Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Rochus Schmitz
, Münster, Freitag, 01. August 2014, 19:49 (vor 4473 Tagen)
bearbeitet von Rochus Schmitz, Freitag, 01. August 2014, 20:22
Ausnahmsweise will ich mich in Clemens Schäfers Domäne wagen und über das Orgelkonzert zum Liborifest (Benefizkonzert zugunsten der Domdachsanierung) am 31.07.2014 berichten. Am Generalspieltisch im Hochchor der Paderborner Domorgeln spielte der „neue“ Domorganist und Nachfolger (sieht man von dem Interims-Domorganisten Sebastian Freitag ab) Gereon Krahforsts, Tobias Aehlig.
Die Rahmenbedingungen für das Konzert mitten in der stark besuchten Liboriwoche waren mittelprächtig. Immer wieder nutzten Besucher die Gelegenheit, während des Konzert durch den Dom zu schlurfen und ihre letzten Centstücke vom Pottmarkt in die metallenen Opferstöcke einzuwerfen. Ein Schweizer wie z. B. im Kölner Dom, wäre sinnvoll. Der hätte dann den Leuten, die in der Moschee sich als erste die Schuhe von den Füßen reißen, mal sagen können, daß sie hier die Mütze abzunehmen haben - und damit sind durchaus nicht unsere muslimischen Mitbürger gemeint. Was soll´s, den lieben Gott wird’s nicht stören.
Aehlig, der mir während der Liborifeierlichkeiten nicht durch übergroßen improvisatorischen Esprit (Konzertexamen Orgelimprovisatioen!) aufgefallen war (schon wieder zeigte sich, daß die Entlassung Krahforsts ein unverzeihlicher Fehler war) hatte in den Mittelpunkt des Konzerts improvisierte Variationen über das Paderborner Lied "Sei gegrüßet, o Libori" gestellt. Schlauerweise kam er dem Massiv, das Damjakob vor „unvordenklicher“ Zeit mit seinen (Reger-) Variationen, damals noch auf den Domorgeln von 1954, errichtet hatte, nicht zu nahe. Eine schöne Idee war, die beiden Anfangstöne (aufsteigende Quart) als Motiv für eine Fanfare als Entrada mit dem (Hochdruck-) Zungenplenum der Turmorgel zu nutzen. Die folgende Variationenreihe arbeitete den cantus firmus jeweils mehr oder weniger deutlich heraus (ein interessanter Versuch war, ihn mittels des Glockenspiels und einem labialen 16´ darzustellen – muß man nicht wiederholen). Insgesamt hatte ich allerdings den Eindruck, daß die Variationen unter dem Motto standen „Ich zeig euch mal, was hier so alles geht“. Und es geht ja wirklich einiges, über die schönen Flöten und die gehaltvollen Grundstimmen bis zum unaufdringlichen Mixturplenum – jaaa, Röhrenglocken haben wir auch noch und Glockenspiel. Die Reihe endete mit einer Toccata auf dem Grand Jeu der Turmorgel.
Zu Beginn gab´s de la Tombelles Toccata op. 23. Kannte ich bis dahin nicht, hab´s auch noch nicht auf einem Konzertprogramm gesehen. Ich kann auch jetzt wenig dazu sagen, weil ich schon bei den Anfangstönen dachte: Mal wieder – schnell und laut geht im Paderborner Dom nicht. Also: Wahrscheinlich ist das Werk nicht schlecht, wenn man einzelne Passagen akustisch hätte nachvollziehen können. Der insoweit „hörbare“ Mittelteil schien mir dann motivisch etwas zerfahren – kann das sein?
Leider galt diese Beobachtung („schnell und laut“) grundsätzlich auch für Guilmants 4. Sonate op. 61, die am Schluß des Abends stand. Die war mir allerdings bekannt, so daß ich mir die nicht durchhörbaren Teile im Geiste ergänzen konnte. Also: Ich mag Guilmant, auch wenn ich damit, soviel ich weiß, etwas allein stehe.
Um die Improvisation herum standen, jeweils in einer Dreiergruppe, Schumanns „Studien für den Pedalflügel op 56“, von denen die 5. („Nicht zu schnell“) wohl am bekanntesten ist. Schöne Musik, die ich schon in Münster mit Nowak in der Lamberti-Kirche gehört hatte - nicht unbedingt zur Unterhaltung, aber gut zu hören und auf den Grundstimmen der Turmorgel bestens zu realisieren – wobei ich allerdings meine, daß sich dafür der Stimmenfundus der Chororgel besser geeignet hätte.
Um nochmals auf Clemens Schäfer zurückzukommen: Langer Applaus im vollbesetzten Dom, keine Zugabe, volle Spendenkörbchen – das Kleingeld lag ja jetzt Gott sei Dank in den Opferstöcken.
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
hardy
, Freitag, 01. August 2014, 23:21 (vor 4473 Tagen) @ Rochus Schmitz
Zitat:
Also: Ich mag Guilmant, auch wenn ich damit, soviel ich weiß, etwas allein stehe.
Ich auch! Die Musik finde ich eingängig, schön, das tlw. Pompöse ist durchaus auch mein Geschmack.
