VOD/BDO-Tagung in Köln 2014 (V)

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 01:21 (vor 4515 Tagen)
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Samstag, 21. Juni 2014, 13:24

Letzter Tag: auf dem Programm standen am Vormittag konzertante Vorstellungen der Orgeln in der Antoniterkirche und in St. Ursula, am Nachmittag die durch Weimbs neugestaltete Orgel in Zülpich/St. Peter - diese leider ohne uns, da unser Zug schon um 17.00 Uhr ab Köln Hauptbahnhof fuhr.

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Die Antoniterkirche ist zwar relativ klein, verfügt aber über eine erstaunlich "große" Akustik. Die Orgel ist ursprünglich von Willi Peter 1964 mit elektrischen Trakturen erbaut worden; nach mehreren Umbauten verfügt sie heute über beachtliche 45 Register auf drei Manualen und Pedal.

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Johannes Quack führte sie nach einer umfangreichen Einführung...

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...mit diesem Programm...

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...vor. Obwohl unübersehbar orgelbewegt, überzeugt die Orgel mit einer großen Bandbreite an darstellbarem Repertoire, eine "Universalorgel" von überschaubarer Größe ohne unangenehme Kopflastigkeit, bei der Buxtehude ebenso überzeugte wie Reger.

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(...ob der Prospekt wohl von Walter S. ist?)

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Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das Konzept von Andreas J. Schiegnitz in der Basilika St. Ursula, der nächsten - und für mich letzten - Station der diesjährigen Tagung....

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(...ja, wo ist sie denn?)

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(...aha.....)

Nach einer Einführung durch Andreas Schiegnitz....

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...stellte Michael Gerhard Kaufmann die sowohl vom Aufstellungsort als auch von der Konzeption her sehr ungewöhnliche Orgel (zwei Spieltische, zwei Prospekte) u.a. mit Mendelssohn (2. Sonate) und Graf vor, wobei er den Anfang mit einer Salve Regina-Vertonung auf dem mitteltönigen Prinzipal (ein beeindruckendes Register) machte.

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(Andreas Saage und Matthias Wirth am Ursulaspieltisch - Nordseite)

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Beim näheren Betrachten wird die liebevolle Detailarbeit von Schiegnitz deutlich: so läßt sich eine Tür mit Pfeifen öffnen, die aber keineswegs stumm sind, sondern über Öffnungen im Rahmen unten alimentiert werden. Diese Mühe hätte sich nicht jeder Orgelbauer gemacht....

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der südliche Prospekt mit dem....

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...Marienspieltisch...

Blick vom Marien-.....
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...zum Ursulaspieltisch...

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Ein wenig problematisch erscheint mir die Enge auf der Empore....

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...: die Prospektpfeifen sind gegen versehentliches Berühren kaum geschützt. Dieser Nachteil ist wohl dem Konzept geschuldet und war wohl unvermeidlich. Den sehr positiven Gesamteindruck stört das nicht - es ist ein eigenwillig-unkonventionelles Orgelprojekt, das nicht den Ziel eines raumfüllenden Klangs verfolgt, dabei in der Anlage konservativ. Ganz sicher eine Bereicherung der Kölner Orgellandschaft; es wären hier sehr viel langweiligere Lösungen denkbar gewesen.

Mittagspause in der "Schreckenskammer" neben St. Ursula....

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....und ein abschließender Dom-Rundgang bei Tageslicht, bevor es ins Hotel und von da aus mit Gepäck zum Bahnhof ging....

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(das Richter-Fenster....)

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(hier ist das Richter-Fenster am Ende des Querhauses zu sehen, leider völlig überstrahlt - bei Einstellung der Belichtung auf das Fenster wäre aber alles andere nur Finsternis gewesen; im Dom war es viel dunkler, als die Bilder vermuten lassen.)

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"...kuck' mal, hier war das also mit der Josephine Witt....."

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Was bleibt noch von Köln? - Die Erkenntnis, daß die Kuckucksuhr offenbar eine kölsche Erfindung ist,.....

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....ebenso das Weizenbierglas (obwohl Weizenbier in Köln ja - siehe unten - angeblich tabu ist),....

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....der Bierkrug, hier in unübertroffen scheußlichen Varianten, passend zu jeder Eiche-rustikal-Schrankwand,....

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...und die...

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...Weihnachtspyramide. Kölle alaaf.

