Bachs Präludium Es-Dur – »Ouvertüre«?

Karsten @, Dienstag, 27. Dezember 2016, 13:02 (vor 3586 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Karsten, Dienstag, 27. Dezember 2016, 14:59

Hallo!

Ich zitiere mal eine Fundstelle zu dieser Problematik:

Der vieldiskutierte 8tel-Auftakt im Hauptthema des Praeludioums in ES (552/1) kann ebenfalls später als notiert gespielt werden. Eine doppelpunktierte Ausführung als regelrechtes 16tel wird durch die Notationsweise in T. 52 nahegelegt; der "goldene Mittelweg" ist eine triolische Ausführung.
Die triolische Ausführung ist trotz der Lage in T.52 verantwortbar. Die Stelle in diesem Takt ist insofern ein anderer Fall, als der Baß gleichzeitig 16tel aufweist - was nur hier vorkommt -, welcher Umstand zur Anpassung des Manuals an das Pedal zwingt.
Die Verzierung Mezza tirata kann etwas später als notiert gebracht werden:
[Notenbeispiel 415]
Was die Punktierung der 8tel in diesem Stück angeht, ist eine Doppelpunktierung wie in Beispiel 413c) [Ausführung für "Grave", 8tel punktiert + 16tel: "Grave", punktierte 8tel, 32tel Pause, 32tel, punktierte 8tel, 32tel Pause, 32tel]" nicht angebracht. Ausreichende Artikulationspausen genügen, um den gravitätischen Ouverturen-Charakter zu erzeugen (vgl. Bsp. 387 und 388) [Ausführung der 8tel-Punktierung: 8tel, 16tel Pause, 16tel...].
In T.32 und 111 muß natürlich der Es-Dur-Akkord vor Anfang der darauffolgenden Auftaktfigur beendet werden.

- Laukvik, Orgelschule zur historischen Aufführungspraxis Band I, Seite 261

Gruß
Karsten


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