Mixturenbesetzung zweimanualige Barockorgel / Dom zu Zeitz

Friedrich @, Mittwoch, 11. Juni 2014, 10:10 (vor 4528 Tagen) @ Solcena

Findet man so eine Mixturenverteilung öfter bei Barockorgeln? Bei den mir bekannten Instrumenten wurde auf einem Positiv (Brustwerk, (Rück-)Positiv etc.) "in der Regel" ein Scharff oder eine Cymbel disponiert, die klanglich über der HW-Mixtur liegt, was bei neobarocken Instrumenten oft für eine übertriebene Schärfe sorgt.

Die Frage kann ich leider nicht beantworten, dafür kenne ich zu wenige historische Mixturen samt Repetitionsplan. Mindestens so wichtig wie die Basis sind aber die Repetitionen.

Eine dreifache Quintmixtur lässt sich theoretisch so führen, dass sie 5 1/3' + 4' + 2 2/3' endet (drei Quint-Quart-Repetitionen) oder 4' + 2 2/3' + 2' (eine Oktav- oder zwei Quint-Quart-Repetitionen), und je nachdem, wo man diese Repetitionen ansetzt, klingt das Plenum »erwachsener« (finde ich übrigens einen schönen und einleuchtenden Ausdruck) oder »verspielter«, kühler oder bunter. Man kann die Mixtur aber auch bloß einmal eine Quarte nach unten springen lassen, vielleicht in der Klaviaturmitte, und damit dürfte sie die Hauptwerksmixtur an Farbe und Helligkeit locker überholen (Ende auf 2 2/3' + 2' + 1 1/3'). Die Spielarten vervielfachen sich, wenn man die Möglichkeit einer Terzmixtur einbezieht.

In der Martinikirche Groningen z. B. gibt es auch ein interessantes Mixturenensemble. Die große Hauptwerksmixtur IV–VI startet dort auf 2/3’ (!), die des Oberwerks auf 1 1/3’ (ebenfalls IV–VI). Im Hauptwerk steht neben dem 16’-Prinzipalchor die 8’-Trompete, im Oberwerk neben dem 8’-Chor die Trompete 16’. Eine selbstständige Prinzipalquinte 2 2/3' gibt es in der ganzen Orgel nicht. Ist trotzdem eine der schönsten der Welt.

Viele Grüße
Friedrich


gesamter Thread:

 

powered by my little forum