Hochzeitsorganist - zufällig gefundene Website
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich bin jetzt aktuell für eine Trauung vom Brautpaar abbestellt worden, weil ich habe verlauten lassen, dass ich "treulich geführt..." nicht zum Einzug spielen wollte. Ich mag das Stück einfach nicht und bin tatsächlich bisher gut ohne dieses Stück ausgekommen.
Zum Glück gibt es für solche Fälle ja dann spezialisierte Hochzeitsorganisten. Und damit für das Brautpaar dann Planungssicherheit herrscht, gibt es dann gleich noch diese Unterseite. Und das alles mit C-Prüfung. Ich glaube, ich muss meinen Satz (30 EUR, auch mit C-Prüfung) bei Gelegenheit mal überdenken... Wobei ich glaube, hier auf dem Lande sind manchen die 30 EUR schon zu viel...
LG
Jörg
Hochzeitsorganist - zufällig gefundene Website
MAT
, Mittwoch, 25. Juni 2014, 15:12 (vor 4510 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von MAT, Mittwoch, 25. Juni 2014, 15:20
Wie was??? 30 Euro für das Orgelspiel? Sie werden doch von meinen Kirchensteuern schon bezahlt! Sowas habe ich mir in der Tat schon anhören müssen.
P.s.
Muss man "Hochzeitsorganisten" eigentlich an "sein" Dienstinstrument lassen?
--
Gruß
MAT
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Willscher, Mittwoch, 25. Juni 2014, 17:37 (vor 4510 Tagen) @ MAT
Wie was??? 30 Euro für das Orgelspiel? Sie werden doch von meinen Kirchensteuern schon bezahlt! Sowas habe ich mir in der Tat schon anhören müssen.
Ja, das kennt man seit über 40 Jahren. und es hört auch nicht auf.
P.s.
Muss man "Hochzeitsorganisten" eigentlich an "sein" Dienstinstrument lassen?
Seit vor ein paar Jahren mal ein Pianist den einen oder anderen Heuler verursachte, weil er zu dolle in die Tasten haute und das Instrument nicht mehr zu den Gottesdiensten am Wochenende eingesetzt werden konnte, muß im der Gastorganist im Zweifel eine Kaution hinterlegen.
Gruß
Andreas
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Oktavkoppler
, Mittwoch, 25. Juni 2014, 19:37 (vor 4510 Tagen) @ Willscher
muß im der Gastorganist im Zweifel eine Kaution hinterlegen.
Warum nicht gleich einen Obulus entrichten lassen?
Es handelt sich, so wie ich es sehe, um eine gewerbliche Nutzung.
Ok
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Heuler, Mittwoch, 25. Juni 2014, 20:22 (vor 4510 Tagen) @ Oktavkoppler
muß im der Gastorganist im Zweifel eine Kaution hinterlegen.
Warum nicht gleich einen Obulus entrichten lassen?
Es handelt sich, so wie ich es sehe, um eine gewerbliche Nutzung.
Ok
Nein, daeum handelt es sich nicht. Es handelt sich, wie auch beim Kirchenraum, dem elektrischen Licht etc. um eine liturgische Nutzung.
Es geht hier um einen qulifizierten Organisten, so dass keine höhere Abnutzung zu erwarten ist, als wenn der Hausorganist spielen würde.
Orgel, Kirche etc. zur Verfügung zu stellen ist i.d.R. AUfgabe und Pflicht der Pfarrgemeinde.
Wenn ein Kollege eine klare Preisvorstellung hat und diese auch durchsetzt, wo ist das Problem? Außerdem sind dies Beträge, über die ein Orchestermusiker nur schmunzeln würde.
Und niemand ist gezwungen, ihn zu buchen.
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
MAT
, Mittwoch, 25. Juni 2014, 20:35 (vor 4510 Tagen) @ Heuler
Und ich rege mich trotzdem über den Typen auf, weil er in seinem Repertoire genau die Dinge anbietet, die ich für liturgisch nicht vertretbar halte. Und damit macht der uns das Leben schwer. Ich hör doch schon wieder die Mutter der Braut, die mir in den Ohren liegt: "Wieso kann man das nicht auf der Orgel spielen??? Der N.N. aus dem Internet kann das doch auch?" Da macht es keinen Unterschied, dass er sein E-Piano mitbringt. Noch so eine grauenhafte Vorstellung.
Und letztendlich bringt es doch nichts, sich diesen Hochzeitsgesellschaften kirchlicherseits anzubiedern. Vielleicht sieht man die nochmal zur Taufe oder Konfirmation/Kommunion der Kinder oder zur Beerdigung vonne Omma. Und das war´s. Ich behaupte: Wer was mit Kirchens am Hut hat und seine Hochzeit dementsprechend plant, der lässt sich vom Kirchenmusiker beraten, was passt und was nicht passt. Der Rest braucht halt seine Adaptionen aus der Popmusik, Kutsche, weiße Tauben, den dicken Knutscher vorm Altar, auch wenn der Spruch "Sie dürfen die Braut jetzt küssen" durchaus liturgisch nicht vorgesehen ist. Und vor allem ganz wichtig: Viele Kameras, die den Tumult aus allen Perspektiven filmen.
--
Gruß
MAT
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Flûte harmonique, Mittwoch, 25. Juni 2014, 21:16 (vor 4510 Tagen) @ MAT
bearbeitet von Flûte harmonique, Mittwoch, 25. Juni 2014, 21:25
Und ich rege mich trotzdem über den Typen auf, weil er in seinem Repertoire genau die Dinge anbietet, die ich für liturgisch nicht vertretbar halte. Und damit macht der uns das Leben schwer. Ich hör doch schon wieder die Mutter der Braut, die mir in den Ohren liegt: "Wieso kann man das nicht auf der Orgel spielen??? Der N.N. aus dem Internet kann das doch auch?" Da macht es keinen Unterschied, dass er sein E-Piano mitbringt. Noch so eine grauenhafte Vorstellung.
Und letztendlich bringt es doch nichts, sich diesen Hochzeitsgesellschaften kirchlicherseits anzubiedern. Vielleicht sieht man die nochmal zur Taufe oder Konfirmation/Kommunion der Kinder oder zur Beerdigung vonne Omma. Und das war´s. Ich behaupte: Wer was mit Kirchens am Hut hat und seine Hochzeit dementsprechend plant, der lässt sich vom Kirchenmusiker beraten, was passt und was nicht passt. Der Rest braucht halt seine Adaptionen aus der Popmusik, Kutsche, weiße Tauben, den dicken Knutscher vorm Altar, auch wenn der Spruch "Sie dürfen die Braut jetzt küssen" durchaus liturgisch nicht vorgesehen ist. Und vor allem ganz wichtig: Viele Kameras, die den Tumult aus allen Perspektiven filmen.
Andreas und Oktavkoppler haben bereits die Stichworte "Kaution" und "Obulus" erwähnt. Es lohnt sich ebenfalls, eine Google-Suche mit den Begriffen "AGO bench fee" zu machen und nachzulesen, in welchem Kontext in den USA eine solche Gebühr erhoben bzw. erlassen werden kann. Auch der Salary Guide und der Code of Ethics (insbesondere Rule 4) der American Guild of Organists sind lesenswert.
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Wolfgang Gourgé
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 00:28 (vor 4510 Tagen) @ Flûte harmonique
Und ich rege mich trotzdem über den Typen auf, weil er in seinem Repertoire genau die Dinge anbietet, die ich für liturgisch nicht vertretbar halte. Und damit macht der uns das Leben schwer. Ich hör doch schon wieder die Mutter der Braut, die mir in den Ohren liegt: "Wieso kann man das nicht auf der Orgel spielen??? Der N.N. aus dem Internet kann das doch auch?" Da macht es keinen Unterschied, dass er sein E-Piano mitbringt. Noch so eine grauenhafte Vorstellung.
Und letztendlich bringt es doch nichts, sich diesen Hochzeitsgesellschaften kirchlicherseits anzubiedern. Vielleicht sieht man die nochmal zur Taufe oder Konfirmation/Kommunion der Kinder oder zur Beerdigung vonne Omma. Und das war´s. Ich behaupte: Wer was mit Kirchens am Hut hat und seine Hochzeit dementsprechend plant, der lässt sich vom Kirchenmusiker beraten, was passt und was nicht passt. Der Rest braucht halt seine Adaptionen aus der Popmusik, Kutsche, weiße Tauben, den dicken Knutscher vorm Altar, auch wenn der Spruch "Sie dürfen die Braut jetzt küssen" durchaus liturgisch nicht vorgesehen ist. Und vor allem ganz wichtig: Viele Kameras, die den Tumult aus allen Perspektiven filmen.
Andreas und Oktavkoppler haben bereits die Stichworte "Kaution" und "Obulus" erwähnt. Es lohnt sich ebenfalls, eine Google-Suche mit den Begriffen "AGO bench fee" zu machen und nachzulesen, in welchem Kontext in den USA eine solche Gebühr erhoben bzw. erlassen werden kann. Auch der Salary Guide und der Code of Ethics (insbesondere Rule 4) der American Guild of Organists sind lesenswert.
...das ist ein guter Hinweis. Übrigens sehe ich hier ganz eindeutig eine "gewerbliche Nutzung", denn der "Hochzeitsorganist" ist nunmal gewerblich unterwegs. Ob man ihn an die Orgel läßt oder nicht und ggf. für welche Gebühr, kann jede Kirchengemeinde für sich entscheiden, und wenn sie dieses Recht an den Organisten delegiert hat, kann der es und auch schlicht "nein" sagen. Wobei ich den Hochzeitsorganisten nicht prinzipiell schlecht finde oder "runtermachen" will; die Sachen, die er anbietet, kann er ja offensichtlich spielen, und dann doch bitte lieber so einen als diesen grauenhaften "Jerusalem"-Hinrichter (meine Güte, wie kann man das nur *so* vermurksen, und dann noch diese Pieps-Registrierung, schrecklich...).....