Anscheinend ebenfalls eine kölsche Erfindung: der Typus des rotzigen Kellners. Liebe Kölner: es mag ja sein, daß ein gewisses Maß an Derbheit von Kegelvereinsmitgliedern mit zweistelligem Promillewert auf Köln-Tour als Lokalkolorit geschätzt wird. Von mir allerdings nicht. Permanent geduzt zu werden, auf die Frage nach Weizenbier die pampige Antwort "da kannst du nach München fahren, so 'nen Scheiß gibt's hier nicht" zu erhalten (derweil auf zahllosen Kneipen-Tischen in der Innenstadt Weizenbier zu sehen war) oder den Salat mit den Worten "da ist dein Kaninchenfutter" hingestellt zu bekommen, ist nicht wirklich lustig, sondern plump. "Unkompliziert" ist nicht dasselbe wie "unverschämt". Insofern ist mein Bedürfnis, Köln wiederzusehen, eher begrenzt - ich hoffe, die hier anwesenden Kölner sehen mir das nach...

Gruß,
Wolfgang

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D. Hausmann, Samstag, 21. Juni 2014, 01:54 (vor 4515 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Lieber Wolfgang,

einmal mehr HERZLICHEN DANK für den detaillierten Bericht und die tollen Bilder!!

Herzlichen Gruß
Dieter

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Friedrich @, Samstag, 21. Juni 2014, 02:05 (vor 4515 Tagen) @ D. Hausmann

Lieber Wolfgang,

einmal mehr HERZLICHEN DANK für den detaillierten Bericht und die tollen Bilder!!

Ich schließe mich energisch an!
Grandios!

Viele Grüße
Friedrich

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daggies @, Samstag, 21. Juni 2014, 09:27 (vor 4514 Tagen) @ Friedrich

Auch von mir herzlichen Dank! Toller Bericht!!!

Kölsche Art

Jürgen Wolf, Samstag, 21. Juni 2014, 09:14 (vor 4514 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Vielen Dank für den aufschlußreichen Artikel.

Ich wohne seit 20 Jahren in Köln (ne Imi) und habe mich inzwischen an die Kölsche Art gewöhnt. Für einen Hamburger muß das schier unerträglich sein. Aber zum Trost sei gesagt: Nicht alle Kölner sind so, bei den Köbessen (Kellner) spielt der Touri eine besondere Rolle, man gibt sich derb. Ob das zum Vorteil ist, sei dahin gestellt....

Jürgen Wolf, Köln

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JSBach @, Samstag, 21. Juni 2014, 11:38 (vor 4514 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Schöner Bericht, über die (Un-)Art der Kölner Kellner kann ich mich nur anschließen...

PS: Das Konzertprogramm fehlt, du zeigst zweimal das Bild mit der Dispo :)

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Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 12:48 (vor 4514 Tagen) @ JSBach

Schöner Bericht, über die (Un-)Art der Kölner Kellner kann ich mich nur anschließen...

PS: Das Konzertprogramm fehlt, du zeigst zweimal das Bild mit der Dispo :)

....ja, bei der Antoniterkirche; wird umgehend korrigiert; auch fehlt noch das extra gemachte Foto vom Richter-Fenster im Dom...

Gruß,
Wolfgang

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JSBach @, Samstag, 21. Juni 2014, 15:12 (vor 4514 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

das Foto vom Richterfenster ist ziemlich pixelig, haste das noch in besserer Auflösung? ;)

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Wolfgang Gourgé @, Montag, 23. Juni 2014, 23:32 (vor 4512 Tagen) @ JSBach

das Foto vom Richterfenster ist ziemlich pixelig, haste das noch in besserer Auflösung? ;)

....ich habe es hier nur in 800 x ca. 530 hochgeladen (3 zu 2 also). Theoretisch wäre es in höherer Auflösung als JPG zu haben, allerdings ist es schon ein ziemlich weitgehender Crop.

Gruß,
Wolfgang

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3rd_astronaut, Dienstag, 24. Juni 2014, 13:02 (vor 4511 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

das Foto vom Richterfenster ist ziemlich pixelig, haste das noch in besserer Auflösung? ;)


....ich habe es hier nur in 800 x ca. 530 hochgeladen (3 zu 2 also). Theoretisch wäre es in höherer Auflösung als JPG zu haben, allerdings ist es schon ein ziemlich weitgehender Crop.


