Thorsten Göbel, Auferstehungskirche, D-Oberkassel
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10. Oberkasseler Orgelfrühling, Auferstehungskirche, D-Oberkassel, 6. Konzert Frankreich. Diesem Land widmete sich Auferstehungskantor Thorsten Göbel selbst.
Göbel begann mit Marchand, Dialogue sur les Grands Jeux. Mächtig kam die majestätische Musik zum Einzug des Sonnenkönigs daher. Gut akzentuiert, bedächtig schreitend. Ausgefeilt die Registrierungen der einzelnen Abschnitte.
Wesentlich innerlicher klang danach Andante moderato von Alexandre-Pierre-Francois Boely (1785-1858). Ein hörenswertes Stück von eher traurigem Charakter. Es folgte ein opernhafter, weltzugewandter Marche solenelle von Gounod.
Im Zentrum des Programms Francks Cantabile H-Dur. Sehr schön gemacht, spannende Bögen, klangschöne Oboe.
Bevor es in die Moderne ging, noch ein Abstecher zu Lefèbure-Wély. Sortie g-moll.
Dann stieg Göbel mit Verve ins Te Deum von Jeanne Demessieux (1921-1968) ein. Ein vertracktes Stück, das auch einigen Kathedralklang erheischt. Den aber gibt es in der Auferstehungskirche kaum. So hingen einige Choralzeilen mitunter in der Luft; das Werk wirkte ein etwas kleinteilig. Dennoch: Großartige Musik.
Litanies soll Alain im Eisenbahnzug komponiert haben. Das regelmäßige Schlagen der Räder auf den Schienenstößen (durchgehend geschweißte Gleise waren damals noch nicht weit verbreitet) mag in die Komposition eingegangen sein.. Göbel steigerte mächtig und wirkungsvoll. Er mißachtete jedoch die Anweisung, sich zum Letzen zu verausgaben. Denn es gelang ihm danach abschließend noch eine wunderbare Wiedergabe von Prélude et Fugue sur le nom d’Alain (Duruflé op. 7). Besonders die ruhige Stelle vor dem Eintritt der Fuge war klanglich vom Feisten.
Lang anhaltender, herzlicher Beifall der über 120 Hörer. Zugabe: Priere à Notre Dame aus der Suite Gothique von Boellman.
Damit ist der Oberkasseler Orgelfrühling 2014 zu Ende gegangen. Wieder war Göbel die
Zusammenstellung von sechs bemerkenswerten Konzerten mit interessanten Programmen gelungen. Der 11. Oberkasseler Orgelfrühling beginnt am 15.04.2015. Eingeladen ist Michael Schöch (A), ARD-Preisträger 2011.
Wer so lange nicht warten will oder kann, möge am 08.06.2014, 19.00h, Barbara Dennerlein in der Auferstehungskirche hören. Am 13.06.2014 gibt es um 20.30h in St. Lambertus ein Orgelkonzert mit Düsseldorfer Kantoren (zuvor um 19.30 ein Evensong in der benachbarten Josephskapelle). Und am 25.06.2014 beginnen die Sommerlichen Orgelkonzerte in der Neanderkirche, mittwochs um 18.30h.
Gruß Clemens Schäfer
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)