Ausbildung zum Orgelbauer
Ich studiere derzeit Mathematik, aber fühle mich damit nicht recht glücklich und erwäge seit einiger Zeit, eine Ausbildung zum Orgelbauer zu machen.
Könnt ihr mir da vielleicht Tipps, Ratschläge, Meinungen etc. geben, die mir die Entscheidung vielleicht erleichtern?
Welche Berufsaussichten/chancen hat man?
Wie ist der (Ausbildungs)stellenmarkt?
Wie sind die Verdienstmöglichkeiten, auch im Vergleich zu anderen Handwerksberufen?
Wie gut sind die Jobchancen (auch in anderen Handwerksberufen mit einer Orgelbauerausbildung)?
Sollte man eher in einen größeren oder kleineren Betrieb gehen?
Würde mich sehr freuen, einfach einige Meinungen von euch dazuzuhören!
Ausbildung zum Orgelbauer
Hallo,
zu Chancen und Verdienst kann ich jetzt nichts sagen, aber Du solltest schon im Hinterkopf haben, dass Du als Orgelbauer nicht immer geregelte Arbeitszeiten haben wirst. Nicht nur dass Orgelbauer, zumindest in größeren Betrieben, manchmal tage- und wochenlang auf Montage sind, was ja, je nachdem wo man so hinkommt, bestimmt auch interessant und reizvoll ist. Aber ein Orgelbauer ist ja auch irgendwie so eine Art Feuerwehrmann, der immer dann ausrücken muss, wenn plötzlich irgendwo etwas hängen geblieben, gerissen, furchtbar verstimmt oder sonst was los ist. Und nach Murphys Gesetz passiert das halt grundsätzlich immer abends, an Wochenenden oder Feiertagen und immer vor einem Konzert, einem großen Gottesdienst oder sonstigen wichtigen Anlässen. Ich saß da selbst schon ein paar mal in der Klemme, und war jedes mal froh und dankbar, dass ein Orgelbauer zur Stelle war, der ohne Rücksicht auf Tageszeit, Überstunden oder Fahrtstrecke das Problem schnellstmöglich behoben hat.
Viele Grüße
Andreas
Ausbildung zum Orgelbauer
Könnt ihr mir da vielleicht Tipps, Ratschläge, Meinungen etc. geben, die mir die Entscheidung vielleicht erleichtern?
Zu den detaillierten Fragen wäre eine Berufsberatung oder ein ehrliches (ungeblümtes) Gespräch mit einem Orgelbauer erst mal ein guter erster Schritt.
Und dann: unbedingt versuchen, ein mehrwöchiges Praktikum in einer Orgelwerkstatt zu bekommen. Wird wohl - wenn überhaupt - schlecht bezahlt, aber die Einblicke, die du dort im Idealfall bekommen wirst, werden dir sicher eine Hilfe sein.
Gruß
Karsten
Ausbildung zum Orgelbauer
Ich studiere derzeit Mathematik, aber fühle mich damit nicht recht glücklich und erwäge seit einiger Zeit, eine Ausbildung zum Orgelbauer zu machen.
Könnt ihr mir da vielleicht Tipps, Ratschläge, Meinungen etc. geben, die mir die Entscheidung vielleicht erleichtern?
Welche Berufsaussichten/chancen hat man?
Guten Abend,
vorausgesetzt, die handwerklichen Fähigkeiten und Kenntnisse sind nach der Ausbildung solide vorhanden, schätze ich die Berufsaussichten günstig ein.
Ich empfehle auf jedenfall parallel die Ausbildung zum Pfeifenmacher zu absolvieren, dann hat man die beste Grundlage für eine lange Beschäftigung.
Wie ist der (Ausbildungs)stellenmarkt?
Es gibt einige Firmen die derzeit Ausbildungsplätze anbieten. Es muss aber auch klar sein, dass ein Stellenwechsel im Orgelbau meist mit einem Umzug verbunden ist. Also mal überlegen wie das soziale Umfeld ist.
Wie sind die Verdienstmöglichkeiten, auch im Vergleich zu anderen Handwerksberufen?
Ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Zum Geld verdienen ist der Orgelbau nicht unbedingt geeignet. Hier wird es in absehbarer Zeit zwangsläufug grundsätzliche Änderungen geben.
Wie gut sind die Jobchancen (auch in anderen Handwerksberufen mit einer Orgelbauerausbildung)?
Als Orgelbauer, mit einem guten Ausbildungsabschluss, ist man jedem Schreiner überlegen. Alleine schon im theoretischen Bereich der Werkstoffkunde werden die Materialien viel tiefgründiger behandelt als bei einer Schreiner-Ausbildung.
Insofern bestehen gute Chancen auch in anderen Holzberufen eine Stelle zu bekommen. Beispiele gibt es genug.
Sollte man eher in einen größeren oder kleineren Betrieb gehen?
