Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

JSBach @, Donnerstag, 05. Juni 2014, 12:37 (vor 4533 Tagen)

Kennt jemand eine empfehlenswerte Aufnahme dieses großartigen Werkes (möglichst an einer entsprechenden Orgel)?

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Karsten @, Donnerstag, 05. Juni 2014, 12:48 (vor 4533 Tagen) @ JSBach

Hallo!

Da gibt es einige gute Aufnahmen.
Einen guten Überblick über Willans Orgelwerke gibt diese Naxos-CD:

Healey Willan (1880-1968)
Orgelwerke
- Prelude & Fugue c-moll
- Choralpräludium über eine Melodie von Orlando Gibbons
- Introduktion, Passacaglia & Fuge
- Aria aus "A Fugal Trilogy"
- 5 Preludes über Plainchant Melodies
- Passacaglia & Fuge Nr. 2
- Prelude über "Abersystwyth"
- Epilogue
Patrick Wedd an der Casavant-Orgel von Saint-Jean-Baptiste Montreal
Naxos, DDD, 2002

Einen tollen "cathedral sound" bietet folgendes Orgelportrait:

The English Cathedral Series Vol.12
- Hollins: Concert Overture f-moll
- Darke: Retrospection
- Harris: Sonate a-moll
- Ireland: Elegiac Romance
- Jackson: Impromptu op. 5
- Butler: Capriccietto
- Willan: Introduction, Passacaglia & Fugue
Andrew Bryden an der Harrison&Harrison-Orgel der Ripon Cathedral
Regent, DDD, 2005

Gruß
Karsten

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Stephan Kreutz, Donnerstag, 05. Juni 2014, 14:22 (vor 4533 Tagen) @ Karsten

Ken Cowan plays the Great Organ of the Cathedral of St. John the Divine
New York City

Wagner: Prelude zum 3. Akt Lohengrin
Dupré: Deux Esquisses
Karg-Elert: The Soul of the Lake
Karg-Elert: Dritte Sinfonische Kanzone
Mulet: Tu es Petra
Duruflé: Prélude sur l´Introit de l´Epiphanie
Duruflé: Fugue sur le thème du Carillon des heures de la Cathédrale de Soissons
Gigout: Grand Choeur Dialogué
Thalben-Ball: Variantions on an Theme by Paganini - A Study for Pedals
Thalben-Ball: Elegy
Healey Willan: Introduction, Passacaglia and Fugue

PRO ORGANO CD 7253 Erhältlich über www.proorgano.com (Import aus den USA, Kreditkarte)

Absolut spektakuläre Aufnahme mit einem der besten Organisten Amerikas an einer unglaublichen Orgel.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Flûte harmonique, Donnerstag, 05. Juni 2014, 14:36 (vor 4533 Tagen) @ Stephan Kreutz
bearbeitet von Flûte harmonique, Donnerstag, 05. Juni 2014, 14:40

Für mich ist Virgil Fox' Aufnahme dieses Werkes im Girard College hinsichtlich Brillianz, Vehemenz und Registrierungen trotz des frühen Aufnahmedatums 1941 meiner Meinung nach nicht zu übertreffen. Diese Einspielung ist auch auf iTunes erhältlich.

Von Ken Cowan gibt es auch einen Videomitschnitt, in dem er den Willan spielt, aber seine Interpretation ist mir eine Spur zu glatt und unverbindlich. (Das Auswendigspiel ist bei diesem Stück nicht eigens erwähnenswert, sondern selbstverständlich, weil Standard - bei Ken und vielen seiner männlichen und weiblichen Kollegen in den USA und Kanada).

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Friedrich @, Donnerstag, 05. Juni 2014, 16:09 (vor 4533 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von Friedrich, Donnerstag, 05. Juni 2014, 16:14

Kennt jemand eine empfehlenswerte Aufnahme dieses großartigen Werkes (möglichst an einer entsprechenden Orgel)?

Viele Mitglieder des Mander-Forums schwören auf die Aufnahme von Francis Jackson in York, die in der EMI-Box Great Cathedral Organs enthalten ist. Zur Zeit ist das gesamte Set (13 CDs) für unter 40 Taler zu haben, und man bekommt einen Haufen wunderbare Musik dazu (z. B. Fernando Germani, der am Anfang von Regers "Halleluja"-Fantasie eine schier unglaubliche Pedal-Rakete steigen lässt).

Die Jackson-Aufnahme ist tatsächlich sehr schön -- energisch, klar, ohne überflüssigen Mulm und mit der berühmten Yorker Tuba. Jackson ist außerdem einfach ein toller Musiker (angeblich immer noch, er geht auf die Hundert zu). Die Aufnahme ist für die Zeit um 1970 sehr gut und heute immer noch gut anzuhören.

Ich mag auch diese hier -- sehr stimmungsvoll und klar gespielt, und die gerade mittelgroße, aber herrliche Orgel in Truro ist sehr gut aufgenommen. (Vor dem Willan erklingt meine Lieblingsaufnahme von Thalben-Balls Elegy -- neben der Whitlock-Sonate mein liebstes Guilty Pleasure ...)