Was das "Anbiedern" angeht: ja. Richtig. Andererseits darf man aber auch nicht zu strikt bzw. steif werden. So haben sich beispielsweise der Brautmarsch aus "Lohengrin" und der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn mittlerweile als "Hochzeitsmusik" auch in der öffentlichen Wahrnehmung so verselbständigt, daß man da fünfe gerade sein lassen kann, zumal beide sehr "orgeltauglich" sind. Bei der Trauung meiner Eltern in den 1950ern verbot der Pfarrer beides, wies aber darauf hin, daß das Händelsche "Largo" in Ordnung sei. Toll - dort wird ein schattenspendender Baum besungen, und auch sonst geht es in der Oper "Xerxes" nicht so wirklich christlich daher.....
Gruß,
Wolfgang
Largo (war: Hochzeitsorganist - Dienstinstrument)
NoliMeTangere
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 08:54 (vor 4510 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Bei der Trauung meiner Eltern in den 1950ern verbot der Pfarrer beides, wies aber darauf hin, daß das Händelsche "Largo" in Ordnung sei. Toll - dort wird ein schattenspendender Baum besungen, und auch sonst geht es in der Oper "Xerxes" nicht so wirklich christlich daher.....
Wobei es für das Largo aber auch bekannte kirchliche Texte gibt, z.B. hier:
http://sakralorgel.forumprofi.de/liturgie-f15/kirchlicher-text-fuer-ombra-mai-fu--t166....
Ich mußte übrigens neulich jemanden davon überzeugen, daß das Lied "Halleluja" von Leonard Cohen nicht unbedingt geeignet für eine Taufe ist, auch wenn da ständig Halleluja gesungen wird.
Viele Grüße,
Thorsten
Hochzeitsorganist
Dorforganist, Mittwoch, 25. Juni 2014, 21:44 (vor 4510 Tagen) @ MAT
Der Rest braucht halt seine Adaptionen aus der Popmusik, Kutsche, weiße Tauben, den dicken Knutscher vorm Altar [...]
Unser vormaliger Pfarrer hatte den Erfahrungswert: "Je größer der Pomp, desto kürzer die Halbwertszeit."
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
jrbecker
, Mittwoch, 25. Juni 2014, 23:57 (vor 4510 Tagen) @ MAT
... Ich behaupte: Wer was mit Kirchens am Hut hat und seine Hochzeit dementsprechend plant, der lässt sich vom Kirchenmusiker beraten, was passt und was nicht passt.
Nun - genau das war "mein Tod" bei dieser Trauung... Ich erhielt vor etwa fünf Wochen eine Email vom Bräutigam. Er habe gehört, dass ich der Organist sei, der Einzug und Auszug spielen solle. Für die Gestaltung des Gottesdienstes kämen zwei Sängerinnen "mit eigenen Instrumenten", Gemeindegesang stehe somit nicht an. Was ich denn so für "Lieder" spielen würde, wollte der Herr wissen. Also schrieb ich höflich, dass ich eine ganze Reihe von Stücken mit festlich-fröhlichem Charakter spielen könne und listete ihm aus verschiedenen Epochen Stücke auf, die auf unserer kleinen hochromantischen 13-Register-Orgel ausführbar sind und gut klingen. Die Liste reichte von Bach über Mendelssohn Bartholdy bis Malcolm Archer. Ich erwähnte dann im Nachsatz mehr oder weniger vorbeugend (eine Ahnung wohnte meinem Geiste inne:-), dass ich weder den Brautmarsch aus Lohengrin noch den Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum spiele, auch nicht auf Wunsch. Ich begründete dies sogar damit, dass es sich nicht um originale Orgelkompositionen handele und meiner Meinung nach die Stücke in den Bearbeitungen für Orgel nicht so zur Geltung kommen, wie es der Komposition würdig sei. (... was ich für den Wagner uneingeschränkt gelten lassen möchte, den Mendelssohn finde ich schon auch auf der Orgel gut anhörbar, aber nicht auf unserem kleinen Instrument, das klingt nicht so überzeugend.)
Jetzt hörte ich zwei Wochen lang nix - und dann eine Mail, dass er sich mit seiner zukünftigen Gemahlin alle von mir aufgelisteten Werke im Internet angehört habe und dass keines davon beide überzeugt habe. Sie hätten sich für "Treulich geführt" entschieden, aber da ich das ja nicht spielen wolle - auch nicht auf Wunsch - würde man sich nun einen anderen Organisten suchen.
Damit war ich raus aus der Kiste ... Du siehst: Hier ist die Beratung durch den Kirchenmusiker (auch wenn ich nur nebenamtlicher bin, nehme ich das mal für mich in Anspruch) nach hinten los gegangen, sie hat dazu geführt, dass gerade das nicht empfohlene Stück ausgewählt wurde.
LG
Jörg
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Karsten
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 00:06 (vor 4510 Tagen) @ jrbecker
Ich erwähnte dann im Nachsatz mehr oder weniger vorbeugend (eine Ahnung wohnte meinem Geiste inne:-), dass ich weder den Brautmarsch aus Lohengrin noch den Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum spiele, auch nicht auf Wunsch. Ich begründete dies sogar damit, dass es sich nicht um originale Orgelkompositionen handele und meiner Meinung nach die Stücke in den Bearbeitungen für Orgel nicht so zur Geltung kommen, wie es der Komposition würdig sei. (... was ich für den Wagner uneingeschränkt gelten lassen möchte, den Mendelssohn finde ich schon auch auf der Orgel gut anhörbar, aber nicht auf unserem kleinen Instrument, das klingt nicht so überzeugend.)
Mit solchen musikalischen Argumenten kommt man nicht weiter. Den Leuten würde die Melodie auf einer Harmonika im Prinzip ausreichen. Das klingt doch dann...
Man kann auch den Kontext der Originalkompositionen nicht punkten. Egal ob es Schauspielmusik eienr "heidnischen" Gesellschaft ist, oder Opernmusik, die einerseits gerade nicht die kirchliche Trauung sondern die "weltliche" Hochzeitsnacht besingt und zudem gerade den Anfang des Endes der Beziehung des Paares darstellt - die Leute wollen es hören.
Gruß
Karsten
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
jrbecker
, Freitag, 27. Juni 2014, 07:37 (vor 4509 Tagen) @ Karsten
Mit solchen musikalischen Argumenten kommt man nicht weiter. Den Leuten würde die Melodie auf einer Harmonika im Prinzip ausreichen. Das klingt doch dann...
Man kann auch den Kontext der Originalkompositionen nicht punkten. Egal ob es Schauspielmusik eienr "heidnischen" Gesellschaft ist, oder Opernmusik, die einerseits gerade nicht die kirchliche Trauung sondern die "weltliche" Hochzeitsnacht besingt und zudem gerade den Anfang des Endes der Beziehung des Paares darstellt - die Leute wollen es hören.Gruß
Karsten
Das war mir schon klar. Ich wollte nur der Nachfrage "Warum wollen Sie das denn nicht spielen, das ist doch sooo schööön???" entgehen und mich nicht nochmal damit befassen müssen.
LG
Jörg
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
MarkusAW
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 16:58 (vor 4509 Tagen) @ MAT
BRAVO BRAVO!!!! absolut meine Meinung...und das bekommt jedes Brautpaar zu hören, was mitunter schon zu Beschwerden bis zum Generalvikariat geführt hat....wo man die Auffassung des organisten geteilt hat...
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Hateo, Donnerstag, 03. Juli 2014, 18:18 (vor 4502 Tagen) @ MAT
Mal bitte nicht vergessen das es der wohl wichtigste und schönste Tag für die Brautleute werden soll ???
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
jrbecker
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 18:22 (vor 4502 Tagen) @ Hateo
Mal bitte nicht vergessen das es der wohl wichtigste und schönste Tag für die Brautleute werden soll ???
Wer bestimmt, was schön ist?
Ist ALLES erlaubt, nur weil andere (=die Brautleute) meinen, es sei schön?
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Hateo, Donnerstag, 03. Juli 2014, 22:47 (vor 4502 Tagen) @ jrbecker
Ich würde meinen , alles was die Kirche als Institution nicht herabwürdigt. Es müssen nicht immer Kompositionen aus den letzten Jahrhunderten sein, wenn man bedenkt, das die Kirche damit wirbt " modern "sein zu können. Auch wenn hier alle Künstler am königlichsten Instrument sind, sollten sie versuchen diesem die schönsten Töne zu entlocken, die für die Hochzeitsleute unvergesslich sein sollen.
Gott hat den Menschen die Liebe und Freude zur Musik gegeben, wer sagt das sie nicht aus diesem Jahrhundert sein darf ? Ich glaube kaum das es den Brautleuten um originale Kompositionen geht sondern vielmehr um den unvergleichbaren Klang einer Pfeifenorgel, mit dem viele normale Lieder zu etwas ganz besonderem werden.
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
perotin, Donnerstag, 03. Juli 2014, 23:30 (vor 4502 Tagen) @ Hateo
Gott hat den Menschen die Liebe und Freude zur Musik gegeben, wer sagt das sie nicht aus diesem Jahrhundert sein darf?
Das hat hier, so weit ich die Diskussion im Gedächtnis habe, niemand gesagt. Gute und für den Gottesdienst geeignete Musik gibt es aus allen Zeitepochen!
Etliche der bei Hochzeiten öfters gewünschten "Schlager" sind übrigens Werke des 18./19. Jahrhunderts - Mendelssohn, Händel, Wagner, Gounod, C. Franck, Bortnjanski...
