Münchener Dom, diesen Mittwoch

Friedrich @, Montag, 14. Juli 2014, 13:57 (vor 4494 Tagen)

Liebe Forenser,

ich möchte nur kurz sondieren, ob ich der einzige bin, der sich diesen Mittwoch Sebastians Konzert in der Frauenkirche nicht entgehen lässt.

Also: Wer da?

Viele Grüße
Friedrich

Münchener Dom, diesen Mittwoch

Flûte harmonique, Montag, 14. Juli 2014, 15:54 (vor 4494 Tagen) @ Friedrich

Liebe Forenser,

ich möchte nur kurz sondieren, ob ich der einzige bin, der sich diesen Mittwoch Sebastians Konzert in der Frauenkirche nicht entgehen lässt.

Also: Wer da?

Viele Grüße
Friedrich


Ich werde auf jeden Fall da sein!

Übrigens hatte letzte Woche Albrecht Koch ein schönes Programm in dieser Konzertreihe gespielt, unter anderem mit einer fulminanten Interpretation von Sigfrid Karg-Elerts Sinfonie fis-Moll op. 143.

Münchener Dom, diesen Mittwoch

JSBach @, Montag, 14. Juli 2014, 21:28 (vor 4494 Tagen) @ Flûte harmonique

die Bönig demnächst in Köln spielt :)

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

Flûte harmonique, Montag, 14. Juli 2014, 21:36 (vor 4494 Tagen) @ JSBach

Hier noch das Programm, das Sebastian Küchler-Blessing am kommenden Mittwoch, 16. Juli um 19:00 Uhr im Münchner Dom spielen wird:

Dieterich Buxtehude (1637–1707):
Toccata in d BuxWV 155

Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Partita "Sei gegrüßet, Jesu gütig" (oder auch "O Jesu, du edle Gabe") BWV 768

Jehan Alain (1911–1940):
Deuxième Fantaisie JA 117

Sebastian Küchler-Blessing (*1987):
Improvisation über zwei gegebene Themen

Max Reger (1873–1916):
Fantasie über den Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" op. 27

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

Friedrich @, Mittwoch, 16. Juli 2014, 11:22 (vor 4493 Tagen) @ Flûte harmonique

Hier noch das Programm, das Sebastian Küchler-Blessing am kommenden Mittwoch, 16. Juli um 19:00 Uhr im Münchner Dom spielen wird: …

Vielen Dank, das war mir noch nicht bekannt.

Richtig schön, da kann man sich drauf freuen! Zum Beispiel auf den Reger-Schluss in diesem Raum. Oder auf meine Lieblings-Bachpartita.

Vielleicht trifft man ja noch den einen oder anderen Foristen.

Viele Grüße
Friedrich

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

Karsten @, Mittwoch, 16. Juli 2014, 12:46 (vor 4492 Tagen) @ Friedrich

Vielen Dank, das war mir noch nicht bekannt.

Richtig schön, da kann man sich drauf freuen! Zum Beispiel auf den Reger-Schluss in diesem Raum. [...]

Ohja!

Ich dürfte vor vielen Jahren Franz Lehrndorfer im Konzert dort erleben.
Schlusspunkt war die Morgenstern-Fantasie von Reger. In der Schluss-Apotheose wurde das Tutti der Andreas-Orgel als "Nachbrenner" zugeschaltet...

Gruß
Karsten (der auf einen Konzertbericht gespannt ist)

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

jrbecker @, Mittwoch, 16. Juli 2014, 15:38 (vor 4492 Tagen) @ Friedrich

Es hat sich noch garniemand über den Passionschoral im Hochsommer gewundert ...
*duckundweg*

Lg
Jörg

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

grs @, München / Seesen, Mittwoch, 16. Juli 2014, 13:51 (vor 4492 Tagen) @ Flûte harmonique

Da ist ja dann wohl Anwesenheitspflicht...

Gerd

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

Karsten @, Dienstag, 26. August 2014, 22:31 (vor 4451 Tagen) @ Flûte harmonique

Hier noch das Programm, das Sebastian Küchler-Blessing am kommenden Mittwoch, 16. Juli um 19:00 Uhr im Münchner Dom spielen wird:

[...]


Sebastian Küchler-Blessing (*1987):
Improvisation über zwei gegebene Themen

So lange es noch im Netz ist: Hier ein Bootleg der Improvisaton. Ein Himmelreich für eine gute Mikrofonierung...

Gruß Karsten

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

Friedrich @, Dienstag, 26. August 2014, 22:58 (vor 4451 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 26. August 2014, 23:01

Sebastian Küchler-Blessing (*1987):
Improvisation über zwei gegebene Themen


So lange es noch im Netz ist: Hier ein Bootleg der Improvisaton. Ein Himmelreich für eine gute Mikrofonierung...

Gruß Karsten

Ich war’s nicht!
Ich war nur da. Schön war’s.

Viele Grüße
Friedrich

P. S. Mikrofonierung – da hätte ein Hifi-affiner Engel wahrscheinlich die Mikrofone kurz vorm Rückpositiv schweben lassen müssen. Der Höreindruck ist jedenfalls authentisch.