Gruß Hardy
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
MAT
, Montag, 04. August 2014, 08:41 (vor 4470 Tagen) @ hardy
Ich mag ihn auch - sehr sogar!
--
Gruß
MAT
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Flûte harmonique, Montag, 04. August 2014, 09:46 (vor 4470 Tagen) @ MAT
Eines der lohnenswertesten freien Stücke von Guilmant: Morceau de Concert Opus 24 (Prélude, Thème, Variations et Final).
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Manuel, Montag, 04. August 2014, 15:21 (vor 4470 Tagen) @ Flûte harmonique
Ich mag Guilmant auch!
Im übrigen glaube ich, dass er als Komponist auch ein wenig unterschätzt wird - man schaue sich nur mal die originellen Modulationen im Kopfsatz seiner fünften Sonate an. Das geht zumindest etwas über seine ansonsten durchaus konservative Schreibweise hinaus. Und Louis Vierne zufolge war er durchaus bereit, sich auch mit "ganz modernen" Kompositionstechniken auseinanderzusetzen - das heißt, er hatte keine Scheuklappen auf...
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Friedrich
, Mittwoch, 06. August 2014, 00:45 (vor 4469 Tagen) @ Flûte harmonique
Eines der lohnenswertesten freien Stücke von Guilmant: Morceau de Concert Opus 24 (Prélude, Thème, Variations et Final).
Da stimme ich zu, das ist ein wunderbares, wahrhaft lohnendes Stück. Wer warme Fonds und ein schönes, französisch getöntes Schwellwerk unter den Fingern hat, sollte es versuchen. Ist leider nicht oft zu hören.
Mein zweiter Favorit bei Guilmant ist die 5. Sonate. Eine glatte Wucht, haushoch über den meisten anderen, die (Achtung, herablassende Äußerung) oft etwas Fugenseppeliges und allzu Behagliches haben. Die 8. Sonate geht in Ordnung, die 1. auch. Die anderen sind OK, nie nachlässig, aber auch nicht unbedingt superspannend.
Es lohnt, ihn gegen Widor zu hören – dabei lernt man etwas über beide. Man entdeckt dann den spielerischen, spekulativen Widor, der ein bisschen dandyhaft ein avanciertes Komponieren pflegt, meistens ohne echte Konsequenzen (Ausnahme: Romane, sonst einzelne Sätze aus den Sinfonien). Und den ernsthaften Guilmant, der melodisches Gespür und Kontrapunkt mit viel Geschmack ausbalanciert und einfach gut klingt – und außerdem diesen ungeheuren Literaturhintergrund hat. Ein demütiger Könner, der nie unter sein Niveau sinkt (was z. B. Widor durchaus passiert – siehe Priestermärsche und etliches aus der Vierten).
Gruß
Friedrich
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
ThomasMP
, Samstag, 02. August 2014, 11:44 (vor 4472 Tagen) @ Rochus Schmitz
bearbeitet von ThomasMP, Samstag, 02. August 2014, 12:22
Hallo,
ja von Libori-Variationen Damjakobs bin auch immer wieder begeistert - möchte hier noch auf die Original-CD mit einer Aufnahme aus dem Paderborner Dom hinweisen, gespielt von Damjakob auf der Domorgel von vor 1980, sowie auf eine CD mit dem damaligen Paderborner Domorganisten Helmut Peters, auf der eine Aufnahme v. Damjakobs Fantasie in auskomponierter Fassung zu hören ist. Die CD stammt aus den 1990iger Jahren und zeigt somit die Domorgel im Zustand nach dem Umbau aber noch vor der letzten Erweiterung.
Wie unterschiedlich doch die Auffassungen zu Hrn. Aehlig sind: hier heißt es, er spielt laut u. schnell. Letztens habe ich noch in einem Blog gelesen, Aehlig spielt schleppend u. die Gemeinde würde schneller singen als er spielt. Seiner Begleitung könnte man aufgrund der zu leisen (Solo-) Registrierung nur schwer folgen. Ich habe sein Spiel bisher nur auf 'domradio' verfolgen können u. fand es ziemlich ausgewogen u. angemessen. Mit seinen Impros liegt er doch noch im heutigen franz. Trend...
Viele Grüße aus dem Norden
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
JuergenPB
, Paderborn, Samstag, 02. August 2014, 20:19 (vor 4472 Tagen) @ ThomasMP
Herr Damjakob hat die Noten in einem Youtube-Video online gestellt.
-> https://www.youtube.com/watch?v=I1F-Ror7HMI
Sebastian Freitag, war: Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Wolfgang Gourgé
, Samstag, 02. August 2014, 12:22 (vor 4472 Tagen) @ Rochus Schmitz
....ich finde, Sebastian Freitag hat durchaus eine etwas ausführlichere Würdigung verdient....;--)....die paar kleinen Ungenauigkeiten beim Widor am Schluß kann man locker verzeihen; als Musiker ist man am Ende einer solchen Prozedur reif für eine Kiste Bier (wäre ich das Domkapitel, hätte ich mir die "Findungskommission" gespart und gleich Freitag gefragt, ob er nicht endgültig übernehmen will....). Besonders hervorzuheben sind auch die Bläser des Bahnsozialwerks Paderborn, welchen es beeindruckend gelingt, gefühlte hundertmal den Libori-Tusch zu spielen, ohne ein einziges mal ins karnevaleske Pa-päää, pa-päää, pa-pääää abzugleiten.....