Viele Grüße
Friedrich

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Axel, Donnerstag, 05. Juni 2014, 16:17 (vor 4533 Tagen) @ Friedrich

Na klar, John Tuttle an der Orgel in Toronto, für die das Stück geschrieben wurde.

http://www.amazon.de/Introduction-Passacaglia-Fugue-Healey-Willan/dp/B003YOEZSM

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

stein @, Freitag, 06. Juni 2014, 19:27 (vor 4532 Tagen) @ Axel

Habe ich auch. Ist wirklich ein Traum. Dazu noch Duruflé Suite

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Flûte harmonique, Freitag, 06. Juni 2014, 20:52 (vor 4532 Tagen) @ stein
bearbeitet von Flûte harmonique, Freitag, 06. Juni 2014, 20:57

Habe ich auch. Ist wirklich ein Traum. Dazu noch Duruflé Suite

Ich bin von dieser Aufnahme hinsichtlich Interpretation und (leider auch) Instrument ein wenig enttäuscht. Das Fortissimo ist ausgesprochen dominiert von recht scharfen Mixturen (insbesondere in der Duruflé-Toccata), die mit dem übrigen Ensemble nicht gut verschmelzen, und die Wucht, Stringenz und Klarheit in Willans Introduction erreicht John Tuttle bei weitem nicht in dem Maße wie Virgil Fox oder auch Ken Cowan.

Schon der erste virtuose Lauf nach den eröffnenden Pianissimo-Akkorden ist bei Tuttle ausgesprochen geschmiert und enthält einige "Nebentöne", die vermeidbar gewesen wären. Fox' Interpretation dieser Passage (lupenrein "sauber") dagegen ist vergleichbar mit dem, was Friedrich über Germanis Reger schreibt ("am Anfang von Regers "Halleluja"-Fantasie eine schier unglaubliche Pedal-Rakete"). Die LP mit Fernando Germani in der Selby Abbey besitze ich noch. Einfach grandios. Bei Duruflé bevorzuge ich John Scott.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

orgamat, Samstag, 07. Juni 2014, 09:32 (vor 4531 Tagen) @ Flûte harmonique

Mein Favorit ist eine Aufnahme aus Salisbury: The wonderful Willis gespielt von David Hall erschienen bei VIF Records 1997

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Clarinette, Samstag, 07. Juni 2014, 11:36 (vor 4531 Tagen) @ Flûte harmonique

Apropos Germani:
Hier ein kurioses Fundstück. Passt irgendwie auch zur CC-Debatte.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Friedrich @, Samstag, 07. Juni 2014, 14:59 (vor 4531 Tagen) @ JSBach

Kennt jemand eine empfehlenswerte Aufnahme dieses großartigen Werkes (möglichst an einer entsprechenden Orgel)?

Ist doch interessant, dass gerade von diesem Stück so viele Empfehlungen kommen. Es spielt doch bisher im deutschen Konzertleben eine eher kleine Rolle. Wer es spielt, bekommt sicher ein paar berechtigte Kommentare aus dem Publikum in puncto Regernähe. Sowas fällt hierzulande schneller auf als im Ausland.

Ich habe das Stück genau einmal live im Freiburger Münster gehört, als der damals nagelneuen Tuba ein wenig Auslauf gewährt werden sollte. Und das ist ja mal ein Stück, in dem diese Farbe ihren Platz hat und nicht einfach ordinär wirkt (wie fast überall sonst).

Zumindest hier im Forum scheint es also etliche Ohrenpaare zu geben, die gerne mal über den Kanal oder auch über den Atlantik hinweg horchen.

Viele Grüße
Friedrich

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

JSBach @, Samstag, 07. Juni 2014, 15:09 (vor 4531 Tagen) @ Friedrich

ich bin durch Zufall über dieses Stück gestolpert, als ich ein Postlude von Willan spielte und mal auf Youtube guckte, was dieser mir (bis dato unbekannte) Komponist sonst so geschrieben hatte... und als großer Passacaglien-Fan ist es mir direkt ans Herz gewachsen ;)

und ja, ich würde es seeehr gerne mal live hören!

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Flûte harmonique, Samstag, 07. Juni 2014, 15:14 (vor 4531 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von Flûte harmonique, Samstag, 07. Juni 2014, 15:26

ich bin durch Zufall über dieses Stück gestolpert, als ich ein Postlude von Willan spielte und mal auf Youtube guckte, was dieser mir (bis dato unbekannte) Komponist sonst so geschrieben hatte... und als großer Passacaglien-Fan ist es mir direkt ans Herz gewachsen ;)

und ja, ich würde es seeehr gerne mal live hören!

