Orgelbauer - Personalstil
kjz1, Montag, 24. März 2014, 20:55 (vor 4594 Tagen)
Hallo!
In den letzten Tagen wurde hier über Holtkamp, Skinner und auch Intonation diskuttiert. Mir ist dabei aufgefallen, dass es früher [TM] ja einige Orgelbauer mit einem doch mehr oder minder ausgeprägten Personalstil gab.
Cavaille-Coll mit seinen mächtigen Zungenbatterien, den Flute harmoniques und Voix celestes; Skinner mit seinen typischen Registern Erza(e)hler, dem French Horn und sehr 'orchestralen' Dispositionen; Holtkamp mit seinen typischen Freipfeifenprospekten; Hans Gerd Klais mit einem eher 'herben' Klang und den Horizontaltrompeten (Altenberg, Bonn, Frankfurt, Würzburg, Ingolstadt).
Wenn man eine solche Orgel hörte oder auch sah, konnte man schon nach kurzer Zeit sagen: die stammt von Orgelbauer Soundso.
Gibt es das heute auch noch, dass Orgelbauer einen so ausgeprägten Personalstil pflegen? Irgendwie scheint sich der Orgelklang immer mehr anzugleichen; als Beispiel: DEN 'Klais-Sound' scheint es so nicht mehr zu geben.
Oder ist ein so ausgeprägter Personalstil heutzutage schlicht nicht mehr marktfähig, weil von den Kunden nicht mehr erwünscht?
Fragt sich schon seit einiger Zeit,
- Karl-Josef
Orgelbauer - Personalstil
stein
, Montag, 24. März 2014, 21:38 (vor 4594 Tagen) @ kjz1
Vor einigen Wochen war ich in Mainz St. Stephan. Die Kirche mit den Chagallfenstern und der neuen Klais-Orgel.
Zum ersten mal konnte ich ein neues Instrument aus dem Hause Klais spielen. Alles sehr sauber und auch eigentlich schön. Dieser Typ Orgel sagt mir schon eher zu. Jedoch erkenne ich immer weniger Unterschiede zu Orgelbauern wie Kuhn, Seifert usw.
Universalstil für Universalorgeln. Könnte auch langweilig werden.
Orgelbauer - Personalstil
kjz1, Dienstag, 25. März 2014, 08:38 (vor 4593 Tagen) @ stein
Universalstil für Universalorgeln. Könnte auch langweilig werden.
Genau dies ist auch die Beobachtung, die sich bei mir irgendwie im Hinterkopf festgesetzt hat. Allerdings scheint es auch das zu sein, was der Markt verlangt und die Orgelbauer wären ja blöd, wenn sie das dann auch nicht liefern würden.
Solche 'Exoten', wie z. Bsp. Peter Bares, die in ganz anderen 'Klangdimensionen' denken (und dann auch kreativ damit umgehen können), gibt es wohl nur sehr wenige.
Orgelbauer - Personalstil
Orlos
, Montag, 24. März 2014, 23:22 (vor 4594 Tagen) @ kjz1
Die Beobachtung teile ich, auch bei anderen Firmen (man denke an die drei französischen Orgeln von Woehl mit ihrer eigenen Prägung. Die neueren Woehl-Orgeln finde ich nicht mehr so charaktervoll).
Es stellt sich die Frage: Wenn eine Gemeinde eine neue Orgel bauen lässt, will sie dann eine XY-Orgel, weil die Orgel wie andere XY-Orgeln klingt oder weil die Firma günstig, zuverlässig, solide, in der Nähe, sympathisch etc. ist? Anders gefragt: Geht es überhaupt um einen spezifischen Klang? Ich glaube nicht.
Die Dispositionen haben sich schon in den letzten Jahren ziemlich angeglichen. Ich schaue mir gern die Homepages der Orgelbauer an. Wenn man die Neubauten vergleicht, gibt es schon eine Art von Hauptrichtung, von besonderen Wünschen (historische Kopie) abgesehen. Und die Intonation ist auch einheitlicher. Wenn ich an eine typische 20-Register-Orgel denke, fällt es mir sehr schwer, unterschiedliche Klangfarben bei unterschiedlichen Orgelbauern vorzustellen.
