Das Genie des Cavaillé-Coll

Clarinette, Samstag, 29. März 2014, 11:21 (vor 4595 Tagen)

Hallo Forum,

kennt jemand hier die oben genannte DVD/CD-Box und kann mir sagen, ob sich die Anschaffung lohnt?
Vielen Dank schon einmal!

Clarinette

Das Genie des Cavaillé-Coll

Karsten @, Samstag, 29. März 2014, 11:52 (vor 4594 Tagen) @ Clarinette

Hallo Forum,

kennt jemand hier die oben genannte DVD/CD-Box und kann mir sagen, ob sich die Anschaffung lohnt?

Ja, die Anschaffung an sich lohnt sich. Es ist halt die Frage, ob man überhaupt so viel Geld ausgeben möchte, auch wenn man schon sehr viel geboten bekommt für das Geld:
http://www.fuguestatefilms.co.uk/cavaille-coll/
http://www.fuguestatefilms.co.uk/cavaille-coll/contents.html
Allein die Demonstrationen (Erläuterungen mit Kurzimpros) der Orgeln in St Denis, St Sulpice und Notre-Dame sind überaus sehenswert.

Gruß
Karsten

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Samstag, 29. März 2014, 16:06 (vor 4594 Tagen) @ Karsten

Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut. Alles sehr spannend und informativ. 100 Euro sind einiges, man bekommt aber auch viele Stunden dafür geboten. Wer sich für die wunderbaren Instrumente CCs interessiert, hat damit keine Fehlentscheidung getroffen.

Das Genie des Cavaillé-Coll

Flûte harmonique, Samstag, 29. März 2014, 16:20 (vor 4594 Tagen) @ stein

Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut. Alles sehr spannend und informativ. 100 Euro sind einiges, man bekommt aber auch viele Stunden dafür geboten. Wer sich für die wunderbaren Instrumente CCs interessiert, hat damit keine Fehlentscheidung getroffen.

Bereits die hervorragend strukturierte und spannende Präsentation zur Geschichte und Entwicklung Cavaillé-Colls auf der ersten der drei DVDs ist vorbildlich. Karsten hatte schon die ausführlichen Improvisationen aus St. Denis (Pincemaille), Notre-Dame (Latry) und St. Sulpice (Roth) angesprochen. Insbesondere die Improvisationen und Erläuterungen von Daniel Roth sind meiner Meinung einer der Höhepunkte dieser Dokumentation und rechtfertigen die Anschaffung der Box.

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Samstag, 29. März 2014, 16:49 (vor 4594 Tagen) @ Flûte harmonique

Notre Dame passt leider überhaupt nicht in diese Dokomentation. Bei aller Genialität der Orgel und Latrys, ergibt dies ein verfälschtes Bild einer CC Orgel. Die meisten von uns wissen es einzuschätzen, jedoch für eine Dokomentation finde ich es ungeeignet. Hier wird leider unkritisch alles vermischt. Trotzdem eine längst überfällige Dokumentation mit sehr gutem Ergebnis.
Schön auch der Blick hinter die Kulissen, z.B. Orleans

Das Genie des Cavaillé-Coll

Clarinette, Samstag, 29. März 2014, 18:17 (vor 4594 Tagen) @ stein

Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen!
Dann werde ich wohl mal zugreifen - auch wenn ich das eine oder andere Instrument auf Hans-Peters Studienreisen live und in Farbe erlebt habe.

Das Genie des Cavaillé-Coll

orgelwilli @, Samstag, 29. März 2014, 19:19 (vor 4594 Tagen) @ Clarinette
bearbeitet von orgelwilli, Samstag, 29. März 2014, 19:23

Wer verbirgt sich hinter "Clarinette"?Wüßte ich wohl gerne......
Antwort bitte per e-mail.

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Samstag, 29. März 2014, 19:57 (vor 4594 Tagen) @ orgelwilli

Wer verbirgt sich hinter "Clarinette"?Wüßte ich wohl gerne......

Wüsste ich auch gerne, müsste ich ja auch kennen.
Ich mache mir manchmal den Spass, aus dem schon hier geschriebenen, die Person zu identifizieren.
So können Aussagen wie: meine Klaisorgel von 1992 hat 36 Register, oder Lieber Herbert viele Grüsse nach München, einiges an Auskunft geben (nur erfunden)
Clarinette habe ich auf einer Liste mit 54 Namen. Da stehe ich komischer Weise nicht drauf. wie ich gerade sehe.