Ja, es gibt einen Blog-Eintrag, in dem Tobias Aehlig nicht gut wegkommt. Aber Vorsicht: das ist nur eine Meinung, und sie muß nicht stimmen. Die Reubke-Sonate in einem Silvesterkonzert halte auch ich allerdings für nicht optimal - es käme auch niemand auf die Idee, in einem Neujahrskonzert das Brahms-Requiem aufzuführen, so großartige Musik das auch ist.
Gruß,
Wolfgang
Sebastian Freitag, war: Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Rochus Schmitz
, Münster, Samstag, 02. August 2014, 15:05 (vor 4472 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von Rochus Schmitz, Samstag, 02. August 2014, 15:10
....ich finde, Sebastian Freitag hat durchaus eine etwas ausführlichere Würdigung verdient....;--)....die paar kleinen Ungenauigkeiten beim Widor am Schluß kann man locker verzeihen; als Musiker ist man am Ende einer solchen Prozedur reif für eine Kiste Bier (wäre ich das Domkapitel, hätte ich mir die "Findungskommission" gespart und gleich Freitag gefragt, ob er nicht endgültig übernehmen will....).
Volle Zustimmung!
Besonders hervorzuheben sind auch die Bläser des Bahnsozialwerks Paderborn, welchen es beeindruckend gelingt, gefühlte hundertmal den Libori-Tusch zu spielen, ohne ein einziges mal ins karnevaleske Pa-päää, pa-päää, pa-pääää abzugleiten.....
Genau neunmal pro Saison, lieber Wolfgang! Das kann man schon mal ordentlich machen.
Ja, es gibt einen Blog-Eintrag, in dem Tobias Aehlig nicht gut wegkommt. Aber Vorsicht: das ist nur eine Meinung, und sie muß nicht stimmen.
Ja. Daß er schleppend begleitet, kann ich eigentlich auch nicht bestätigen, die in dem Blog beklagten langen Vorspiele schon. Das wurde sogar im Lokalteil der hiesigen Zeitung beanstandet: Die Leute hätten dagestanden und auf ihren Einsatz gewartet :-)
Zur Musikauswahl noch: Pièce d´ orgue am Dienstag nachmittag war wirklich ausgemacht dämlich.
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
JuergenPB
, Paderborn, Samstag, 02. August 2014, 18:07 (vor 4472 Tagen) @ Rochus Schmitz
Ich wundere mich gerade, daß mein Blog (Zwischen Kirche, Kreuz und Kreuzkümmel) ausgehend von diesem Blog mehrfach angeklickt wurde und habe mich deswegen gerade mal hier angemeldet.
Mein Blogeintrag "100 Tage Domorganist in Paderborn" ist von Januar. Seit dem habe ich das Spiel von Herrn Aehlig nicht weiter verfolgt. Vielleicht spielt er inzwischen anders oder schneller oder zu schnell. – Wie auch immer.
Er bzw. sein Spiel war – neben gewichtigeren anderen Gründen – der letzte Tropfen, der das Faß zum überlaufen brachte und mich endgültig dazu gebracht hat, im Dom (fast) keine Gottesdiente mehr zu besuchen.
Zu Libori habe ich den Dom natürlich wieder besucht. Die Vorspiele waren für meinen Geschmack z.B. in der Vesper für die Antiphonen viel zu lang. Offenbar gab es da noch jemanden, der dabei die Augen verdrehte (KLICK).
Aber so habe ich das schon bis Januar bei ihm erlebt: z.B. bei Lied zur Gabenbereitung dauert(e) das Vorspiel oft länger als der Priester für die Gabenbereitung benötigte.
Bei der Rückführung der Reliquien am Liboridienstag wurden wohl noch nie so wenige Lieder gesungen wie dieses Jahr. Die Zwischenstücke wollten einfach kein Ende nehmen.
Gruß
Jürgen
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Rochus Schmitz
, Münster, Montag, 04. August 2014, 09:26 (vor 4470 Tagen) @ JuergenPB
Zu Libori habe ich den Dom natürlich wieder besucht. Die Vorspiele waren für meinen Geschmack z.B. in der Vesper für die Antiphonen viel zu lang. Offenbar gab es da noch jemanden, der dabei die Augen verdrehte (KLICK).
Aber so habe ich das schon bis Januar bei ihm erlebt: z.B. bei Lied zur Gabenbereitung dauert(e) das Vorspiel oft länger als der Priester für die Gabenbereitung benötigte.Bei der Rückführung der Reliquien am Liboridienstag wurden wohl noch nie so wenige Lieder gesungen wie dieses Jahr. Die Zwischenstücke wollten einfach kein Ende nehmen.
Das deckt sich mit meinen Erfahrungen und den derjenigen, die ich befragt habe. Die Messe gestern abend zum Abschluß der Festwoche war sonst für die Organisten Anlaß, nochmal richtig aufzudrehen; Aehlig sorgte für Beerdigungsstimmung.