P. P. S.
Wenn ich die Glatze da sehe, könnte es sogar sein, dass ich in der Bank davor sitze. (Ist nicht meine Gl., aber vielleicht die meines Nachbarn.)

Sebastian Küchler-Blessing, Münchner Dom

Wolfgang Gourgé @, Dienstag, 26. August 2014, 23:07 (vor 4451 Tagen) @ Friedrich

Sebastian Küchler-Blessing (*1987):
Improvisation über zwei gegebene Themen


So lange es noch im Netz ist: Hier ein Bootleg der Improvisaton. Ein Himmelreich für eine gute Mikrofonierung...

Gruß Karsten


Ich war’s nicht!
Ich war nur da. Schön war’s.

Viele Grüße
Friedrich

P. S. Mikrofonierung – da hätte ein Hifi-affiner Engel wahrscheinlich die Mikrofone kurz vorm Rückpositiv schweben lassen müssen. Der Höreindruck ist jedenfalls authentisch.

P. P. S.
Wenn ich die Glatze da sehe, könnte es sogar sein, dass ich in der Bank davor sitze. (Ist nicht meine Gl., aber vielleicht die meines Nachbarn.)

....ich bestätige hiermit feierlich, daß Friedrich keine Glatze hat. Jedenfalls hatte er im Mai keine, als ich ihn traf, und mit einer Glatzenbildung bei ihm ist nach meinem Eindruck bis auf weiteres nicht zu rechnen. Wobei wir ja früher schon mal festgestellt hatten, daß Orgelspielen grundsätzlich auch ohne Haare ganz passabel funktioniert, was demzufolge auch für das Orgelhören gelten müßte.

(noch) haarig grüßt:
Wolfgang...

Neresheim 20.07.2014; war:Münchener Dom, diesen Mittwoch

D. Hausmann, Donnerstag, 17. Juli 2014, 23:07 (vor 4491 Tagen) @ Friedrich

Hallo Zusammen,

auch ich möchte kurz sondieren....

Ich werde kommenden Sonntag um 16 Uhr in Neresheim sein, wenn "unser" Sebastian dort konzertiert.

Das Programm lt Homepage:

"Ensemble-Konzert:"
Franziska Hölscher, Violine;
Byol Kang, Violine;
Wen Xiao Zheng, Viola;
Clara Pouvreau, Violoncello;
Sebastian Küchler-Blessing, Orgel :
"RAUMdialogKLÄNGE"
Die Künstler erobern den Raum der Abteikirche mit Werken von Bach, Händel, Mozart, Bartok, Gabrieli und Ysaye

Wird noch jemand aus dem Forum dort sein?

Gruß Dieter

Münchener Dom, diesen Mittwoch

Friedrich @, Samstag, 19. Juli 2014, 14:52 (vor 4489 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Friedrich, Sonntag, 20. Juli 2014, 18:00

Es hat sich noch garniemand über den Passionschoral im Hochsommer gewundert ...
*duckundweg*

Nein, im Gegenteil – wie schon geschrieben. Aber erstens der Reihe nach – und zweitens mit dem caveat, dass inzwischen ein paar arbeitsreiche Tage vergangen sind und ich aus dem Gedächtnis, mithin etwas pauschaler schreibe, als so ein Konzert es eigentlich verdient.

Ich war gespannt auf den Orgelklang. Janns Hauptorgel ist riesig, aber sie sitzt hoch im Turmbogen, und vor und unter ihr spannt sich eine tiefe Chorempore ins Schiff hinein. Der Dom ist lang und hoch, eine Hallenkirche mit mächtigem Volumen und harten Oberflächen – glattverputzte Wände und Säulen, hohe Fenster, ein mit Steinplatten ausgelegter Boden. Wir saßen etwa in der Mitte der Längsachse des Langschiffs, sodass wir die Andreas-Orgel in voller Sicht hatten: die große Orgel war hier, so hoffte ich, aus dem Klangschatten der Empore heraus.

Sebastian begann mit Buxtehudes Toccata d-Moll. Das Eingangsplenum war scharf und gläsern, transparent, hell; später erzählte er, dass er ohne HW-Prinzipal 8’ gespielt und das Ensemble aus den drei unteren Manualen zusammengestellt hatte. Für die erste Fuge und die Zwischentoccata ging er in den leichteren 8-4-2-Bereich zurück, die zweite Fuge klang schon lebhafter, und zum Schluss ging es schrittweise auf ein großes Plenum mit Rohrwerken zu. Sebastian spielte mit rhetorischer Freiheit, in schönem stylus phantasticus. Damit ging er an die Grenzen – und auch darüber – dessen, was hier noch durchhörbar wirkt. Je feiner und freier die fantastischen Figurationen, desto eher gingen sie in Wolkengestalt über. Ich fragte mich, wie das wohl in Lübeck geklungen haben mochte (auch wenn die Toccata wohl schon aus dänischer Zeit stammte) – und ob langsameres Tempo wirklich geholfen hätte; ob es nicht vielmehr den fantastischen Reiz des Stückes abgetötet hätte. Was auf diese Weise gut rüberkam, war das toccatenmäßige, quasi-improvisatorische Musizieren des plagalen d-Moll, das dieses Stück über weite Strecken bestimmt – die Toccata sozusagen schillernd aus der Adlerperspektive. Ganz schön eigentlich – und wie gesagt: Wie sähen Alternativen aus, in diesem Raum, an dieser Orgel?