Es wird nicht leicht sein, in Deutschland ein adäquates Instrument für diese Musik zu finden, die auch in einem Raum mit angemessener Akustik (nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Nachhall) stehen sollte! Mit größeren Orgeln von Aeolian-Skinner, G. Donald Harrison und anderen (und der entsprechenden Registriertechnik) sollte man jedenfalls gut vertraut sein, bevor man sich mit dieser Musik auseinandersetzt. Der Titel und die Form wecken hierzulande vielleicht Assoziationen zu Max Regers Introduktion, Passacaglia und Fuge e-Moll Opus 127, aber Willans Konzept der Registrierungen (oder besser Orchestrierung?) mit Verwendung mehrerer Schwellwerke, Solo-Tuba und ähnlichem hat mit Reger ansonsten sehr wenig gemeinsam.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

JSBach @, Samstag, 07. Juni 2014, 15:26 (vor 4531 Tagen) @ Flûte harmonique

welche Räume/orgeln in Deutschland wären denn adequat?

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Flûte harmonique, Samstag, 07. Juni 2014, 15:30 (vor 4531 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von Flûte harmonique, Samstag, 07. Juni 2014, 15:50

welche Räume/orgeln in Deutschland wären denn adequat?

Wer ist denn mit größeren Instrumenten von Aeolian-Skinner, G. Donald Harrison oder Casavant vertraut (nicht nur vom Hören, sondern aus eigener Anschauung) und könnte gleichzeitig auch vergleichbare Instrumente in Deutschland vorschlagen? Einfach wird das nicht. Mit England wäre es da etwas einfacher. :-)

Es überrascht mich deshalb nicht besonders, dass Willans Introduction, Passacaglia and Fugue so selten in Deutschland gespielt wird!

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Friedrich @, Samstag, 07. Juni 2014, 15:56 (vor 4531 Tagen) @ Flûte harmonique

Wer kennt denn sowohl größere Orgeln von Aeolian-Skinner oder G. Donald Harrison und könnte auch vergleichbare Instrumente in Deutschland vorschlagen? Keine einfache Aufgabe! Mit England wäre es da etwas einfacher. :-)

Klar, so etwas gibt's hier nicht mehr. Vielleicht ist Trondheim eine Kandidatin. Zumindest fand G. D. Harrison an den zeitgenössischen Steinmeyerinnen vieles, was ihm gefiel. Wie steht es denn mit Walckers Orgeln nach elsässischen Ideen? Da gibt es zumindest noch Ilmenau. Aber wahrscheinlich wäre so ein Instrument zu massig und zu flächig. Harrisons Orgeln haben bei aller Lautstärke diese gewisse Eleganz, die man diesseits des Atlantiks selten findet.

Viele Grüße
Friedrich

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Florian-L @, Samstag, 07. Juni 2014, 17:14 (vor 4531 Tagen) @ Friedrich

Wer kennt denn sowohl größere Orgeln von Aeolian-Skinner oder G. Donald Harrison und könnte auch vergleichbare Instrumente in Deutschland vorschlagen? Keine einfache Aufgabe! Mit England wäre es da etwas einfacher. :-)


Klar, so etwas gibt's hier nicht mehr.

Ingelheim vielleicht?

Gruß, Florian

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

stein @, Samstag, 07. Juni 2014, 20:00 (vor 4531 Tagen) @ Florian-L


Ingelheim vielleicht?

Ingelheim sicher!

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

kjz1, Samstag, 07. Juni 2014, 17:40 (vor 4531 Tagen) @ Flûte harmonique

Es wird nicht leicht sein, in Deutschland ein adäquates Instrument für diese Musik zu finden, die auch in einem Raum mit angemessener Akustik (nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Nachhall) stehen sollte!

Evtl. könnte ich mir dieses Stück später auf unserer noch im Bau befindlichen Orgel vorstellen. Solowerk (Hochdruck) mit Fanfare/Tuba ist vorhanden, laut Orgelbauer soll die Orgel vom Klang her 'englisch angehaucht' sein und die Kirche hat so ca. 5-7 sek. Nachhall. Das könnte passen.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Karsten @, Sonntag, 08. Juni 2014, 01:11 (vor 4530 Tagen) @ Flûte harmonique

Es wird nicht leicht sein, in Deutschland ein adäquates Instrument für diese Musik zu finden, die auch in einem Raum mit angemessener Akustik (nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Nachhall) stehen sollte! Mit größeren Orgeln von Aeolian-Skinner, G. Donald Harrison und anderen (und der entsprechenden Registriertechnik) sollte man jedenfalls gut vertraut sein, bevor man sich mit dieser Musik auseinandersetzt.

