Thierry Mechler in St. Lambertus, D-Altstadt
Hallo Forum,
am 07.07.2014 spielte Thierry Mechler (F) das Internationale Orgelkonzert in St. Lambertus, D-Altstadt.
An der Spitze standen drei Improvisationen: Anamorphosen, Harmonische Resonanzen und
Fließende Atonalität. Das waren keine Orgeldemos, keine einfache Variationsketten, wie es man häufig zu hören bekommt. Die Atonalität kam sogar ausgesprochen gut hörbar daher. Da fragt man sich, warum Mechler sich nicht hinsetzt und solche Musik notiert. Oder war das Publikum in St. Lambertus “Versuchskaninchen” für die spätere Niederschrift?
An zweiter Stelle gab es eine Träumerei. Nein, nicht DIE sondern eine op. 9 Nr. 4 von Richard Strauss; für Orgel bearbeitet von Mechler. Sehr hörenswert. Es muß also nicht immer die gleiche sein.
Nun das Hauptwerk und zugleich der Höhepunkt des Konzerts: Liszt, h-moll Sonate, in eigener Bearbeitung. Eine halbe Stunde Hochspannung. Zwei Baßschläge - dann geht es los. Aber immer überlegt, auch wenn es noch so stürmisch wird. Schön die lyrischen Stellen. Überhaupt die Registrierungen: Auf beste Durchhörbarkeit angelegt. So gewann man den Eindruck, gegenüber dem Klavieroriginal eine größere Auflösung zu erleben. Es war spannend vom ersten bis zum letzten Takt. Danach hätte es stürmischen Beifall geben müssen. Aber zunächst galt es, noch mal zu improvisieren. Diesmal über gegebene Themen. Marcel Andreas Ober hatte Tu es Petrus und Ein Haus voll Glorie schauet ausgesucht. - Ein Orgelkonzert ohne Orgelliteratur.
Lebhafter, dankbarer Beifall der rund 100 Hörer.
Gruß Clemens Schäfer
P.S. 04.08.2014, 19:30h, St. Lambertus, D-Altstadt: Ulrich Rasche, Düsseldorf (CPE Bach, Faulkes, Mozart, Rasche)
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)