ähem, wolfgang, dein ironie-detektor hat sich gestern abend irgendwie dejustiert ;-)

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Wolfgang Gourgé @, Dienstag, 24. Juni 2014, 13:48 (vor 4511 Tagen) @ 3rd_astronaut

das Foto vom Richterfenster ist ziemlich pixelig, haste das noch in besserer Auflösung? ;)


....ich habe es hier nur in 800 x ca. 530 hochgeladen (3 zu 2 also). Theoretisch wäre es in höherer Auflösung als JPG zu haben, allerdings ist es schon ein ziemlich weitgehender Crop.

ähem, wolfgang, dein ironie-detektor hat sich gestern abend irgendwie dejustiert ;-)

...okay, okay......;--)

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Friedrich @, Samstag, 21. Juni 2014, 13:27 (vor 4514 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Die Antoniterkirche ist zwar relativ klein, verfügt aber über eine erstaunlich "große" Akustik. Die Orgel ist ursprünglich von Willi Peter 1964 mit elektrischen Trakturen erbaut worden; nach mehreren Umbauten verfügt sie heute über beachtliche 45 Register auf drei Manualen und Pedal.
... Obwohl unübersehbar orgelbewegt, überzeugt die Orgel mit einer großen Bandbreite an darstellbarem Repertoire, eine "Universalorgel" von überschaubarer Größe ohne unangenehme Kopflastigkeit, bei der Buxtehude ebenso überzeugte wie Reger.
(...ob der Prospekt wohl von Walter S. ist?)

Ohne nachzulesen: Weiß nicht – dafür ist er eigentlich ein wenig zu eckig und zu wenig elegant. Angesichts der Dispo frage ich mich allerdings, ob die nicht von Klotz ist. Spezialitäten: Cornet décomposé im Hauptwerk, Dulzian im Positiv, Oboe neben Trompete (und nicht, wie sehr oft sonst, Dulzian oder Fagott 16') im Schwellwerk, Registernamen wie Holzgedackt 16' und Hintersatz für Bordun und Mixtur, Universalität des Konzepts. Das Solowerk ist spätere Zutat, darauf wäre er im Traum nicht gekommen.

Nach einer Einführung durch Andreas Schiegnitz stellte Michael Gerhard Kaufmann die sowohl vom Aufstellungsort als auch von der Konzeption her sehr ungewöhnliche Orgel (zwei Spieltische, zwei Prospekte) u.a. mit Mendelssohn (2. Sonate) und Graf vor, wobei er den Anfang mit einer Salve Regina-Vertonung auf dem mitteltönigen Prinzipal (ein beeindruckendes Register) machte.

Eine Disposition findet sich z. B. hier.

Danke nochmal für den schönen Bericht!

Viele Grüße
Friedrich

P. S.
À propos Rheinland-Schock für Ausländer: Es gibt schöne Briefe von Clara Schumann aus der Düsseldorfer Zeit. Aus dem vornehmsten Sachsen kommend, rangen die Schumanns wohl wieder und wieder nach Fassung ob der rheinischen Umgangsformen. Der schüchterne Schumann war seinen frohsinnigen Orchester- und Chormassen gegenüber auf komplett verlorenem Posten. Aber: Immerhin hat ihn dann eine Karnevalsgesellschaft aus dem Wasser gezogen und zu Hause abgeliefert. Geben wir den Rheinländern deshalb den Rohdiamanten-Bonus. Die kleinen Biergläser freilich sind unverzeihlich.

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Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 13:57 (vor 4514 Tagen) @ Friedrich

À propos Rheinland-Schock für Ausländer: Es gibt schöne Briefe von Clara Schumann aus der Düsseldorfer Zeit. Aus dem vornehmsten Sachsen kommend, rangen die Schumanns wohl wieder und wieder nach Fassung ob der rheinischen Umgangsformen. Der schüchterne Schumann war seinen frohsinnigen Orchester- und Chormassen gegenüber auf komplett verlorenem Posten. Aber: Immerhin hat ihn dann eine Karnevalsgesellschaft aus dem Wasser gezogen und zu Hause abgeliefert. Geben wir den Rheinländern deshalb den Rohdiamanten-Bonus. Die kleinen Biergläser freilich sind unverzeihlich.