Bei den kleineren Orgelbauern finden sich noch charakteristische Intonateure (meist intoniert da der Chef). Ich denke zum Beispiel an Rainer Müller, dessen Stumm-Restaurierungen hier schon Thema waren. Bei ihm haben auch neue Orgeln einen eigenen Charakter, der eben aus der Beschäftigung mit dieser Zeit entstanden ist. Das muss man wissen. Wer bei ihm eine Orgel bestellt, will auch genau diesen Klang. Mir persönlich gefällt er sehr gut, ich kenne aber auch Kollegen, die das gar nicht mögen. Diese Individualisierung ist also Vor- und Nachteil zugleich: Man hat Fans und ablehnende Positionen. Wirtschaftlich besser geht es einer Firma vielleicht, wenn sie alle Geschmäcker abdeckt und sich den Wünschen der Organisten und Orgelsachverständigen anpasst. Freilich um den Preis der Austauschbarkeit mit Konkurrenten.
Nun ist es aber doch in der Regel so, dass eine Gemeinde (über Organisten oder OSV) bei der Ausschreibung eine Disposition vorgibt, die schon klar eine Richtung vorgibt und sei es eine universale ("alle Epochen darstellbar"). Es ist eine lustige Vorstellung, mal drei Firmen den gleichen Auftrag zu erteilen und die gleiche Disposition zu verwirklichen im selben Kirchenraum. Wie unterschiedlich würden die Orgeln klingen bei einer "08/15"-Disposition? Andererseits: Wenn ich als Organist oder OSV "Hautbois" in die Disposition schreibe, will ich dann eine "Klais-Hautbois", eine "Rieger-Hautbois" oder eine "Sandtner-Hautbois"? Oder will ich nicht viel eher eine "Cavaillé-Coll-Hautbois"?! Dann hat der Orgelbauer im Grunde den Auftrag, möglichst gut eine solche Hautbois zu imitieren! Nun muss er aber sehen, wie er diese Kopie mit den anderen gewünschten Klangfarben verbinden kann.
Ich las vor einiger Zeit den Vorwurf, deutsche Orgelbauer hätten ja nur den Namen übernommen (z. B. Trompette harmonique), aber eben keine geteilten Winddrücke etc. gebaut. Also nicht alles der Vorbildsorgel kopiert. Dieser Vorwurf wäre bei einem Nachbau gerechtfertigt; meines Erachtens macht es aber gerade den Reiz des deutschen Orgelbaus aus, verschiedene Strömungen in einer Orgel zu vereinen. Dann habe ich eben im SW Streicher und (der Bauart nach) französische Zungen, gleichzeitig im RP einen barocken Sesquialter und einen Dulzian, im HW eine Prinzipalschwebung neben einem hochgebänkten Kornett, einem Quintatön und einem Gemshorn. Nichts davon findet sich in einer historischen Orgel vereint. In einer Klais-, Rieger- oder sonstwie-Orgel aus den 1970er und 80er Jahren aber eben doch. Mir persönlich gefällt das (bei neuen Orgeln). Ich sehe das nicht als Inkonsequenz oder Nachteil. Es war ein eigener Orgeltypus mit eigenen Möglichkeiten (und Defiziten!).
Im Beispiel St. Stefan Mainz war nach meinen Informationen der Prospektentwurf das entscheidenende Kriterium für Klais. Das ist wohl gar nicht so selten, in Lahnstein war es genauso. Für Regensburg (Dom) könnte ich es mir auch vorstellen. Bei anderen Gemeinden weiß ich, dass es ein Orgelbauer am besten geschafft hat, den meisten Platz für den Kirchenchor übrig zu lassen. Solche Fragen sind heutzutage wichtiger als der Klang des Instrumentes, jedenfalls in vielen (den meisten?) Fällen.
Orgelbauer - Personalstil
FranzS., Montag, 24. März 2014, 23:31 (vor 4594 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von FranzS., Montag, 24. März 2014, 23:37
Im Beispiel St. Stefan Mainz war nach meinen Informationen der Prospektentwurf das entscheidenende Kriterium für Klais.
das ist auch meiner Meinung nach einer der besten Großorgelprospekte der letzten Jahre und ich möchte auch diese Orgel gerne einmal spielen, wenn es die Zeit (und natürlich der Hausorganist) erlaubt. Das Auge hört und spielt eben doch mit, wieso sonst würde man noch über die Kauffmannorgel diskutieren?Selbstverständlich kann man erwarten, dass, im Gegensatz zur Kauffmannorgel, die Klangqualität in Mainz, der architektonischen Qualität des Prospektentwurfs in nichts nachsteht.
