Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
Wolfgang Gourgé
, Dienstag, 08. Juli 2014, 12:47 (vor 4498 Tagen) @ daggies
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Dienstag, 08. Juli 2014, 16:13
....ja, die Leute haben wirklich seltsame Ideen. Cesar Franck als Ballettmusik - muß man erstmal drauf kommen (ich kann mir spontan nichts ungeeigneteres für Tanz vorstellen als Franck und noch dazu *diesen* Franck...).... Auch wirkt die "Performance" insgesamt eher ziemlich unbeholfen, und dummerweise stehen der freien Entfaltung tänzerischer Dynamik unentwegt die typischen Einrichtungsgegenstände der Kirche im Weg, seien es Taufbecken oder Altar, und das Balancieren mit den Gesangbüchern ab 8:17 wirkt eher unfreiwillig komisch als gekonnt.....
Gruß,
Wolfgang
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
Bauernflöte 2', Dienstag, 08. Juli 2014, 17:20 (vor 4498 Tagen) @ daggies
Ich hab mir gerade den dritten Teil angesehen:
https://www.youtube.com/watch?v=e9fHkVJmLgs
Als Kind wurde mir das immer verboten...
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
elsenp
, Dienstag, 08. Juli 2014, 17:30 (vor 4498 Tagen) @ daggies
Ganz neue Aspekte für "Orgel plus":
- Orgel plus Einradfahren
- Orgel plus Einkaufswagenrollen
- Orgel plus Lagerfeuer....
Da tun sich noch ganz viele Gestaltungsmöglichkeiten auf...
Akrobatische Grüße
Peter
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
chp
, Dienstag, 08. Juli 2014, 21:20 (vor 4498 Tagen) @ daggies
Hallo,
ich gehe ganz gerne ins Tanztheater und kann auch mit künstlerischer Akrobatik etwas anfangen, allerdings tue ich mir hier sehr schwer, einen Bezug zwischen Musik, Bewegung und Akrobatik (Handstand, Jonglieren) und vielleicht auch den Objekten im Kirchenraum zu sehen. Das wirkt alles sehr nebeneinander her und für meine Empfindung nicht wirklich durchdacht und durchchoreographiert.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
jbraki, Mittwoch, 09. Juli 2014, 12:16 (vor 4497 Tagen) @ daggies
egal ob katholisch od evangelisch - wer zur Ehre Gottes spielt sollte gut überlegen ob er sich für so was hergibt.
ich hätte die Orgel schweigen lassen - für mich ein absolutes "no go"
Ich kann weder den Organisten, geschweige denn den Geistlichen verstehen der das abgesegnet hat.
Ein finales Urteil möchte ich nicht sprechen
dennoch - für mich ist das wirlich völlig unangebracht und in keinster Weise tragbar
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Mittwoch, 09. Juli 2014, 23:00 (vor 4497 Tagen) @ jbraki
Gottes Ehre oder Gottes Nichtehre sehe ich weniger als Problem. Ich glaube nicht, daß er da allzusehr von uns und unserem Unfug abhängig ist. Die Dinge sind für mich rein diesseitig relevant. Warum hat man Sonderräume (Kirchen), eigene Rituale (Liturgie), eigene Kunst (Plastik, Malerei, Musik) für die Inszenierung des Religiösen? Sicher nicht für Gott. Der braucht das nicht. Aber wir brauchen das! Wir haben ja auch für andere Artikulationen unseres Daseins Sonderräume mit eigenen Regeln: Gerichte, das "hohe Haus" des Parlamentes usw. Das ist so, weil wir so die besondere Bedeutung der in diesen Räumen vorgesehenen Vollzüge betonen. Wenn wir aber diese Räume mit Banalem füllen, zerstören wir eben die dadurch ausgedrückte Besonderheit der Vollzüge, für welche diese Räume eigentlich reserviert sein müssen. Der banalisierte Kirchenraum führt auch zur banaleren Wahrnehmung des Gottesdienstes. Vor allem dann, wenn man den Gottesdienst in diese Banalisierung noch mit hinneinnimmt, die Bereiche also noch mehr vermischt. So wie hier, wenn Altarkerzen brennen, der Taufstein beklettert wird und Gesangbücher als Jongliermasse verwendet werden.