Eines ist klar: bei einem kleinen Betrieb durchläuft man als Auszubildender sehr schnell sämtliche Stationen und wird an alle grundlegenden Arbeiten herangeführt. Bei einer großen Firma ist man erstmal nur der Handlanger und für die Arbeiten zuständig die halt keiner gerne machen will. Kann sein, dass man das erste Lehrjahr nur zum reinigen geschickt wird.
Es gibt bei jeder Handwerkskammer eine Ausbildungsverordnung, jedoch sieht die Realität anderst aus. Wenn Sie Abitur haben, dann haben Sie automatisch 1 Jahr Lehrzeitverkürzung. Sie steigen also gleich in das 2. Ausbildungsjah ein. Auch hier ist ein Gespräch mit der HWK und Ausbildungsbetrieb notwendig.
Würde mich sehr freuen, einfach einige Meinungen von euch dazuzuhören!
Viel Erfolg
Ausbildung zum Orgelbauer
Wer bietet die Ausbildung zum Pfeifenmacher an? Jeder Orgelbauer oder nur einige wenige?
Kann diese dann parallel zur Orgelbauerausbildung laufen?
Gibt es irgendwo eine Liste der Orgelbauer im Raum NRW?
Ausbildung zum Orgelbauer
Ausbildung zum Orgelbauer
Eine ganz gute Liste mit Orgelbauern gibt es bei der GDO.
Oder auch bei Orgel-Information.
Sind aber auch nicht vollständig. Es gibt darüber hinaus sicherlich noch viele (kleinere) Orgelbauer. Tante Google ist dein Freund... :-)
Ausbildung zum Orgelbauer
vorausgesetzt, die handwerklichen Fähigkeiten und Kenntnisse sind nach der Ausbildung solide vorhanden, schätze ich die Berufsaussichten günstig ein.
Ich empfehle auf jedenfall parallel die Ausbildung zum Pfeifenmacher zu absolvieren, dann hat man die beste Grundlage für eine lange Beschäftigung.
Zwei zumindest bedenkenswerte Kommentare von Dieter Utz, Geschäftsführer von Orgelbau Kuhn AG:
Gruß, Florian
Ausbildung zum Orgelbauer
Hallo JSBach,
nicht alle Orgelbauer haben eine Werkstatt für Metallpfeifenbau. Werkstatt-Einrichtung kostet ein Vermögen. Deshalb haben kleinere Firmen oft keine eigene Pfeifenwerkstatt. Und die wenigen Metall-Register sind beim Zukauf dann doch günstiger. Gute Metallpfeifen herzustellen ist eine Kunst die man auch nicht in wenigen Jahren erlernt.
Es gibt in NRW mehrere Firmen mit Pfeifenwerkstatt. Der einfachste Weg wäre zu Ihrer zuständigen Handwerkskammer zu gehen und eine Liste mit Ausbildungs-Betrieben anzufordern. Nur Werkstätten mit HWK-Eintrag sind auch zur anerkannten Berufsausbilung berechtigt. Bei der HWK gibt es auch die Infos zur Ausbildungs-Vergütung und Ablauf.
Auch der Ausbildungs-Vertrag - zwischen Betrieb und Auszubildenden - wird von der zuständigen HWK genehmigt und ist Ansprechpartner in allen Fragen während der Ausbildungszeit. Einfach mal dahin gehen und sich über die Ausbildung informieren.
Grüße
Ausbildung zum Orgelbauer
Ich studiere derzeit Mathematik, aber fühle mich damit nicht recht glücklich und erwäge seit einiger Zeit, eine Ausbildung zum Orgelbauer zu machen.
Hallo,
hast du erst mit Mathematik angefangen, oder bist du schon weiter? Falls du "das Zeug hast" Mathe zu schaffen, würd ich auf jeden Fall den Bachelor fertig machen.
Ich hab mein Volkswirtschaftsstudium kurz vorm Abschluss abgebrochen und studiere jetzt Orgel Konzertfach. Bedauerlicherweise habe ich keine Möglichkeit diesen größten Fehler meines Lebens rückgängig zu machen, somit bleibt mir nichts anderes übrig als das durchzuziehen.
Leider wurde noch nicht erwähnt, dass der Orgelbau nichts für zarte Gemüter ist. Relativ kleine Firmen (und auch die großen Orgelbaufirmen sind im Vergleich zu anderen Unternehmen relativ klein) hantieren mit riesen Geldsummen, der Konkurrenzdruck ist sehr hoch und der Markt schrumpft. Das alles gepaart mit ein Haufen Individualisten und Besessenen als Arbeitskollegen, ist nur was für Leute, die mit Druck umgehen können.
Also überleg dir gut was du tust und was du sein lässt und hör dich am besten mal gscheit um. Ich würd dir sehr ans Herz legen, mal nach Ludwigsburg zu fahren und mit den Orgelbaulehrlingen persönlich zu sprechen. Informier dich einfach mal, wann da Blockunterricht ist, denn dann sind da alle versammelt und du kannst dich umhören.
Viele Grüße
Franz