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
JuergenPB
, Paderborn, Montag, 04. August 2014, 13:01 (vor 4470 Tagen) @ Rochus Schmitz
Ich war am Sonntag in einer Messe in einer anderen Kirche. Selbst da hat der Organist nochmals richtig aufgedreht. Bei den Zwischenstücken waren zudem Anklänge an "Franciae quondam" und an "Jesu Corona mentium" zu hören und das Nachspiel endete mit dem "Liboritusch". — So etwas mach Freude.
Dann bin ich noch etwas über den Pottmarkt gegangen und habe noch kurz in den Dom geschaut. Dort war gerade die Messe 11:45 zuende. Es gab zum Schluß "Sei gegrüßet o Libori". Und wieder (das gab es schon in der Vesper am Samstag so) hat Herr Aehlig nur drei Strophen gespielt. Danach fing ein nichtssagendes Dedudel an, das ich mir nicht lange angehört habe.
Leider gibt es keine Pressestimmen zu seinem Spiel. Während jedes Konzert von Gereon Krahforst in der Lokalpresse am nächsten Tag ausführlich besprochen wurde, fehlen diese Besprechungen gänzlich.
Eine einzige kleine Pressestimme im "Westfälischen Volksblatt" gab es am 31. Juli:
"Einer geht durch die Stadt
und kommt zur Beisetzung der Liborius-Reliquien am Dienstagabend auf den Domplatz. Dort wundern sich Teilnehmer der Prozession darüber, dass sie relativ wenig mitsingen können. Grund seien wohl die langen Zwischenspiele der Orgel. Vielleicht können die Musiker wieder harmonischeren Einklang finden, hofft EINER."
Harmonischer Einklang ist ein gutes Stichwort: Bei der Libori-Bruderschaftsandacht, die es 5x im Jahr gibt, spielen auch Bläser mit.
Bei der ersten, die Herr Aehlig der Orgel begleitet hat (im Januar), standen die Bläser, wie immer, auf der Orgelbühne der Chororgel. Und man rate mal, wo sich Herr Aehlig hinsetzt, um die Orgel zu spielen? — Na? — Richtig! Er ging an den Spieltisch der Turmorgel, von wo man ja auch nur die Turmorgel spielen kann. Daß das Spiel nicht mit dem der Bläser zusammenpassen wollte, ist kaum verwunderlich.
Ich habe einfach das Gefühl, daß dem Organisten das Gespür fehlt, was die Leute mögen und was nicht. Zudem springt bei aller technischen Perfektion der Funke nicht über. Es macht alles auf mich den Eindruck von Lustlosigkeit.
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Wolfgang Gourgé
, Montag, 04. August 2014, 14:01 (vor 4470 Tagen) @ JuergenPB
Ich war am Sonntag in einer Messe in einer anderen Kirche. Selbst da hat der Organist nochmals richtig aufgedreht. Bei den Zwischenstücken waren zudem Anklänge an "Franciae quondam" und an "Jesu Corona mentium" zu hören und das Nachspiel endete mit dem "Liboritusch". — So etwas mach Freude.
Dann bin ich noch etwas über den Pottmarkt gegangen und habe noch kurz in den Dom geschaut. Dort war gerade die Messe 11:45 zuende. Es gab zum Schluß "Sei gegrüßet o Libori". Und wieder (das gab es schon in der Vesper am Samstag so) hat Herr Aehlig nur drei Strophen gespielt. Danach fing ein nichtssagendes Dedudel an, das ich mir nicht lange angehört habe.
Leider gibt es keine Pressestimmen zu seinem Spiel. Während jedes Konzert von Gereon Krahforst in der Lokalpresse am nächsten Tag ausführlich besprochen wurde, fehlen diese Besprechungen gänzlich.
Eine einzige kleine Pressestimme im "Westfälischen Volksblatt" gab es am 31. Juli:
"Einer geht durch die Stadt
und kommt zur Beisetzung der Liborius-Reliquien am Dienstagabend auf den Domplatz. Dort wundern sich Teilnehmer der Prozession darüber, dass sie relativ wenig mitsingen können. Grund seien wohl die langen Zwischenspiele der Orgel. Vielleicht können die Musiker wieder harmonischeren Einklang finden, hofft EINER."Harmonischer Einklang ist ein gutes Stichwort: Bei der Libori-Bruderschaftsandacht, die es 5x im Jahr gibt, spielen auch Bläser mit.
Bei der ersten, die Herr Aehlig der Orgel begleitet hat (im Januar), standen die Bläser, wie immer, auf der Orgelbühne der Chororgel. Und man rate mal, wo sich Herr Aehlig hinsetzt, um die Orgel zu spielen? — Na? — Richtig! Er ging an den Spieltisch der Turmorgel, von wo man ja auch nur die Turmorgel spielen kann. Daß das Spiel nicht mit dem der Bläser zusammenpassen wollte, ist kaum verwunderlich.