Orgelbauer - Personalstil
FranzS., Montag, 24. März 2014, 23:26 (vor 4594 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von FranzS., Montag, 24. März 2014, 23:44
Na ja, sowas würde es heute schon noch geben, jedoch kann sich das ein Orgelbauer nicht mehr leisten. Die bedeutenden Orgelbauer der 60er, 70er und 80er wie Hans Gerd Klais, Josef von Glatter-Götz oder Gerhard Schmid konnten einen ausgeprägten Personalstil pflegen, weil die Auftragslage es erlaubt hat. Soviel ich weiß, war ein "Sachverständigenkonzept" bei den obigen Firmen eher die Ausnahme. Seltsamerweise waren es aber gerade diese Firmen, deren damals erbaute Orgeln heute noch zu faszinieren vermögen, während andere Orgelbaufirmen mit dem Tod, oder der Pensionierung des (alleinherrschenden) Sachverständigen sang und klanglos verschwunden sind (und da gibt es durchaus Firmen, die eine vierstellige Opuszahl zu verzeichnen hatten). Die Zeiten haben sich aber geändert und die damals richtungsweisenden Firmen können ihr Klangerbe nicht mehr fortführen, weil sie auf die Auftragsvergabe der Sachverständigen angewiesen sind. Die bei Neubauten herrschende Klangmonotonie haben wir bestimmt nicht den Orgelbauern zu verdanken, sondern ist schon von Anderen zu verantworten.
viele Grüße
Franz
Orgelbauer - Personalstil
Dorforganist, Montag, 24. März 2014, 23:29 (vor 4594 Tagen) @ FranzS.
Die bei Neubauten herrschende Klangmonotonie haben wir bestimmt nicht den Orgelbauern zu verdanken, sondern ist schon von Anderen zu verantworten.
Ja, ich könnte mir auch gut vorstellen, daß der Orgelbauer innerlich aufstöhnt: "Nicht schon wieder französisch-romantisch...".
Aber wenn er einen Auftrag kriegen will, muß er wohl die x.te Stilkopie hinstellen. Finde ich zur Zeit ziemlich eintönig - "Orgellandschaft" ist was anderes...
Orgelbauer - Personalstil
Florgel
, Dienstag, 25. März 2014, 10:48 (vor 4593 Tagen) @ Dorforganist
Die bei Neubauten herrschende Klangmonotonie haben wir bestimmt nicht den Orgelbauern zu verdanken, sondern ist schon von Anderen zu verantworten.
Ja, ich könnte mir auch gut vorstellen, daß der Orgelbauer innerlich aufstöhnt: "Nicht schon wieder französisch-romantisch...".Aber wenn er einen Auftrag kriegen will, muß er wohl die x.te Stilkopie hinstellen. Finde ich zur Zeit ziemlich eintönig - "Orgellandschaft" ist was anderes...
Dem schließe ich mich aus eigener Erfahrung an.
Das wird dann etwa so ins Heftchen diktiert:
"Der weite/kurze/kompakte/etc. Kirchenraum verlangt nach einer Orgelgröße von etwa 20
Registern. Eine Disposition dieser Größe bietet alles, was die heutige Vorstellung
von Kirchenmusik von einer Orgel fordert.
Besonderer Wert wurde bei der Auswahl der Register darauf gelegt, daß alle
Begleitaufgaben erfüllt werden können, sei es das Begleiten einer liturgischen
Handlung, der Gemeinde oder von Chor, Kantoren, Solisten und Instrumentalisten.
Als wertvolles Hilfsmittel hierbei wird sich der Schweller erweisen, in dem das
II. Manual zu stehen kommt. Er sorgt für eine große dynamische Variabilität.
In Verbindung mit einem optisch ansprechenden Gehäuse, das gut zur Kirche paßt und mit einer sicheren, soliden und sensiblen Technik, wird das mit künstlerischer Inspiration intonierte Pfeifenwerk der Pfarrgemeinde für lange Zeit eine vollauf zufriedenstellende Orgel als Begleiter durch das kirchliche Leben an die Seite stellen."