Bachs Partita »Sei gegrüßet« legte Sebastian – so er selber – in Richtung des Alternativtextes »O Jesu, du edle Gabe« aus, der um die Metapher* von Jesu Blut gesponnen ist. Er bediente sich beider Orgeln, der Haupt- und der Andreas-Orgel, dialogisch ebenso wie im Ensemble. Die Registrierungen waren substanzhaltiger, vielleicht thüringischer, als im Buxtehude, auch in aliquotfreudigen, akustisch lohnenden Mischungen durch alle Lagen; und auch hier manchmal an der Tempogrenze – etwa in der Variation mit dem bewegten Bass, den viele Organisten gern als Basse de trompette darstellen. Auch hier war ein Rohrwerk dabei, aber es schillerte noch so manches andere mit. Überraschend, aber für Raum und Orgel maßstäblich: der erste Pedal-Cantus-firmus mit knarzender 32’-Zunge. In der vorletzten Variation wurde es, wie erwartet, komplex: Die Begleitung war eine dichte Fonds-Mischung beider Orgeln, das stammelnde »kleine« Solo erklang eher zart von vorne, das große streng von der Großen – so hörte ich es; Sebastian verriet, es seien beide dabeigewesen. Überwältigend dann die Schlussvariation im 16’-Plenum mit Rohrwerken beider Orgeln.

Sebastian hielt generell die Schlussakkorde gnädig kurz; der Klang ist sehr kräftig, ohne wirklich durchhörbar zu sein. Wie stark er ist, wurde hörbar, wenn ein Tuttiakkord aufgehoben wurde: Fast bruchlos geht dann der Klang in ein sehr mächtiges und langes Nachhallen über.

Dann kam die zweite Alain-Fantaisie, für mich der Höhepunkt des Abends. Nun waren Janns Streicher zu hören, und von ihnen aus die gesamte Spannweite der mächtigen Hauptorgel in all ihren Farbfamilien und dynamischen Schattierungen. Das Stück ist komponiert wie ein fantastischer (ich weiß, ist das vierte Mal, dass ich das Wort benutze) Monolog, oft deklamierend, immer von explosiver Ausdruckskraft. Das lag Sebastian hörbar, bis hin zum zeilenweise sich auflösenden Sesquialtera-Effekt kurz vor Schluss – einfach wunderbar. Orgel und Raum konnten ganz frei klingen, Sebastian sein rhetorisches Spiel ausleben.

Mit seiner Improvisation, so kam es zumindest mir vor, baute Sebastian möglicherweise eine Reverenz vor Franz Lehrndorfer ein, dem Vorgänger des Domorganisten Hans Leitner. Jedenfalls herrschte von Anfang an ein freundlich-tonaler, konzilianter Tonfall, verbunden mit lustvollem Gang durch die Klangressourcen der Jann-Orgeln. Hauptthema war das Salve Regina, später baute er auch noch »Nun danket alle Gott« ein. Zu hören war auch das Chamaden-Ensemble mit deutlich hörbarer, weil nicht ganz rein gestimmter (stimmbarer?) »Trompeta Quinta« 5 1/3’. Ein fröhliches Fugato entspannte sich mit dem Pedaleinsatz deutlich, schlug einen sequenzierenden Weg ein, und lange fragte man sich, ob nach den Anfangszeilen die »Nun danket«-Melodie rund gemacht werden würde. Sie wurde, und wie.

Der Übergang zu Regers Fantasie über »Ein feste Burg« überforderte trotzdem nicht, vor allem, weil die Komposition so klar strukturiert ist. Wieder nutzte Sebastian beide Orgeln, glücklicherweise nicht platterdings dialogisch, sondern als Ensemble. Die Andreas-Orgel bringt mehr Klarheit, aber auch erhebliche Kraft mit, eine echte Gegenorgel, auch gegen das zweieinhalbmal so große Werk im Westen. Hier passt Regers Überwältigungsrhetorik auch gut zu Raum und Instrument; es geht um alles, um Dinge, die “bigger than life” sind, und der Klang umfängt den Hörer hier von allen Seiten. Meine Vorfreude auf den Schluss wurde nicht enttäuscht: 16’-Streicher im Diminuendo, ein Traum. Einer mit Weckruf, versteht sich.

