Bornefeld-Orgel in Kassel bleibt erhalten

Friedrich @, Dienstag, 25. März 2014, 09:12 (vor 4592 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

....sie bleibt allerdings nicht in dem liturgisch/konfessionellen und akustischen Raum, für den sie konzipiert wurde, erhalten.

Ich glaube, unter den herrschenden Umständen wäre das die Maximallösung gewesen, und vom Federführenden wäre eine 180-Grad-Wende verlangt worden. So sehr es nerven kann, dass niemand ihm mit Autorität wirkungsvoll entgegentreten kann: So ist das, wenn dezentral entschieden wird, und es hat seine Vorteile.

Ich war von der Nachricht angenehm überrascht. Ich hatte angenommen, die Bosch-Orgel sei nun einfach weg (worunter ich auch »nach Polen verschifft« fasse), und bin froh, dass sie erhalten bleibt – mit etwas Glück auch in ihrer Gestalt unverändert. Damit ist die größte Bornefeld-Orgel in ihrer musikalischen Einheit weiter zugänglich, sieht man vom Verlust des liturgischen Repertoires ab, in das hinein sie geplant wurde. Es bleibt sicher genug für den Zweck, die Eigenarten und Vorzüge dieses Orgeltyps in helles Licht zu rücken.

Manchmal, wenn ich drüber nachdenke, bin ich immer noch ein bisschen fassungslos und gleichzeitig froh über das, was in der hannöverschen Marktkirche passiert ist. Da haben sie doch tatsächlich die künstlerisch überzeugendste Lösung verwirklicht, obwohl sie zugleich die teuerste war: Neubau der Orgel in einem Gehäuse, das genau dem Original folgt, aber ebenfalls neu gebaut wurde, unter weitestgehender Nutzung des Pfeifenmaterials. Das geht. Selten, aber doch.

Und wir können sagen, wir sind dabeigewesen.

Viele Grüße,
Friedrich


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