Kein Parlamentspräsident und kein Gerichtschef würde die Amtsräume für so etwas hergeben. Da käme immer der Hinweis auf die Würde des Hauses. Aber Pfarrer, egal welcher Konfession, biedern sich ununterbrochen und geradezu verzweifelt an in der Hoffnung, daß man dann irgendwie modern wäre. Man wird dadurch aber allenfalls irrelevant.
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
untersatz32, Donnerstag, 10. Juli 2014, 00:15 (vor 4497 Tagen) @ Hausorgler
Danke!
TH
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AndreasM
, Völklingen, Donnerstag, 10. Juli 2014, 10:28 (vor 4496 Tagen) @ Hausorgler
wunderbar ausgedrückt! Dem ist nichts hinzuzufügen.
Grüße Andreas
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Dorforganist, Donnerstag, 10. Juli 2014, 11:06 (vor 4496 Tagen) @ Hausorgler
Danke, das hast Du gut formuliert.
Paßt meiner Meinung nach auch zu der Diskussion um Hochzeitszeremonien und -musik...
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
Wolfgang Gourgé
, Donnerstag, 10. Juli 2014, 14:24 (vor 4496 Tagen) @ Hausorgler
Gottes Ehre oder Gottes Nichtehre sehe ich weniger als Problem. Ich glaube nicht, daß er da allzusehr von uns und unserem Unfug abhängig ist. Die Dinge sind für mich rein diesseitig relevant. Warum hat man Sonderräume (Kirchen), eigene Rituale (Liturgie), eigene Kunst (Plastik, Malerei, Musik) für die Inszenierung des Religiösen? Sicher nicht für Gott. Der braucht das nicht. Aber wir brauchen das! Wir haben ja auch für andere Artikulationen unseres Daseins Sonderräume mit eigenen Regeln: Gerichte, das "hohe Haus" des Parlamentes usw. Das ist so, weil wir so die besondere Bedeutung der in diesen Räumen vorgesehenen Vollzüge betonen. Wenn wir aber diese Räume mit Banalem füllen, zerstören wir eben die dadurch ausgedrückte Besonderheit der Vollzüge, für welche diese Räume eigentlich reserviert sein müssen. Der banalisierte Kirchenraum führt auch zur banaleren Wahrnehmung des Gottesdienstes. Vor allem dann, wenn man den Gottesdienst in diese Banalisierung noch mit hinneinnimmt, die Bereiche also noch mehr vermischt. So wie hier, wenn Altarkerzen brennen, der Taufstein beklettert wird und Gesangbücher als Jongliermasse verwendet werden.
Kein Parlamentspräsident und kein Gerichtschef würde die Amtsräume für so etwas hergeben. Da käme immer der Hinweis auf die Würde des Hauses. Aber Pfarrer, egal welcher Konfession, biedern sich ununterbrochen und geradezu verzweifelt an in der Hoffnung, daß man dann irgendwie modern wäre. Man wird dadurch aber allenfalls irrelevant.
....was für ein treffender Text - ich unterschreibe jeden Satz.
Manchmal gibt es Ausnahmen, mitunter sehr sehr ansprechende. Aber trotzdem muß man der Besonderheit solcher Räume und Gebäude Rechnung tragen (Christo und Jean Claude ist das, entgegen der anfänglichen Skepsis, imo dann doch beeindruckend gelungen).
Gruß,
Wolfgang...
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
chp
, Donnerstag, 10. Juli 2014, 21:16 (vor 4496 Tagen) @ Hausorgler
Hallo,
Gottes Ehre oder Gottes Nichtehre sehe ich weniger als Problem. Ich glaube nicht, daß er da allzusehr von uns und unserem Unfug abhängig ist. Die Dinge sind für mich rein diesseitig relevant. Warum hat man Sonderräume (Kirchen), eigene Rituale (Liturgie), eigene Kunst (Plastik, Malerei, Musik) für die Inszenierung des Religiösen? Sicher nicht für Gott. Der braucht das nicht. Aber wir brauchen das! Wir haben ja auch für andere Artikulationen unseres Daseins Sonderräume mit eigenen Regeln: Gerichte, das "hohe Haus" des Parlamentes usw. Das ist so, weil wir so die besondere Bedeutung der in diesen Räumen vorgesehenen Vollzüge betonen. Wenn wir aber diese Räume mit Banalem füllen, zerstören wir eben die dadurch ausgedrückte Besonderheit der Vollzüge, für welche diese Räume eigentlich reserviert sein müssen.