Mein Fazit: Mir hat sich wieder bestätigt, dass es sich lohnt, Sebastian beim Musikmachen zuzuhören. Virtuosität, Tempo- und Klangfantasie, Ausdrucksbedürfnis und geistige Durchdringung der Musik – all das hat man nicht so oft in diesem Maß an einem Fleck. Die Münchner Domorgeln sind eine andere Sache. Sie sind klassisch-edel in der Anlage, vielfältig, imposant und qualitätvoll und bewahren bei aller Kraft gute Mischfähigkeit aller Klänge; aber der Raum erlaubt es kaum, in den Klang hineinzuhorchen und auch Feinheiten zu genießen. Die Klangkraft scheint vom Raum diktiert zu sein – in einem Maß, dass man nicht von »raumbeherrschend« sprechen möchte. Die Andreas-Orgel ist jedenfalls kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit in diesem Raum. Die Hauptorgel allein brächte keine solche innere Strukturierung des Klangs zustande. (Die liebsten Konzerträume sind mir inzwischen ohnehin eher die mittelgroßen, die Klangmacht ebenso zulassen wie Deutlichkeit bis ins Zarteste.)

Es waren noch andere Forenser dabei, die vielleicht Einzelheiten ergänzen, Irrtümer richtigstellen oder Gegenmeinungen bekunden können; das fände ich sogar spannend. Für mich haben sich die vier Fahrstunden von Salzburg jedenfalls gelohnt, selbst wenn es hinterher im Münchner Gasthaus hieß, dass das Hirn aus sei, und sich auf allen Gesichtern Betroffenheit malte.

Viele Grüße
Friedrich

Münchener Dom, diesen Mittwoch

Karsten @, Montag, 21. Juli 2014, 10:15 (vor 4488 Tagen) @ Friedrich

Nein, im Gegenteil – wie schon geschrieben. Aber erstens der Reihe nach – und zweitens mit dem caveat, dass inzwischen ein paar arbeitsreiche Tage vergangen sind und ich aus dem Gedächtnis, mithin etwas pauschaler schreibe, als so ein Konzert es eigentlich verdient.

Herzlichen Dank an Friedrich für den fundierten Bericht! Umso mehr wünschte ich mir, dort gewesen zu sein! Die ergänzendn Meinungen der übrigen Konzertbesucher würden zumindest auch mich interessieren.

Gruß
Karsten

Münchener Dom, diesen Mittwoch

grs @, München / Seesen, Montag, 21. Juli 2014, 13:20 (vor 4487 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von grs, Montag, 21. Juli 2014, 13:25

Hallo,

ich lese zwar viel im Forum, bin aber doch etwas schreibfaul. Als in München wohnhafter Zuhörer muss ich dieses Mal wohl kurz meine Eindrücke ergänzen:

Ich war gespannt auf den Orgelklang. Janns Hauptorgel ist riesig, aber sie sitzt hoch im Turmbogen, und vor und unter ihr spannt sich eine tiefe Chorempore ins Schiff hinein. Der Dom ist lang und hoch, eine Hallenkirche mit mächtigem Volumen und harten Oberflächen – glattverputzte Wände und Säulen, hohe Fenster, ein mit Steinplatten ausgelegter Boden. Wir saßen etwa in der Mitte der Längsachse des Langschiffs, sodass wir die Andreas-Orgel in voller Sicht hatten: die große Orgel war hier, so hoffte ich, aus dem Klangschatten der Empore heraus.

Wohl aufgrund der Höhe der Orgel gibt es wenig Schatten, so dass die Präsenz der Hauptorgel eher im hinteren Drittel des Doms am besten ist. Nichts desto trotz ist auch hier bereits ein Teil der Polyphonie zu Brei verarbeitet.

Sebastian begann mit Buxtehudes Toccata d-Moll. Das Eingangsplenum war scharf und gläsern, transparent, hell; später erzählte er, dass er ohne HW-Prinzipal 8’ gespielt und das Ensemble aus den drei unteren Manualen zusammengestellt hatte.

Die für (meine niedersächsischen Ohren) in Bayern doch manchmal sparsame Verwendung von Mixturen erzeugte bei mir eine besondere Freude über das glänzende Plenum. Danke Sebastian, dass du hier mal einen Akzent gesetzt hast! Die Domorgel kann offenbar sehr frisch barock!

Ich fragte mich, wie das wohl in Lübeck geklungen haben mochte (auch wenn die Toccata wohl schon aus dänischer Zeit stammte) – und ob langsameres Tempo wirklich geholfen hätte; ob es nicht vielmehr den fantastischen Reiz des Stückes abgetötet hätte. [...] Wie sähen Alternativen aus, in diesem Raum, an dieser Orgel?

Ja schwierig. Buxtehude im Dom habe ich noch nicht so richtig überzeugend erleben dürfen, da geht zuviel im Nachhall unter. Wenig Tempo und lange Pausen retten, was zu retten ist.
Für mich die beste Variante: BuxWV155 300m weiter in der Michaelskirche spielen. Ich würde mich freuen, wenn Sebastian da auch mal ein Konzert geben dürfte.

