Pedalumfang bei Michel Corrette u.a.
Hallo,
ich habe mir bei IMSLP die Orgelbücher von Michel Corrette (1707-1795) in der Ausgabe von Pierre Gouin heruntergeladen, zusammengefügt und in handliche Hefte gebunden. Das ist sehr hübsche, nette Orgelmusik, die auch Nichtprofis vom Blatt spielen können und die nicht nur auf französischen Barockorgeln sehr gut klingt und den Leuten Freude macht (sozusagen der französische Andreas Willscher des 18. Jh.). Beispielsweise hat Corrette eines der ersten Stücke geschrieben, die Pedalcluster vorschlagen und für das ich meinen Gewittertritt gut verwenden kann.
Beim Offertoire zum Fest von St. Dominikus finden sich nun im Pedal (Takte 8, 9, 13) Töne tiefer C, bis G1 in Takt 13.
Frage: Wie ist das zu verstehen? Die Stücke gehen normalerweise auf 2 bis 3manualigen Orgeln, aber hatten die in Frankreich im 18. Jh. derartige Pedalumfänge? Oder meint Corrette da, dass man im Pedal einen 16' ziehen und eine Oktave höher (G) spielen soll, so dass G1 klingt? Meines Wissens hatten franzöische Orgeln im Pedal damals ja eher Register in 8'-Lage für den c.f.
Anderes Thema: Auch für dieses und dieses Offertoire kann man laut Überschrift den Donner einsetzen, es sind aber keine Stellen explizit markiert. Besonders beim 2. Stück pfeift der Wind ja schon von Anfang an um die Ecken, aber es gibt eigentlich keine so dramatische Zuspitzungen, die sich für den Donner anböten.
Frage: Wo setzt man denn den Tonnerre üblicherweise ein? An Stellen, wo Spanung aufgebaut wird oder Entspannung? An eher vollgriffigen Stellen? Beim "Grand Jeu avec le Tonnerre" (erster Absatz) kann ich da nichts Genaues ableiten, aber vielleicht soll der Donner die Zuhörer eben einfach überraschen?
Danke und beste Grüße von der sonnigen Waterkant (kein Donner in Sicht)
Chirtsoph P.
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chp,
30.05.2014, 08:13
- Pedalumfang bei Michel Corrette u.a. - Friedrich, 30.05.2014, 09:20
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