3' Quinte

JSBach @, Montag, 05. Mai 2014, 16:08 (vor 4560 Tagen)

Manchmal findet man ja an (alten) Orgeln die Bezeichnung 3' Quinte

Handelt es sich dabei einfach nur um eine andere Schreibweise für einen 2 2/3' oder hat das noch andere Gründe/Unterschiede?

3' Quinte

abstrakte @, Montag, 05. Mai 2014, 16:21 (vor 4560 Tagen) @ JSBach

Das ist immer eine andere Schreibweise für den 2 2/3´. Alles andere - also ein echter 3´ - würde sich ja nicht in den Obertonaufbau einfügen und damit eher als störend empfunden. Wenn ich richtig "rate", müßte der 3´ irgendwo in der Nähe des Tritonus liegen, also ziemlich unharmonisch klingen. Der 2 2/3´ ist ja die korrekte Bezeichnung; das sieht man ja, wenn man das als echtne Bruch schreibt: 2 2/3´ = 8/3´; also 1/3 der 8´-Grundton-Länge, und damit der entsprechende "echte" zweite Oberton mit der im Vergleich zum Grundton 3fachen Frequenz.

Grüße,
Abstrakte

3' Quinte

JSBach @, Montag, 05. Mai 2014, 16:31 (vor 4560 Tagen) @ abstrakte

laut Arndt Brünners Mensurenrechner scheint der 3' ziemlich exakt an einer Quarte zu sein...

ein 8' hat auf f0 eine Länge von 979,3mm
ein 3' auf C eine Länge von 980,41mm

macht das musikalisch Sinn oder ist doch immer von einer alternativen Schreibweise für 2 2/3' auszugehen?

3' Quinte

abstrakte @, Montag, 05. Mai 2014, 16:41 (vor 4560 Tagen) @ JSBach

Die Quarte, die dann ertönt, ist kein Oberton; somit würde ich weiterhin von der alternativen Schreibweise ausgehen. Zumal diese Schreibweise überwiegend in Orgeln auftaucht, die eher der barocken Sphäre zuzurechnen sind, und da noch keine Experimente mit unharmonischen Tönen gemacht wurden.

3' Quinte

Friedrich @, Montag, 05. Mai 2014, 16:46 (vor 4560 Tagen) @ JSBach

1. Ja, 3’ ist die alte Über-den-Daumen-Schreibweise for 2 2/3’.

2. Ja, eigentlich trifft das Maß ziemlich genau die Quarte. In Orgeln mit F-Umfang werden die Prinzipalgrößen oft in Teilern und Vielfachen von 6 angegeben. Innerhalb eines normalen Aufbaus auf 8’ bezeichnet 3’ aber immer die Quinte.

Viele Grüße,
Friedrich

3' Quinte

JSBach @, Montag, 05. Mai 2014, 16:48 (vor 4560 Tagen) @ Friedrich

2. kenne ich sonst nur vom 24' und 12'

3' Quinte

Erik, Ede, Montag, 05. Mai 2014, 19:39 (vor 4560 Tagen) @ JSBach

Und z.B.:
Leiden, Pieterskerk

Vlaardingen, Grote Kerk

Grüsse aus die NL,
Erik

3' Quinte

untersatz32, Montag, 05. Mai 2014, 20:25 (vor 4560 Tagen) @ JSBach

Nee, gibts auch bei kleineren "F"-Orgeln.

Somit auch

12' = 1.) Quinte 10 2/3' oder 2.) Principal 8' ab FF

6' = 1.) Quinte 5 1/3' oder 2.) Principal 8' ab F

Bei manchen alten Orgeln findet man sogar die Grossterz 3 1/5' als 3' oder als 4' "gerundet" angegeben.
Oder sowohl die Quinte wie auch die Terz beide als 1 1/2' bezeichnet.

Verwirrend. Zugegebenermassen, erklärt sich aber meist aus dem Zusammenhang am Instrument sofort.


Grüsse

Thomas

3' Quinte

Friedrich @, Montag, 05. Mai 2014, 21:16 (vor 4560 Tagen) @ JSBach
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 06. Mai 2014, 07:37

Erik hat schon auf das Beispiel Pieterskerk in Leiden verwiesen. Es war tatsächlich üblich, bei F-Umfängen bis zum 4’ die reale Fußtonzahl anzugeben. Darüber rettete man sich in Namen: Quinte, Superoktave usw.

Leichter haben es da andere europäische Orgelbautraditionen mit ihren Registernamen für die Oktavlagen. Für 8-4-2 klappt es immer, alles andere je nach Bautradition (keine Prinzipalquinte 2 2/3' in Frankreich und Italien, mangels Bedarf kein 16'-Prinzipal im altenglischen Orgelbau usw.).

(Montre) – Double Diapason – (Principale)
Montre – Diapason – Principale
Prestant – Principal – VIII
(Nazard) – Twelfth – (Flauto in XII)
Doublette – Fifteenth – XV

Bei den Engländern klappte es am besten. Kein Wunder, die hatten ja auch lange G-Umfänge, da war sowieso kein verlässliches Fußtonzahlsystem möglich.

Bei uns hat sich Prinzipal, Oktave, Quinte, Superoktave für den 8'-Chor eingebürgert, aber wenn ein offener 16' dazukommt, muss man sich schon wieder was ausdenken.

Viele Grüße
Friedrich

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