Etwas OT: Wandelkonzert in Schloss Benrath in Düsseldorf-Benrath
OT deshalb, weil zwar historische Tasteninstrumente, aber keine Orgel beteiligt war(en).
Am vergangengen Samstag hatte ich das Vergnügen, das letzte Wandelkonzert der Saison
im Schloss Benrath unter dem Titel „Der Hamburger Bach“ zu hören.
Die Wandelkonzerte der „Neuen Düsseldorfer Hofmusik“ werden grundsätzlich nur mit einem Titel angekündigt,
genaue Besetzung und Programm sind Überraschungssache. Wandelkonzert heißen sie aus zwei Gründen:
1) Für einen (kleineren) Teil der Zuhörer sind zwar Sitzplätze im Kuppelsaal vorhanden, der größere Teil der Zuhörer
muss stehen oder eben „wandeln“, wobei die Akustik des Schlosses es normalerweise erlaubt, ohne Qualitätsverlust während der Darbietungen auf den „formschönen und passgenauen“ Filzpuschen durch die Räume des Schlosses zu schluffen.
2) Auch die Aufführenden „wandeln“: im Konzert werden 3-4Räume bespielt.
Im Konzert am vergangenen Freitag / Samstag wurden ausschließlich Werke von Carl Philipp Emanuel Bach gespielt
und zwar in der Besetzung: Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte(n), Pieter Jan Belder, Tasteninstrumente, wobei letzterer ein neues Gesicht war, normalerweise waren bisher die Cembalisten der Hofmusik Christoph Lehmann und / oder Christoph Anselm Noll.
1) im Vestibül des Schlosses:
Sonata G-dur Wq 123 für Traversflöte und Cembalo
2) im Kuppelsaal:
Fantaisie C-dur Wq 61/6 für Hammerklavier solo
Das Hammerklavier war ein historisierender Nachbau der Fa.
Gebr. Kobald (NL)
Sonate a-moll Wq 132 für Traversflöte solo
3) im östlichen Gartensaal
Abschied vom Silbermannschen Klavier Wq 66 für Clavicord solo
Sonate a-moll Wq 128 für Flöte und Basso continuo (Basso continuo = Clavicord)
4) im Kuppelsaal
Sonate C-dur Wq 149 für Flöte und obligates Clavier (=Hammerklavier)
Wann hat man schon mal Gelegenheit, so unterschiedliche Tasteninstrumente in einem Konzert zu hören?
Wobei beide Solisten die Aufführung der Sonate Wq 128 als „Versuch“ bezeichneten, Anders als bei den anderen Werken hat Schmidt-Casdorff diese Sonate im Sitzen gespielt, um mit den Ohren näher am Clavicord zu sein, im Stehen hätte er es nicht gut genug hören können.
Ich bezweifle auch, dass die im Kuppelsaal sitzengebliebenen Zuhörer was vom Clavicord gehört haben...
Dankbarer Beifall der knapp 200 Zuhörer (mehr als 200 Zuhörer sind vom Veranstalter auch nicht vorgesehen, die historischen Räume könnten sonst Schaden nehmen...)
Zugabe : Letzter Satz des letzten Werks.
Historische Grüße
Frank
Edit: Die Konzerte werden kompetent und auch amüsant moderiert und kommentiert von
Winfried Fechner, ehemals WDR-Mitarbeiter.
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- Etwas OT: Wandelkonzert in Schloss Benrath in Düsseldorf-Benrath -
Frank Berger,
24.06.2014, 00:31
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