Unbestritten ist praktische Erfahrung mit den jeweiligen "originalen" Instrumententypen bei der Realisierung und Übertragung von entsprechenden Orgelwerken auf anderen Instrumententypen von großem Vorteil. Aber ich sehe - bei allen Feinheiten und Extras die eine anglo-amerikanische Orgel aufbietet und die Willan vorschlägt - wirklich kein viel größeres Hindernis bei einer überzeugenden Realisierung als bei anderen Orgelwerken (z.B. eines Karg-Elert, Reger, Messiaen oder sonstigen Klangfarbenkünstlern).
Ich weiß leider nicht wie es bei Willan ist, aber von so ziemlich allen Orgelkomponisten (und vor allem komponierenden Organisten) sind Aussprüche überliefert, dass selbst die penibelst angegebenen Registrierangaben in der Praxis nur Vorschläge sind und an die jeweiligen Instrumente und Räume angepasst werden sollen und müssen. Es würde mich überraschen, wenn Willan bei dieser Ansicht die Ausnahme wäre. Und beim Überfliegen der Noten entdecke ich abgesehen von den bereits erwähnten Tubas eigentlich nur "vox humanas 8 with suboctave couplers" (Var. 6) als Registrieranweisung mit wirklich orchestralem Einschlag. Die meisten Registrieranweisungen sind recht allgemein gehalten.
Bei einem kreativen und unbefangenen Umgang mit dem Stück und den jeweiligen Orgeln sollte es daher doch eigentlich kein Problem sein, überzeugende Interpretationen an hiesigen Orgeln (freilich mit "germanischen Akzent") zu realisieren. Viel "schlimmer" als Dupre, Widor, Karg-Elert oder Reger an einer modernen deutschen Orgel wird es sicher nicht.

Der Titel und die Form wecken hierzulande vielleicht Assoziationen zu Max Regers Introduktion, Passacaglia und Fuge e-Moll Opus 127, aber Willans Konzept der Registrierungen (oder besser Orchestrierung?) mit Verwendung mehrerer Schwellwerke, Solo-Tuba und ähnlichem hat mit Reger ansonsten sehr wenig gemeinsam.

Solche Assoziationen waren durchaus beabsichtigt bzw. sogar Auslöser für die Komposition, zumindest der Überlieferung nach: Ein Freund soll Willan gegenüber behauptet haben, dass nur ein "German philosophical mind" eine wirklich gute Passacaglia schreiben könne. Dabei hatte man wohl die einschlägigen Passacaglien von Max Reger im Sinn. Willan antwortete mit der Zusendung des Themas und der Komposition der Passacaglia.

Gruß
Karsten

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Flûte harmonique, Sonntag, 08. Juni 2014, 08:45 (vor 4530 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Flûte harmonique, Sonntag, 08. Juni 2014, 09:23

Die Orgellandschaften und -stile in England und Nordamerika sind vielfältig, deshalb frage ich mich, auf welche "anglo-amerikanischen" Orgeln Du Dich konkret beziehst? Ich bin sehr zurückhaltend mit derartigen Kategorisierungen, weil sie nicht zutreffen, selbst innerhalb derselben Orgelbaufirma. Und zwischen "Anglo" und "Amerikanisch" liegen im Orgelbau Welten hinsichtlich Ästhetik, Intonation, Raumakustik und musikalischer Verwendung in der Praxis. Und "germanischer Akzent" im Orgelbau?

Was mich im Hinblick auf Überlieferungen interessiert, sind nicht Äußerungen aus dem Umfeld von Willan, sondern vom Komponisten selbst. John S. McIntosh übte in den Fünfziger Jahren gerade an einer bestimmten Passage ("Funeral March" in der Passacaglia) von Willans Introduction, Passacaglia and Fugue (in St. Paul's Church in Toronto) und erhielt dabei überraschend Besuch vom Komponisten am Spieltisch, der ihm sagte: "My boy, make it sound like a brass band." Viel Glück bei der Suche nach einem vergleichbaren Klang an einer Orgel in Deutschland! Die Schreibweise/Textur bei diesem Stück ist eng verknüpft mit den klanglichen Eigenheiten der Orgeln von Casavant, Aeolian-Skinner und anderen aus einer ganz bestimmten Epoche! Deshalb würde ich dieses Stück auch nicht an einer Walcker-, Sauer- oder Steinmeyer-Orgel spielen, ebensowenig wie etwa Reger an einer Cavaillé-Coll-Orgel. Und auch neuere Instrumente machen die klangliche Umsetzung nicht unbedingt einfacher für den Interpreten.

Willans eigene Aussage ist hilfreicher als die Bemerkung einer anderen Person gegenüber Willan, dass nur ein "German philosophical mind" eine wirklich gute Passacaglia schreiben könnte. Willans Reaktion auf diesen Kommentar ist eine Sache, der Sinn oder Unsinn dieser Behauptung eine völlig andere! Haben denn außer Willan, Reger, Bach oder Karg-Elert alle anderen Komponisten oder Komponistinnen keine gute Passacaglia, Chaconne oder ähnliches (für Orgel) geschrieben?

Aus eigener Erfahrung hinsichtlich solcher "geistreichen" Kommentare: In einem Orgelkurs arbeitete ich mit einem (englischsprachigen) Professor am Fugenabschnitt eines Werkes, und er äußerte sich - vor allen Kursteilnehmern - folgendermaßen: "You Germans always play fugues particularly well and neat, right?" - Wenig später, diesmal bei einem Werk aus dem französischen Barock, forderte derselbe Dozent alle Anwesenden dazu auf, zu meinem Spiel "in Hitler rhythm" zu klatschen, um den Puls der Musik besser zu verdeutlichen.

