VOD/BDO-Tagung 2014 in Köln (IV)

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 01:21 (vor 4517 Tagen)
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Samstag, 21. Juni 2014, 14:24

Der Donnerstagvormittag gehörte den Mitgliederversammlungen von VOD und BDO. Von diesen natürlich keine Bilder.....soviel: die nächste VOD-Tagung soll in der Woche nach Pfingsten 2015 in Traunstein stattfinden.

Die Mittagspause nutzte ich, um mir die Kunststation St. Peter näher anzusehen, in der am Nachmittag weitere Diskussionen und Vorträge anstanden.

[image]

[image]

[image]

[image]

Kaum hatte ich die ersten Fotos gemacht, kam Dominik Susteck - und war spontan bereit, mir eine "Privat-Orgelvorführung" zu geben. Dafür mein besonderer Dank!

[image]
(der Spieltisch der Chororgel)

[image]

[image]
(Südseite der Hauptorgel)

[image]
(D. Susteck am Hauptspieltisch auf der nördlichen Empore)

Und es gab wieder einen "aha"-Effekt: es ist doch gut, daß es eine solche Orgel in einem solchen Raum - der gleichwohl immer noch eine Kirche ist - gibt. Meine Kritik vom Vortag hatte sich hauptsächlich an der Vorstellung "mechanischer" Effekte wie bei Kinoorgeln festgemacht. Diese Effekte sind zwar oft verblüffend realitätsnah - aber künstlerisch eben auch gerade deshalb recht platt (und von jeder Elektronik heute ungleich leichter zu imitieren). Mit der Simulation einer ratternden Bahn, synthetischem Gewitterdonner oder Regen oder einer Autohupe kann man Filme ganz trefflich untermalen (wobei, wie gesagt, es auch Interpreten wie Wolfgang Seifen gibt, die das sicher nicht brauchen), doch darüberhinaus ist damit nicht viel anzufangen.

[image]

Was die Orgel von St. Peter dagegen bietet, ist ungleich subtiler: zwar stolpert man über Registernamen wie "Trillerpfeife", jedoch erzeugt dieses Register nicht den Klang einer üblichen Trillerpfeife, sondern einen flirrend-"gläsernen" Ton. Hört man, wie Susteck die Schlagwerke verwendet - etwas ganz anderes als in Kinoorgeln. -, bekommt man erst die richtige Vorstellung von dem, was er auch mit seinem Thesenpapier umschrieb, dito die Winddrossel. Es ist das richtige Instrument für diesen Raum, im Kern eine "ganz normale" Orgel, aber mit einem avantgardistischen Überbau. Ich muß deshalb ex tunc ein wenig Abbitte leisten: an diesem Ort ist diese Orgel genau richtig. Wer eine Vorstellung ihrer Möglichkeiten haben möchte - hier. Und wer in Köln oder der Umgebung wohnt: hingehen, anhören! Und selbst, wenn keine Orgelmusik zu hören ist: St. Peter ist eine Enklave vom heißen, lauten - und leider stellenweise auch ziemlich ordinären - Köln.....

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]
(im Hintergrund Rubens' "Kreuzigung des Petrus")

[image]

Um 14.30 Uhr Fortsetzung......

[image]
(Michael Gerhard Kaufmann)

...mit einem Vortrag von Jörg Abbing: "Ausbildungssituation - Theorie und Praxis", in dem er insbesondere die sich aus dem (unseligen...) Bologna-Prozeß ergebenden Änderungen gegenüber den früheren A- und B-Studiengängen ...

[image]

[image]

[image]

[image]

....anschaulich erläterte, inklusive anschließender Diskussion, die sich noch in die Pause hinein fortsetzte....

[image]

[image]
(eine zwar spartanische, aber den Temperaturen angemessene Bewirtung....)

[image]

Stefan Heuss....

[image]

...stellte neue Möglichkeiten zur Touchscreen-Steuerung vor; OBM Michael Stumpf...

[image]

....berichtete über den Stand der Dinge bei der Arbeitsgruppe Schimmelbekämpfung, ein - wie die Führer-Orgel in St. Marien/Lübeck jüngst wieder gezeigt hat - hochaktuelles Thema, zu dem jedoch bislang noch keine abschließenden Aussagen möglich sind.

Schließlich folgte noch der Bericht von Frank Weimbs für die gemeinsame VOD/BDO-Arbeitsgruppe "Ausschreibung". Und dort liegt in der Tat noch einiges im Argen....

[image]

[image]

[image]

...was sich auch an den Redebeiträgen der Orgelbauer ablesen ließ. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich auch hier - unter dem Gebot der Fairneß - einheitliche Standards durchsetzen ließen. Was soll ein Orgelbauer davon halten, wenn er ein Angebot abgibt, den Auftrag nicht erhält, Jahre später dann aber feststellt, daß sein Prospektentwurf umgesetzt wurde? Oder wenn das Angebot eines Orgelbauers durch den das Gesamtprojekt betreuenden Architekten unverfroren kopiert und als Ausschreibungstext "recycelt" wird, intelligenterweise mit Zuschicken dieses (geklauten) Textes an den Orgelbauer, von dem er stammt? Umgekehrt: es kommt auch durchaus vor, daß Orgelsachverständige gezielt umgangen werden, durch Gemeinden wie Orgelbauer. Insgesamt sollte hier eine Art "ethischer Standard" für einen fairen Umgang etabliert werden. Ob das allerdings so schnell möglich ist, erscheint durchaus fraglich. Der Fall jenes Architekten wäre durchaus justiziabel gewesen - doch die Bereitschaft der Orgelbauer, dann auch mal entschlossen juristisch gegen ein solches Verhalten vorzugehen, schien mir eher gering ausgeprägt. Indes: wer sich nicht wehrt.....

Schluß für heute - gemeinsames Abendessen, wieder im "Sion".....

[image]

[image]

[image]

...to be continued.....

VOD/BDO-Tagung 2014 in Köln (IV)

stein @, Samstag, 21. Juni 2014, 18:21 (vor 4516 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

[image]

Das friesische im Hintergrund wurde doch mitgebracht, oder?

VOD/BDO-Tagung 2014 in Köln (IV)

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 19:08 (vor 4516 Tagen) @ stein

[image]

Das friesische im Hintergrund wurde doch mitgebracht, oder?

....nein, das war das einzige verfügbare alkoholfreie Bier. Siegfried Schulte trank es, Seniorchef von Schulte Orgelbau.

Gruß,
Wolfgang

powered by my little forum