....vielleicht wollte er der diskret kreisenden Schnapsflasche entgehen? (*sofortwiederalleszurücknehm*)
Wir sollten vielleicht etwas vorsichtig sein, damit aus diesem Thread kein Bashing wird. Der Angesprochene ist nicht hier (zumindest wissen wir's nicht) und hat somit auch keine Möglichkeit zur Verteidigung.
Gruß,
Wolfgang
PS und @Rochus: wenn ich's richtig sehe, werden die Reliquien am Ende der Libori-Feierlichkeiten (bzw. am Liboridienstag) wieder beigesetzt - insofern würde Beerdigungsstimmung ja passen.....
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Rochus Schmitz
, Münster, Montag, 04. August 2014, 14:21 (vor 4470 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
PS und @Rochus: wenn ich's richtig sehe, werden die Reliquien am Ende der Libori-Feierlichkeiten (bzw. am Liboridienstag) wieder beigesetzt - insofern würde Beerdigungsstimmung ja passen.....
Haha, ja, da hab ich auch kurz dran gedacht. Und am Ende der Woche ist Libori eben vorbei, da kommt in Paderborn nix mehr bis Weihnachten. Umsomehr Grund zur Trauer!
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
ThomasMP
, Dienstag, 05. August 2014, 09:45 (vor 4469 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Hallo,
ich muß Hrn. Gourgé Recht geben. Wir sollten die Angelegenheit als ostwestfälischen Provinzklatsch abhaken. Niemand kann sich hier in Hrn. Aehlig hineindenken u. seine Gefühls- u. Motivationslage beurteilen.
Zum Thema Guilmant: ich mag seine Sachen auch gerne spielen und hören, kann mich aber noch sehr gut erinnern, daß in den Vorgängerforen er und auch Rheinberger immer mit einem gewissen Beigeschmack abgetan wurden. Die Zeiten ändern sich eben. Mittlerweile wird hier ja auch Wolfgang Seifen als Könner respektiert und nicht mehr als "notorischer Wiederholungstriebtäter" (Originalton eines Kollegen) verschrien
Guilmant
Solcena
, Dienstag, 05. August 2014, 10:02 (vor 4469 Tagen) @ ThomasMP
bearbeitet von Solcena, Dienstag, 05. August 2014, 10:28
Zum Thema Guilmant: ich mag seine Sachen auch gerne spielen und hören, kann mich aber noch sehr gut erinnern, daß in den Vorgängerforen er und auch Rheinberger immer mit einem gewissen Beigeschmack abgetan wurden. Die Zeiten ändern sich eben.
Volle Zustimmung. Ich durfte in der C-Ausbildung Guilmants 3. und dann auch noch seine 1. Sonate spielen und finde die Musik sehr schön. Ein guter Einstieg in die französische Romantik!
Guilmant
Clemens Schäfer
, Düsseldorf, Dienstag, 05. August 2014, 19:07 (vor 4469 Tagen) @ Solcena
Ein guter Einstieg in die französische Romantik!
Genau das war er für mich auch. Ben van Oosten sei Dank! Aber dennoch darf man anmerken, daß er nicht in der höchsten Liga spielt. Das gilt gewiß auch für Rheinberger, den man andererseits aber auch nicht vergessen darf. Und was Seifen angeht, so bleibt mir ein Spieler, der sich kaum oder nie an Literatur bewähren mag, ein unerklärliches Rätsel.
Gruß Clemens Schäfer
--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
Guilmant
untersatz32, Dienstag, 05. August 2014, 20:29 (vor 4469 Tagen) @ Clemens Schäfer
... na, er (Seifen) improvisiert derart gekonnt, dass er gar keine Literatur braucht, da seine Improvisationen schon wie aufgeschriebene Literatur klingen.
Wieso also ein weiterer - evtl. mässig spannender - Literaturspieler,
wenn es ein hervorragender Improvisator besser tut???
Grüsse
TH
Guilmant
MAT
, Dienstag, 05. August 2014, 20:40 (vor 4469 Tagen) @ untersatz32
Ja, den Herrn Seifen erkennt man sofort. Ich bin mir nicht sicher, ob das für einen Improvisator immer ein Kompliment ist.
--
Gruß
MAT
Guilmant
otto krämer, Dienstag, 05. August 2014, 21:45 (vor 4469 Tagen) @ MAT
Hallo zusammen,
Wolfgang Seifen ist und wird immer ein Nestor der Improvisationskunst bleiben -
seine Vielseitigkeit, sein Einfallsreichtum - gepaart mit einer stupenden
Virtuosität - verbietet eine Kritik daran, dass er - vermeintlich - keine oder wenig Orgel-Literatur spielt.
Er tut es, er kann es; ich kann es bezeugen.
Dass er seine besondere, einzigartige Fähigkeit in den Vordergrund stellt, ist doch klar - er ist einfach einer der bahnbrechensten Improvisatoren dieser Zeit.
Gott sei Dank durfte ich viele hundert Stunden bei ihm zuschauen und hören - und lernen.
Und das gebe ich jetzt ungefiltert weiter.
So soll es sein!
Seid mal gütig!
Liebe Grüße,
Otto M.
W. Seifen - war: Guilmant
untersatz32, Dienstag, 05. August 2014, 23:32 (vor 4469 Tagen) @ otto krämer
So isses: danke Otto!