Viele sehr qualitätvolle kirchenmusikalische Werke des 20. Jahrhunderts sind in der "breiten Bevölkerung" wenig bekannt und werden deshalb auch nur ganz selten gewünscht.
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
jrbecker
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 23:45 (vor 4502 Tagen) @ perotin
Viele sehr qualitätvolle kirchenmusikalische Werke des 20. Jahrhunderts sind in der "breiten Bevölkerung" wenig bekannt und werden deshalb auch nur ganz selten gewünscht.
Wobei ich gerne zu modernen englischen Komponisten greife, wie z. B. Malcolm Archer u.ä. Da gibt es viele schwungvolle, freudige, klangschöne Stücke, die mit geringem Aufwand zu erarbeiten sind und auch bei den Zuhörern gut ankommen.
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 03. Juli 2014, 18:58 (vor 4502 Tagen) @ Hateo
Mal bitte nicht vergessen das es der wohl wichtigste und schönste Tag für die Brautleute werden soll ???
Selbstverständlich soll es das werden. Da hat ja gar niemand was dagegen. Aber eine kirchliche Trauung ist ein Ritual, das zu den kirchlichen Selbstvollzügen gehört. Bei den Katholiken ist es zudem eine sakramentale Feier, für die eine bestimmte Liturgie vorgesehen ist. Evangelischerseits gibt es dafür ebenfalls Agenden. Der Grund dafür ist, daß eine Kirche eine Gemeinschaft ist, welche in ihren Ritualen ausdrückt, wofür sie steht. Das machen alle Gemeinschaften, auch profane. Jeder Kegel-, Hasenzüchter- oder Faschingsverein hat solche gemeinschaftsstiftenden und gemeinschaftsausdrückenden Rituale - und sei es der Narhallamarsch.
Wenn mir diese Rituale nicht gefallen, muß ich sie nicht in Anspruch nehmen. Ich kann es auch anders gestalten. Aber ich kann dann nicht erwarten, daß die Gemeinschaft mir dabei folgt. Wenn ich das Salutschießen vom Schützenverein sehr mag, bekomme in meinem Vogelzuchtverein bei der Prämierungsfeier für den gelbsten Kanarienvogel dennoch keine Böllerschüsse.
Wenn mir also für den schönsten Tag des Lebens die kirchlichen Rituale nicht recht zusagen, muß ich doch diese nicht zurecht brechen. Ich kann einen schönen Saal mieten und dort dann gestalten, wie ich mag.
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Wolfgang Gourgé
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 19:32 (vor 4502 Tagen) @ Hausorgler
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Donnerstag, 03. Juli 2014, 19:39
Mal bitte nicht vergessen das es der wohl wichtigste und schönste Tag für die Brautleute werden soll ???
Selbstverständlich soll es das werden. Da hat ja gar niemand was dagegen. Aber eine kirchliche Trauung ist ein Ritual, das zu den kirchlichen Selbstvollzügen gehört. Bei den Katholiken ist es zudem eine sakramentale Feier, für die eine bestimmte Liturgie vorgesehen ist. Evangelischerseits gibt es dafür ebenfalls Agenden. Der Grund dafür ist, daß eine Kirche eine Gemeinschaft ist, welche in ihren Ritualen ausdrückt, wofür sie steht. Das machen alle Gemeinschaften, auch profane. Jeder Kegel-, Hasenzüchter- oder Faschingsverein hat solche gemeinschaftsstiftenden und gemeinschaftsausdrückenden Rituale - und sei es der Narhallamarsch.
Wenn mir diese Rituale nicht gefallen, muß ich sie nicht in Anspruch nehmen. Ich kann es auch anders gestalten. Aber ich kann dann nicht erwarten, daß die Gemeinschaft mir dabei folgt. Wenn ich das Salutschießen vom Schützenverein sehr mag, bekomme in meinem Vogelzuchtverein bei der Prämierungsfeier für den gelbsten Kanarienvogel dennoch keine Böllerschüsse.
Wenn mir also für den schönsten Tag des Lebens die kirchlichen Rituale nicht recht zusagen, muß ich doch diese nicht zurecht brechen. Ich kann einen schönen Saal mieten und dort dann gestalten, wie ich mag.
....exakt so ist es. Leider hat sich inzwischen bei Trauungen eine "Event-Mentalität" und damit verbunden eine Erwartungshaltung breitgemacht, nach der die kirchliche Trauung zwar dazugehört, aber doch bittesehr der Pope und sein Musikant gefälligst den Wünschen von Hochzeitsplaner/in, Brautpaar und Hochzeitsgesellschaft widerspruchslos zu willfahren haben, mögen diese Wünsche auch noch so abwegig sein.
Und natürlich haben auch die Kirchen beiderlei Geschlechts mit ihrem Opportunismus zu dieser Entwicklung beigetragen. Wenn z.B. für Herrn und Frau Pooth, die ja bekanntlich echte Stützen der Gesellschaft sind, der Wiener Stephansdom (für wieviel "Miete"?) offenstand, sind Verstand und Geschmack offensichtlich unter die (Fiaker-)Räder gekommen.
Ich hätte als Domkapitel die beiden allenfalls in die Katakomben gelassen. Dort hätten sie auch das angemessene....
![[image]](images/uploaded/2014070317300553b5931d64551.jpg)
....Publikum gehabt.
Gruß,
Wolfgang
PS: gerade lese ich in dem "Stern"-Artikel, der erste Sohn der Pooths heiße "San Diego". Toller Name. Wie wird dann der zweite heißen - "Sao Paulo"? "San Francisco"? Oder "Sa Cramento"?
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
3rd_astronaut, Freitag, 04. Juli 2014, 00:37 (vor 4502 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
PS: gerade lese ich in dem "Stern"-Artikel, der erste Sohn der Pooths heiße "San Diego". Toller Name. Wie wird dann der zweite heißen - "Sao Paulo"? "San Francisco"? Oder "Sa Cramento"?
Rocco Ernesto, das weiß man doch!
Übrigens besteht die Ehe noch, immerhin 10 Jahre schon ;-)
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Florian-L
, Freitag, 04. Juli 2014, 09:38 (vor 4502 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Und natürlich haben auch die Kirchen beiderlei Geschlechts mit ihrem Opportunismus zu dieser Entwicklung beigetragen. Wenn z.B. für Herrn und Frau Pooth, die ja bekanntlich echte Stützen der Gesellschaft sind, der Wiener Stephansdom (für wieviel "Miete"?) offenstand, sind Verstand und Geschmack offensichtlich unter die (Fiaker-)Räder gekommen.
Toni Faber macht so manches möglich...
Gruß, Florian
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Nachthorn, Freitag, 04. Juli 2014, 09:50 (vor 4502 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
Wolfgang, was war denn bei der Trauung von Fr. Pooth liturgisch nicht in Ordnung?
Ich kann nichst Verwerfliches daran finden, dass die gute Dame im Stephansdom getraut wurde und hinterher ein paar Tauben fliegen ließ.
War jemand dabei oder kennt jemand die Details der Trauungs-Liturgie?
Allein die Tatsache, dass jemand mehr oder weniger berühmt/bekannt ist, bedeutet doch nicht, dass die Trauung inhaltlich daneben war!!!???
Hochzeitsorganist - Dienstinstrument
Willscher, Freitag, 04. Juli 2014, 10:53 (vor 4501 Tagen) @ Hateo
Mal bitte nicht vergessen das es der wohl wichtigste und schönste Tag für die Brautleute werden soll ???
Wenn das der schönste Tag ist, dann geht es folglich nur noch bergab ;-)) ?
Hochzeitsorganist - zufällig gefundene Website
untersatz32, Mittwoch, 25. Juni 2014, 15:35 (vor 4510 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von untersatz32, Mittwoch, 25. Juni 2014, 18:30
Najaaa...
Seitdem ich seit einem Jahr betreffs Honorar auch relativ rigorosen Kurs fahre,
habe ich
1.) entweder Ruhe vor depperten Anfragen oder Wünschen
bzw.
2.) dann wenigstens einen anständigen Obulus, den man auch als solchen bezeichnen kann...
Und die Leute haben gescheites Orgelspiel !!!!!!!
;-)
TH
Hochzeitsmarsch
Dorforganist, Mittwoch, 25. Juni 2014, 21:41 (vor 4510 Tagen) @ untersatz32
Und die Leute haben gescheites Orgelspiel !!!!!!!
...oder so was
Hochzeitsorganist
Dorforganist, Mittwoch, 25. Juni 2014, 17:05 (vor 4510 Tagen) @ jrbecker
Ich glaube, ich muss meinen Satz (30 EUR, auch mit C-Prüfung) bei Gelegenheit mal überdenken...
Ja, das solltest Du wirklich!
Wenn ein Solist dabei ist, kannst Du Dich einfach an dessen Forderung dranhängen mit der Begründung, daß Deine Ausbildung mindestens genauso gut ist wie seine. Da schlucken die Leute schon mal. (Damit der Schuß aber nicht nach hinten losgeht, solltest Du vorher in Erfahrung bringen, was er wirklich kann, sonst mußt Du eher Schmerzensgeld verlangen.)
Aber im Ernst: der Junge macht's doch richtig - und wenn er es gerne tut, umso besser (mein's wäre das ja nicht). In Anbetracht der Summen, die für Hochzeiten ausgegeben werden, ist seine Forderung eh sehr human...
Hochzeitsorganist
Manuel, Mittwoch, 25. Juni 2014, 23:40 (vor 4510 Tagen) @ Dorforganist
Darf ich mal eine ganz ketzerische Frage in den Raum stellen?
Ich mag Wagners Hochzeitsmarsch auch nicht, aber ich habe ihn schon gespielt - einfach, weil das Brautpaar ihn haben wollte. Kann man denn da nicht einfach sagen, okay, wenn Ihr das wollt, mach' ich's, es ist schließlich Eure Hochzeit?
