Konzert in Herz Jesu, Graz
Hallo!
Nachdem vor einiger Zeit die Instandsetzung der Walcker-Orgel in Graz, Herz Jesu durch Rieger Orgelbau angesprochen worden war (siehe hier), wurden die Arbeiten nun zu Ende geführt, und zu diesem Anlass veranstaltete die Pfarre am 12. Juni 2014 um 19.30 Uhr ein Konzert mit Orgel (Christian Iwan, Domorganist in Graz) und Trompete (Helfried Zmug) bei voller Kirche.
Mit "Toccata und Fuge d-Moll", BWV 565, wurde begonnen, wie könnte es bei einem Einweihungskonzert auch anders sein. Schon bei den ersten Takten war klar, dass sich das Klangbild der Orgel erheblich vom Vorzustand unterscheidet. Unangenehm auffallend war ein metallisches Rasseln des D des Posaunenbaß 16'. Ziemlich weich klingt nun das Rückpositiv, offenbar ein Versuch, dieses "Barockmanual" dem Altbestand anzupassen.
Bei der "Sonata prima" von Giovanni Bonaventura Viviani wurde die Solostimme der Trompete recht abwechslungsreich und sehr ausgeglichen begleitet.
Es folgte eine Improvisation über eine mir unbekannte Melodie in Form mehrerer Variationen, wobei u. a. das deutlich gemilderte, jetzt eher mehr nach Klarinette klingende Krummhorn 8' aus dem Rückpositiv und verschiedene Aliquotmischungen aus dem Schwellwerk zum Einsatz kamen. Auch das durch Umstellung der Quinte 1 1/3' auf 2 2/3' nun realisierbare zerlegte Kornett war zu hören. Die Zungenregister, aber auch die Grundstimmen kamen mir generell sehr geglättet vor, ohne den "Biss" den sie gehabt hatten.
Anschließend berichtete Wendelin Eberle von Rieger Orgelbau über die durchgeführten Arbeiten. Neben einer gründlichen Ausreinigung wurden über 2000 Bälgchen neu beledert, auch die Windversorgung wurde grundlegend überarbeitet. Eine neue Schwellwand ermöglicht nun wirkungsvollere Crescendi und Decrescendi. Die Elektronik aus 1991 wurde durch das REA-System ersetzt, unter Beibehaltung des Spieltisches. Das Pfeifenwerk wurde grundlegend nachintoniert, leider zuviel des Guten laut meinem Eindruck.
Beiden Instrumenten nicht gerecht werden konnte der nächste Programmpunkt: die Schlussmusik ("Isoldes Verklärung") aus Richard Wagners "Tristan und Isolde" in einer Bearbeitung von Erwin Horn. Aus dem Programm ging nicht hervor, ob tatsächlich die Besetzung Orgel und Trompete vorgesehen ist, was ich eher nicht vermute.
Beim folgenden "Benedictus", op. 59/9 von Max Reger war ich besonders auf den fugierten Abschnitt gespannt, der mit einem großen Crescendo einhergeht, und leider ein wenig überhastet gespielt wurde. Die Wirkung des überarbeiteten Schwellkastens ist zwar nun deutlich besser, aber die Erwartungen erfüllten sich nicht: Bei der Organo-Pleno-Stelle stellte sich bei mir vielmehr Ernüchterung ein - jetzt war mir endgültig klar, dass die Orgel deutlich an Kraft und Fülle verloren hat.
Das letzte Stück, das im Duo dargeboten wurde, war die "Sarabande" aus "Sonata pour Trompette chromatique et Piano" von Jean Hubeau in gemäßigt moderner Tonsprache, an Jean Langlais erinnernd.
Den Schlusspunkt des Abends setzte Christian Iwan mit "Carillon de Westminster" von Louis Vierne.
Das Programm war vom Publikum offensichtlich gut aufgenommen worden, was den Musikern langen, herzlichen Beifall einbrachte.
Für mich war das Konzert, was den Klang der Orgel betrifft, ziemlich enttäuschend. Man hat scheinbare intonatorische Mängel, die auf der Empore mitunter zu hören waren, "glattgebügelt", was im Raum dann glatt, flau oder gar charakterlos und breiig wahrgenommen wird, auf Kosten von Brillanz und Zeichnungsfähigkeit. Etwas Schärfe verträgt dieser Raum jedoch durchaus, da der Klang hier in besonderer Weise "veredelt" wird. Nirgendwo sonst sind mir bis jetzt derartige Unterschiede vom Klangeindruck auf der Empore einerseits und im Kirchenschiff andererseits aufgefallen.