Das Genie des Cavaillé-Coll

Karsten @, Samstag, 29. März 2014, 18:33 (vor 4594 Tagen) @ stein
bearbeitet von Karsten, Samstag, 29. März 2014, 18:47

Notre Dame passt leider überhaupt nicht in diese Dokomentation. Bei aller Genialität der Orgel und Latrys, ergibt dies ein verfälschtes Bild einer CC Orgel. Die meisten von uns wissen es einzuschätzen, jedoch für eine Dokomentation finde ich es ungeeignet. Hier wird leider unkritisch alles vermischt.

Dem muss ich ein wenig widersprechen. Es stimmt natürlich, dass die Orgel elektrifiziert und die zahlreichen Spielhilfen nicht Cavaillé-Coll sind.
Allerdings sind immer noch zahlreiche klangliche Elemente vorhanden, die auf Cavaillé-Coll zurückgehen und nach der Restaurierung der 1990er Jahre wieder original erklingen. Olivier Latry geht in seiner Demonstration sehr gewissenhaft auf all diese Eigenheiten und Details ein. Es wird stets klar gesagt, was klanglich/technisch nun "neu" und "alt" ist.
Wer richtig zuhört und/oder die Untertitel mitliest, kommt wirklich nicht durcheinander und lernt so die Orgel von 1868 und die des 20. Jahrhunderts kennen.

Gruß
Karsten

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Samstag, 29. März 2014, 19:46 (vor 4594 Tagen) @ Karsten

Keiner heute kennt das progressive Instrument von 1868. Alte Tondokumente sind nur begrenzt hilfsreich, geben einem viel Stoff zum fantasieren, träumen oder spekulieren. Einfach nach all den Veränderungen, die sich ja nicht nur auf die Elektrifizierung reduzieren, ein solch markantes Instrument, welches naturbedingt und nicht zuletzt durch seinen aussergewöhnlichen Organisten, sich in den Mittelpunkt dieser Dokumentation drängt, gibt meiner Meinung nach ein verzerrtes Bild CCs wieder.
Letzte Woche war ich in Lyon im Auditorium, wo ein 5 std. Vortrag über die dort installierte und jetzt durch Michel Gaillard (Aubertin) restaurierte und vergrösserte Trocaderoorgel, mit drei kurzen Konzerten, gehalten wurde.
Dort versuchte man auch den Mythos CC-Trocadero durch gefilterte Setzerkombinationen mit CC Pfeifen wiederzubeleben.
Mein vorbelasteter Eindruck:
- Die Akustik soll für ein Orchester toll sein, jedoch bei der Orgel fehlte mir die Poesie.
Dirigenten haben sich damals im Trocadero immer über die miserablen akustischen Verhältnisse beklagt, hingegen für die Orgel muss es bekanntlich gut gewesen sein.
- Die Orgel fand ich vorher grausam, vorallem die Mixturen und gekürzten Zungen hatten nur so herumgekratzt. Gaillard, der in Frankreich so etwa wie ein Gaida in Deutschland, die Fähigkeit aus hoffnungslosen Situationen noch eine gewisse Genialität herauszukitzeln hat, wurde hier mit den Arbeiten betraut.
-Chamaderia und anderes wurde hinzugefügt. Alles viel runder, brauchbarer, grundstimmenkräftiger usw.
Die Orgel konnte in gewisser Weise auch begeistern.
Das Instrument muss man so nehmen wie es jetzt ist. Krampfhaft als Trocaderoorgel zu verkaufen könnte mehr kaputt machen, wie man jetzt endlich gewinnen könnte.
Solange man für die DVD Dokumentation auf so viele annähernd unberührte Instrumente wie Rouen, Caen, Toulouse uvm. zurückgreifen kann, muss man NDP nicht 30 min als zentrales Instrument vorstellen.
Latry hätte Rouen vorstellen können, oder man bringt eine längst überfällige ND-Latry-DVD heraus. Nur marktstrategisch kann ich diese Entscheidung nachvollziehen.

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Samstag, 29. März 2014, 20:10 (vor 4594 Tagen) @ stein

Trotzdem möchte ich zusammenfassend diese tolle Projekt im höchsten Masse loben. Ein dicker Packen mit vielen DVDs und CDs tollen Bildern auch historischen Bildern, die mir so noch nie untergekommen sind. Die Musik wunderschön, ein dickes Textbuch, ebenfalls mit scönen Bildern ausgestattet. Aufwendig und luxuriös gestaltet. Auffällig die durchgehend profesionelle Ausführung des Projektes, betreut von den kompetentesten Fachleuten in diesem Bereich. (Lueders, Roth)
100 Euro sind gerechtfertigt.