[...]
im Prinzip stimme ich zu, auch weil ich diese Darbietung, wie ich oben schon geschrieben habe, auch künstlerisch wenig gelungen fand.
Gerade als Kathole weiß ich aber, dass katholische Gottesdienste in verschiedenen Kulturkreisen durchaus unterschiedlich gestaltet werden. Was respektvoller Umgang mit dem Kircheraum ist, kann sehr unterschiedlich sein. Hier in Deutschland neigen wir dazu, der Musik und der Dichtung (Gebete, Liedtexte) sehr viel mehr Freiheiten in der Kirche zuzugestehen als künstlerischem Ausdruck in Form von Bewegung. Warum eigentlich?
Ich frage das als Kathole, der sich eben als Teil einer Weltkirche sieht. Wir haben hier einen Pastor/Pater aus Nigeria. Als der an Weihnachten einen Gottesdienst in einer Kleinstadt zelebrierte, wurde zum Eingang "Engel auf den Feldern singen" (Les anges dans nos campagnes; GL 250) gesungen. Das kannte er von zu hause und begann spontan zu klatschen und zu "tanzen". Manche Gottesdienstbesucher mussten dann ihre Wagenheber holen, um ihre Kiefer wieder in Position zu bringen...
Wir haben in unseren Gottesdiensten am Sonntag sehr viele Leute, die aus Russland, Polen, der Ukraine, Schwarzafrika und dem Irak kommen. Wir hatten schon Gottesdienste, wo die Hälfte des Altarpersonals (Pastor, Kommunionhelfer, Ministranten) schwarz war oder polnisch als Muttersprache hatte. Ich überlege immer wieder, ob wir diese Gottesdienstbesucher nicht auch einmal oder gelegentlich stärker in die Feier der Gottesdienste einbeziehen sollten. Wobei mir klar ist, dass Afrika und Polen schon ziemliche Gegensätze darstellen.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
untersatz32, Mittwoch, 09. Juli 2014, 12:42 (vor 4497 Tagen) @ daggies
bearbeitet von untersatz32, Mittwoch, 09. Juli 2014, 12:46
Ahem, die choreografisch dann doch etwas "unkoordinierten" Bewegungen wirken eher wie "Bewegungstherapie mit liturgischem Ausdruckstanz".... Bäh!! Sorry.
In Konzertsälen mit entsprechender Orgel und entsprechender Bühne und einem professionellen Ballett/Tänzer kann ich mir so etwas ja noch vorstellen,
aber dieser Ausschnitt und der Bruhns im Teil 3 wirken aufgesetzt und lächerlich.
"....Wer von der Selbsterfahrungsgruppe will jetzt noch rasch den Taufstein, den Altar - oder sonstige liturgische Orte - BE-TANZEN.... ???"
... Der arme Erasmus Bielfeldt ....
Aber danke f. den interessanten Link!
Gruss
Thomas
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
MAT
, Mittwoch, 09. Juli 2014, 12:47 (vor 4497 Tagen) @ untersatz32
Ach ja, die Sache mit der Ehre Gottes. Ich hoffe, ER ist da weniger dogmatisch, als seine irdischen Schäfchen. Letztendlich kann die Verherrlichung Gottes so vielfältig sein wie die Gaben, mit denen er uns ausgestattet hat.
