VOD/BDO-Tagung in Köln 2014 (III)

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 21. Juni 2014, 01:21 (vor 4520 Tagen)

Ein großes Problem sind auch fehlende Funkenlöscher: das in der Spule eines Trakturmagneten beim Abschalten (bzw. Loslassen der Taste) zusammenfallende Magnetfeld erzeugt eine Induktionsspannung von bis zu 1000 Volt - mit entsprechender Funkenbildung und "Einbrenneffekten" an den Kontakten. Funkenlöscher, optoelektrische Kontakte und getrennte Stromkreise mit Verstärkerplatinen reduzieren die daraus folgenden Gefahren und Verschleißerscheinungen ganz erheblich.

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(noch eine Horror-Verkabelung - aber etwas ähnliches sah ich neulich auch in einer Hamburger Orgel...)

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Ergebnis dieser Vorträge und der Diskussion: eine gemeinsame Arbeitsgruppe von BDO und VOD wird eingerichtet, um die Problematik verläßlich - auch im Hinblick auf Haftungsfragen - zu regeln.

Pause, Abendessen - bzw. Abfahrt nach Köln-Bickendorf, St. Rochus, zum letzten Punkt des Tages: Orgelkonzert mit Wilfried Kaets.

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Im Taxi nach Bickendorf....

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Bickendorf - ein eher unspektakulärer Kölner Stadtteil...

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St. Rochus

Die Orgel von St. Rochus: ca. 1900 Faust (II/P auf elektropneumatischer Kegellade) für die evang. Stadtkirche von Moers; 1930er Jahre Umbau durch Walcker; 1957 Umsetzung nach Köln durch Willi Peter und bis 1979 Umbau/Erweiterung auf III/40 und elektr. Schleiflade; ab 2000 Restaurierung und "Rückintonation" durch Klais sowie Erweiterung um eine ausgebaute Midi-Schnittstelle und elektronische 32'-Register; heute: 40/III und elektronische Ergänzungen (dieser Text nach dem Konzertprogramm).

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Wilfried Kaets

Kaets' Programm: Pachelbel, Fantasia (mit dem historischen Registerfundus); Messiaen: Communion (die neueren Klangfarben seit 1970); Kaets: Skógafoss - Wanderung zu einem Wasserfall in Island unterhalb des Eyjafjallajökull (das ist jener Vulkan, der vor Jahren mal den Flugverkehr in Europa mit seinen Aschewolken lahmlegte), darin der marianische Hymnus "Ave maris stella" - diese Komposition von Kaets mit zusätzlichen elektronischen Registern und Techniken wie Loops, Sequenzing usw.; Kaets, Ulan Bator - Beschreibung einer imaginären Landschaft in der Mongolei unter noch weitergehender Verschmelzung der elektronischen und traditionellen Klangfarben; Frank Zappa, G-Spot-Tornado in einer Fassung für Orgel von Thomas Roß für Orgel zu vier Händen, jedoch nur via Midi wiedergegeben, da das von Zappa angegebene Tempo für menschliche Spieler nicht mehr ausführbar ist (d.h., Kaets hat nur registriert, und "die Orgel spielte"...); schließlich der Buster Keaton-Klassiker "The General" mit Orgelbegleitung.

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Das Konzert hinterließ bei mir einen etwas gemischten Eindruck. Der Pachelbel, der Messiaen: tadellos. Skógafoss und Ulan Bator konnten mich jedoch nicht so wirklich überzeugen: die elektronischen Klänge wirkten auf mich eher störend (etwas böser Kommentar eines anderen Teilnehmers: "Kiffer-Musik...."); daß die Elektronik insoweit eine Bereicherung des Orgelklangs ist bzw. in der Kombination mit diesem neue Dimensionen erschließt, ging mir nicht so recht ein (Wilfried Kaets möge mir meine Offenheit verzeihen). Interessant aber der Zappa - und tadellos die Stummfilmbegleitung, indes: Film und Musik brachen "mittendrin" ab (in der Tat war im Programm von einem "Ausschnitt" die Rede), lange vor dem Schluß, und Kaets bemerkte dann von der Empore, jetzt sei es zu Ende. Hmmmm......ich hätte den "General" dann doch gerne inklusive Musik bis zum Schluß gesehen.....

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(auf der Empore: ein großer Projektor in einem separaten Vorführraum)

Schluß für heute - per U-Bahn ging es zurück ins Hotel.....

to be continued.....


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