Kein weiterer Kommentar.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Karsten @, Sonntag, 08. Juni 2014, 15:58 (vor 4530 Tagen) @ Flûte harmonique
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 08. Juni 2014, 16:08

Die Orgellandschaften und -stile in England und Nordamerika sind vielfältig, deshalb frage ich mich, auf welche "anglo-amerikanischen" Orgeln Du Dich konkret beziehst? Ich bin sehr zurückhaltend mit derartigen Kategorisierungen, weil sie nicht zutreffen, selbst innerhalb derselben Orgelbaufirma. Und zwischen "Anglo" und "Amerikanisch" liegen im Orgelbau Welten hinsichtlich Ästhetik, Intonation, Raumakustik und musikalischer Verwendung in der Praxis.

Konkret auf gar keine. Es sollte nur den Gegensatz der Orgelbautypen darstellen die "Willan-geeignet" sind, im Gegenzug zu den deutschen (und anderen "ungeeigneten") Instrumenten.

Und "germanischer Akzent" im Orgelbau?

Was war denn an dem Bild nicht zu verstehen?
("Akzent" bezog sich auch allgemein auf die Wiedergabe, nicht nur Orgelbau.)

Was mich im Hinblick auf Überlieferungen interessiert, sind nicht Äußerungen aus dem Umfeld von Willan, sondern vom Komponisten selbst. John S. McIntosh übte in den Fünfziger Jahren gerade an einer bestimmten Passage ("Funeral March" in der Passacaglia) von Willans Introduction, Passacaglia and Fugue (in St. Paul's Church in Toronto) und erhielt dabei überraschend Besuch vom Komponisten am Spieltisch, der ihm sagte: "My boy, make it sound like a brass band." Viel Glück bei der Suche nach einem vergleichbaren Klang an einer Orgel in Deutschland!

Offensichtlich scheint der gewünschte Klang auch auf Orgeln vor Ort nicht immer vorhanden und realisierbar zu sein. Wundert nicht, jede Orgel ist ja anders. Registrieranweisung dieser Passage ist schlicht "Tubas" und es gibt ja solche und solche Tuben.
Jedenfalls hat Willan nicht gesagt: "Hör sofort auf zu spielen und führe das Stück nie mehr an dieser Orgel auf, denn es entspricht so nicht meinen Klangvorstellungen und du entstellst es komplett!"

Die Schreibweise/Textur bei diesem Stück ist eng verknüpft mit den klanglichen Eigenheiten der Orgeln von Casavant, Aeolian-Skinner und anderen aus einer ganz bestimmten Epoche! Deshalb würde ich dieses Stück auch nicht an einer Walcker-, Sauer- oder Steinmeyer-Orgel spielen, ebensowenig wie etwa Reger an einer Cavaillé-Coll-Orgel. Und auch neuere Instrumente machen die klangliche Umsetzung nicht unbedingt einfacher für den Interpreten.

Den Bezug bestreitet ja niemand, aber ich behaupte dennoch, dass es möglich ist, eine musikalisch überzeugende Interpretation auf anderen Orgeltypen abzuliefern. Gerade da besteht doch eine der Künste des Organisten.

Gruß
Karsten

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Willscher, Sonntag, 08. Juni 2014, 17:54 (vor 4530 Tagen) @ Karsten

Ich weiß leider nicht wie es bei Willan ist, aber von so ziemlich allen Orgelkomponisten (und vor allem komponierenden Organisten) sind Aussprüche überliefert, dass selbst die penibelst angegebenen Registrierangaben in der Praxis nur Vorschläge sind und an die jeweiligen Instrumente und Räume angepasst werden sollen und müssen.

Das ist sicher so und auch ich verfahre so.

Bei einem kreativen und unbefangenen Umgang mit dem Stück und den jeweiligen Orgeln sollte es daher doch eigentlich kein Problem sein, überzeugende Interpretationen an hiesigen Orgeln (freilich mit "germanischen Akzent") zu realisieren. Viel "schlimmer" als Dupre, Widor, Karg-Elert oder Reger an einer modernen deutschen Orgel wird es sicher nicht.

Gruß
Karsten

Stimme zu. Und vergesse nicht die GRANDIOSEN Interpretationen von Theo Klein, der alle großen Werke Regers, aber auch z.B. Grande Piece Symphonique an der Beckerath-Orgel von St. Franziskus gespielt hat - Dispo: Ged 8, Fl. 4, Prinzipal 2, Terzian, Scharff, Krummhorn 8 im BW, Prz. 8, Gemshorn 8, Salicional 8, Oktave 4, Fl 4, Nasat, Fl. 2 Mixtur , Tp 8 im HW - Ped: Subb 16, 8, 4, Rauschpfeife, Fagott 16.