Großzügigerweise gibt´s immer gleich die "passende" Disposition samt zu verwendendem Material dazu, etwa so:
Manual I, C-g3, Hauptwerk
1 Prinzipal 8' Zinn, im Prospekt
2 Rohrflöte 8' C-h Holz, Rest Zinn
3 Gamba 8' Zinn
4 Oktave 4' Zinn
5 Holzflöte 4' Holz
6 Superoktave 2' Zinn
7 Mixtur 4f. 1 1/3' Zinn
8 Trompete 8' Zinnbecher
Manual II, C-g3, Schwellwerk
9 Gedackt 8' Holz
10 Salicional 8' Zinn
11 Vox coelestis 8' ab c°, Zinn
12 Fugara 4' Zinn
13 Sesquialter 2f. Zinn; 2 2/3' + 1 3/5'
14 Piccolo 2' Zinn; ab c° überblasend
15 Mixtur 3-4f. 2' Zinn
16 Oboe 8' Zinnbecher
- Tremulant
Pedal, C-f3
17 Subbaß 16' Holz
18 Oktavbaß 8' Zinn
19 Bordun 8' Holz, gedeckt
20 Fagott 16' Holzbecher
Koppeln: II-I, I-P, II-P
Natürlich (!): Mechanische Spiel- und Registeraktur, Schleifladen
Auf Wunsch zusätzlich elektrische Registertraktur mit elektronischer Setzeranlage
Freistehender Spieltisch mit Blick zur Orgel.
Gut, ein bisserl Variation darf man schon mal riskieren,beispielsweise im
SW: statt Fugara 4´ einen Geigenprincipal 4´.
Aber das Quintett Gedackt 8´, Salicional 8´ Vox Coelestis 8´ ,Sesquialter und Oboe 8´ kommt in einem Bistum doch in beeindruckender Anzahl vor ... scheint eine Goldene Formel zu sein, die im Prinzip überall klappt und der man nicht überdrüssig wird.
Ich glaube nicht, dass ein eigener Stil bei Orgelbauern eine große Chance hat, wenn so eine Ausschreibung statt findet. Aber das ist ja hier nur ein Beispiel, das nicht für andere Gegenden gelten wird ...
Die Prospektgestaltung ist auch nicht sooo frei. Dafür gibt´s eine "Kunstkomission", in der lauter honorige Leute sitzen. Fällt der Entwurf durch, fällt die ganze Orgel durch. Denn an das "placet" der Komission ist die stiftungsaufsichtliche Genehmigung gebunden. So passiert, bzw. das Orgelprojekt dann eben nicht ... ein Protokoll scheint man nicht zu führen, das halte ich auch für durchaus schlau. In heutigen Zeiten herrscht ein hoher Zeitdruck, sodass es schwer möglich ist, sich mit solchen Anliegen mord´s aufzuhalten, außerdem verstehen die Leut´ eh nix davon und eine Angabe von Gründen ändert doch auch nix an der Tatsache ...
Mir ist die Praxis in anderen Gegenden nicht bekannt, aber in einer Gegend ist das so.
Und da darf ich doch gleich ein paar Zeilen hintendran setzen vom früheren Regensburger Domorganisten und Sachverständigen, Eberhard Kraus:
... Da auch ein Großteil unserer Organisten und Kirchenmusiker eher den historisierenden Dispositionen, die allerdings häufiger weniger barock denn traditionell oder gar romantisch ausfallen, zugetan sind, finden wir in dieser Stilrichtung viele in sich stimmende und homogene Instrumente, die aber nur selten wirklich individuell und künstlerisch sind und sein können. Der lineare Stil erscheint bei uns meist in der Gehäusegestaltung, aber weniger aus Überzeugung, sondern aus einer gewissen Sparsamkeit. Man könnte ihn so charakterisieren, daß zwar Aufbau, Gliederung und Form eines historischen Prospektes übernommen werden, aber jede schmückende Ausgestaltung im wahrsten Sinne des Wortes "ausgespart" wird. In den Dispositionen sind es karge Instrumente, ohne streichende und färbende Stimmen, bar auch jeden technischen Hilfsmittels und anderer erklärter Überflüssigkeiten. Im klanglichen Bereich wird dieser Stil von unseren Einheimischen nicht geschätzt, eher als Notlösung hingenommen...
Habe die Ehre,
Florian
Orgelbauer - Personalstil
Dorforganist, Dienstag, 25. März 2014, 16:53 (vor 4593 Tagen) @ Florgel
Interessant finde ich die Ausführung des Dom-Eber - lange Zeit prägender Sachverständiger in meinem Heimat-Gäu - dem wir viele sehr ähnliche und wohl eher auch preisgünstige Orgeln verdanken.
Vielleicht hatte er zu diesem Zeitpunkt schon resiginiert, aber ich habe immer ihn für den Schuldigen an der krausigen Weise-Einheitsdisposition gehalten.
