karl roeder

ado ⌂ @, Donnerstag, 29. Mai 2014, 14:41 (vor 4539 Tagen)

wer kennt diesen mann?
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es gibt von ihm bei imslp diverse sammlungen von stücken für orgel manualiter oder harmonium, hochgeladen von gabriel isenberg, der einige dieser sachen auch auf youtube spielt.

die lebensdaten sind offenbar 1860-1933; aber wo wurde roeder geboren, wo starb er?

anscheinend hatte er etwas (was?) mit dem saarland zu tun, denn ein stück von ihm findet sich auf einer querstand-CD von joachim fontaine "orgel-romantik entlang der saar" (vermutlich steht da etwas im begleitheft?).

ebenso gibt es offenbar eine verbindung zu dem 1903 gegründeten evangelischen (lehrer?-)seminar in herford, wo roeder vermutlich unterrichtete. das foto stammt aus einem erinnerungsband zu dieser anstalt (Friedrich Pahmeyer, Festbuch zum Treffen der früheren Schüler des Herforder Seminars 1960), dessen ich in berlin aber nicht habhaft werde.

weitere publikationen von roeder befassen sich mit fragen des gesangsunterrichts. er war auch ko-autor eines lehrbuchs des orgelspiels.

weiß irgendjemand näheres?

karl roeder

AndreasM @, Völklingen, Donnerstag, 29. Mai 2014, 17:58 (vor 4539 Tagen) @ ado

den Namen habe ich als Saarländer noch nie gehört, hier (Seite 4) wird er als "königlicher Seminar-Musikdirektor" in Herford erwähnt. Ich versuche mal, mich weiter kundig zu machen.

karl roeder

Willscher, Donnerstag, 29. Mai 2014, 19:53 (vor 4539 Tagen) @ ado

die lebensdaten sind offenbar 1860-1933; aber wo wurde roeder geboren, wo starb er?

anscheinend hatte er etwas (was?) mit dem saarland zu tun, denn ein stück von ihm findet sich auf einer querstand-CD von joachim fontaine "orgel-romantik entlang der saar" (vermutlich steht da etwas im begleitheft?).

ebenso gibt es offenbar eine verbindung zu dem 1903 gegründeten evangelischen (lehrer?-)seminar in herford, wo roeder vermutlich unterrichtete. das foto stammt aus einem erinnerungsband zu dieser anstalt (Friedrich Pahmeyer, Festbuch zum Treffen der früheren Schüler des Herforder Seminars 1960), dessen ich in berlin aber nicht habhaft werde.

weitere publikationen von roeder befassen sich mit fragen des gesangsunterrichts. er war auch ko-autor eines lehrbuchs des orgelspiels.

weiß irgendjemand näheres?

Beckmann sagt: *27.6.1860 Hangard bei Trier, dann Ottweiler, 1881 in Hangard Lehrer, dann Berlin, 1895 Seminarmusiklehrer und Organist in Hilchenbach, dann in Herford (1903-1925).In Herford +25.2.1933
op. 1: Leichte Choralvorspiele- Neuwied: Heuser
op. 3: Leicht melodiöse Stücke- St.Johann-Saarbrücken: Schellenberg
op. 26: 10 leichte Präludien- CH-Zürich: Holzmann, dort auch
op. 28: 5 leichte Präludien

auch Klavierstücke, Lieder, Chöre (sagt Altmann)

Gruß

Andreas

karl roeder

AndreasM @, Völklingen, Donnerstag, 29. Mai 2014, 20:02 (vor 4539 Tagen) @ Willscher

Beckmann sagt: *27.6.1860 Hangard bei Trier, dann Ottweiler, 1881 in Hangard Lehrer, dann Berlin, 1895 Seminarmusiklehrer und Organist in Hilchenbach, dann in Herford (1903-1925).In Herford +25.2.1933

ok, ich habe nur die alte Ausgabe, da stand er noch nicht drin. Hangard liegt aber nicht bei Trier, sondern im Saarland, heute ein Stadtteil von Neunkirchen/Saar.