Das Genie des Cavaillé-Coll

Muenti @, Sonntag, 30. März 2014, 16:45 (vor 4593 Tagen) @ stein

Ich bin immer wieder verwundert, wie diese Dokumentation in den Himmel gelobt wird!
Meiner Meinung nach ist sie nur die 100€ wert, weil es keine Alternative gibt.
Für so viel Geld habe ich den Anspruch, ein (nahezu) perfektes Produkt zu erhalten, und das ist diese Doku absolut nicht.
Angefangen mit der Tonqualität: Viele Aufnahmen sind übersteuert (wenn's laut wird, hört man Knistern). Die meisten Aufnahmen bieten wenig Raumklang, d.h. sie sind sehr nah aufgenommen. Ich möchte mal behaupten, daß mit möglichst wenig Aufwand aufgenommen wurde. Insgesamt würde ich die Tonqualität als in Ordnung bezeichnen (für eine DVD), gut wäre schon zuviel.
Zum Umfang: Es sind 3 DVDs, 2 CDs und ein Textheftchen mit 76 Seiten. So viele Seiten haben einige CD-Booklets. Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert gewesen, etwas über die Restaurationsgeschichte der Instrumente zu erfahren. Hier gibt es keinerlei Info.
Zum Vergleich die 6-CD-Box zu Cavaille-Coll-Instrumenten, die es mal von Motette gab (oder gibt?): Hier hat das Textheft 212 Seiten!
Zu den DVDs: Die erste DVD ist wirklich hochspannend, besonders die Ausführungen von Kurt Lueders finde ich sehr interessant. Die beiden weiteren DVDs, auf denen dann hauptsächlich Musik ertönt, können dieses Niveau aufgrund der nicht adäquaten Tonqualität nicht halten. Sehr unterhaltsam allerdings sind die Beiträge von Pierre Pincemaille (was für ein Original!), Daniel Roth und Olivier Latry.
Damit wir uns richtig verstehen: Ich würde mir diese Produktion wieder kaufen, empfehle sie also weiter. Ich möchte nur darauf hinweisen, daß sie nicht so sehr glänzt, wie einige behaupten. Sonst ist man nur enttäuscht.

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Sonntag, 30. März 2014, 21:25 (vor 4593 Tagen) @ Muenti

Da ist sicherlich auch etwas dran, der Name elektrifiziert schon.
Aber endlich mal etwas mit bunten Bildern und Filmen. Die Filmtechnik gefällt mir im Vergleich zu vielen Amateurproduktionen in diesem Nischenbereich schon sehr gut. Der Klang kommt bei mir gut rüber. Da kenne ich auch viel mässiges.

Das Genie des Cavaillé-Coll

zehnzweidrittel @, Mittwoch, 28. Januar 2015, 16:58 (vor 4289 Tagen) @ stein

Von der restaurierten Orgel kann sich jetzt bei Naxos auch akustisch ein Bild machen:

SAINT-SAËNS, C.:
Symphony No. 3, "Organ" / Danse Macabre / Cypres et Lauriers
(Warnier, Lyon National Orchestra, Slatkin)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig es eine Orgel trotz Generaltutti mit einem Orchester dynamisch aufnehmen kann - oder habe sich die Tontechniker zu sehr eingemischt?
Viel Cavaillé-Coll höre ich jedenfalls nicht mehr - wo soll es auch herkommen ...


Viele Grüße

zehnzweidrittel

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Mittwoch, 28. Januar 2015, 17:35 (vor 4289 Tagen) @ zehnzweidrittel

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig es eine Orgel trotz Generaltutti mit einem Orchester dynamisch aufnehmen kann - oder habe sich die Tontechniker zu sehr eingemischt?
Viel Cavaillé-Coll höre ich jedenfalls nicht mehr - wo soll es auch herkommen ...

Ich habe die Orgel vor und nach der Restaurierung gehört.
Sie klingt heute runder und mischfähiger für ein Orchester. Die Mixturen sind ausgeglichen und passen alle ins Pleno ohne herauszuschreien. Die Flöten singen mehr. Spucken hört man kaum noch. Die Zungen sind ebenfalls runder. Das war alles vorher nicht so. Gaillard (Aubertin) hat sicher dort gute Arbeit geleistet.
Einiges kann an Cavaillé-Coll erinnern. Der Raum ist gross aber sehr trocken.
Vincent Warnier ist für 2 Jahre dort Organist. Slatkin scheint Orgel zu lieben, so hat es in eine CD gemündet.

Das Genie des Cavaillé-Coll

Holger Friedrich @, Mittwoch, 28. Januar 2015, 17:38 (vor 4289 Tagen) @ Clarinette

Ist das Werk deutsch synchronisiert oder mit deutschem Untertitel?
Danke für eine Antwort.

Das Genie des Cavaillé-Coll

stein @, Mittwoch, 28. Januar 2015, 22:44 (vor 4289 Tagen) @ Holger Friedrich

mit deutschem Untertitel

powered by my little forum