Ok, ein Septenhörndl als Zungenersatz war sein spezielles Steckenpferd, mit dem er die Dorforganisten manchmal erschreckte, aber ansonsten war alles ziemlich vorhersehbar, was er disponierte.
Vielleicht muß man "Orgellandschaft" einfach so rum betrachten? Dann ist ja der aktuelle Trend gar nicht so neu...
Orgelbauer - Personalstil
Friedrich
, Dienstag, 25. März 2014, 17:20 (vor 4593 Tagen) @ Dorforganist
Vielleicht hatte er zu diesem Zeitpunkt schon resiginiert, aber ich habe immer ihn für den Schuldigen an der krausigen Weise-Einheitsdisposition gehalten.
Ok, ein Septenhörndl als Zungenersatz war sein spezielles Steckenpferd, mit dem er die Dorforganisten manchmal erschreckte, aber ansonsten war alles ziemlich vorhersehbar, was er disponierte.
Ging es Kraus nicht eher darum, dass einfach überall und unter allen Umständen die Trompete im HW stand und Salizional und Oboe im SW, dass Posaunen immer erstmal ein »Still-« davor bekamen, damit sich die Gemeinde nicht so erschreckt, falls die Klavierlehrerin mal auf dem Rollschweller ausrutscht?
Oder umgekehrt ausgedrückt: Orgelbauen und -spielen hatte für ihn mehr mit Spaß am Schöpferischen zu tun als mit Gewohnheit. Jedenfalls ist das der Eindruck, den seine Kompositionen und Dispositionen bei mir hinterlassen.
Viele Grüße,
Friedrich
Orgelbauer - Personalstil
Florgel
, Dienstag, 25. März 2014, 18:22 (vor 4593 Tagen) @ Friedrich
Vielleicht hatte er zu diesem Zeitpunkt schon resiginiert, aber ich habe immer ihn für den Schuldigen an der krausigen Weise-Einheitsdisposition gehalten.
Das Zitat ist nach seiner alleinigen OSV-Tätigkeit entstanden. Da hatte er nicht mehr so viel Projekte und ausgerechnet bei seinem "eigenen" Orgelprojekt im Dom hatte man ihn ausgespielt.
Ok, ein Septenhörndl als Zungenersatz war sein spezielles Steckenpferd, mit dem er die Dorforganisten manchmal erschreckte, aber ansonsten war alles ziemlich vorhersehbar, was er disponierte.
Ja, beim Kraus gibt´s auch Klassiker. Aber spannend sind die meisten Konzepte schon- außerdem war er durchaus etwas wendig. Es gibt auch mehr oder weniger "Französisch-Symphonisches" von ihm. Das große Domorgelkonzept von ihm ist ja auch sehr interessant. Die Ideen und Konzepte find´ ich nicht mal übel, auch wenn man sich über Choralbass 4´+1 1/3´, Sesquialter nur als Gruppenzug oder ähnliches streiten kann ;)
Ging es Kraus nicht eher darum, dass einfach überall und unter allen Umständen die Trompete im HW stand und Salizional und Oboe im SW, dass Posaunen immer erstmal ein »Still-« davor bekamen, damit sich die Gemeinde nicht so erschreckt, falls die Klavierlehrerin mal auf dem Rollschweller ausrutscht?
Das kann ich nicht bestätigen. Beispielhaft mal Amberg- Mariahilfbergkirche, Weise, 1978 III/25 genannt:
HAUPTWERK (1.Man., C-g'''): Prinzipal 8', Flute douce 8', Oktave 4', Holzflöte 4', Quinte 2 2/3', Prinzipal 2', Mixtur 1 1/3' 4f.
SCHWELLWERK (2.Man., C-g'''): Bleigedackt 8', Gamba 8', Prinzipal 4', Gemshorn 2', Sesquialter 2 2/3' 2f., Larigot 1' 2f., Zimbel 1/3' 3f.