....diese 0,2-Gläschen haben sogar den paradoxen (aber vermutlich erwünschten) Effekt, daß man in derselben Zeitspanne viel mehr trinkt als bei einem normalen 0,5er (Weizen-)Bierglas. Die kleinen Gläschen lassen sich locker mit zwei Zügen leeren, der Kellner stellt - den dortigen Gepflogenheiten entsprechend - ohne Nachfrage immer wieder ein volles hin (sofern man nicht den Deckel auf das Glas legt), und so hat man in kurzer Zeit eine Handvoll dieser Gläschen verdrückt: macht einen ganzen Liter Bier. Alkoholiker zu werden, fällt in Köln nicht besonders schwer.

wieder promillefrei grüßt:
Wolfgang...

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Florian-L @, Sonntag, 22. Juni 2014, 09:01 (vor 4513 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....diese 0,2-Gläschen haben sogar den paradoxen (aber vermutlich erwünschten) Effekt, daß man in derselben Zeitspanne viel mehr trinkt als bei einem normalen 0,5er (Weizen-)Bierglas.

Hier eine weitere Begründung dafür.

Gruß, Florian

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stein @, Sonntag, 22. Juni 2014, 10:08 (vor 4513 Tagen) @ Florian-L

....diese 0,2-Gläschen haben sogar den paradoxen (aber vermutlich erwünschten) Effekt, daß man in derselben Zeitspanne viel mehr trinkt als bei einem normalen 0,5er (Weizen-)Bierglas.


Hier eine weitere Begründung dafür.

Meistens sind die Gläser nicht einmal ganz voll, wenn man dann den Köbes freundlich darauf aufmerksam macht, weiss man warum im Rheinland die Gewitter so heftig sein können.
Sion und Früh sind die grossen Häuser, da geht es dann ruppiger zu.

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Florian-L @, Sonntag, 22. Juni 2014, 08:57 (vor 4513 Tagen) @ Friedrich

Nach einer Einführung durch Andreas Schiegnitz stellte Michael Gerhard Kaufmann die sowohl vom Aufstellungsort als auch von der Konzeption her sehr ungewöhnliche Orgel (zwei Spieltische, zwei Prospekte) u.a. mit Mendelssohn (2. Sonate) und Graf vor, wobei er den Anfang mit einer Salve Regina-Vertonung auf dem mitteltönigen Prinzipal (ein beeindruckendes Register) machte.


Eine Disposition findet sich z. B. hier.

Zu welchem Zweck hat man eigentlich zwei Spieltische aufgestellt?

Auch von mir herzlichen Dank für den interessanten Bericht!

Gruß, Florian

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hardy @, Sonntag, 22. Juni 2014, 22:21 (vor 4513 Tagen) @ Friedrich

Hallo,
ja, die Dispo der Antoniter-Orgel steht in Hans Klotz' "Buch von der Orgel". Er hat Disposition und wohl auch Mensuren geliefert. Ausser dem neuen zusätzlichen Manual und den Sub- und Superkoppeln ist sie recht wenig verändert - natürlich hat er Gambe und Schwebung im SW damals weggelassen, und aus der Erinnerung heraus sind Trompete und Oboe nebeneinander auch nicht original.
Gruß, Hardy

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Friedrich @, Sonntag, 22. Juni 2014, 23:17 (vor 4513 Tagen) @ hardy

Hallo,
ja, die Dispo der Antoniter-Orgel steht in Hans Klotz' "Buch von der Orgel". Er hat Disposition und wohl auch Mensuren geliefert. Ausser dem neuen zusätzlichen Manual und den Sub- und Superkoppeln ist sie recht wenig verändert - natürlich hat er Gambe und Schwebung im SW damals weggelassen, und aus der Erinnerung heraus sind Trompete und Oboe nebeneinander auch nicht original.

Interessant. Ich hab’ noch ’ne ältere Ausgabe, da ist diese Orgel nicht drin. Streicher, Schwebungen und Schwellwerkszungen 8+8 hat er aber durchaus besetzt, wenn ich mich recht erinnere.