Wie der verlinkten Disposition entnommen werden kann, handelt es sich bei diesem Instrument um einen gewachsenen Zustand, wobei vor den jüngsten Arbeiten die verschiedenen Baustufen klanglich durchaus wahrnehmbar waren, was der Orgel ihre „Ecken und Kanten“ gegeben hat, aber, vom Rückpositiv abgesehen, trotzdem ein sehr geschlossenes und sehr überzeugendes Klangbild ergeben hat. Nun hat man versucht, die Bestände einander anzunähern. Das Rückpositiv klingt jetzt weicher, wie oben angemerkt, und sticht nicht mehr ganz so als "Barockmanual" hervor. Leider hat man aber auch den Altbestand angetastet und einen Verlust an Kraft und Tragfähigkeit hingenommen. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass dieses Instrument nun austauschbar geworden ist, gleichgeschaltet, standardisiert.
Ich habe ziemlich deutliche Worte gefunden, da mich mit diesem Instrument das für mich wahrscheinlich eindrucksvollste Orgel-Erlebnis verbindet: 2005 spielte Hans-Ola Ericsson unter anderem "Apparition de l'Église éternelle" von Olivier Messiaen, eine so genannte Sternstunde; ich habe dieses Werk seither nie mehr besser gehört. Auch Werke von Max Reger waren hier äußerst hörenswert.
Nun aber habe ich einen Eindruck davon, was man unter "totintonieren" versteht und ein an sich eindrucksvolles Instrument hat für mich massiv an Attraktivität verloren. Den Begriff "Originalklang" in diesem Zusammenhang zu gebrauchen, ist absurd. Walcker-Orgel ist das keine mehr!
Gruß, Florian
Konzert in Herz Jesu, Graz
Hallo Florian-L,
zunächst vielen Dank für die klaren und kritischen Worte. Zur Sache kann ich aus der Ferne wenig beitragen. Daß aber eine von Rieger bearbeitete Orgel an Kraft und Tragfähigkeit verloren hat, nimmt doch etwas Wunder. Bislang hatte ich in diesem Forum den Eindruck, Rieger gelte eher als zu laut und zu kräftig. Nun ja, auch bei Rieger dürften die Generationen wechseln.
Daß eine Orgel nach einer Reinigung anders klingt als vorher, muß man erwarten. Bei der Rieger-Orgel in der hiesigen Neanderkirche vor ca. 6 Jahren war ich zunächst über den härteren Klang erschrocken. Ich hatte die Orgel weicher in Erinnerung. Also der umgekehrte Effekt als in Graz.
Vielleicht muß man auch eine etwa unterschiedliche Zuhörerzahl ins Kalkül ziehen: Wenn bei der Wiedereinweihung die Kirche voll war, das Klanggedächtnis aber Orgelkonzerte bei geringerer Besetzung gespeichert hatte, ist der Vergleich problematisch.
Ein wenig gestört hat mich die Wortwahl "gleichgeschaltet", obwohl ich verstanden habe, was hier gemeint ist.
Gruß Clemens Schäfer
--
Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
Konzert in Herz Jesu, Graz
ich trauere mit dir um einen der größten Orgelschätze der Romantik, den Österreich noch hatte... Hatte die Orgel vor der Renovierung unglaublich liebgewonnen.
Konzert in Herz Jesu, Graz
Daß aber eine von Rieger bearbeitete Orgel an Kraft und Tragfähigkeit verloren hat, nimmt doch etwas Wunder. Bislang hatte ich in diesem Forum den Eindruck, Rieger gelte eher als zu laut und zu kräftig.
Für dieses Projekt wurde ein externer Intonateur aus dem Elsass beigezogen, der angeblich prädestiniert für solche Aufgaben wäre.
Daß eine Orgel nach einer Reinigung anders klingt als vorher, muß man erwarten. Bei der Rieger-Orgel in der hiesigen Neanderkirche vor ca. 6 Jahren war ich zunächst über den härteren Klang erschrocken. Ich hatte die Orgel weicher in Erinnerung. Also der umgekehrte Effekt als in Graz.