Wolfgang Seifen hat für die Kunst der liturgischen und konzertanten Orgelimprovisation in Deutschland als Prof. und Leiter von Kursen in den letzten Jahrzehnten mehr getan und mehr erreicht, als sämtliche Forenteilnehmer hier zusammen,
und so mancher obervirtuose Reger- und Messiaen-Löwe bekommt nicht mal ein vernünftiges Bicinium zusammengeorgelt...
Gruss
Thomas
W. Seifen - war: Guilmant
MAT
, Mittwoch, 06. August 2014, 10:45 (vor 4468 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von MAT, Mittwoch, 06. August 2014, 11:08
Es gibt aber auch die, die beides können, tun und mindestens in der gleichen Liga spielen. Das muss trotz Weihrauchnebel auch geschrieben werden dürfen.
--
Gruß
MAT
W. Seifen - war: Guilmant
untersatz32, Mittwoch, 06. August 2014, 11:32 (vor 4468 Tagen) @ MAT
DAS bestreitet ja keiner.
Aber Weihrauch ist doch schöön. (Hust!).
Grüsse
TH
W. Seifen - war: Guilmant
3rd_astronaut, Donnerstag, 07. August 2014, 16:16 (vor 4467 Tagen) @ untersatz32
DAS bestreitet ja keiner.
Aber Weihrauch ist doch schöön. (Hust!).
stimmt: http://www.bodensee-musikversand.de/3/114874/Katalog/Orgel+2hd./Weyrauch-Johannes+%2818...
hupps, keine impro ;-)
W. Seifen - war: Guilmant
Karsten
, Mittwoch, 06. August 2014, 11:40 (vor 4468 Tagen) @ MAT
Es gibt aber auch die, die beides können, tun und mindestens in der gleichen Liga spielen. Das muss trotz Weihrauchnebel auch geschrieben werden dürfen.
Ja, in der Tat.
Bei dieser Diskussion fällt mir wieder auf, wie weit die Lager "Organisten" und allgemein "klassische Musiker" sowohl vom Selbstverständnis als auch wieder in der öffentlichen Wahrnehmung auseinander liegen.
Es sollte durch Clemens Schäfers Beiträge ja mittlerweile bekannt sein, dass er Orgelkonzerte an Standards von "Klassikkonzerten" (Orchester, Konzert, Kammermusik...) misst. Das ist sein gutes Recht und so sollte es auch meiner Meinung nach auch sein, was die künstlerische Darbietung angeht. Leider unterliegen Orgelkonzerte und allgemeine Klassikkonzerte doch sehr unterschiedlichen Regeln und Rahmenbedingungen.
Dass viele Rezensenten kaum oder wenig Ahnung von Orgelliteratur haben, ist das eine. Aber ob dem Kirchenorganisten, der eine Matinée, Soirée oder ein Konzert, ein Auseinandernehmen seiner Wiedergabe im (Lokal-)Blatt mit der Messlatte der ganzen verfügbaren CD-Aufnahmen und sonstigen "Konkurrenz" sinnvoll erscheint?
Und in der "Klassikszene" hat Improvisation (leider) einen völlig anderen Stellenwert als das Literaturspiel. Das war früher einmal anders. Und das Ideal ist wie geschrieben: Der Profimusiker sollte beides können. Ob und inwiweit er sich dann damit präsentiert, ist seine eigene Entscheidung. Der Rezipient kann ja selbst entscheiden, ob er das Geld für die Konzertkarte und/oder CD ausgeben möchte...
Gruß
Karsten
W. Seifen - war: Guilmant
Wolfgang Gourgé
, Donnerstag, 07. August 2014, 17:55 (vor 4467 Tagen) @ untersatz32
So isses: danke Otto!
Wolfgang Seifen hat für die Kunst der liturgischen und konzertanten Orgelimprovisation in Deutschland als Prof. und Leiter von Kursen in den letzten Jahrzehnten mehr getan und mehr erreicht, als sämtliche Forenteilnehmer hier zusammen,
und so mancher obervirtuose Reger- und Messiaen-Löwe bekommt nicht mal ein vernünftiges Bicinium zusammengeorgelt...Gruss
Thomas
.....selbst für ein Singularinium reicht es bei vielen nicht....
diagnostiziert:
Wolfgang...
W. Seifen - war: Guilmant
Dorforganist, Donnerstag, 07. August 2014, 18:15 (vor 4467 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
.....selbst für ein Singularinium reicht es bei vielen nicht....
...drum empfiehlt Gereon Krahforst, das im Improvisationsunterricht mit zu lehren:
"...sollte aber bereits in frühen Lernstadien gleich mit eingebunden werden, z.B. mit nur EINER zu improvisierenden Stimme (Mut zur Einstimmigkeit beim Improvisieren !) bei wechselnder Klangfarbe, um in aufs wesentliche reduzierter Art und Weise von Beginn an buchstäblich „Spiel-Raum“ für eigene Kreativität zu lassen und dazu noch besonders zu ermutigen."