Bachs Partita »Sei gegrüßet« legte Sebastian – so er selber – in Richtung des Alternativtextes »O Jesu, du edle Gabe« aus, der um die Metapher* von Jesu Blut gesponnen ist. Er bediente sich beider Orgeln, der Haupt- und der Andreas-Orgel, dialogisch ebenso wie im Ensemble. Die Registrierungen waren substanzhaltiger, vielleicht thüringischer, als im Buxtehude, auch in aliquotfreudigen, akustisch lohnenden Mischungen durch alle Lagen; und auch hier manchmal an der Tempogrenze – etwa in der Variation mit dem bewegten Bass, den viele Organisten gern als Basse de trompette darstellen. Auch hier war ein Rohrwerk dabei, aber es schillerte noch so manches andere mit. Überraschend, aber für Raum und Orgel maßstäblich: der erste Pedal-Cantus-firmus mit knarzender 32’-Zunge. In der vorletzten Variation wurde es, wie erwartet, komplex: Die Begleitung war eine dichte Fonds-Mischung beider Orgeln, das stammelnde »kleine« Solo erklang eher zart von vorne, das große streng von der Großen – so hörte ich es; Sebastian verriet, es seien beide dabeigewesen. Überwältigend dann die Schlussvariation im 16’-Plenum mit Rohrwerken beider Orgeln.

Ich schließe mich an. Die Partita war sehr variantenreich registriert, das Plenum mit Zungen am Ende überwältigend.
(Aber: St. Michael im Frühjahr auch hier im direkten Vergleich zwar mit etwas (!) weniger Druck, aber in der Feinheit und Farbigkeit doch die erste Wahl).

Hier passt Regers Überwältigungsrhetorik auch gut zu Raum und Instrument; es geht um alles, um Dinge, die “bigger than life” sind, und der Klang umfängt den Hörer hier von allen Seiten.

Ich muss sagen, dass Reger in dem Raum und mit der Orgel schon sehr imposant ist. Leider sind die Sommerkonzerte nicht so richtig thematisch gegliedert (Programmasuwahl meist nicht vorab bekannt), dass man sich solche Erlebnisse gezielt gönnen kann. Sebastians Interpretation von "Eine Feste Burg" dürfte ich schon beim Hauskonzert in Bochum erleben, das Erlebnis in im großen Raum der Frauenkirche mit seiner Jann-Orgel war aber dann doch nochmal deutlich intensiver.

Viele Grüße aus München
Gerd

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

Flûte harmonique, Montag, 21. Juli 2014, 20:48 (vor 4487 Tagen) @ grs
bearbeitet von Flûte harmonique, Montag, 21. Juli 2014, 20:57

Ich habe dem schönen und ausführlichen Bericht von Friedrich nichts hinzuzufügen und wäre auch in einer voreingenommenen und akustisch betrachtet schwierigen Position, da ich das Konzert neben Sebastian am Spieltisch blätternder- und registrierenderweise gehört hatte.

Was die Akustik im Münchner Dom so herausfordernd für das Orgelspiel macht, sind vor allem zwei Faktoren: die glattpolierten Steinfußbodenplatten seit der letzten Domrenovierung 1989-1994, die die ursprüngliche Nachhallzeit von etwa acht auf zwölf Sekunden erhöht haben, und die beiden Seitenschiffe, die genau so hoch wie das Hauptschiff sind.

Warum sollte aber die Orgel in St. Michael gegenüber den beiden Jann-Orgeln im Dom die erste Wahl für Buxtehude und Bach sein? Das Klangbild hat sich durch die Arbeiten von Rieger (und Michel Garnier als Intonateur) doch wesentlich in Richtung deutsche und französische Romantik/Symphonik gewandelt, und die Akustik von St. Michael ist eine nicht weniger große Herausforderung für die Organisten als die des Domes.

Dass die Domorgel sehr frisch barock kann, hatte im September vergangenen Jahres Martin Rost gezeigt, der ein Programm mit Werken von Weckmann, Scheidemann, Schmidtlein, Hintz, Tunder, Buxtehude, Mohrheim und Lübeck gespielt hatte. Übrigens am mechanischen Spieltisch der Hauptorgel.

Am kommenden Mittwoch spielt Alen Kopunović Legetin aus Požega (Kroatien) Werke von Vidaković, Lescan, Bach und Reubke im Münchner Dom.

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

grs @, München / Seesen, Montag, 21. Juli 2014, 22:31 (vor 4487 Tagen) @ Flûte harmonique

Warum sollte aber die Orgel in St. Michael gegenüber den beiden Jann-Orgeln im Dom die erste Wahl für Buxtehude und Bach sein? Das Klangbild hat sich durch die Arbeiten von Rieger (und Michel Garnier als Intonateur) doch wesentlich in Richtung deutsche und französische Romantik/Symphonik gewandelt, und die Akustik von St. Michael ist eine nicht weniger große Herausforderung für die Organisten als die des Domes.

Ja. Trotzdem erstaunlich, wie strahlend barock die Michaelsorgel noch immer kann.
Der Vergleich fällt sehr leicht, da sowohl BuwVW155 als auch die Bach-Partita dieses Jahr schon in St. Michael zu hören waren. Das war schon sehr überzeugend und hatte mit Romantik nicht viel zu tun.
Ich habe das Gefühl, dass in St. Michael durch Wahl der Sitzposition (5 Bänke von hinten...) ziemlich viel zu gewinnen ist. Das Rückpositiv kommt da sogar sehr direkt und ist noch immer recht (positiv gemeint) spitz.