Ich finde das nur fair, den Leuten da ein wenig entgegenzukommen (dass es Grenzen gibt, will ich damit gar nicht bestreiten...)
Gruß, Manuel
Hochzeitsorganist
jrbecker
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 00:07 (vor 4510 Tagen) @ Manuel
Darf ich mal eine ganz ketzerische Frage in den Raum stellen?
Ich mag Wagners Hochzeitsmarsch auch nicht, aber ich habe ihn schon gespielt - einfach, weil das Brautpaar ihn haben wollte. Kann man denn da nicht einfach sagen, okay, wenn Ihr das wollt, mach' ich's, es ist schließlich Eure Hochzeit?
Ich finde das nur fair, den Leuten da ein wenig entgegenzukommen (dass es Grenzen gibt, will ich damit gar nicht bestreiten...)
Gruß, Manuel
Das ist keine ketzerische Frage. Aber die Gegenfrage drängt sich geradezu auf: Warum soll ich etwas spielen, was ich nicht mag? Für mich als Nebenamtler ist der Organistendienst quasi wie ein Hobby, und da will ich Dinge machen, die mir selbst auch Spaß machen und ich mich nicht "quälen".
Ich habe ja auch nichts dagegen, wenn andere Organisten das Stück spielen. Ich spiele es halt nicht - und ich weiß, dass meine Pfarrerin bei Trauungen, die sie durchführt, das Stück auch nicht von mir hören will, wir liegen da auf einer Wellenlänge. Wenn das Brautpaar das Stück unbedingt haben will, soll es sich doch einfach einen anderen Organisten suchen, da habe ich gar kein Problem mit. Schlimmstenfalles kostet das dann eben auch das Vierfache des sonst üblichen Satzes. Damit muss das Paar dann leben.
LG
Jörg
Hochzeitsorganist
Offenbass 32'
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 06:24 (vor 4510 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von Offenbass 32', Donnerstag, 26. Juni 2014, 06:32
Genauso halte ich das auch. Ich sehe auch nicht ein, Klimmzüge machen zu müssen, erst recht wenn ich gerade mal 3 Tage vorher Bescheid bekomme und dann komplett neue Sachen üben soll. Das geht am Ende eh in ie Hose...Brautpaare sehen meist nicht, daß unsereiner tagsüber einer ganz normalen Arbeit nachgeht und sein Organistedasein erst nach Feierabend anfängt. Bis vor ein paar Jahren gab es diesen ganzen Wunschkram garnicht. Erst seit diese "Wedding Serien" im Fernsehen kommen hat das so stark zugenommen.
Und der Sommernachtstraum ist ja wohl wirklich ein alpiger Tagtraum. Ich würd's nicht spielen. Und schließlich bleibt es jedem frei, einen Organisten nach Wahl zu bestellen. Ich gebe dann den Schlüssel raus, der nach dem Sommernachtsevent direkt zu mir zurückgebracht wird. Man muß an irgendeinem Punkt auch mal Frieden mit sich selbst machen.
Und lasst bitte diese Ideen weg, eure Orgel gegen eine Taxe "vermieten" zu wollen. Zahlen muss es letzenendes das Brautpaar. Und ihr seid hinterher als "Orgelmakler" verschriehen, der den Ruf genießt, sein Geld auf unmögliche Art und Weise zu verdienen.
Hochzeitsorganist
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 26. Juni 2014, 06:56 (vor 4510 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von Hausorgler, Donnerstag, 26. Juni 2014, 07:10
Das ist keine ketzerische Frage. Aber die Gegenfrage drängt sich geradezu auf: Warum soll ich etwas spielen, was ich nicht mag? Für mich als Nebenamtler ist der Organistendienst quasi wie ein Hobby, und da will ich Dinge machen, die mir selbst auch Spaß machen und ich mich nicht "quälen".
Eben! Das finde ich bei einem Nebenamtler, der selbstausbeutend aus Liebe zur Sache spielt, ein ganz entscheidendes und berechtigtes Argument. Gerade er müßte in meinen Augen nicht einmal musikalisch oder liturgisch argumentieren. Es wird ja sowieso nicht verstanden. "Weil ich nicht mag" ist in seinem Fall Argument genug. Und ich denke, es ist auch leichter verständlich, so als Argument.
Die Honorarforderung des Hochzeitsorganisten finde ich gar nicht schlimm, im Gegenteil. Sie ist detailliert und präzise, die Kunden wissen, was sie erwartet und was sie erwarten können. Und der Preis ist sehr in Ordnung. Da kostet schon der Tischschmuck beim anschließenden Gelage mehr. Insofern: der Hochzeitsorganist könnte hier auch als nachahmenswertes Vorbild gesehen werden, nämlich dahingehend, dass man klar und transparent die Kosten auflistet und sich nicht unter Wert verkauft.
Hochzeitsorganist
untersatz32, Donnerstag, 26. Juni 2014, 15:08 (vor 4509 Tagen) @ Hausorgler
Gut gesprochen, Löwe!
Hochzeitsorganist
Offenbass 32'
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 15:35 (vor 4509 Tagen) @ Hausorgler
bearbeitet von Offenbass 32', Donnerstag, 26. Juni 2014, 15:41
Diese sagenhaften Organistepreise möchte ich nicht, wie alle anderen hier, mit den Preisen für Blumenschmuck oder anderem Zubehör rechtfertigen wollen, denn amtlich ist daß aus dem Thema " Hochzeit" ein Markt mit Preisen entstanden ist die jenseits von gut und böse liegen. Ich weiß nicht wer von euch in den letzten 3 Jahren geheiratet hat...ich zumindest habe vor 3 Jahren geheiratet und kann sagen daß alles wo Hochzeit draufsteht schonmal nen 100 % Aufschlag hat. Die Leute die heiraten tun dies um ihre Liebe und ihre Zusammengehörigkeit mit dem " Ja " auch vor der Öffentlichkeit, sowie Gott und der Kirche auszudrücken. Daher ist es einfach unverschämt, diesen Leuten die Hose runterzuziehen. Das scheint mir aber nun die Folge unserer Kapitalmonarchie zu sein. Wahrscheinlich stehe ich mit dieser Meinung aber hier allein da. Ich nehme für Kasualien das, was mir auch tatsächlich als Aufwand entstanden ist und dabei hat das max. an 100 Euro gekratz aber bewegte sich stets darunter.
Wenn der Hochzeitsorganist nur von seinen 4 Hochzeiten im Monat seinen Lebensunterhalt bestreiten, und sich sonst den Luxus gönnen möchte, einfach die Hände in den Schoß zu legen soll er das tun...Verständnis gibt es da von meiner Seite aber nicht.
Hochzeitsorganist
hintersatz, Donnerstag, 26. Juni 2014, 16:39 (vor 4509 Tagen) @ Offenbass 32'
Diese sagenhaften Organistepreise möchte ich nicht, wie alle anderen hier, mit den Preisen für Blumenschmuck oder anderem Zubehör rechtfertigen wollen, denn amtlich ist daß aus dem Thema " Hochzeit" ein Markt mit Preisen entstanden ist die jenseits von gut und böse liegen.
Wobei bei seinem Angebot ein Kennen-lern-Treffen vorgesehen ist, er die Darbietung auch von Stücken außerhalb des Repertoires anbietet, Fahrtkosten entstehen, mit dem (vermutlich bestgelaunten) lokalen Kirchenmusiker und Pfarrer Kontakt aufzunehmen ist und die Darbietung auf einem ihm wahrscheinlich unbekannten Instrument mit evt. Transport eines E-Pianos doch auch noch so einigen Zeitaufwand und Beschwernis mit sich bringt, wenn er sein Produkt denn adäquat an den Mann bringen möchte. Alles in Allem: Ein Schnäppchen-Preis. Ach ja, und versteuern wird ers ja auch noch.
Hochzeitsorganist
Solcena
, Mittwoch, 02. Juli 2014, 22:03 (vor 4503 Tagen) @ hintersatz
bearbeitet von Solcena, Donnerstag, 03. Juli 2014, 13:06
Wobei bei seinem Angebot ein Kennen-lern-Treffen vorgesehen ist,
Ja
er die Darbietung auch von Stücken außerhalb des Repertoires anbietet
Nein! In seiner Honorartabelle überall der Disclaimer *: "Werden aus meinem Repertoire gewählt"
Fahrtkosten entstehen,
Werden separat vergütet
mit evt. Transport eines E-Pianos
Kostet auch 40 EUR extra
Die Abrechnung der Zusatzleistungen und die transparente Darstellung auf seiner Homepage finde ich ok, aber bei dem Honorar an sich möchte ich (ebenfalls C-Organist) nicht wirklich von einem Schnäppchen sprechen...
Lg
Hochzeitsorganist
Wolfgang Gourgé
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 00:07 (vor 4503 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Donnerstag, 03. Juli 2014, 00:12
Wobei bei seinem Angebot ein Kennen-lern-Treffen vorgesehen ist,
Ja
er die Darbietung auch von Stücken außerhalb des Repertoires anbietet
Nein! In seiner Honorartabelle: "Werden aus meinem Repertoire gewählt"
Fahrtkosten entstehen,
Werden separat vergütet
mit evt. Transport eines E-Pianos
Kostet auch 40 EUR extra
Die Abrechnung der Zusatzleistungen und die transparente Darstellung auf seiner Homepage finde ich ok, aber bei dem Honorar an sich möchte ich (ebenfalls C-Organist) nicht wirklich von einem Schnäppchen sprechen...
Lg
....nicht?
Ich begleitete vor gut 20 Jahren gelegentlich einen Hochzeits-Heldentenor (ich berichtete hier schon mal über ihn). Netter Kerl, kam immer mit gewaltiger Parfümwolke und sah in seinem Lederjackett ein bißchen wie ein entlaufener Mitropa-Schlafwagenkellner aus. Aber, wie gesagt: nett. Irgendwann hatte er aus der DDR "rübergemacht" und arbeitete im Westen als Musiklehrer.