Bei einer bloßen Ausreinigung hätte ich eher ein etwas forcierteres Klangbild erwartet. Darauf hat man sich in Graz offensichtlich nicht beschränkt.
Vielleicht muß man auch eine etwa unterschiedliche Zuhörerzahl ins Kalkül ziehen: Wenn bei der Wiedereinweihung die Kirche voll war, das Klanggedächtnis aber Orgelkonzerte bei geringerer Besetzung gespeichert hatte, ist der Vergleich problematisch.
Immer wieder wurden in Herz Jesu in Graz hervorragende Orgelkonzerte im Rahmen des Festivals styriarte veranstaltet, und diese Konzerte fanden durchweg bei ausverkauftem Haus statt, so auch jenes erwähnte im Jahr 2005. Unterschiedliche Besucherzahlen hatten überraschenderweise kaum eine hörbare Auswirkung auf den Orgelklang.
Gruß, Florian
Konzert in Herz Jesu, Graz
ich trauere mit dir um einen der größten Orgelschätze der Romantik, den Österreich noch hatte...
Ja, da gebe ich dir völlig recht. Dieses Klangbild hatte wirklich überregionale Bedeutung. Allzu viele scheinen das aber nicht so gesehen zu haben...
Hier noch zwei Aufnahmen zum "Nachweinen", zwar sehr direkt mikrophoniert, aber trotzdem eindrucksvoll:
Max Reger, "Wie schön leucht' uns der Morgenstern", op. 40/1
Max Reger, "Fantasie und Fuge d-Moll" op. 135/b
Gruß, Florian
Konzert in Herz Jesu, Graz
ich trauere mit dir um einen der größten Orgelschätze der Romantik, den Österreich noch hatte...
Ja, da gebe ich dir völlig recht. Dieses Klangbild hatte wirklich überregionale Bedeutung. Allzu viele scheinen das aber nicht so gesehen zu haben...
Na, ich scheue mich nicht zu sagen, dass es die beste Orgel der Stadt war!
Möglicherweise ist sie's sogar immer noch...
Ein klassischer Fall von einem Instrument, das den flexiblen Spieler braucht - der hört, und sich gegen die eigenen Traditionen entscheidet und zu neuen klanglichen Lösungen kommt.
H-O Ericsson - das war sicher toll. Ich hab nur Gunter Rost erlebt (eindrucksvoll, von unten manches zu schnell...) und mit Studenten da mal was einregistriert.
Spielt eigentlich Johann Trummer noch eine Rolle bei Orgelprojekten der Region??
Er stand mit der Orgel (dem Organisten?) auf Kriegsfuß
Grüße in den Südosten von KBK
Konzert in Herz Jesu, Graz
Na, ich scheue mich nicht zu sagen, dass es die beste Orgel der Stadt war!
Möglicherweise ist sie's sogar immer noch...
Als ich diese Orgel das erste Mal gehört habe, habe ich mir gedacht, dass es die einzige in der Stadt ist, die nach Orgel klingt. ;-)
Sie bietet sicherlich immer noch viele Möglichkeiten, aber der Erlebniswert ist leider dramatisch gesunken.
Ein klassischer Fall von einem Instrument, das den flexiblen Spieler braucht - der hört, und sich gegen die eigenen Traditionen entscheidet und zu neuen klanglichen Lösungen kommt.
Diese Beschreibung trifft es wiklich gut.
Spielt eigentlich Johann Trummer noch eine Rolle bei Orgelprojekten der Region??
Er stand mit der Orgel (dem Organisten?) auf Kriegsfuß
Nein, jetzt nicht mehr. Wenn ich mich recht erinnere, war die Hauptorgel (Pflüger, III/36) in Leoben, St. Xaver im Jahr 2009 sein letztes Projekt.
Ja, das war bereits anlässlich der Sanierung 1991 ein rechter Kampf, ob die Orgel in Herz Jesu erhalten werden soll oder nicht. Einem positiven Gutachten von Hans Haselböck ist es letztendlich zu verdanken, dass die Orgel stehen geblieben ist.
Gruß, Florian
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
Spielt eigentlich Johann Trummer noch eine Rolle bei Orgelprojekten der Region??
...
... Wenn ich mich recht erinnere, war die Hauptorgel (Pflüger, III/36) in Leoben, St. Xaver im Jahr 2009 sein letztes Projekt.