W. Seifen - war: Guilmant
untersatz32, Donnerstag, 07. August 2014, 18:55 (vor 4467 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
... das ist leider keine singuläre Erscheinung... :-)
Meint, universell und omnipräsent
Thomas
Guilmant
JSBach
, Dienstag, 05. August 2014, 23:58 (vor 4469 Tagen) @ otto krämer
wenn er morgen Abend in Altenberg Literatur aufs Programm packt, wäre ich auch mehr als enttäuscht...
Improvisatoren & Literaturspiel (war: Guilmant)
Friedrich
, Mittwoch, 06. August 2014, 00:30 (vor 4469 Tagen) @ Clemens Schäfer
... Und was Seifen angeht, so bleibt mir ein Spieler, der sich kaum oder nie an Literatur bewähren mag, ein unerklärliches Rätsel.
Es gab einen Orgelspieler, den kannte ich lange nur als Improvisator, und seine etwas munteren, rhythmischen Improvisationen nervten mich manchmal, auch wenn sie nie dumm oder simpel daherkamen. Dann bat ihn die 90-Jährige Küsterin, zu ihrem Geburtstagsgottesdienst Bach zu spielen. Es war das schönste BWV 541 (G-Dur-Präludium), das ich je gehört habe – die Musikalität, der rhythmische Schwung, das Singen der Stimmen miteinander, alles stimmte einfach. Das eine schließt das andere nicht aus – ein großartiger Musiker unter allen Umständen!
Und wenn ich jetzt sage, dass er außerdem noch ein ausgezeichneter, ernsthafter und sprachgewaltiger Prediger (und ordinierter Pastor) war, dann werden manche schon ahnen, wen ich meine.
Und für die anderen: Das war kein anderer als Martin Gotthard »Danke« Schneider.
Also unter mehr als einem Blickwinkel: Vielleicht sollte man vom einen Bereich einer Künstlerpersönlichkeit nicht vorschnell auf andere Bereiche schließen.
Viele Grüße
Friedrich
Guilmant
Heuler, Mittwoch, 06. August 2014, 10:44 (vor 4468 Tagen) @ Clemens Schäfer
Und was Seifen angeht, so bleibt mir ein Spieler, der sich kaum oder nie an Literatur >bewähren mag, ein unerklärliches Rätsel.
Bezeichnend ist doch schon, dass niemand die umgekehrte Frage stellt: Warum viele Konzertorganisten überhaupt nicht improvisieren?!
Stattdessen beschränken wir uns darauf, bei Orgelkonzerten Nuancen in der Bach-Interpretation auszumachen und Wolfgang Seifen dafür zu kritisieren, dass er "nur" (m.E. unerreicht gut) improvisiert und man ja seinen Stil sowieso erkennen würde - was man ihm zur Last legt. Für mich unverständlich!
Guilmant
Solcena
, Mittwoch, 06. August 2014, 10:46 (vor 4468 Tagen) @ Heuler
bearbeitet von Solcena, Mittwoch, 06. August 2014, 11:31
Ja, wir Deutschen sind manchmal schon merkwürdig :-)
Wenn ich in ein Seifen-Konzert gehe, möchte ich Impro hören, und das macht er spitze.
Guilmant
JSBach
, Mittwoch, 06. August 2014, 11:47 (vor 4468 Tagen) @ Solcena
und es gibt auch Organisten, wo ich mir nachdem Konzert denke:
hätte er mal anstatt der Impro noch mehr Literatur gespielt...
Impro/Literatur
Dorforganist, Mittwoch, 06. August 2014, 12:46 (vor 4468 Tagen) @ JSBach
Gab aber auch welche - gar nicht wenige -, wo ich mir dachte: hätte er doch beides bleibenlassen...
(Meist waren es diejenigen, die besonders großmundig angekündigt wurden.)
Impro/Literatur
untersatz32, Mittwoch, 06. August 2014, 12:52 (vor 4468 Tagen) @ Dorforganist
Naja, unter die Konzertkategorie "...wär ich doch lieber mal bei dem schönen Wetter draussen n' leckeres Bier trinken gegangen..." fallen ja wohl des öfteren Konzerte beider Couleur (Literatur UND Impro).
Gibt aber auch besagte "Sternstunden" mit beidem.
Grüsse
TH
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Rochus Schmitz
, Münster, Montag, 04. August 2014, 14:13 (vor 4470 Tagen) @ JuergenPB
Eine einzige kleine Pressestimme im "Westfälischen Volksblatt" gab es am 31. Juli:
"Einer geht durch die Stadt
und kommt zur Beisetzung der Liborius-Reliquien am Dienstagabend auf den Domplatz. Dort wundern sich Teilnehmer der Prozession darüber, dass sie relativ wenig mitsingen können. Grund seien wohl die langen Zwischenspiele der Orgel. Vielleicht können die Musiker wieder harmonischeren Einklang finden, hofft EINER."
Ja, diese Pressemeldung meinte ich in meinem Posting vom 2.8.
Harmonischer Einklang ist ein gutes Stichwort: Bei der Libori-Bruderschaftsandacht, die es 5x im Jahr gibt, spielen auch Bläser mit.