Viele Grüße
Friedrich

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hardy @, Dienstag, 24. Juni 2014, 21:53 (vor 4511 Tagen) @ Friedrich

Ja, in dem Buch ist auch die Dispo der Aachener Christuskirchen-Orgel. Von 1938, u. a. mit "Streicherschwebung 1-2f. 8' und dem Zusatz: "hat sich als überflüssig herausgestellt". :-)

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stein @, Samstag, 21. Juni 2014, 16:54 (vor 4514 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Anscheinend ebenfalls eine kölsche Erfindung: der Typus des rotzigen Kellners. Liebe Kölner: es mag ja sein, daß ein gewisses Maß an Derbheit von Kegelvereinsmitgliedern mit zweistelligem Promillewert auf Köln-Tour als Lokalkolorit geschätzt wird. Von mir allerdings nicht. Permanent geduzt zu werden, auf die Frage nach Weizenbier die pampige Antwort "da kannst du nach München fahren, so 'nen Scheiß gibt's hier nicht" zu erhalten (derweil auf zahllosen Kneipen-Tischen in der Innenstadt Weizenbier zu sehen war) oder den Salat mit den Worten "da ist dein Kaninchenfutter" hingestellt zu bekommen, ist nicht wirklich lustig, sondern plump. "Unkompliziert" ist nicht dasselbe wie "unverschämt". Insofern ist mein Bedürfnis, Köln wiederzusehen, eher begrenzt - ich hoffe, die hier anwesenden Kölner sehen mir das nach...

Da treffen auch zwei Welten aufeinander. Mit dem kölsch Köbes ist nicht zu spassen.
Da kannst du devot daherkommen wie du willst, es setzt immer einen Satz heisse Ohren.

Vielen Dank für den tollen Bericht!
gruss stein

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Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Samstag, 21. Juni 2014, 18:41 (vor 4514 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Hallo Wolfgang Gourgé!

Herzlichen Dank auch von mir für Text und Bild - immer wieder lehreich und amüsant! Wer sieht schon das letzte Stück Kuchen? Einfach prima.

Da wir beide gerne fotografieren, hier noch eine Frage/ein Hinweis: Warum kam bei dem Foto aus dem Dom mit Hauptorgel und Richter-Fenster nicht HDR (High Dynamic R...) zur Anwendung? Ich habe damit gerade in Kirchen beste Erfahrung gemacht. Die Kamera macht mehrere Bilder mit unterschiedlicher Belichtung und setzt selbst das ausgewogen belichtete Bild zusammen - nichts zu dunkel, nichts zu hell. Zugegeben, das ist unwirklich, aber unser Auge ist vor Ort ja auch nicht anders tätig als die Kamera in HDR-Einstellung.

Noch ein Wort zum Bier: Meine leckersten zwei Glas Bier habe ich in einer Kölner Hausbrauererei getrunken. Das sage ich als Düsseldorfer! Aber als ich nach der letzten Klausur im ersten Examen vom Oberlandesgericht am Reichensperger Platz erleichtert zum Hbf. zurückkam, da löste sich die Spannung aufs Schönste bei diesen Bieren. So etwas vergißt man nicht.

Beste Grüße Clemens Schäfer

--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)

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stein @, Samstag, 21. Juni 2014, 18:55 (vor 4514 Tagen) @ Clemens Schäfer

Da wir beide gerne fotografieren, hier noch eine Frage/ein Hinweis: Warum kam bei dem Foto aus dem Dom mit Hauptorgel und Richter-Fenster nicht HDR (High Dynamic R...) zur Anwendung? Ich habe damit gerade in Kirchen beste Erfahrung gemacht. Die Kamera macht mehrere Bilder mit unterschiedlicher Belichtung und setzt selbst das ausgewogen belichtete Bild zusammen - nichts zu dunkel, nichts zu hell. Zugegeben, das ist unwirklich, aber unser Auge ist vor Ort ja auch nicht anders tätig als die Kamera in HDR-Einstellung.

Ich vermute er hat die Bilder aus der Hand heraus gemacht. Daher hohe ISO Zahl mit höherem Rauschrisiko. Für HDR müsste er ein Stativ benutzen.
Ein hoch spannendes Thema! Wer nicht über HDR verfügt, kann auch Fotos mit unterschiedlichen Belichtungsdauern aufnehmen und dann am PC mit einem Fotoprogramm bearbeiten. Mit beiden Methoden habe ich keine Erfahrung, Weiss jemand genaueres.
Gerade Orgelfotografien stellen uns immer wieder vor dieses Problem. Dunkle Räume - helle Fenster.