...Gruß, Florian
Hallo Florian,
kurze Frage zu der Leobener Orgel: Was ist an dieser Hauptorgel genau "symphonisch" - rein von der Disposition her liest sie sich für mich eher wie eine "Universalorgel", aber das heißt ja noch nichts für den Klang.
LG
Jörg
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
kurze Frage zu der Leobener Orgel: Was ist an dieser Hauptorgel genau "symphonisch" - rein von der Disposition her liest sie sich für mich eher wie eine "Universalorgel", aber das heißt ja noch nichts für den Klang.
Vielleicht ist die Existenz eines Schwellwerkes ja bei manchen schon ein Charakteristikum für "symphonisch"...
Gruß
Karsten
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
Spielt eigentlich Johann Trummer noch eine Rolle bei Orgelprojekten der Region??
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... Wenn ich mich recht erinnere, war die Hauptorgel (Pflüger, III/36) in Leoben, St. Xaver im Jahr 2009 sein letztes Projekt.
...Gruß, Florian
Hallo Florian,kurze Frage zu der Leobener Orgel: Was ist an dieser Hauptorgel genau "symphonisch" - rein von der Disposition her liest sie sich für mich eher wie eine "Universalorgel", aber das heißt ja noch nichts für den Klang.
LG
Jörg
Symphonisch? Ich glaub, gar nix...!!
Ich war zur Zeit der Projektierung in Graz tätig, hab die Sache über den (sehr netten!) Leobener Organisten, der damals bei mir studierte, verfolgt.
Die Orgel ist insofern symphonisch, als sie nicht neobarock oder original barock ist.
Man muss das, ebenso wie die Erwähnung einer Konzertreihe im Wikipedia-Artikel, vor dem regionalen Hintergrund sehen:
Die Orgelkultur in Südösterreich ist nicht vergleichbar mit dem, was viele Regionen Deutschlands so bieten. Zur Missbräuchlichkeit des Begriffs "symphonisch" kann man auch amüsiert in den frühen und mittleren Jahrgängen der Zeitschrift "organ" blättern - da war auch alles symphonisch, was drei Manuale und ein Schwellwerk mit offenem 8' hatte...
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
Symphonisch? Ich glaub, gar nix...!!Ich war zur Zeit der Projektierung in Graz tätig, hab die Sache über den (sehr netten!) Leobener Organisten, der damals bei mir studierte, verfolgt.
Die Orgel ist insofern symphonisch, als sie nicht neobarock oder original barock ist.
Man muss das, ebenso wie die Erwähnung einer Konzertreihe im Wikipedia-Artikel, vor dem regionalen Hintergrund sehen:
Die Orgelkultur in Südösterreich ist nicht vergleichbar mit dem, was viele Regionen Deutschlands so bieten. Zur Missbräuchlichkeit des Begriffs "symphonisch" kann man auch amüsiert in den frühen und mittleren Jahrgängen der Zeitschrift "organ" blättern - da war auch alles symphonisch, was drei Manuale und ein Schwellwerk mit offenem 8' hatte...
Danke,
so hatte ich mir das gedacht. Ich bin beruhigt. In der Art "symphonische" Instrumente hat man in D ja schon in den 1970er Jahren gebaut. Damals teilweise sogar schon mit einer Schwebung im SW, auch die fehlt ja hier...
LG
Jörg
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
... Wenn ich mich recht erinnere, war die Hauptorgel (Pflüger, III/36) in Leoben, St. Xaver im Jahr 2009 sein letztes Projekt.
Ich finde jedenfall die Disposition der dortigen Chororgel bemerkenswert, zumindest wenn sie die üblichen Funktionen einer Chororgel erfüllen soll :-)
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
... Wenn ich mich recht erinnere, war die Hauptorgel (Pflüger, III/36) in Leoben, St. Xaver im Jahr 2009 sein letztes Projekt.
Ich finde jedenfall die Disposition der dortigen Chororgel bemerkenswert, zumindest wenn sie die üblichen Funktionen einer Chororgel erfüllen soll :-)
Ja, das geht in dieselbe Richtung. Die vordere Orgel war sicher auch "Aperitif" für das große Projekt, nach dem Motto: So gut kann eine mechanische Orgel sein! So lebendig kann Kirchenmusik sein!
Der Entwurf ist ja auch 30/40 Jahre alt, je nach dem, mit welcher Region man vergleicht...