Grüße Andreas

karl roeder

ado ⌂ @, Donnerstag, 29. Mai 2014, 23:40 (vor 4538 Tagen) @ AndreasM

fabelhaft. vielen dank! ich wußte doch, auf das forum ist verlaß...

karl roeder

Tastenhalter @, Freitag, 30. Mai 2014, 15:32 (vor 4538 Tagen) @ ado

wer kennt diesen mann?
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anscheinend hatte er etwas (was?) mit dem saarland zu tun, denn ein stück von ihm findet sich auf einer querstand-CD von joachim fontaine "orgel-romantik entlang der saar" (vermutlich steht da etwas im begleitheft?).

Im Begleitheft besagter CD schreibt Joachim Fontaine folgendes:
Als Sohn des Volksschullehrers Nikolaus Roeder kam am 27.Juni
1860 in Hangard bei Ottweiler Karl Roeder zur Welt. Mütterlicherseits entstammte er der französischen Hugenottenfamilie Rennolet aus Ludweiler. In Ottweiler besuchte er die Grundschule des Vaters, dessen Gehilfe er mit 13 Jahren wurde. Der Pfarrer im benachbarten Wiebelskirchen unterwies ihn in Französisch, Latein und Mathematik um ihm alsbald die Karriere als Lehrer (in Ottweiler an der Bürgerschule, in Neunkirchen an der Präparandenschule und schließlich am Ottweilerer Lehrerseminar) zu ermöglichen.
Mit 21 Jahren wurde Roeder Volksschullehrer in Trier. Dort heiratete er auch die St. Wendeler Lehrerstochter Auguste Henriette Schaun, die ihren Gemahl zum
Studium in Berlin ermunterte, am Königlichen Institut für Kirchenmusik. Sein Kompositions- und Orgellehrer war dort der Direktor des Instituts Carl August Haupt (1810- 1891 )„ Als Student war Roeder auch im Chor der legendären Singakademie aktiv, damals unter Leitung von Martin Blumner (1827 -1901). In die Berliner Jahre fiel auch eine Freundschaft mit dem Organisten und Musikpädagogen Carl Thiel (später auch Regensburg) und dem späteren Dresdner Kreuzkantor Otto Richter, mit denen zusammen Roeder den Musikerverband „Organum" gründete, dessen Ehrenmitglied er bis zum Lebensende blieb. Nach der Rückkehr aus Berlin, nach zwei Jahren und mit tadellosem Examen, war Roeder zum Seminarmusiklehrer befähigt. Eine solche Stellung sollte er denn auch ab dem Jahr 1895 in Hilchenbach bei Siegen antreten. Die Jahre zwischenBerlin und Siegen aber blieb er zunächst in Trier, machte sich verdient als Drigent und Chorleiter (u. a. der Trierer Liedertafel und eines Orchestervereins), als Organist und als Privatmusiklehrer. Vom Siegener Seminar aus wechselte er 1903 an das neu gegründete Herforder Seminar, wo er einige neue Initiativen umsetzen konnte, um den Gesangsunterricht in Schulen methodisch zu verbessern. Seine Versuche bestanden unter anderem darin, die damals geradezu revolutionäre Bewegungsschule Dalcrozes in die Schulen zu bringen, daneben auch die damals viel diskutierten ,,Tonwort-Methoden", eine Art von Solmisationstechnik, die den Kindern das
Blattsingen und sauberes Intonieren erleichtern sollten. In Herford entstanden auch 100 Choralvorspiele für Orgel, die allerdings 1945 von alliierten Besatzungssoldaten verbrannt wurden. Roeder starb am 25. Februar 1933, hochdekoriert mit dem Verdienstkreuz und dem Titel des Königlichen Musikdirektors aufgrund seiner Verdienste im künstlerischen wie pädagogischen Bereich.

Mit Grüßen von der Saar

Tastenhalter

karl roeder

ado ⌂ @, Freitag, 30. Mai 2014, 17:40 (vor 4538 Tagen) @ Tastenhalter

klasse! großen dank!

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