Dass die Domorgel sehr frisch barock kann, hatte im September vergangenen Jahres Martin Rost gezeigt, der ein Programm mit Werken von Weckmann, Scheidemann, Schmidtlein, Hintz, Tunder, Buxtehude, Mohrheim und Lübeck gespielt hatte. Übrigens am mechanischen Spieltisch der Hauptorgel

Ebenfalls ja. Ich musste damals lachen, da ich das erste Mal einen Organisten im Münchener Dom sah, der sich vom mech. Spieltisch aus neben dem Rückpostiv nach dem Konzert verneigte. Hut ab. Das Konzert hat mir damals auch sehr gut gefallen, ebenfalls auch die Orgel mit richtig norddeutschem Einschlag (Rückpositiv-Plenum mit Sesquialtera zu Beginn von Luebecks Prael. d.), auch wenn ich im Vergleich zu Aufnahmen aus Stralsund die gleichstufige Stimmung sagen wir ungewöhnlich fand - sonst geht es mir ja meist umgekehrt.

Überrascht war ich wenige Tage danach, als eine anerkannte lokale Orgelgröße über die neue (naja... 1994) schrille Domorgel herzog. Gibt es da doch ein Nord-Süd Gefälle in den Hörgewohnheiten?

Bitte verstehe mich nicht falsch, sowohl das Konzert am Mittwoch, die Farben der Domorgel (toll registriert!) als auch Friedrichs sachkundiger Bericht haben mir sehr gefallen. Der Nachhall macht trotzdem den Genuss von Buxtehude nicht leicht.

Viele Grüße
Gerd

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

daggies @, Montag, 21. Juli 2014, 22:49 (vor 4487 Tagen) @ grs

Eine Frage zu den Spieltischen: Wird der mech. Spieltisch im Dom überhaupt benutzt? Es klingt ja fast so als wäre das etwas besonderes gewesen, als der Rost von dort aus gespielt hat.

Lohnt sich der Aufwand eigentlich, die ganze Orgel auch mechanisch auszuführen, wenn die dann nicht benutzt wird? Wie ist das bei anderen Großorgeln mit doppelter Traktur? Steigt z.B. in Freiburg oder in Köln noch einer an die Schwalbennestorgel? Oder ist dort oben alles verstaubt?

LG,
daggies
ps: hat irgendwer Bilder vom mech. Spieltisch im Dom in München? Würde mich mal interessieren. In Netz findet man nur Bilder vom elektr. Spieltisch...

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

JSBach @, Montag, 21. Juli 2014, 22:58 (vor 4487 Tagen) @ daggies

hier zwei Bilder vom mechanischen Spieltisch
[image]
[image]

im vergleich zum elektrischen Spieltisch

[image]
[image]

scheint also eine identische Kopie zu sein

Die Bilder sind von die-orgelseite.de, darf ich die hier so verlinken? Sonst entfern ich sie natürlich wieder ...

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

daggies @, Montag, 21. Juli 2014, 23:32 (vor 4487 Tagen) @ JSBach

Herrlich! Vielen Dank schon mal!

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

Flûte harmonique, Dienstag, 22. Juli 2014, 09:52 (vor 4487 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von Flûte harmonique, Dienstag, 22. Juli 2014, 09:57

hier zwei Bilder vom mechanischen Spieltisch
[image]
[image]

im vergleich zum elektrischen Spieltisch

[image]
[image]

scheint also eine identische Kopie zu sein

Die Bilder sind von die-orgelseite.de, darf ich die hier so verlinken? Sonst entfern ich sie natürlich wieder ...

Der mechanische Spieltisch der Hauptorgel wird nur äußerst selten verwendet; selbst Martin Rost hatte sein Konzert zwar von dort gespielt, aber vom elektrischen Spieltisch aus einregistriert. Meines Wissens hatte auch Franz Lehrndorfer fast ausschließlich den elektrischen Spieltisch verwendet.

Beide Spieltische (von Eisenschmid, Andechs) sind identisch ausgestattet. Praktikabel (nicht nur für die liturgische Verwendung) ist allerdings wirklich nur der fahrbare elektrische Spieltisch auf der unteren Chorempore, wo er seitlich vor dem rechten Pedalturm aufgestellt wurde (die ursprüngliche Platzierung zentral vor dem Rückpositiv hatte sich nicht bewährt) und man die Balance der einzelnen Teilwerke recht gut abhören kann. Die Spielweise ist angenehm präzise und prompt, und das regelmäßige Zusammenspiel mit Vokal- und Instrumentalensembles wird von diesem Ort aus enorm erleichtert, ebenso wie die Führung des Gemeindegesanges, den man vom mechanischen Spieltisch der Hauptorgel aus nur indirekt hören würde. Natürlich gibt es zusätzlich auch Flachbildschirme, Lautsprecher und Kopfhörer an beiden Spieltischen der Hauptorgel (und am Spieltisch der Andreasorgel).