Das Vorgängerinstrument auf der Empore war irgendwas elektrifiertes Pneumatisches... Nicht mehr sinnvoll zu reparieren.... Vielleicht stimmte das auch, ich kannte die Orgel nicht.
Ach ja, Hopferwieser und spätere Bastler. Steht ja auch im Artikel.
Die "Chor-Orgel" ist, glaube ich, beweglich, kann also ein wenig in die Mitte gerückt werden (Konzert) oder demütig von der Seite her dienen (Gottesdienst).
Kammermusiknutzung war sicher auch ein Gestaltungsaspekt. Jedenfalls fand/findet diese statt.
Pflüger nimmt gerne auch mal sanft ungleichstufige Temperierungen, vielleicht auch hier? Ich weiß es nicht. Müsste dann ja bei beiden Orgeln sein, da sie m. W. auch gemeinsam genutzt werden soll(t)en.
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
"Symphonische Orgel" mit ungleichstufiger Temperierung? Ohne Schwebung? Da machen Reger oder Vierne-Symphonien aber ordentlich etwas her...
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"Symphonische Orgel" mit ungleichstufiger Temperierung? Ohne Schwebung? Da machen Reger oder Vierne-Symphonien aber ordentlich etwas her...
Na ja, wie schon weiter oben gesagt....
"Symphonisch" steht ja nur in der WP, auf der Pfarr-Seite fehlt das Wort. Da wird ein leidenschaftlicher WP-Lokalautor (man siehts ja an der Aufzählung der prominenten Gastorganisten) ein bißchen zu viel Fahrt aufgenommen haben.
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"Symphonische Orgel" mit ungleichstufiger Temperierung? Ohne Schwebung? Da machen Reger oder Vierne-Symphonien aber ordentlich etwas her...
Dazu fällt mir ein interessanter Artikel von Reiner Janke ein. Es kommt darauf an, wie ausgeprägt die Ungleichstufigkeit ist, und in Leoben gibt es - falls die Stimmung nicht gleichstufig ist - diesbezüglich keine unangenehmen Härten, sodass auch romantische Werke gespielt werden können.
Gruß, Florian
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Symphonisch? Ich glaub, gar nix...!!
Für einen Dispositionsentwurf des genannten Sachverständigen hochsymphonisch und sogar mit Setzeranlage! ;-)
Die Orgel ist insofern symphonisch, als sie nicht neobarock oder original barock ist.
Die Beschreibung trifft es wieder einmal sehr gut.
Die Orgelkultur in Südösterreich ist nicht vergleichbar mit dem, was viele Regionen Deutschlands so bieten. Zur Missbräuchlichkeit des Begriffs "symphonisch" kann man auch amüsiert in den frühen und mittleren Jahrgängen der Zeitschrift "organ" blättern - da war auch alles symphonisch, was drei Manuale und ein Schwellwerk mit offenem 8' hatte...
O ja, sobald eine (Spitz-)Gamba 8' neben einem einsamen Gedackt 8' im (Brust-)Schwellwerk vorhanden war, konnte die gesamte romantische Orgelliteratur gespielt werden.
Gruß, Florian
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
Die vordere Orgel war sicher auch "Aperitif" für das große Projekt, nach dem Motto: So gut kann eine mechanische Orgel sein! So lebendig kann Kirchenmusik sein!
Die "Chor-Orgel" ist, glaube ich, beweglich, kann also ein wenig in die Mitte gerückt werden (Konzert) oder demütig von der Seite her dienen (Gottesdienst).
Kammermusiknutzung war sicher auch ein Gestaltungsaspekt. Jedenfalls fand/findet diese statt.
Jedenfalls sehr vielfältig nutzbar.
Gruß, Florian
Konzert in Herz Jesu, Graz
Spielt eigentlich Johann Trummer noch eine Rolle bei Orgelprojekten der Region??
Er stand mit der Orgel (dem Organisten?) auf Kriegsfuß
Nein, jetzt nicht mehr. Wenn ich mich recht erinnere, war die Hauptorgel (Pflüger, III/36) in Leoben, St. Xaver im Jahr 2009 sein letztes Projekt.Ja, das war bereits anlässlich der Sanierung 1991 ein rechter Kampf, ob die Orgel in Herz Jesu erhalten werden soll oder nicht. Einem positiven Gutachten von Hans Haselböck ist es letztendlich zu verdanken, dass die Orgel stehen geblieben ist.
ich frage mich ja, welche Rolle Gunther Rost bei der Orgelrenovierung in Herz-Jesu gespielt hat. Er hat ja viele Jahre lang beständig darum gekämpft, dass die Orgel saniert wird.
