Montag, 29. September 2014, 08:55 (vor 4423 Tagen) @ Friedrich

Insbesondere für diesen Tipp mit dem Kragen möchte ich mich bedanken, das klappt wunderbar. Ich habe ich habe über die Öffnung des Holzkanals, der den unteren Balg mit der darauf gestellten Truhe verbindet, ein Leder gelegt, die Seiten um den Kanal gefaltet und nur an den Seiten festgeklebt. Der verbleibende Spalt zwischen Balg und Orgel von einigen mm schließt sich unter Wind, wenn sich das Leder etwas aufbläst. Kein Schaumgummi nötig.

Damit verbunden eine weitere Frage:

In meiner Truhe stehen im Diskant offene 4' Metallpfeifen in normalen Rasterbrettern. Gibt es clevere Methoden, diese gegen verrutschen bei Transport zu befestigen? Ich hatte an das anlöten von Heften gedacht. Oder einfach nur mit Leder im Raster festklemmen?

Gruß,
Ulf

Transportsicherung von Metall-Pfeifen

elsenp @, Montag, 29. September 2014, 09:14 (vor 4423 Tagen) @ der_kasibaer

Damit verbunden eine weitere Frage:

In meiner Truhe stehen im Diskant offene 4' Metallpfeifen in normalen Rasterbrettern. Gibt es clevere Methoden, diese gegen verrutschen bei Transport zu befestigen? Ich hatte an das anlöten von Heften gedacht. Oder einfach nur mit Leder im Raster festklemmen?

Gruß,
Ulf

Üblicherweise lötet man kleine "Zinnfahnen" in Höhe des Rasterbretts an die Pfeifen. Im Rasterbrett bringt man entsprechende kleine Sägeschnitte an. Damit können sich die Pfeifen beim Transport nicht mehr verdrehen. Zusätzlich könnte man dann über den Einschnitt im Rasterbrett einen kleinen Sperrhaken setzen, der ein Herausfallen der Pfeifen verhindert. Denkbar ist auch, eine schmale Holzleiste über die gesamte Länge des Rasterbretts zu montieren, die sich leicht wieder herausnehmen lässt, um die Pfeifen zur Intonation o.ä. herausnehmen zu können.

Gruß
Peter

Transportsicherung von Metall-Pfeifen

friedemannw @, Gießen, Montag, 29. September 2014, 12:02 (vor 4423 Tagen) @ der_kasibaer
bearbeitet von friedemannw, Montag, 29. September 2014, 12:26

Gibt es clevere Methoden, diese gegen verrutschen bei Transport zu befestigen?

Soll nur verhindert werden dass sie sich beim Transport verdrehen oder dass sie auch nicht aus den Stockbohrungen hüpfen?

Gegen Verdrehen hilft am einfachsten:
- 2 mm Messingdraht verzinnen
- Stücken von ca. 10 mm ablängen (entsprechend der Rasterbrettstärke)
- bei eingestellter Pfeife die Oberkante des Rasterbrettes auf dem Pfeifenfuß markieren
- Messingdrahtstück auflöten
- ins Rasterbrett mit einer entsprechenden kleinen Rundfeile eine Kerbe reinfeilen
- Pfeife reinstellen - fertig!

Soll noch gegen Rausfallen gesichert werden, müssten die Oberseite vom Rasterbrett und die Oberkante vom angelöteten Messingstück bündig sein (das Messingstück eher noch einen Hauch tiefer!) und dann mit einem Riegel auf dem Rasterbrett gesperrt werden.

Verbindung Balg-Truhenorgel

friedemannw @, Gießen, Freitag, 08. August 2014, 17:29 (vor 4475 Tagen) @ Oktavkoppler

Sieht dann so aus:

[image]

Im Windkastenboden ist dann einfach ein passendes Loch drin...

Verbindung Balg-Truhenorgel

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 08. August 2014, 22:02 (vor 4475 Tagen) @ friedemannw

Sieht dann so aus:

[image]

Im Windkastenboden ist dann einfach ein passendes Loch drin...

Aah, da ist ja dieser Noppenschaum, den man nach 30 Jahren in Krümelzustand aus allen Kanzellen saugen kann....!

Verbindung Balg-Truhenorgel

perotin, Freitag, 08. August 2014, 22:09 (vor 4475 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Aah, da ist ja dieser Noppenschaum, den man nach 30 Jahren in Krümelzustand aus allen Kanzellen saugen kann....!

Wenn man's weiß, kann man ihn vielleicht rechtzeitig ersetzen?

Und gesaugt werden muß nach 30 Jahren meist ohnehin... ;-)

Verbindung Balg-Truhenorgel

jori, Freitag, 08. August 2014, 22:39 (vor 4475 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Sieht dann so aus:

[image]

Im Windkastenboden ist dann einfach ein passendes Loch drin...


Aah, da ist ja dieser Noppenschaum, den man nach 30 Jahren in Krümelzustand aus allen Kanzellen saugen kann....!

Da liegen die meisten von uns auf dem Gottesacker.

schönes WE
jori

Verbindung Balg-Truhenorgel

friedemannw @, Gießen, Freitag, 08. August 2014, 22:39 (vor 4475 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Das ist wirklich ganz unterschiedlich - Mancher wird schnell brüchig, Mancher ist nach Jahrzehnten noch flexibel. Vielleicht liegt es auch am verwendeten Kleber?
Dann sollte man auch Viledon aus den Orgeln verbannen - das verliert auch nach wenigen Jahren die Weichmacher, sehr unangenehm z.B. bei festklebenden Windkastenspunden!

Verbindung Balg-Truhenorgel

B80C @, Dienstag, 12. August 2014, 16:54 (vor 4471 Tagen) @ friedemannw

Das ist wirklich ganz unterschiedlich - Mancher wird schnell brüchig, Mancher ist nach Jahrzehnten noch flexibel. Vielleicht liegt es auch am verwendeten Kleber?

Welchen Klebstoff würdet Ihr denn empfehlen? Ist es besonders klug, einfach normalen Weißleim zu verwenden?

Verbindung Balg-Truhenorgel

Oktavkoppler @, Dienstag, 12. August 2014, 18:34 (vor 4471 Tagen) @ B80C

Welchen Klebstoff würdet Ihr denn empfehlen? Ist es besonders klug, einfach normalen Weißleim zu verwenden?

Für Schaumstoff durchaus brauchbar.
Für Leder, das an der Klebestelle flexibel bleiben soll, kann Buchbinderleim verwendet werden.
Ok

powered by my little forum