Sein "Repertoire": "Ich bete an die Macht der Liebe" und das Bach-Gounod-"Ave Maria", das auf den hiesigen historischen Instrumenten mit bisweilen mitteltöniger Stimmung und begrenztem Tastaturumfang dem Organisten wie auch dem Gehör einiges an Anpassungsvermögen abverlangt. Das galt im übrigen auch für seinen "Gesang": Zeitlupentempo, als ob er die Noten mit einem Nudelholz ausgewalzt hätte. Dafür sehr pathetisch. "I-hiiiiiiich beeeeeee-teeee aaaa-haaaaaaaaaan...."... Als ich ihn das erste mal begleitete, sprintete ich prompt drei Takte vor und mußte dann wieder "zurückimprovisieren". Man lernt viel bei solchen Events.......
Er bekam, zu DM-Zeiten, 400 DM für einen solchen Auftritt mit seinem "Gesamtrepertoire", also ziemlich genau 200 €. Drei Hochzeiten pro Samstag, manchmal vielleicht auch vier, das an vier Samstagen im Monat: man kann sich ausrechnen, daß er gut wegkam.
Verglichen damit finde ich die Besoldungsvorstellungen des "Hochzeitsorganisten" durchaus ziemlich schnäppchenverdächtig - einmal gemessen an dem, was sonst auf Hochzeiten so ausgegeben wird (z.B. für schauderhafte Tanzkapellen oder Alleinunterhalter....), zum zweiten an seinem Repertoire und zum dritten daran, daß inzwischen zwanzig Jahre vergangen sind....
denkt:
Wolfgang...
PS: ich gönne ihm noch heute seine Honorare. Er nahm, was er kriegen konnte, was für einen kommerziell tätigen Musiker ok ist. Und langweilig war es mit ihm auch nicht....
Hochzeitsorganist
jrbecker
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 08:52 (vor 4503 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von jrbecker, Donnerstag, 03. Juli 2014, 08:55
....nicht?
Ich begleitete vor gut 20 Jahren gelegentlich einen Hochzeits-Heldentenor (ich berichtete hier schon mal über ihn). Netter Kerl, kam immer mit gewaltiger Parfümwolke und sah in seinem Lederjackett ein bißchen wie ein entlaufener Mitropa-Schlafwagenkellner aus. Aber, wie gesagt: nett. Irgendwann hatte er aus der DDR "rübergemacht" und arbeitete im Westen als Musiklehrer.
Sein "Repertoire": "Ich bete an die Macht der Liebe" und das Bach-Gounod-"Ave Maria", das auf den hiesigen historischen Instrumenten mit bisweilen mitteltöniger Stimmung und begrenztem Tastaturumfang dem Organisten wie auch dem Gehör einiges an Anpassungsvermögen abverlangt. Das galt im übrigen auch für seinen "Gesang": Zeitlupentempo, als ob er die Noten mit einem Nudelholz ausgewalzt hätte. Dafür sehr pathetisch. "I-hiiiiiiich beeeeeee-teeee aaaa-haaaaaaaaaan...."... Als ich ihn das erste mal begleitete, sprintete ich prompt drei Takte vor und mußte dann wieder "zurückimprovisieren". Man lernt viel bei solchen Events.......
Er bekam, zu DM-Zeiten, 400 DM für einen solchen Auftritt mit seinem "Gesamtrepertoire", also ziemlich genau 200 €. Drei Hochzeiten pro Samstag, manchmal vielleicht auch vier, das an vier Samstagen im Monat: man kann sich ausrechnen, daß er gut wegkam.
Verglichen damit finde ich die Besoldungsvorstellungen des "Hochzeitsorganisten" durchaus ziemlich schnäppchenverdächtig - einmal gemessen an dem, was sonst auf Hochzeiten so ausgegeben wird (z.B. für schauderhafte Tanzkapellen oder Alleinunterhalter....), zum zweiten an seinem Repertoire und zum dritten daran, daß inzwischen zwanzig Jahre vergangen sind....
denkt:
Wolfgang...PS: ich gönne ihm noch heute seine Honorare. Er nahm, was er kriegen konnte, was für einen kommerziell tätigen Musiker ok ist. Und langweilig war es mit ihm auch nicht....
Na, das erinnert mich doch sofort an "meinen" "singenden Postboten", der mittlerweile 75 Jahre alt ist und immer noch die ein andere Hochzeit "schmalzt".
Was ist überigens die in dem ersten verlinkten Artikel erwähnte "Akkordeonorgel"?!? (Habe gesehen, dass so etwas tatsächlich bei Ebay-Kleinanzeigen verkauft wird ... oh mannomann...) (Klar weiß ich, was gemeint ist, habe selbst so ein Ding spielen gelernt. In die Gattung "Orgel" habe ich es bisher allerdings noch nie zugeordnet gesehen...)
Gruß
Jörg
Hochzeitsorganist
Florian-L
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 09:07 (vor 4503 Tagen) @ jrbecker
Hochzeitsorganist
Solcena
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 09:43 (vor 4503 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von Solcena, Freitag, 04. Juli 2014, 12:41
....nicht?
Ich begleitete vor gut 20 Jahren gelegentlich einen Hochzeits-Heldentenor (ich berichtete hier schon mal über ihn). Netter Kerl, kam immer mit gewaltiger Parfümwolke und sah in seinem Lederjackett ein bißchen wie ein entlaufener Mitropa-Schlafwagenkellner aus. Aber, wie gesagt: nett. Irgendwann hatte er aus der DDR "rübergemacht" und arbeitete im Westen als Musiklehrer.
Sein "Repertoire": "Ich bete an die Macht der Liebe" und das Bach-Gounod-"Ave Maria", das auf den hiesigen historischen Instrumenten mit bisweilen mitteltöniger Stimmung und begrenztem Tastaturumfang dem Organisten wie auch dem Gehör einiges an Anpassungsvermögen abverlangt. Das galt im übrigen auch für seinen "Gesang": Zeitlupentempo, als ob er die Noten mit einem Nudelholz ausgewalzt hätte. Dafür sehr pathetisch. "I-hiiiiiiich beeeeeee-teeee aaaa-haaaaaaaaaan...."... Als ich ihn das erste mal begleitete, sprintete ich prompt drei Takte vor und mußte dann wieder "zurückimprovisieren". Man lernt viel bei solchen Events.......
Er bekam, zu DM-Zeiten, 400 DM für einen solchen Auftritt mit seinem "Gesamtrepertoire", also ziemlich genau 200 €. Drei Hochzeiten pro Samstag, manchmal vielleicht auch vier, das an vier Samstagen im Monat: man kann sich ausrechnen, daß er gut wegkam.
Hallo Wolfgang,
bei einem Gottesdienst, wo ich einen Solisten begleite oder noch ein separates Stück einstudieren muss, würde ich auch mehr verlangen als die üblichen 24 Euro C-Vergütungssatz hier in unserem Bistum - die ja für ein Hochamt (Zeitansatz eine Stunde) gezahlt werden. Fahrtkosten bekomme ich bei einem einzelnen Vertretungsgottesdienst ja auch keine erstattet...
Bei so einer Hochzeit kann man schon nach Zeitaufwand abrechnen; z.B. separate Solistenprobe und Fahrt dazu 1,25h + Gottesdienst inkl. An- und Abfahrt 1,25h = 2,5h x 24 Euro = 60 Euro. Da sollte sich niemand drüber beklagen können. Schmerzensgeld für grauenvolle Solisten / furchtbare Orgeln ist da allerdings nicht inbegriffen :-)
Ansonsten stimmt natürlich der Hinweis auf die anderen Honorare an diesem Tag, z.B. die der Solisten (insofern sie nicht aus dem Verwandten- oder Freundeskreis kommen und umsonst musizieren) oder Fotografen, Alleinunterhalter etc.
Man könnte natürlich sagen: Du hast doch für deine Orgelausbildung gezahlt, schaffst dir Noten, eine digitale Übeorgel usw. an. Ja, stimmt natürlich. Aber ich spiele aus Spaß an der Freude und nicht zum Geldverdienen - ein fantastisches Hobby. In der Kirche kann ich mich ja auch in der Regel einfach an die Orgel setzen, anschalten und losspielen - da hat der Alleinunterhalter mehr Equipment im direkten Einsatz, das finanziert werden will. Müsste ich ein E-Piano mitbringen und aufbauen, würde ich dafür auch ein paar Euro haben wollen.
LG!
Hochzeitsorganist
tiratutti
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 09:54 (vor 4503 Tagen) @ Solcena
bearbeitet von tiratutti, Donnerstag, 03. Juli 2014, 10:02
Er bekam, zu DM-Zeiten, 400 DM für einen solchen Auftritt mit seinem "Gesamtrepertoire", also ziemlich genau 200 €. Drei Hochzeiten pro Samstag, manchmal vielleicht auch vier, das an vier Samstagen im Monat: man kann sich ausrechnen, daß er gut wegkam.
Bei so einer Hochzeit kann man schon nach Zeitaufwand abrechnen; z.B. separate Probe und Fahrt dazu 1,25h + Gottesdienst inkl. An- und Abfahrt 1,25h = 2,5h x 24 Euro = 60 Euro. Da sollte sich niemand drüber beklagen können. Schmerzensgeld für grauenvolle Solisten / furchtbare Orgeln ist da allerdings nicht inbegriffen :-)
wie immer im Leben kann man die unterschiedlichsten Dinge erleben:
da war einmal bei uns eine Italienerhochzeit, wo natürlich das (also DAS) Ave Maria geüwnscht wurde, ohne welches solch eine Hochzeit nicht gültig ist. Nachher wollte dann die Mama nicht bezahlen, weil es nicht erklungen sei. Naja, nur mit Orgel klingt es halt doch anders als von CD oder mit Brüllwürfelsopranöse ... man einigte sich.