Nachdem ich ihn aber bei der Einweihungsfeierlichkeit nirgendwo sehen konnte, und mehr die beiden Organisten C. Iwan und F. Haselwander im Vordergrund standen, frage ich mich, ob es da Differenzen in der künstlerischen Richtung der Restaurierung gegeben hat..
Ich finde es schade, dass sie das Rückpositiv, wie im Eingangspost spekuliert, wahrscheinlich ziemlich entschärft haben, das war eine interessante Kuriosität, ein netter Gegensatz zum hochromantischen HW und SW, und z.B. für eine kleine Spaltregistrierung mit barockem sehr nett zu nutzen...
Leoben St. Xaver - war: Konzert in Herz Jesu, Graz
Das ist Folter!
Konzert in Herz Jesu, Graz
Spielt eigentlich Johann Trummer noch eine Rolle bei Orgelprojekten der Region??
Er stand mit der Orgel (dem Organisten?) auf Kriegsfuß
Nein, jetzt nicht mehr. Wenn ich mich recht erinnere, war die Hauptorgel (Pflüger, III/36) in Leoben, St. Xaver im Jahr 2009 sein letztes Projekt.Ja, das war bereits anlässlich der Sanierung 1991 ein rechter Kampf, ob die Orgel in Herz Jesu erhalten werden soll oder nicht. Einem positiven Gutachten von Hans Haselböck ist es letztendlich zu verdanken, dass die Orgel stehen geblieben ist.
ich frage mich ja, welche Rolle Gunther Rost bei der Orgelrenovierung in Herz-Jesu gespielt hat. Er hat ja viele Jahre lang beständig darum gekämpft, dass die Orgel saniert wird.Nachdem ich ihn aber bei der Einweihungsfeierlichkeit nirgendwo sehen konnte, und mehr die beiden Organisten C. Iwan und F. Haselwander im Vordergrund standen, frage ich mich, ob es da Differenzen in der künstlerischen Richtung der Restaurierung gegeben hat..
Ich finde es schade, dass sie das Rückpositiv, wie im Eingangspost spekuliert, wahrscheinlich ziemlich entschärft haben, das war eine interessante Kuriosität, ein netter Gegensatz zum hochromantischen HW und SW, und z.B. für eine kleine Spaltregistrierung mit barockem sehr nett zu nutzen...
Bei dem Konzert, das ich von ihm hörte, spielte er Duprés g-moll Praeludium in einem Tempo, wie ich es nie mehr erlebte (zugegeben, ich habe es insgesamt selten gehört, das liegt aber an mir...).
Aber ich erinnere mich, dass der RP-8' entweder mitlief oder sogar (zunächst?) alleine für die Perlenketten zuständig war. Das habe ich in guter Erinnerung, denn so kam die Musik halbwegs unten an, aus dem Hauptgehäuse oder gar dem Seiten-SW wäre es schwieriger geworden.
Orgel mit Pop: war Leoben und Herz Jesu, Graz....
Treffer!!!! Gratuliere...
Ich googelte auch nach Leoben und fand aber nix, dafür aber versehentlich DIES HIER - und das widme ich ganz besonders unserem lieben Wolfgang!
Ihr kennt ja die Anekdoten von einander abwechselnden Posaunenchor/Orgelstrophen, die mangels besserer Noten in verschiedenen Tonarten stattfinden.
Hier wird mutig gefragt: Warum abwechseln? ;-)
Unabhängig von der Umsetzung haben wir es aber mit möglicherweise mit einer reizvollen ostkirchlichen Melodie zu tun?
Orgel mit Pop: war Leoben und Herz Jesu, Graz....
Hallo,
Unabhängig von der Umsetzung haben wir es aber mit möglicherweise mit einer reizvollen ostkirchlichen Melodie zu tun?
nun ja, die Mädels geben sich ja Mühe und scheinen ja nett zu sein, aber das mit der westlichen Begleitung erschließt sich mir auch nicht. Dann doch lieber gleich im Original so etwas wie den guten, ollen Nasri aus der Ecke Libanon/Syrien.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.