Gruß

Andreas

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

link1907 @, Montag, 09. Juni 2014, 17:43 (vor 4529 Tagen) @ Flûte harmonique

"Der Titel und die Form wecken hierzulande vielleicht Assoziationen zu Max Regers Introduktion, Passacaglia und Fuge e-Moll Opus 127, aber Willans Konzept der Registrierungen (oder besser Orchestrierung?) mit Verwendung mehrerer Schwellwerke, Solo-Tuba und ähnlichem hat mit Reger ansonsten sehr wenig gemeinsam."Zitat aus dem Booklet zur CD mit John Tuttle an Willans Orgel:
"Willan said that Bach,Rheinberger and Reger were his Inspiration ( three German minds)."
Willan persönlich erwähnt also Reger.
Wenn Willan an dieser Orgel Organist war, für welche Orgel sonst sollte er seine Registrieranweisungen vorgeben?
Das heißt doch aber noch lange nicht das nur auf diesem Orgeltyp eine gültige Interpretation möglich ist!!
Die britische Konzertorganistin Gillian Weir hat dieses Werk regelmäßig in Deutschland gespielt. Ich habe es von Ihr auf der Klaisin des Schwäbisch Gmünder Münsters gehört. Weit und breit keine Tuba. Hat dem Werk in Keinster Weise geschadet.
Eine großartige Interpretation!!
Ich habe hier den Eindruck hier will einer mit aller Gewalt SEINE Meinung zementieren...

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Karsten @, Montag, 09. Juni 2014, 19:02 (vor 4529 Tagen) @ link1907
bearbeitet von Karsten, Montag, 09. Juni 2014, 19:20

"Der Titel und die Form wecken hierzulande vielleicht Assoziationen zu Max Regers Introduktion, Passacaglia und Fuge e-Moll Opus 127, aber Willans Konzept der Registrierungen (oder besser Orchestrierung?) mit Verwendung mehrerer Schwellwerke, Solo-Tuba und ähnlichem hat mit Reger ansonsten sehr wenig gemeinsam."Zitat aus dem Booklet zur CD mit John Tuttle an Willans Orgel:
"Willan said that Bach,Rheinberger and Reger were his Inspiration ( three German minds)."
Willan persönlich erwähnt also Reger.

Ja, das ergänzt ja wunderbar die von mir erwähnten Hintergründe zur Entstehungsgeschichte. Also, dass die deutsch-romantischen Orgelpassacaglien Ausgangspunkt waren.

Ich habe hier den Eindruck hier will einer mit aller Gewalt SEINE Meinung zementieren...

Das Forum ist doch gerade zum Austausch und Präsentation/Verteidigung von Meinungen da. Ob und wie weit (und bei wem) irgendeine Meinung dann zementiert ist oder wird, sieht man dann ja.

Die Wiedergabe eines Musikwerkes mit "originalem" Instrumentarium hat natürlich einen besonderen Reiz und ermöglicht Interpret wie Hörer besondere Erfahrungen und Möglichkeiten. Aber sie ist weder notwendige noch hinreichende Bedingung für eine gute oder gar hervorragende Interpretation. Was bringt eine Aufnahme an Messiaens Orgel in der Trinité, bei dem man nur die richtigen Knöpfe und Tasten drücken muss die in den Partituren stehen, wenn es dem Interpreten nicht gelingt, den "Zauber" dieser Musik zu erwecken...

Je nach Kontext und Marktgestaltung kann man sich aber auch umgekehrt fragen, ob denn eine CD-Edition mit einem bestimmten Repertoire auf einem bestimmten Instrumententyp wirklich eine wirkliche Bereicherung des Plattenmarktes darstellt...

Gruß
Karsten

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

JSBach @, Montag, 09. Juni 2014, 19:26 (vor 4529 Tagen) @ Karsten

ich denke die CD-Diskussion über die Werk- bzw. Instrumentauswahl (siehe auch Reger nebenan) ist nochmal anders/anspruchsvoller, als ein Konzert...

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Karsten @, Dienstag, 10. Juni 2014, 13:58 (vor 4528 Tagen) @ JSBach

ich denke die CD-Diskussion über die Werk- bzw. Instrumentauswahl (siehe auch Reger nebenan) ist nochmal anders/anspruchsvoller, als ein Konzert...

Das stimmt natürlich, keine Frage. Aber in diesem Falle können CD-Aufnahmen in diesem Zusammenhang nach dem "argumentum a minori ad maius" auch erwähnt werden, meine ich zumindest.

Gruß
Karsten

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Karsten @, Sonntag, 08. Juni 2014, 16:15 (vor 4530 Tagen) @ Friedrich

Kennt jemand eine empfehlenswerte Aufnahme dieses großartigen Werkes (möglichst an einer entsprechenden Orgel)?


Ist doch interessant, dass gerade von diesem Stück so viele Empfehlungen kommen. Es spielt doch bisher im deutschen Konzertleben eine eher kleine Rolle. Wer es spielt, bekommt sicher ein paar berechtigte Kommentare aus dem Publikum in puncto Regernähe. Sowas fällt hierzulande schneller auf als im Ausland.