Und dann das völlige Gegenteil: vor ca. 20 Jahren, noch zu DM-Zeiten, wünschte die Braut in der Vorbesprechung, dass auch sopraniert und trompetiert wird. Das positive Erlebnis: von selber kam von ihr die Frage, ob denn dann je 200 DM für die drei beteiligten Musiker ok sei. 600 DM, einfach so offeriert. War ok und wurde gern genommen :-)
Grüße von tiratutti
Hochzeitsorganist
Solcena
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 12:50 (vor 4502 Tagen) @ tiratutti
Und dann das völlige Gegenteil: vor ca. 20 Jahren, noch zu DM-Zeiten, wünschte die Braut in der Vorbesprechung, dass auch sopraniert und trompetiert wird. Das positive Erlebnis: von selber kam von ihr die Frage, ob denn dann je 200 DM für die drei beteiligten Musiker ok sei. 600 DM, einfach so offeriert. War ok und wurde gern genommen :-)
Grüße von tiratutti
150 bis 200 Euro - darunter wird ein hauptberuflicher Musiker heute wohl nicht tätig werden.
Wie oft ist mir das passiert, das eine Sopranistin für das Singen von ein bis zwei Stücken ordentlich entlohnt wurde und ich selber - weil ich nichts fordern wollte - mit 20 Euro abgespeist wurde. Heute verweise ich auf das Vertretungshonorar (24 Euro) bei einem Hochamt, für das ja ein Zeitaufwand von 1,0 Stunden angesetzt wird, und kalkuliere anhand meines geschätzten Zeitaufwand (kalkuliere dabei ziemlich knapp) aus diesem "Stundenlohn" mein Honorar (s.o.), ich denke, das ist legitim.
Hochzeitsorganist
3rd_astronaut, Donnerstag, 03. Juli 2014, 14:26 (vor 4502 Tagen) @ Solcena
Heute verweise ich auf das Vertretungshonorar (24 Euro) bei einem Hochamt, für das ja ein Zeitaufwand von 1,0 Stunden angesetzt wird, und kalkuliere anhand meines geschätzten Zeitaufwand (kalkuliere dabei ziemlich knapp) aus diesem "Stundenlohn" mein Honorar (s.o.), ich denke, das ist legitim.
Ein "normaler" Gottesdienst könnte aber auch zur eigenen seelischen Erbauung beitragen, oder manch Organist würde auch "freiwillig" den ein oder anderen beorgelten Godi als Kirchgänger besuchen. Eine Hochzeit hat da mehr Dienstleistungscharakter. Insofern finde ich es nicht ganz passend, dort mit dem "normalen" Satz zu kalkulieren.
Damit gehen auch die Probleme mit evangelischen Hochzeiten hier los: Als Service der Kirche wird der Organist von der Kirche bezahlt. Das heißt also, entweder man bekommt einen mickrigen Satz für die bekannten musikalischen Verrenkungen, oder man muss etwas seltsam nachverhandeln mit dem Brautpaar, dass nur der "Standard" abgegolten sei, aber Sonderwünsche extra vergütet werden müssten...
Ich spiele seit mehreren Jahren keine Hochzeiten mehr, ist als Nebenamtler (fast) kein Problem. Also katholischerseits gar kein Problem, evangelischerseits ist man als Organist in gewisser Weise fester eingebunden, besser entlohnt usw., so dass eine gewisser Verpflichtungsdruck entstehen kann, auch Trauungen/Taufen/Traufen abzudecken.
Hochzeitsorganist
MAT
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 14:37 (vor 4502 Tagen) @ 3rd_astronaut
Ich spiele seit mehreren Jahren keine Hochzeiten mehr, ist als Nebenamtler (fast) kein Problem. Also katholischerseits gar kein Problem, evangelischerseits ist man als Organist in gewisser Weise fester eingebunden, besser entlohnt usw., so dass eine gewisser Verpflichtungsdruck entstehen kann, auch Trauungen/Taufen/Traufen abzudecken.
Wie kommst Du da drauf? Ich örgele evangelisch und habe die Hochzeiten aus meinem Vertrag herausverhandelt. Es war kein Problem.
--
Gruß
MAT
Hochzeitsorganist
3rd_astronaut, Freitag, 04. Juli 2014, 00:13 (vor 4502 Tagen) @ MAT
bearbeitet von 3rd_astronaut, Freitag, 04. Juli 2014, 00:17
Ich spiele seit mehreren Jahren keine Hochzeiten mehr, ist als Nebenamtler (fast) kein Problem. Also katholischerseits gar kein Problem, evangelischerseits ist man als Organist in gewisser Weise fester eingebunden, besser entlohnt usw., so dass eine gewisser Verpflichtungsdruck entstehen kann, auch Trauungen/Taufen/Traufen abzudecken.
Wie kommst Du da drauf? Ich örgele evangelisch und habe die Hochzeiten aus meinem Vertrag herausverhandelt. Es war kein Problem.
In meinem Vertrag steht nur drin, dass ich im Schnitt soundsoviele Dienste im Monat spielen soll. Verpflichtungsdruck ist das falsche Wort... Normalerweise versuchen wir Organisten halt, schon alles abzudecken soweit möglich und nicht die Sekretärin auf Organistensuche zu schicken. Ist aber kein Problem, da unsere Pfarrerin weiß, dass keiner von den Organisten wild auf Hochzeiten ist und sie daher externe Anfragen ablehnt.
---
Die Vorschriften aus St. Louis sind recht tough. Ich nehme an, dass die im Laufe der Jahre gewachsen sind aufgrund von Vorkommnissen. Da kann sicher jemand lustige Stories erzählen ;-)
Hochzeitsorganist
ado
, Freitag, 04. Juli 2014, 09:51 (vor 4502 Tagen) @ 3rd_astronaut
Die Vorschriften aus St. Louis sind recht tough. Ich nehme an, dass die im Laufe der Jahre gewachsen sind aufgrund von Vorkommnissen. Da kann sicher jemand lustige Stories erzählen ;-)
finde ich auch. angefangen bei der unverblümten und zur sicherheit mehrfach wiederholten forderung, zu allererst mal entweder 1000 oder (als nicht-gemeindemitglied) 2000 dollar rüberzuschieben, plus die 275 für den organisten. dann kontrolle, ob man denn ein "catholic in good standing" sei, gefolgt trotzdem auf alle fälle von verpflichtender unterweisung. die regeln für die organisation der zeremonie sind ja durchaus sinnvoll. der ton des ganzen dokuments ist allerdings eher autoritär als christlich...man könnte das alles ein bißchen menschenfreundlicher und weniger parteilinienmäßig verpacken.
Hochzeitsorganist
jrbecker
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 15:26 (vor 4502 Tagen) @ 3rd_astronaut
... Ich spiele seit mehreren Jahren keine Hochzeiten mehr, ist als Nebenamtler (fast) kein Problem. Also katholischerseits gar kein Problem, evangelischerseits ist man als Organist in gewisser Weise fester eingebunden, besser entlohnt usw., so dass eine gewisser Verpflichtungsdruck entstehen kann, auch Trauungen/Taufen/Traufen abzudecken.
Nicht aus Verpflichtungsdruck. Es gibt auch bei Evangelens einen Vertrag und eine Dienstanweisung, in der/denen geregelt ist, was zum Dienstumfang gehört. Bei mir gehören Hochzeiten nicht dazu, aber wenn möglich spiele ich sie schon selbst. Werden daher auch nicht von der Gemeinde gezahlt. Stünden sie mit im Vertrag, müsste die Gemeinde sie zahlen (... und das Geld bei den Brautleuten eintreiben).
LG
Jörg
Hochzeitsorganist
MAT
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 21:32 (vor 4509 Tagen) @ Offenbass 32'
Hey Offenbass 32, bist Du auch im Sakralorgelforum aktiv? Dann meld Dich doch mal per PN, wenn Du Lust hast.
--
Gruß
MAT
Hochzeitsorganist
Offenbass 32'
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 21:52 (vor 4509 Tagen) @ MAT
Ja das bin ich. Wenn du mir noch sagst, wie man hier PN schreibt oder wie du im Sakralforum heißt.
Gruß
Martin
Hochzeitsorganist
MAT
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 21:55 (vor 4509 Tagen) @ Offenbass 32'
Email ist aktiviert! ;-)
--
Gruß
MAT
Hochzeitsorganist
ArnezN, Samstag, 28. Juni 2014, 22:13 (vor 4507 Tagen) @ Manuel
Ich habe für mich beschlossen, seit diesem Jahr keine Hochzeiten mehr zu spielen, bei denen ich auf Extrawünsche eingehen muss. Als Orgnist an einer "Hochzeitskirche" habe ich da in den letzten Jahren fast ausschließlich schlechte Erfahungen gemacht, von der schlechten Gospel-Sängerin, die über Boxen ihren Bach/Gounod (in der evangelichen Kirche!) schmierte, während ich mit meiner Salicional 8'-Begleitung in jedem Takt ihr willkürliches Rubato ausgleichen musste, über die Brautmutter, die einer Sängerin nach einer 1 1/2-Stunden "Traufe" bei meinem Nachspiel den Umschlag in die Hand drückte und wieder ging, den Opa, der wollte dass ich ihn und seine Klarinette begleite - das absurde Lied, um das es ging, ist mir jetzt entfallen - aber von dem Vorhaben abrückte, als er erfuhr, dass ich dafür 50 Euro haben wollte, bis zu dem Brautpaar, mit dem ich nie ein Wort gewechselt habe, bei deren Hochzeit ich aber, als ich an die Orgel ging und das Liedblatt ansah, feststellte, dass darauf "Einzug Hochzeitsmarsch Mendelssohn" und "Auszug Hochzeitsmarsch Wagner" abgedruckt war - Mendelssohn klappte einigermaßen aus dem Kopf, Wagner driftete irgendwann in eine barockisierende Fuge ab.