--
Gruß
MAT
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untersatz32, Mittwoch, 09. Juli 2014, 13:17 (vor 4497 Tagen) @ MAT
Ach ja, die Sache mit der Ehre Gottes. Ich hoffe, ER ist da weniger dogmatisch, als seine irdischen Schäfchen. Letztendlich kann die Verherrlichung Gottes so vielfältig sein wie die Gaben, mit denen er uns ausgestattet hat. <
... Nee, meine ich jetzt gar nicht primär: es gab auch schon tolle Umsetzungen von Ballett oder Pantomime in der Kirche (Willibald Guggenmos, Kathedrale St. Gallen, Jean Guillou St. Eustache), aber das da - nun gut (kein Ballett, keine Pantomime, sondern Akrobatik) - finde ich einfach nur schlecht gemacht - aber ja: das "Betanzen" des Taufsteins finde ich albern und überflüssig.
Gruss
Thomas
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MAT
, Mittwoch, 09. Juli 2014, 13:53 (vor 4497 Tagen) @ untersatz32
Das alles ist ja auch überhaupt nicht mein Ding, aber lasst doch Gnade walten. Der Taufstein wird es aushalten, die Orgel auch...so what?
--
Gruß
MAT
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
untersatz32, Mittwoch, 09. Juli 2014, 15:15 (vor 4497 Tagen) @ MAT
Wie würde Horst Schlämmer sagen:
"Isch mein ja nur, Schätzelein!!! So, isch geh mer jetz noch en Bier hohlen......."
Gruss Thomas
Muss jetzt eh' Töchterleins Mädchenzimmer auf Wunsch prinzessinen-rosa (inkl. Ponies) anstreichen! ;-)
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 10. Juli 2014, 20:03 (vor 4496 Tagen) @ daggies
bearbeitet von Hausorgler, Donnerstag, 10. Juli 2014, 20:10
Ich glaub, ich kann noch toppen! In Linz, Oberösterreich, gab es vor ein paar Jahren eine ganz moderne Fronleichnamsprozession. Man konsekrierte Dönerfladen, trug auch einen solchen herum - und hatte nachher körbeweise konsekrierte Fladen übrig, weil die Leute die Kommunion schlicht verweigerten. Die Fladen wurden danach in die Pfarreien der Umgebung verteilt mit der flehentlichen Bitte, sie zu konsumieren.
Die Prozession war keine Veranstaltung eines durchgeknallten Vorortpfarrers. Linz ist Landeshauptstadt und die Landesregierung marschiert da zu nicht geringen Teilen mit.
Man beachte auch den stylishen Ornat. ;-)
![[image]](images/uploaded/2014071017565753bed3e9031f0.jpg)
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
3rd_astronaut, Donnerstag, 10. Juli 2014, 20:39 (vor 4496 Tagen) @ Hausorgler
hab kurzzeitig gedacht, der hält nen hausschlappen in die luft. das wäre natürlich auch ein schmarrn gewesen, weil es ja eine sandale hätte sein müssen...
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Oktavkoppler
, Donnerstag, 10. Juli 2014, 20:39 (vor 4496 Tagen) @ Hausorgler
Wenn Jesus in Bayern gewirkt hätte, würden wir heute mit Brezeln und Bier Abendmahl feiern....
Und ich dachte, ich hätte bereits alles gesehen...
chp
, Donnerstag, 10. Juli 2014, 20:50 (vor 4496 Tagen) @ Hausorgler
Hallo,
Ich glaub, ich kann noch toppen! In Linz, Oberösterreich, gab es vor ein paar Jahren eine ganz moderne Fronleichnamsprozession. Man konsekrierte Dönerfladen, trug auch einen solchen herum - und hatte nachher körbeweise konsekrierte Fladen übrig, weil die Leute die Kommunion schlicht verweigerten. Die Fladen wurden danach in die Pfarreien der Umgebung verteilt mit der flehentlichen Bitte, sie zu konsumieren.
Die Prozession war keine Veranstaltung eines durchgeknallten Vorortpfarrers. Linz ist Landeshauptstadt und die Landesregierung marschiert da zu nicht geringen Teilen mit.
war das vielleicht 2009, als Linz europäische Kulturhauptstadt war? Dieses Jahr hat ja schon tolle Spuren in der Stadt hinterlassen. Wenn, dann hätte man allerdings wenigstens syrische oder libanesische Fladen backen können, die wären an dem, was Jesus gegessen hat, näher dran. War das die Idee? Historisch informierte/s Kommunion/Abendmahl? ;-)
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.