Der mechanische Spieltisch der Chor- oder Andreasorgel dagegen wird regelmäßig für die Werktagsmessen verwendet.

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

ThomasMP @, Mittwoch, 23. Juli 2014, 12:05 (vor 4486 Tagen) @ Flûte harmonique

'Der mechanische Spieltisch der Chor- oder Andreasorgel dagegen wird regelmäßig für die Werktagsmessen verwendet.'

Gibt es eigentlich Fotos vom Spieltisch der Andreasorgel? Im Netz habe ich leider nichts gefunden und auf eine Anfrage an Jann von vor ca. 5 Jahren warte ich bis heute noch...

Spieltisch der Chororgel im Münchner Dom

Flûte harmonique, Freitag, 25. Juli 2014, 20:25 (vor 4483 Tagen) @ ThomasMP
bearbeitet von Flûte harmonique, Freitag, 25. Juli 2014, 20:44

'Der mechanische Spieltisch der Chor- oder Andreasorgel dagegen wird regelmäßig für die Werktagsmessen verwendet.'

Gibt es eigentlich Fotos vom Spieltisch der Andreasorgel? Im Netz habe ich leider nichts gefunden und auf eine Anfrage an Jann von vor ca. 5 Jahren warte ich bis heute noch...

Ich würde gerne einige Fotos vom Spieltisch hochladen, die ich heute gemacht habe, aber die Bilder werden nach dem Upload im Beitrag statt in vertikaler Ausrichtung horizontal gedreht angezeigt. Wie lässt sich das lösen?

Spieltisch der Chororgel im Münchner Dom

Wolfgang Gourgé @, Freitag, 25. Juli 2014, 21:36 (vor 4483 Tagen) @ Flûte harmonique

'Der mechanische Spieltisch der Chor- oder Andreasorgel dagegen wird regelmäßig für die Werktagsmessen verwendet.'

Gibt es eigentlich Fotos vom Spieltisch der Andreasorgel? Im Netz habe ich leider nichts gefunden und auf eine Anfrage an Jann von vor ca. 5 Jahren warte ich bis heute noch...


Ich würde gerne einige Fotos vom Spieltisch hochladen, die ich heute gemacht habe, aber die Bilder werden nach dem Upload im Beitrag statt in vertikaler Ausrichtung horizontal gedreht angezeigt. Wie lässt sich das lösen?

....kannst Du sie auf Deinem PC nicht drehen und das dann speichern? Nach dem Speichern dann hochzuladen versuchen, dann müßte es eigentlich klappen....

Gruß,
Wolfgang

Spieltisch der Chororgel im Münchner Dom

Flûte harmonique, Freitag, 25. Juli 2014, 23:14 (vor 4483 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von Flûte harmonique, Freitag, 25. Juli 2014, 23:20

'Der mechanische Spieltisch der Chor- oder Andreasorgel dagegen wird regelmäßig für die Werktagsmessen verwendet.'

Gibt es eigentlich Fotos vom Spieltisch der Andreasorgel? Im Netz habe ich leider nichts gefunden und auf eine Anfrage an Jann von vor ca. 5 Jahren warte ich bis heute noch...


Ich würde gerne einige Fotos vom Spieltisch hochladen, die ich heute gemacht habe, aber die Bilder werden nach dem Upload im Beitrag statt in vertikaler Ausrichtung horizontal gedreht angezeigt. Wie lässt sich das lösen?


....kannst Du sie auf Deinem PC nicht drehen und das dann speichern? Nach dem Speichern dann hochzuladen versuchen, dann müßte es eigentlich klappen....

Gruß,
Wolfgang

Das Drehen und Abspeichern hatte leider nicht das Problem gelöst; am PC wurden die Fotos schon von Anfang an in der richtigen Ausrichtung angezeigt; erst beim Upload ergab sich die falsche Ausrichtung. Ich habe dann aber Kopien der Bilder mit Photoshop geöffnet und abgespeichert - und siehe da... Danke für den Tipp!

Hier sind die Fotos, die ich heute vom Spieltisch der Chor- oder Andreasorgel im Münchner Dom gemacht habe:

[image]

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[image]

[image]

[image]

Spieltisch der Chororgel im Münchner Dom

ThomasMP @, Samstag, 26. Juli 2014, 00:08 (vor 4483 Tagen) @ Flûte harmonique

Vielen herzlichen Dank- habe mich wirklich sehr über die Fotos gefreut

Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

ThomasMP @, Dienstag, 22. Juli 2014, 01:44 (vor 4487 Tagen) @ daggies
bearbeitet von ThomasMP, Dienstag, 22. Juli 2014, 01:49

In Köln wird im Schwalbennest direkt fast nur noch bei Aufführungen von Viernes 'Messe solennelle' gespielt. 4 - 5 mal im Jahr sowie beim Hochamt am Karnevalssonntag. Wegen dem speziellen Karnevalsregister...