Was mich dabei am meisten stört, ist, dass die ganze Hochzeitszeremonie in der Kirche meist nur noch eine Inszenierung für das Fotoalbum ist, oder, wie es Arno Paduch jüngst als Einführung zu einer rekonstruierten Krönungsmesse formulierte: "Wenn die Zeremonie an Bedeutung verliert, nimmt der Prunk zu."
Durch diese Entwicklung werde ich natürlich vom Kirchenmusiker zum Musik-Dienstleister, und auf den Job hab ich schlicht keine Lust. Und meinem hohen Anspruch an die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes kann so eine Hochzeit einfach nicht gerecht werden, sei es durch völlig unpassende Musikauswahl oder die dadurch bedingte schlechte Darbietung meinerseits.
Diese Aufblähung der Hochzeit wirkt sich übrigens nicht nur auf uns Organisten aus! Alle Kirchenangestellten sind davon genervt: Die Gemeindesekretärin, die permanent organisierende Brautleute am Telefon hat, der Küster, der 3 Stunden vorher und nachher die Kirche offen halten muss, damit der Blumenschmuck auf- und abgebaut werden kann, und sogar der Pfarrer, der mir mal sagte "Am liebsten wär es den Leuten, wenn sie mir selbst eine Predigt auf das Pult legen könnten, damit ich auch nichts falsches sage."
Das ist doch alles kein Gottesdienst mehr, sondern Theater. Die berechtigte Frage ist natürlich, ob die Kirche sich auf dieses Theater einlassen muss, oder ob sie die Leute stattdessen vergraulen und enttäuschen darf. Behutsames entgegenwirken wär vielleicht sinnvoll, aber da braucht man dann den richtigen Pastor für - und hat auch damit keine Erfolgsgarantie
Nein, mit Hochzeiten will ich eigentlich nichts mehr zu tun haben!
Viele Grüße aus Göttingen,
Arne
Hochzeitsorganist
tombecher
, Saarbrücken, Samstag, 28. Juni 2014, 23:45 (vor 4507 Tagen) @ ArnezN
Nein, mit Hochzeiten will ich eigentlich nichts mehr zu tun haben!
...so mache ich das auch (schon seit Jahren). Man lebt einfach stressfreier damit. Ich bin kein Profi-Organist, so dass diverse Extrawünsche für mich ggf. richtig viel Übe-Aufwand bedeuten (...der sowieso niemals angemessen vergütet wird...).
Die einzigen Ausnahmen in der letzten Zeit machte ich (gerne) für die Hochzeiten meiner Cousinen, die nächsten möglicherweise für meine Kinder... (so sie es denn wünschen)
;-)
Viele Grüße,
Thomas
Hochzeitsorganist
chp
, Sonntag, 29. Juni 2014, 19:33 (vor 4506 Tagen) @ tombecher
Hallo,
...so mache ich das auch (schon seit Jahren). Man lebt einfach stressfreier damit. Ich bin kein Profi-Organist, so dass diverse Extrawünsche für mich ggf. richtig viel Übe-Aufwand bedeuten (...der sowieso niemals angemessen vergütet wird...).
Die einzigen Ausnahmen in der letzten Zeit machte ich (gerne) für die Hochzeiten meiner Cousinen, die nächsten möglicherweise für meine Kinder... (so sie es denn wünschen)
da unsere Diaspora-Vorstadt-Kirche keine "Hochzeitskirche" ist, gibt es nur (eher seltene) Trauungen von Gemeindemitgliedern, die ich dann meist auch kenne. Die Auswahl der Literatur überlassen die in der Regel mir.
Aber wenn ich je mit merkwürdigen Musikwünschen für eine Trauung konfrontiert werden sollte, würde ich als Ehrenamtler auf die Homepage des Hochzeitsorganisten verweisen, ggf. auch um zu zeigen, was das normalerweise kostet. Ich finde diese Homepage von daher prima.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Hochzeitsorganist
Offenbass 32'
, Dienstag, 01. Juli 2014, 15:51 (vor 4504 Tagen) @ ArnezN
bearbeitet von Offenbass 32', Dienstag, 01. Juli 2014, 16:03
Arne dein Text hätte treffender nicht sein können. Es ist glaub ich auch so geworden, daß viele Leute nur noch kirchlich heiraten weil es dazu gehört und eben schön auf Hochzeitsbildern aussieht, abgesehn davon daß danach viele derer keine Kirche und keine Klus mehr sehen.
Bin ich doch froh über meine kleine katholische Eichsfeldgemeinde...da läuft's doch noch ein klein wenig anders wenngleich auch hier einige Ausnahmen die Regel bestätigen.
Wie schon gesagt läßt mir meine Arbeit kaum eine Möglichkeit binnen drei Tagen Sonderwünsche einzustudieren. Damit stimme ich dann mit CHP überein. Auch mir würde das einen riesigen Übeaufwand bedeuten, da ich ähnlich wie er kein Berufsorganist bin sondern dies nur, mehr oder weniger, als Ehrenamt begkleite. Um den alpigen Sommernachtstagtraum bin ich bis dato rumgekommen.
Hochzeitsorganist
perotin, Dienstag, 01. Juli 2014, 16:15 (vor 4504 Tagen) @ Offenbass 32'
abgesehn davon daß danach viele derer keine Kirche und keine Klus mehr sehen.
Klus... ist damit ein Kloster gemeint? Eine Kapelle?
Hochzeitsorganist
Offenbass 32'
, Dienstag, 01. Juli 2014, 16:24 (vor 4504 Tagen) @ perotin
Ja,das beschreibt eine kleine Kapelle oder einen Betstock.
Hochzeitsorganist
perotin, Dienstag, 01. Juli 2014, 16:33 (vor 4504 Tagen) @ Offenbass 32'
Ja, das beschreibt eine kleine Kapelle oder einen Betstock.
Danke!
perotin
Hochzeitsorganist
hintersatz, Mittwoch, 02. Juli 2014, 08:51 (vor 4504 Tagen) @ Offenbass 32'
Es ist glaub ich auch so geworden, daß viele Leute nur noch kirchlich heiraten weil es dazu gehört und eben schön auf Hochzeitsbildern aussieht, abgesehn davon daß danach viele derer keine Kirche und keine Klus mehr sehen.
Eben dann wäre es wichtig, dass die Leutchen bei Ihrem "Erstkontakt" nicht mit dem Kopp gegen ein antikes Bücherregal laufen und sich vom alten Staub berieseln lassen, sondern in eine moderne und aufgeschlossene Kirche treten, die ihre Wünsche Ernst nimmt.
Eine liturgische Besonderheit bei der Trauung sei noch angemerkt: nach katholischer Lehre ist es das Brautpaar, das sich das Sakrament gegenseitig spendet, und nicht etwa der Priester. Wie kann es sein, dass musikalische und liturgische Wünsche der sakramental Handelnden nicht zu berücksichtigen sind ?
Wenn ein Musiker klar äußert, im Rahmen der seiner zeitlichen, spieltechnischen oder instrumentalen Möglichkeiten derartige Sonderwünsche nicht realisieren zu können, wird das wohl jeder einsehen und hat Gelegenheit, sich nach einem anderen Musiker umzusehen.
Der pauschalen Hinweis aufs liturgisch nicht Passende und den Verweis aufs bewährte Repertoire mag zwar bequem sein, erscheint ab nicht gerade besonders Dienstleistungs-orientiert.
Hochzeitsorganist
Dorforganist, Mittwoch, 02. Juli 2014, 11:00 (vor 4503 Tagen) @ hintersatz
bearbeitet von Dorforganist, Mittwoch, 02. Juli 2014, 18:08
Der pauschalen Hinweis aufs liturgisch nicht Passende und den Verweis aufs bewährte Repertoire mag zwar bequem sein, erscheint ab nicht gerade besonders Dienstleistungs-orientiert.
Naja, der Hinweis auf "bewährtes Repertoire" ist sicher kein Argument, aber "liturgisch nicht Passendes" sollte doch, wie der Ausdruck schon nahelegt, nicht in der Liturgie stattfinden, wenn man diese ernst nimmt.
Das Thema "Dienstleistungs-orientiert" endete bei einem früheren Pfarrer da, wo der "Liturgiekasper" beginnt. Da hatte der seine klaren Grenzen (bekam ihm zugegebenermaßen auch nicht immer gut), und die sollte man ebenso einem Kirchenmusiker zugestehen.
Hochzeitsorganist
MAT
, Mittwoch, 02. Juli 2014, 11:29 (vor 4503 Tagen) @ Dorforganist
Liturgie als Dienstleistung - ein spannendes Thema, insbesondere mit der Fragestellung wer wem Dienste leistet.
--
Gruß
MAT
Hochzeitsorganist
Offenbass 32'
, Mittwoch, 02. Juli 2014, 11:50 (vor 4503 Tagen) @ MAT
Liturgie als Dienstleistung - ein spannendes Thema, insbesondere mit der Fragestellung wer wem Dienste leistet.
Eben..
Da gibt es der Möglichkeiten viele...
Ich mit meinem Ehrenamt diene sicher dem lieben Gott und mir selbst weil mir das Orgelspiel Spaß macht.
Hochzeitsorganist
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 03. Juli 2014, 00:16 (vor 4503 Tagen) @ hintersatz
Eine liturgische Besonderheit bei der Trauung sei noch angemerkt: nach katholischer Lehre ist es das Brautpaar, das sich das Sakrament gegenseitig spendet, und nicht etwa der Priester. Wie kann es sein, dass musikalische und liturgische Wünsche der sakramental Handelnden nicht zu berücksichtigen sind ?