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Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 19:14 (vor 4514 Tagen) @ stein

Da wir beide gerne fotografieren, hier noch eine Frage/ein Hinweis: Warum kam bei dem Foto aus dem Dom mit Hauptorgel und Richter-Fenster nicht HDR (High Dynamic R...) zur Anwendung? Ich habe damit gerade in Kirchen beste Erfahrung gemacht. Die Kamera macht mehrere Bilder mit unterschiedlicher Belichtung und setzt selbst das ausgewogen belichtete Bild zusammen - nichts zu dunkel, nichts zu hell. Zugegeben, das ist unwirklich, aber unser Auge ist vor Ort ja auch nicht anders tätig als die Kamera in HDR-Einstellung.


Ich vermute er hat die Bilder aus der Hand heraus gemacht. Daher hohe ISO Zahl mit höherem Rauschrisiko. Für HDR müsste er ein Stativ benutzen.
Ein hoch spannendes Thema! Wer nicht über HDR verfügt, kann auch Fotos mit unterschiedlichen Belichtungsdauern aufnehmen und dann am PC mit einem Fotoprogramm bearbeiten. Mit beiden Methoden habe ich keine Erfahrung, Weiss jemand genaueres.
Gerade Orgelfotografien stellen uns immer wieder vor dieses Problem. Dunkle Räume - helle Fenster.

....so ist es - kein Stativ. Aber selbst wenn: meine Kamera ist inzwischen recht betagt (nach Digital-Maßstäben), sie kann noch gar kein HDR. Andererseits vermisse ich das auch nicht so sehr. Ich finde die HDRs sehr künstlich. Aber gut, das ist auch Geschmackssache.

Die Bilder vom Nachtkonzert mit Johannes Geffert sind mit ISO 800 bzw. das zweite mit ISO 1600 gemacht, weshalb sie nur für kleinere Formate zu gebrauchen sind; die Tagaufnahmen im letzten Teil meist mit ISO 400 mit Ausnahme des Fensters, für das - da relativ hell - ISO 100 genügte.

Gruß,
Wolfgang

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stein @, Samstag, 21. Juni 2014, 20:03 (vor 4514 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....so ist es - kein Stativ. Aber selbst wenn: meine Kamera ist inzwischen recht betagt (nach Digital-Maßstäben), sie kann noch gar kein HDR. Andererseits vermisse ich das auch nicht so sehr. Ich finde die HDRs sehr künstlich. Aber gut, das ist auch Geschmackssache.

kommt darauf an, das Bild unten stammt nicht von mir, ist aber sicherlich bearbeitet worden, sonst wäre das Fenster schneeweiss.

http://www.domorgel-billerbeck.de/wp-content/uploads/neue_Orgel_4.jpg

Kleiner Trick, in Sacré-Coeur habe ich letzte Woche die Chororgel in der Abenddämmerung ganz natürlich mit 15s Langzeitbelichtung fotografiert. Die Fenster waren im Original viel dunkler. So kamen sie ziemlich schön rüber.

https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/14214203327/lightbox/

HDR, war: VOD/BDO-Tagung in Köln 2014 (V)

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Samstag, 21. Juni 2014, 20:55 (vor 4514 Tagen) @ stein

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Hier zwei Beispiele (Dom Bremen; Gedächtnis-Kirche Berlin) für HDR. Beide aus der Hand. Ich habe fast nie ein Stativ dabei. Hier verkleinert, im Original 4,7 MB. Kamera hat 1:2,8 Optik durchgehend von 24-600, ist dabei kompakt und handlich. Und vor allem: Nicht zu teuer.

Gruß Clemens Schäfer

--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)

HDR, war: VOD/BDO-Tagung in Köln 2014 (V)

stein @, Samstag, 21. Juni 2014, 21:25 (vor 4514 Tagen) @ Clemens Schäfer

Hier zwei Beispiele (Dom Bremen; Gedächtnis-Kirche Berlin) für HDR. Beide aus der Hand. Ich habe fast nie ein Stativ dabei. Hier verkleinert, im Original 4,7 MB. Kamera hat 1:2,8 Optik durchgehend von 24-600, ist dabei kompakt und handlich. Und vor allem: Nicht zu teuer.

