Vanves - Saint-Remy

stein @, Freitag, 04. April 2014, 22:27 (vor 4584 Tagen)
bearbeitet von stein, Freitag, 04. April 2014, 22:38

Mir war diese Kirche am Südring von Paris durch die kleinste CC-Orgel der Motette Dokumentation bekannt. Dort stand sie im Chor. Eine Hand voll Register füllte den nicht gerade kleinen Kirchenraum locker. Dieses Instrument wurde dann einige hundert Meter weiter in die moderne kleine Franziskuskirche hinter einem Betonpfeiler aufgestellt. Dort brüllt sie jetzt vor sich hin.

https://www.flickr.com/photos/pierremarteau/10162980213/sizes/l/in/photostream/

Ebenfalls hat man die Merklinorgel auf der Empore über 20 Jahre hinweg kaputtgebastelt und vergammeln lassen.
Hier sieht man die beiden Dispositionen vor und nach 1991.

http://www.orguesdevanves.org/orgue-saint-remy

Nach einigen Jahren Anstrengung, hat man jetzt die neue Kern-Orgel im flämisch barockem Stil gebaut. Wie die alte Orgel entsorgt wurde, kann ich nicht sagen. Einige alte Register hat man wohl wiederverwendet.
Ein weiteres Beistpiel für die momentane Geschmacksrichtung in Frankreich.

http://www.orguesdevanves.org/le-futur-orgue-de-saint-remy

Vanves - Saint-Remy

ado ⌂ @, Samstag, 05. April 2014, 00:21 (vor 4584 Tagen) @ stein

Hier ein kurzer Bericht über die Einweihung der neuen Orgel mit ein paar Fotos.

Vanves - Saint-Remy

stein @, Samstag, 05. April 2014, 08:57 (vor 4583 Tagen) @ ado

Der Bürgermeister scheint ein ausgeprägter Orgelfan zu sein.
Er postet diesen Artikel auf seiner Seite und die Subventionen der Stadt sind mit 43,51% aussergewöhnlich hoch. Dafür bleibt der Conseil General (Länderebene mit 16,72% unter den üblichen 25%) Vermutlich wird die Stadt dann Besitzer des Instruments sein.
Häufig sind bei Neubauten die Orgelfreunde Besitzer des Instrumentes und die 25% Aufteilung tritt in Kraft. Wenn die Stadt nicht irgendwie mitzieht, sind die Projekte zum Scheitern verurteilt. 25% vom Land bekommt man fast immer zugesichert.


Ville de Vanves (43,51% du budget a été supporté par la Ville de Vanves), Pascale MARTINEZ-HEURTEAUT et les membres de l’Association pour le Renouveau des Orgues de Saint-Rémy (9,65 % du budget total).

Je remercie à nouveau pour leur précieux soutien le Conseil Régional d’Ile-de-France (16,72 %), le Conseil Général des Hauts-de-Seine (14,51 %), sans oublier ma collègue Isabelle DEBRE, Sénateur des Hauts-de-Seine (6,35 % sur sa dotation d’action parlementaire

Vanves - Saint-Remy

chp @, Samstag, 05. April 2014, 08:19 (vor 4583 Tagen) @ stein

Hallo,

Ebenfalls hat man die Merklinorgel auf der Empore über 20 Jahre hinweg kaputtgebastelt und vergammeln lassen.
Hier sieht man die beiden Dispositionen vor und nach 1991.

http://www.orguesdevanves.org/orgue-saint-remy

was kann man sich denn unter einem "Kéraulophone" vorstellen?

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Vanves - Saint-Remy

stein @, Samstag, 05. April 2014, 09:17 (vor 4583 Tagen) @ chp

Nicht Fleisch, nicht Fisch, dieses Register findet man häufig in den Übergangsinstrumenten Klassik-Romantik (Callinet...) könnte man als leiseren 2. Prinzipal definieren. Cavaillé-Coll hat diesen m.W. nie oder seltens so genannt, bei ihm war es ein Salicional der nicht wie eine Gambe, sondern wie ein leiserer Prinzipal intoniert wurde.
Wegen seiner Zwitterfunktion wurde dieser in der Neobarockzeit häufig für Terzregister Cymbales u.ä geopfert. Gehört habe ich ihn bewusst noch nicht, überall verschwunden, oder zu nichtssagend. Die genaue Übersetzung weiss ich nicht.
StSulpice und Eustache haben so etwas. Hier dient es sicherlich zur Namensabwechslung. 5 mal Salicional bringt einen ja durcheinander.


http://www.marceldupre.com/divenffr.htm

La première variation se présente en trio : une arabesque chromatisée à 2 voix sur une flûte 8 accompagne le thème à l'alto sur un jeu nommé kéraulophone. Ce mot semble ignoré des dictionnaires et même des glossaires des noms de jeux d'orgue ! Au grand orgue de Saint Sulpice, le kéraulophone est au 5ème clavier, dit de solo. Au grand orgue de Saint Eustache, il est 2ème clavier, dit de positif. Au grand orgue de la cathédrale de Narbonne, il existe aussi sur le positif expressif. Dans l'encylopédie Roret (1905), quelques lignes peuvent nous éclairer sur ce jeu "précieux pour les orgues n'ayant pas de salicional car il est moyen terme entre ce dernier jeu et le principal. Il peut, par là, tenir lieu de l'un et de l'autre". On peut aussi le considérer comme une montre plus douce parmi les jeux de fonds.

Vanves - Saint-Remy

Florian-L @, Samstag, 05. April 2014, 09:26 (vor 4583 Tagen) @ chp

was kann man sich denn unter einem "Kéraulophone" vorstellen?

Man könnte es in etwa mit "Hornstimme" übersetzen.

Gruß, Florian

Keraulophone

tiratutti @, Samstag, 05. April 2014, 16:19 (vor 4583 Tagen) @ chp

Hallo,

was kann man sich denn unter einem "Kéraulophone" vorstellen?

Audsley schreibt in "The Art of Organ Building" einiges dazu.
Zuerst gebaut von Gray&Davidson 1843 für St. Paul, Knightsbridge, London.
Metallische offene Pfeifen mittlerer Mensur mit einem Stimmring, der ein größeres seitliches Loch besitzt (I, S. 540f.).
Im Kapitel über "Metal Pipes of special tonalities" (II, S. 562f.) geht er nochmal drauf ein, auch mit einer Abbildung. Labiumbreite 1/5, Aufschnitt 1/4. Der Ton geht offensichtlich in Richtung enger Hornprincipal.

Grüße von tiratutti

Keraulophone

Karsten @, Sonntag, 06. April 2014, 12:05 (vor 4582 Tagen) @ tiratutti

Hallo!

In der Organ Stops Encyclopaedia finden sich auch noch einige Informationen:
http://www.organstops.org/k/Keraulophone.html

Gruß
Karsten

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