Die Berücksichtigung liturgischer Wünsche auch durch die sakramental Handelnden selber, findet ihre ausgesprochen engen Grenzen in dem Umstand, daß sich die Liturgie nicht in deren Verfügungsgewalt befindet:
2. Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution:
"22. § 1. Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof.
§ 2. Auch den rechtmäßig konstituierten, für bestimmte Gebiete zuständigen Bischofsvereinigungen verschiedener Art steht es auf Grund einer vom Recht gewährten Vollmacht zu, innerhalb festgelegter Grenzen die Liturgie zu ordnen.
§ 3. Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern. "
Dass auch in normalen Messen die Pfarrer selber massenhaft (und meistens albern) an der Liturgie herumschrauben, ändert nichts an dem Umstand, daß es unstatthaft ist.
Leider sind der Respekt vor der Liturgie und auch das Wissen um den Sinn derselben ziemlich verdunstet. Wenn man in orthodoxe Gemeinden geht, kann man diesen Respekt noch erleben. Da würde es keinem einfallen, aus einer Laune heraus, an der Liturgie herumzubasteln. Auch die Gläubigen wollen so etwas nicht. Nicht einmal bei Kasualien. Im Gegenteil: ein liturgisch eigenmächtiger Priester würde von den Gläubigen sofort kritisiert. Ich habe Solches schon zwei Mal erlebt - und beide Male waren es nur Versehen.
Hochzeitsorganist
MAT
, Donnerstag, 03. Juli 2014, 08:40 (vor 4503 Tagen) @ Hausorgler
Nun, das kath. Regelwerk nützt mir als evangelisch Orgelndem nichts. Die Probleme sind aber wohl die gleichen.
--
Gruß
MAT
Hochzeitsorganist
Hausorgler
, Feldkirch/Vorarlberg, Donnerstag, 03. Juli 2014, 19:09 (vor 4502 Tagen) @ MAT
Natürlich sind es die gleichen. Die Evangelischen haben dafür aber auch ihre Agenden, welche den Rahmen abstecken.
Allerdings sehe ich zwei Dinge, die man auseinanderhalten sollte:
Einmal die Normen der Liturgie bzw. Agende, innerhalb derer man natürlich einen Gestaltungsspielraum hat, die aufzubrechen ich für gar nicht zielführend halte.
Die zweite Frage ist dann das "Wie" des Gestaltens. Man kann auch innerhalb des liturgisch Möglichen sehr geschmackvoll oder aber völlig geschmacklos und daneben gestalten. Hier wird es naturgemäß schwierig, ab welchem Punkt man da dann das irgendwann nötige Stopschild aufstellt.
Hochzeitsorganist
abstrakte
, Freitag, 04. Juli 2014, 00:19 (vor 4502 Tagen) @ MAT
Nun, das kath. Regelwerk nützt mir als evangelisch Orgelndem nichts. Die Probleme sind aber wohl die gleichen.
Nun, das Problem lässt sich aber auch evangelisch lösen: das "Liturgierecht" liegt bei protestantischen Gemeinden üblicherweise bei der Gemeinde selbst, und zwar bei der Gemeindeversammlung. Man kann sich also bei allzu großem liturgischem "Unfug" nachfragen, ob dass denn so mit der beschlossenen Liturgie im Einklang steht. Daran haben sich dann auch die Pfarrer zu halten. Die "Überwachung" der Liturgie obliegt dem örtlichen Presbyterium. Um den Pfarrer in Schranken zu weisen, bedarf es da natürliche eines "lebhaften" Presbyteriums, aber möglich ist das durchaus.
Gruß,
Abstrakte
Hochzeitsorganist
Dorforganist, Dienstag, 01. Juli 2014, 17:36 (vor 4504 Tagen) @ ArnezN
Ich weiß ja nicht, ob eine vertragsbasierte Nebenamtlertätigkeit dazu verpflichtet, alles zu spielen, was in der jeweiligen Kirche gewünscht ist, aber zumindest im freiwilligen Ehrenamt sollte es doch möglich sein, einfach Nein zu sagen. Irgend ein Hochzeitsorganist findet sich dann schon - das regelt sich dann wie so oft übers Geld.
Unser Pfarrer weiß, daß ich keine Hochzeiten spiele (bis auf wenige Ausnahmen im Freundeskreis, aber der ist aus dem Heiratsalter auch schon raus) und fragt mich gar nicht erst. Geht auch, und ich kann meine Übezeit für bessere Musik verwenden...
Hochzeitsorganist
stein
, Dienstag, 01. Juli 2014, 18:05 (vor 4504 Tagen) @ Dorforganist
Eine gute Möglichkeit alles outzusourcen und sich der Problematik zu entziehen:
Hochzeitsorganist
stein
, Dienstag, 01. Juli 2014, 18:22 (vor 4504 Tagen) @ stein
Und für andere Anlässe gibt es von dieser Orgel noch eine fahrbare Version, konnte ich aber nicht mehr unter lachschon.de finden.
http://www.orgelbau.ch/site/index.cfm?fuseaction=orgelbau.OrgelBildGross&laufnummer...
Hochzeitsorganist
Wolfgang Gourgé
, Dienstag, 01. Juli 2014, 21:25 (vor 4504 Tagen) @ Dorforganist
Ich weiß ja nicht, ob eine vertragsbasierte Nebenamtlertätigkeit dazu verpflichtet, alles zu spielen, was in der jeweiligen Kirche gewünscht ist, aber zumindest im freiwilligen Ehrenamt sollte es doch möglich sein, einfach Nein zu sagen. Irgend ein Hochzeitsorganist findet sich dann schon - das regelt sich dann wie so oft übers Geld.
Unser Pfarrer weiß, daß ich keine Hochzeiten spiele (bis auf wenige Ausnahmen im Freundeskreis, aber der ist aus dem Heiratsalter auch schon raus)
....im Hinblick auf die alternde Gesellschaft kann ich nur sagen: täusch' Dich da mal nicht......
rät:
Wolfgang...
Hochzeitsorganist
Solcena
, Dienstag, 01. Juli 2014, 21:36 (vor 4504 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von Solcena, Dienstag, 01. Juli 2014, 22:38
....im Hinblick auf die alternde Gesellschaft kann ich nur sagen: täusch' Dich da mal nicht......
rät:
Wolfgang...
Hallo Wolfgang,
das erinnert mich an meinen skurrilsten "Organisten"einsatz:
Begleitung der Gesänge bei einem Hochzeitsgottesdienstes eines Goldhochzeitspaares, das die nie vollzogene kirchliche Trauung am Fest der Goldenen Hochzeit nachholen wollte, im heimischen Wohnzimmer! Ich saß an einem Minikeyboard in einem kleinen Nebenraum :-))
Lg
Hochzeitsorganist
untersatz32, Mittwoch, 02. Juli 2014, 08:43 (vor 4504 Tagen) @ Solcena
Begleitung der Gesänge bei einem Hochzeitsgottesdienstes eines Goldhochzeitspaares, das die nie vollzogene kirchliche Trauung am Fest der Goldenen Hochzeit nachholen wollte, im heimischen Wohnzimmer! Ich saß an einem Minikeyboard in einem kleinen Nebenraum :-))
Dann sei mal nur froh, dass sie nicht auch noch die nie vollzogene EHE während deiner Anwesenheit im Nebenraum nachholten...
;-)
TH
Hochzeitsorganist
tombecher
, Saarbrücken, Dienstag, 01. Juli 2014, 22:19 (vor 4504 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
hahaha, danke Wolfgang, sehr guter Hinweis :)))
Verzichten Sie auf englische Modebegriffe wie "Black Tie" oder "Cocktail", wenn Sie etwa die Kleiderordnung vorgeben möchten. Formulieren Sie Ihre Wünsche (auch bezüglich eines Geschenkes!) lieber klar.
(...)
Die Location: Die Infografik zur Seniorenhochzeit von adlermode.com downloads windowopen beschreibt, dass Sie sich in der Location wohlfühlen müssen. (...)
What the F... war nochmal eine "Location"???
Fehlt nur noch die Anweisung für den Seniorenhochzeitsorganisten: "Spielen Sie, was Sie wollen (oder was Sie glauben, zu können), aber keinesfalls schneller als Viertel = 30"
Na, da werd' ich mich doch glatt auch noch mal trauen (...zu spielen)
:-)
Thomas
Hochzeitsorganist
jrbecker
, Donnerstag, 26. Juni 2014, 00:21 (vor 4510 Tagen) @ Dorforganist
Aber im Ernst: der Junge macht's doch richtig - und wenn er es gerne tut, umso besser (mein's wäre das ja nicht). In Anbetracht der Summen, die für Hochzeiten ausgegeben werden, ist seine Forderung eh sehr human...
Vielleicht darf ich noch ergänzen: Ohne zu philosophisch zu werden, sehe ich doch einen Unterschied zwischen einem Nebenamtler (wie mir) und einem Hauptamtler. Es geht ja auf der Website auch um die Aubildung und es wird ja auch erklärt, worin der Unterschied zwischen den "nicht studierten" D- und C-Musikern und den "studierten" B- und A-Musikern liegt. Ich habe gar kein Problem damit, dass jemand, der die Musik zum Hauptberuf gemacht hat und dafür entpsrechend in eine Ausbildung investiert hat auch mit enstprechenden Vergütungssätzen unterwegs ist. Mit ist auch klar, dass das Erreichen eines bestimmten Abschlusses nicht immer ein Qualitätsmaßstab für das Spiel ist. Bevor ich mir hierzu ein Bild machen möchte, würde ich den Herrn gerne einmal live erleben...
LG
Jörg