Ja, die Reger-Nähe scheint mir auch einer der Hauptgründe zu sein (vielleicht sogar mehr noch als die Registrierangaben), warum das Stück (wenn es denn dem Organisten bekannt ist) hier kaum gespielt wird: Warum Willan, wenn wir Reger haben :)

Gruß
Karsten

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Flûte harmonique, Sonntag, 08. Juni 2014, 16:57 (vor 4530 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von Flûte harmonique, Sonntag, 08. Juni 2014, 17:24

Kennt jemand eine empfehlenswerte Aufnahme dieses großartigen Werkes (möglichst an einer entsprechenden Orgel)?


Ist doch interessant, dass gerade von diesem Stück so viele Empfehlungen kommen. Es spielt doch bisher im deutschen Konzertleben eine eher kleine Rolle. Wer es spielt, bekommt sicher ein paar berechtigte Kommentare aus dem Publikum in puncto Regernähe. Sowas fällt hierzulande schneller auf als im Ausland.


Ja, die Reger-Nähe scheint mir auch einer der Hauptgründe zu sein (vielleicht sogar mehr noch als die Registrierangaben), warum das Stück (wenn es denn dem Organisten bekannt ist) hier kaum gespielt wird: Warum Willan, wenn wir Reger haben :)

Gruß
Karsten

Weil es eine echte Bereicherung jenseits des Standardrepertoires ist! Wer von den bekannten Konzertorganisten in Deutschland spielt denn - wenn überhaupt - häufiger Orgelmusik aus den USA und Kanada: L. Sowerby, W. Albright, H. Willan, G. Hancock, V. Persichetti, G. Baker, N. Rorem, W. Bolcom...?

Nicht viele! Weil man diese Musik nicht kennt, sich nicht dafür interessiert oder mit den liturgisch-kulturellen Zusammenhängen (z. B. Gospel Preludes von Bolcom) hierzulande nicht vertraut ist.

Und was genau soll die angebliche Reger-Nähe von Willans Introduction, Passacaglia and Fugue belegen? Die musikalische Form? Harmonik? Struktur der Variationen? Kontrapunktische Faktur? Thematische und melodische Entwicklung? Ich sehe keine wesentlichen Schnittpunkte mit Reger, sondern die sehr persönliche Tonsprache eines eigenständigen Komponisten.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

FranzS., Montag, 09. Juni 2014, 12:56 (vor 4529 Tagen) @ Flûte harmonique
bearbeitet von FranzS., Montag, 09. Juni 2014, 13:09


Weil es eine echte Bereicherung jenseits des Standardrepertoires ist! Wer von den bekannten Konzertorganisten in Deutschland spielt denn - wenn überhaupt - häufiger Orgelmusik aus den USA und Kanada: L. Sowerby, W. Albright, H. Willan, G. Hancock, V. Persichetti, G. Baker, N. Rorem, W. Bolcom...?

Nicht viele! Weil man diese Musik nicht kennt, sich nicht dafür interessiert oder mit den liturgisch-kulturellen Zusammenhängen (z. B. Gospel Preludes von Bolcom) hierzulande nicht vertraut ist.

Na ja, ich spiele zwar keine Konzerte, beschäftige mich aber trotzdem ein wenig mit dieser Musik. In den Semesterferien will ich mich wieder ernsthaft der Orgel widmen und habe mir die Suite in g-Moll von James Hotchkiss Rogers vorgenommen. Rogers verknüpft englische, deutsche und französische Elemente zu einem unverwechselbaren amerikanischen Personalstil, was ihn als guten Komponisten auszeichnet. Es gelang damals nicht jedem, stilistisch von einer bestimmten europäischen Schule loszukommen.
Hier eine Aufnahme seiner Sonate in e-Moll
1. Satz
2. Satz
3. Satz
Finale


Und was genau soll die angebliche Reger-Nähe von Willans Introduction, Passacaglia and Fugue belegen? Die musikalische Form? Harmonik? Struktur der Variationen? Kontrapunktische Faktur? Thematische und melodische Entwicklung? Ich sehe keine wesentlichen Schnittpunkte mit Reger, sondern die sehr persönliche Tonsprache eines eigenständigen Komponisten.

Na ja, die Form verbindet man schon mit Reger, obwohl bei genauerer Betrachtung weniger Ähnlichkeit vorliegt, als man zunächst glauben mag. Aber es ist meiner Meinung auch so, dass gerade auf die Form Passacaglia in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders in Deutschland und Skandinavien, äußerst häufig zurückgegriffen wurde. Die Ergebnisse sind gerade bei Komponisten der zweiten Reihe oftmals ähnlich und auch Willans Werk ist für mich nicht ein sonderliches Aha-Erlebnis. Der einzige der nach Reger und Karg-Elert in dieser Form was buchstäblich unerhörtes zustande gebracht hat, war Franz Schmidt. Als ich seine Chaconne zum ersten mal gehört habe, war ich schon sehr beeindruckt und die Faszination für dieses Werk hält bis heute bei mir an.