Benutzung mechanischer Spieltische

tiratutti @, Dienstag, 22. Juli 2014, 08:28 (vor 4487 Tagen) @ daggies

Lohnt sich der Aufwand eigentlich, die ganze Orgel auch mechanisch auszuführen, wenn die dann nicht benutzt wird? Wie ist das bei anderen Großorgeln mit doppelter Traktur? Steigt z.B. in Freiburg oder in Köln noch einer an die Schwalbennestorgel? Oder ist dort oben alles verstaubt?

In Freiburg wird in 98% aller Orgelkonzerte zuerst die Schwalbennestorgel erklommen und von deren mechanischem Spieltisch der Teil mit Orgelwerken der Barockzeit dargeboten. Danach geht es dann üblicherweise an den Hauptspieltisch vorne rechts im Chorraum. Ab und zu kann es einmal sein, dass für ein oder zwei Stücke die mechanische Spielanlage der Michaelsorgel benutzt wird (von Ben van Oosten z.B.). Tatsächlich unbenutzt ist der in die Marienorgel eingebaute Spieltisch.

Grüße von tiratutti heute Abend im Freiburger Münster Iveta Apkalna anhörend

Benutzung mechanischer Spieltische

Solcena ⌂ @, Dienstag, 22. Juli 2014, 12:18 (vor 4486 Tagen) @ tiratutti

Lohnt sich der Aufwand eigentlich, die ganze Orgel auch mechanisch auszuführen, wenn die dann nicht benutzt wird? Wie ist das bei anderen Großorgeln mit doppelter Traktur? Steigt z.B. in Freiburg oder in Köln noch einer an die Schwalbennestorgel? Oder ist dort oben alles verstaubt?

Ich kann mir schon vorstellen, dass es Organisten gibt, die eine sensible mechanische Traktur durchaus zu schätzen wissen. Bei uns in Trier gibt es in der Hohen Domkirche z.B. keinen Zentralspieltisch unten im Schiff, der das Zusammenspiel von Haupt- und Chororgel (letztere ist schon elektrifiziert, da sie einen zweiten Spieltisch unten in Nähe des Chorpodestes hat) ermöglichen würde.

Solcena

mechanischer Spieltisch, war: Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 23. Juli 2014, 23:14 (vor 4485 Tagen) @ daggies
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Donnerstag, 24. Juli 2014, 00:25

Eine Frage zu den Spieltischen: Wird der mech. Spieltisch im Dom überhaupt benutzt? Es klingt ja fast so als wäre das etwas besonderes gewesen, als der Rost von dort aus gespielt hat.

Lohnt sich der Aufwand eigentlich, die ganze Orgel auch mechanisch auszuführen, wenn die dann nicht benutzt wird? Wie ist das bei anderen Großorgeln mit doppelter Traktur? Steigt z.B. in Freiburg oder in Köln noch einer an die Schwalbennestorgel? Oder ist dort oben alles verstaubt?

LG,
daggies
ps: hat irgendwer Bilder vom mech. Spieltisch im Dom in München? Würde mich mal interessieren. In Netz findet man nur Bilder vom elektr. Spieltisch...


...ja - ich....allerdings aus dem Jahr 2009. Damals konnte ich die Orgel ausgiebig probespielen, an einem Samstag nach der Abendmesse - der damalige ständige Vertreter von Hans Leitner, Bartholomäus Prankl, machte es möglich (ich schrieb darüber auch damals was im alten Forum).

Ich nehme nicht an, daß sich seither viel verändert hat. Die mechanische Traktur ist sehr angenehm zu spielen, trotz der enormen Größe (es werden wohl auch eine Reihe von Pfeifen - vor allem die "Windfresser" - elektrisch angesteuert sein), denn die Orgel ist doch recht kompakt gebaut.

Der mechanische Spieltisch wird wohl kaum genutzt. Indiz: praktisch keine Verschleißspuren an Walze und Schwelltritt - und 2009 war die Orgel auch schon 15 Jahre alt. Es gibt dort auch keinen Monitor oder Spiegel, man sieht schlicht nichts von dem, was sich in der Kirche abspielt, man hockt hinter dem riesigen Rückpositiv, und man hört z.B. das Pedal nur sehr ungenau. Am elektrischen Spieltisch ist alles ungleich leichter und transparenter abhörbar (aber die Andreasorgel kommt trotz ihrer respektablen Größe und Kraft auch am elektrischen Spieltisch nur als "Klangschleier" an, selbst im vollen Werk.....).

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Über die Konzeption kann man immer diskutieren; Georg Jann stand bei den Planungen sehr unter dem Eindruck der Stellwagen-Orgel in St. Marien in Stralsund, an deren Wiederaufbau er nach dem Krieg beteiligt war. Eine schöne, mächtige, nicht an kurzfristigen Moden orientierte Orgel ist das aber allemal.

Gruß,
Wolfgang

mechanischer Spieltisch, war: Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

daggies @, Donnerstag, 24. Juli 2014, 07:10 (vor 4485 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Vielen Dank für die tollen Bilder und die Eindrücke aus München!

Daher auch meine Frage: lohnt sich der Aufwand?

Aktuelles Beispiel: die neue Grenzing-Orgel für Radio France, Paris. Ob da wohl je irgendwer am mech. Spieltisch sitzen wird?

Fragt sich
daggies

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