Lieber Herr Schäfer,
können Sie mir Ihr Kameramodell nennen. Frei aus der Hand wird sie die leicht verschobenen Bilder automatisch übereinander legen. Mir wären die Orgeln an sich etwas zu dunkel. Der HDR Effekt stört gar nicht. Es sei denn, man übertreibt:
hier wurden sicherlich 10 Bilder übereinander gelegt

https://www.flickr.com/photos/matuka_nl/5155410954/sizes/o/in/photostream/

meines vom letzten Jahr gefällt mir besser. Eine Aufnahme - letzte Abenddämmerung im September - Rosette fast dunkel - Orgel wegen Konzert beleuchtet - Stativ - etwa 8 sec Belichtung - ISO 80 - Canon Powershot S 5 für 300 Euro
https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/9938874743/in/set-72157636119364966/lightbox/

hier auch von mir am hellen Tag - vermutlich ähniche Einstellung wie oben - schlechter Kompromiss
https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/10176926555/in/set-72157636119364966/lightbox/

kürzere Belichtung: Rosette schön, Orgel nur noch Schatten
https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/10177033313/in/set-72157636119364966/lightbox/

HDR, war: VOD/BDO-Tagung in Köln 2014 (V)

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Sonntag, 22. Juni 2014, 12:48 (vor 4513 Tagen) @ stein

Lieber Herr Stein,

können Sie mir Ihr Kameramodell nennen. Frei aus der Hand wird sie die leicht verschobenen Bilder automatisch übereinander legen. Mir wären die Orgeln an sich etwas zu dunkel. Der HDR Effekt stört gar nicht.

Panasonic DMC FZ 200. Gibt es für unter € 400.

Es sei denn, man übertreibt: hier wurden sicherlich 10 Bilder übereinander gelegt

https://www.flickr.com/photos/matuka_nl/5155410954/sizes/o/in/photostream/

Ja, das Bild wirkt steril und unwirklich. Gekünstelt.

meines vom letzten Jahr gefällt mir besser. Eine Aufnahme - letzte Abenddämmerung im September - Rosette fast dunkel - Orgel wegen Konzert beleuchtet - Stativ - etwa 8 sec Belichtung - ISO 80 - Canon Powershot S 5 für 300 Euro
https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/9938874743/in/set-72157636119364966/lightbox/


Wenn man die richtige Zeit und Gelegenheit trifft (hier Abenddämmerung mit nicht mehr zu hellem Licht von außen und angestrahlter Orgel innen, dann läßt sich so ein prima Bild auch ohne HDR machen. Profis dürften solche Lichtverhältnisse für ihre Aufnahmen speziell abwarten.

hier auch von mir am hellen Tag - vermutlich ähniche Einstellung wie oben - schlechter Kompromiss
https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/10176926555/in/set-72157636119364966/lightbox/

kürzere Belichtung: Rosette schön, Orgel nur noch Schatten
https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/10177033313/in/set-72157636119364966/lightbox/

Das sind die typischen Ergebnisse bei hellem Tageslicht: Man kann nur das eine richtig belichten; Kompromisse befriedigen dann nie. Hier hilft HDR doch sehr.

Beste Grüße
Clemens Schäfer

--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)

Kölsche Tön

kjz1, Sonntag, 22. Juni 2014, 12:58 (vor 4513 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Hallo Wolfgang!

Vielen Dank für den schönen und reich bebilderten Bericht.

Als Rheinländer kann ich sagen, das mit den 'rotzigen' Köbese gehört halt zur 'rheinischen Folklore'. Insbesondere dann, wenn man in die großen Brauhaus-Gaststätten geht. Man sollte mal versuchen, dort ein Alt zu bestellen. Vielleicht überlebt man es...

Ansonsten: bei einer Schulung mit Teilnehmern aus ganz Deutschland musste ich mir auch anhören: 'Bäh, was habt ihr für eine derbe Mundart!' Wenn man hier geboren ist, ist man halt nichts anderes gewöhnt. Nach dem Motto: hart, aber herzlich.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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hintersatz, Dienstag, 05. August 2014, 20:12 (vor 4469 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Peter-Orgeln sind hier im Kölner Raum sehr verbreitete,
grundsolide und sehr haltbare Instrumente, und das Beste
an Ihnen ist, wenn der geschätzte Herr Kollege sie hat...:-)
Am kommenden WE habei ich auch eine in Vertretung...

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...ich werde natürlich berichten.

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MAT @, Dienstag, 05. August 2014, 20:35 (vor 4469 Tagen) @ hintersatz

Hier am Niederrhein stehen auch einige von den Kisten herum. Mich hat keine überzeugt. Und wenn ich dann an die historischen Überreste in Alpen denke kommen mir die Tränen.

--
Gruß
MAT

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