Grüße
Franz

PS. Dieses Werk ist doch auch irgendwie "amerikanisch" und wird ebenfalls nicht gespielt.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Flûte harmonique, Montag, 09. Juni 2014, 15:04 (vor 4529 Tagen) @ FranzS.
bearbeitet von Flûte harmonique, Montag, 09. Juni 2014, 15:52

Ich habe mir die Sonate e-Moll von James Hotchkiss Rogers und die Passacaglia (aus der 2. Sonate) von Joseph Renner jun. in Ruhe angehört und verstehe nicht, was an dieser Musik auch nur annähernd "amerikanisch" sein soll. Es ist lohnenswerte Musik, aber ein unverwechselbarer amerikanischer Personalstil? Ich höre deutliche Einflüsse von Brahms, Guilmant und Rheinberger, aber ein ausdrücklich amerikanisches Idiom? Ich kann es bei diesen Stücken nicht nachvollziehen. Es würde mich sehr interessieren, wodurch konkret diese Assoziation zustande gekommen ist.

Amerikanische Orgelmusik - wie wäre es denn zum Vergleich z. B. mit Leo Sowerby:
Fantasy for Flute Stops
Pageant

oder William Bolcom:
Free Fantasia on "O Zion Haste" & "How Firm a Foundation"

Healey Willan in die Kategorie "Komponisten der zweiten Reihe" einzuordnen halte ich für verfehlt, auch im Hinblick auf seine anderen Instrumental- und Chorwerke (die man in Deutschland mit Sicherheit ebenfalls nicht kennen wird).

Und Komponisten wie Karl Höller (Ciacona op. 54, Choral-Passacaglia "Die Sonn' hat sich mit ihrem Glanz gewendet" op. 61), Otto Barblan (Chaconne über BACH op. 10), Johann Nepomuk David (Chaconne a-Moll) oder Leo Sowerby (Mehrere Passacaglien und das Werk "Canon, Chacony, and Fugue") haben nach Reger und Karg-Elert ebenfalls nichts buchstäblich Unerhörtes zustande gebracht?

Was Joseph Renner jun. betrifft: er wird sehr wohl gespielt, etwa von Hans Leitner oder Franz Josef Stoiber, der die 2. Sonate c-Moll op. 45 für Motette im Regensburger Dom eingespielt hat.

Etwas OT: Auch das hier ist amerikanische Musik "at its best". Angesichts solcher Interpretationen interessieren mich die Orgel-Arrangements von C. Carpenter nicht im Geringsten. Ich erinnere mich noch an die spektakuläre Transkription von "Stars and Stripes", mit der sich David Goode 1998 beim Calgary International Organ Competition den Encore Prize erspielt hatte (neben der Recital Gold Medal). Heute spricht niemand mehr von dieser Transkription, was sehr bedauerlich ist.

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Florian-L @, Montag, 09. Juni 2014, 17:46 (vor 4529 Tagen) @ Flûte harmonique

oder William Bolcom:
Free Fantasia on "O Zion Haste" & "How Firm a Foundation"

In Zusammenhang mit Spiritual-Bearbeitungen finde ich folgendes Werk hörenswert:

Dezső Antallfy-Zsiross: Sketches on Negro Spiritual Songs

Gruß, Florian

Das Orgelstück mit der schnellen Katze

perotin, Dienstag, 10. Juni 2014, 01:29 (vor 4528 Tagen) @ Florian-L

In Zusammenhang mit Spiritual-Bearbeitungen finde ich folgendes Werk hörenswert:

Dezső Antallfy-Zsiross: Sketches on Negro Spiritual Songs

Vielen Dank für den Tip. Der Kanal von Szilárd Kovács enthält offenbar diverse interessante Dinge.

Keinesfalls zu versäumen ist diese Schnurre...

Amüsierte Grüße,
perotin

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

untersatz32, Dienstag, 10. Juni 2014, 14:29 (vor 4528 Tagen) @ Friedrich

...es gibt noch eine Aufnahme davon auf der CD "Riverside revisited" von Frederick Swann - an der Orgel der Riverside Church New York City (GOTHIC Records)


Grüsse

Thomas

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

Friedrich @, Dienstag, 10. Juni 2014, 15:36 (vor 4528 Tagen) @ untersatz32

...es gibt noch eine Aufnahme davon auf der CD "Riverside revisited" von Frederick Swann - an der Orgel der Riverside Church New York City (GOTHIC Records)

Ja, die habe ich gestern auch mal wieder gehört – sehr gut gespielt, aber mit den plärrenden Solotrompeten vielleicht auch nicht gerade stilecht. Dafür hört man da wunderbar elegante Plena. Hat alles sein Gutes.

Viele Grüße
Friedrich

Healey Willan: Introduction, Passacaglia und Fuge

orgamat, Donnerstag, 12. Juni 2014, 09:13 (vor 4526 Tagen) @ Friedrich

Ich habe das Stück vor einiger Zeit in Osnabrück im Dom mit Dominique Sauer gehört und war begeistert, wie gut sich das Werk an dieser Orgel in der reichen Akustik des Domes anhört - gibt es von dort evtl. eine Aufnahme?

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