Bei der ersten, die Herr Aehlig der Orgel begleitet hat (im Januar), standen die Bläser, wie immer, auf der Orgelbühne der Chororgel. Und man rate mal, wo sich Herr Aehlig hinsetzt, um die Orgel zu spielen? — Na? — Richtig! Er ging an den Spieltisch der Turmorgel, von wo man ja auch nur die Turmorgel spielen kann.
*lach* da spielt doch sonst nie jemand!
Benutzung der Turmorgel - war: Tobias Aehlig im Paderborner Dom
JuergenPB
, Paderborn, Montag, 04. August 2014, 14:29 (vor 4470 Tagen) @ Rochus Schmitz
*lach* da spielt doch sonst nie jemand!
Ob Gereon Krahforst von dort mal gespielt hat, weiß ich jetzt gar nicht. Kann sein, daß er das bei Umbaumaßnahmen mal gemacht hat. Er hat öfters den Generalspieltisch an der Chororgel benutzt. Daran kann ich mich erinnern.
Helmut Peters hat werktags oft nur von hinten gespielt, also vom Spieltisch der Turmorgel.
Also "nie" stimmt so nicht.
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Dorforganist, Montag, 04. August 2014, 13:22 (vor 4470 Tagen) @ Rochus Schmitz
Aehlig sorgte für Beerdigungsstimmung.
Blöde Frage eines Unbedarften: Wieso paßt das nicht zur Beisetzung der Liborius-Reliquien?
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Rochus Schmitz
, Münster, Montag, 04. August 2014, 14:24 (vor 4470 Tagen) @ Dorforganist
Blöde Frage eines Unbedarften: Wieso paßt das nicht zur Beisetzung der Liborius-Reliquien?
Wie Wolfgang zum einen richtig schrieb, findet die Beisetzung schon am Ende des Triduums, als am Libori-Dienstag, statt. Aber auch dazu paßt natürlich keine Trauermusik, es handelt sich hier - trotz "Beisetzung" - um ein freudiges Hochfest der Erzdiözese. Zum anderen konnte man die von mir erwähnte Musik am vergangenen Sonntag hören.
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
Heuler, Montag, 04. August 2014, 14:30 (vor 4470 Tagen) @ Dorforganist
Aehlig sorgte für Beerdigungsstimmung.
Blöde Frage eines Unbedarften: Wieso paßt das nicht zur Beisetzung der Liborius-Reliquien?
DANKE für diese Frage, denn an ihr wird deutlich, dass man die Situation und Tradition in Paderborn kennen (und erlebt haben) muss!
Ohne Herrn Aehlig selber gehört zu haben, wirkt auf mich die Kritik vorschnell. Man möge ihm doch bitte ausreichend Zeit geben, sich in Paderborn (übrigens kein einfaches Pflaster!) zu akklimatisieren!
Auch sei man vorsichtig mit Kritik an Gottesdiensten, von denen man nicht mit Sicherheit sagen kann, dass dort wirklich Herr Aehlig an der Orgel saß (ich meine damit insbes. die erwähnte Messe am späten Sonntagvormittag).
Und: Kritik an dem "zu schnell", "zu laut", "zu lang", "zu modern", "zu wasauchimmer" kennt so ziemlich jeder Kollege...
Klar ist, dass ein Organist Sensibilität und Liebe für die Liturgie mitbringen muss. D.h. aber nicht, dass er sich sklavisch an das "hier hat die Orgel immer soundso gespielt" halten sollte.
Die klar abgesteckte Erwartungshaltung der Gottesdienstbesucher würde mich als Organist abschrecken.
Unklar ist mir, was hinter den Andeutungen stecken soll, dass das Besetzungsverfahren nicht "sauber" gewesen sei.
Tobias Aehlig im Paderborner Dom
JuergenPB
, Paderborn, Montag, 04. August 2014, 14:46 (vor 4470 Tagen) @ Heuler
Ohne Herrn Aehlig selber gehört zu haben, wirkt auf mich die Kritik vorschnell. Man möge ihm doch bitte ausreichend Zeit geben, sich in Paderborn (übrigens kein einfaches Pflaster!) zu akklimatisieren!
Viele ist denn "ausreichend Zeit"?
Er ist jetzt 10 Monate in Paderborn am Dom.
Auch sei man vorsichtig mit Kritik an Gottesdiensten, von denen man nicht mit Sicherheit sagen kann, dass dort wirklich Herr Aehlig an der Orgel saß (ich meine damit insbes. die erwähnte Messe am späten Sonntagvormittag).
Für meine Ohren hörte es sich nach seinem Spiel an, aber ich habe nicht um die Ecke geguckt und mich vergewissert.
Sollte er die Messe um 11:45 Uhr am 3. August nicht gespielt haben, dann bitte ich um Entschuldigung für die dann ungerechtfertigte Kritik in Bezug auf sein Spiel.
Unklar ist mir, was hinter den Andeutungen stecken soll, dass das Besetzungsverfahren nicht "sauber" gewesen sei.
Wo war das zu lesen?
Es gab m.W. 27 Bewerber und ein "Findungskommission" hat sich einstimmig für Herrn Aehlig ausgesprochen. Das Domkapitel hat ihn dann ernannt.