BRUSTPOSITIV (3.Man., C-g'''): Holzflöte 8', Rohrflöte 4', Prinzipal 2', Septenhörnle 1 1/3' 3f., Scharff 2/3' 3f., Trompetenregal 8'
PEDAL (C-f'): Subbaß 16', Violonbaß 8', Choralbaß 4', Rauschpfeife 2 2/3' 4f., Posaune 8'
Oder Waldmünchen, natürlich ebenfalls Weise, 1977, III/26
RÜCKPOSITIV (1.Man., C-g'''): Holzgedackt 8', Jubalflöte 4', Prinzipal 2', Larigot 1' 2f., Spanische Trompete 4'
HAUPTWERK (2.Man., C-g'''): Quintade 16', Prinzipal 8', Rohrflöte 8', Oktave 4', Schwiegel 2', Mixtur 1 1/3' 6f., Trompete 8'
SCHWELLWERK (3.Man., C-g'''): Bleigedackt 8', Gedackt-Schwebung 8', Prinzipal 4', Amorosa 4', Gemshorn 2', Septenhörnle 1 3/5' 4f., Scharff 1' 4f., Oboe 8', Tremulant
PEDAL (C-f'): Subbaß 16', Oktavbaß 8', Violon 8', Choralbaß 4', Rauschwerk 2 2/3' 4f., Posaune 16'
Eine Stillposaune disponiert von Kraus ist mir so eigentlich nicht bekannt.
Oder umgekehrt ausgedrückt: Orgelbauen und -spielen hatte für ihn mehr mit Spaß am Schöpferischen zu tun als mit Gewohnheit. Jedenfalls ist das der Eindruck, den seine Kompositionen und Dispositionen bei mir hinterlassen.
Viele Grüße,
Friedrich
Ja, das würde ich auch sagen, er war wohl schon eine Avantgardist. Ganz interessant dazu auch dieser Zeitungsartikel zu Sohn Wolfgang Kraus http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/fuer-ein-ave-verum-in-den-vati...
Zur Handwerklichen Ausführung vieler seiner Projekte möchte ich lieber nix sagen, aber dafür haben auch viele kleine Kirchen Orgeln bekommen und zu seiner Zeit war es auch noch nicht Usus seine Truhenorgel in der Schweiz zu bestellen.
Liebe Grüße,
Florian
Orgelbauer - Personalstil
Friedrich
, Dienstag, 25. März 2014, 19:07 (vor 4593 Tagen) @ Florgel
Ging es Kraus nicht eher darum, dass einfach überall und unter allen Umständen die Trompete im HW stand und Salizional und Oboe im SW, dass Posaunen immer erstmal ein »Still-« davor bekamen, damit sich die Gemeinde nicht so erschreckt, falls die Klavierlehrerin mal auf dem Rollschweller ausrutscht?
Das kann ich nicht bestätigen.
Meine Schuld – ich habe das missverstäbnlich geschrieben. Genau darum ging es Kraus nicht, er war wohl davon eher genervt, daher seine zum Teil überraschenden Dispositionen, die sich mit dem altgewohnten, morgenblinden Griff in die Registerwippen nicht einfach so registrieren ließen.
Viele Grüße,
Friedrich
Orgelbauer - Personalstil
Florgel
, Mittwoch, 26. März 2014, 21:14 (vor 4592 Tagen) @ Friedrich
Ging es Kraus nicht eher darum, dass einfach überall und unter allen Umständen die Trompete im HW stand und Salizional und Oboe im SW, dass Posaunen immer erstmal ein »Still-« davor bekamen, damit sich die Gemeinde nicht so erschreckt, falls die Klavierlehrerin mal auf dem Rollschweller ausrutscht?
Das kann ich nicht bestätigen.
Meine Schuld – ich habe das missverstäbnlich geschrieben. Genau darum ging es Kraus nicht, er war wohl davon eher genervt, daher seine zum Teil überraschenden Dispositionen, die sich mit dem altgewohnten, morgenblinden Griff in die Registerwippen nicht einfach so registrieren ließen.Viele Grüße,
Friedrich
Achso- alles klar! :)
Tatsächlich unterscheiden sich seine Dispositionen trotz wiederkehrender Elemente fast schon zwanghaft.
Dieser Hang zu Überraschungen und Extravaganz* läßt sich auch sehr gut nachhören, zB. auf der CD "Te Deum- Eberhard Kraus an der historischen Orgel des hohen Domes zu Regensburg"- da raucht dem Fugen-Sepp mal richtig der Kopf ;)
Eine meiner Lieblings-Cd´s, aufgrund der Werke und ihrer Interpretation, aber auch die alte Hirnschrodt-Chororgel kommt da nicht so schlecht weg. Verglichen mit der jetzigen Chororgel gefällt mir das schon besser.
* -wenn man will und an Vorvorgänger-Domorganist Renner denkt, auch eine kleine Regensburger Tradition ;)
Kraus stellte sein Ideal auch als die kontrapunktische Orgel dar und darf weiter zitiert werden:
... es kann auch bei zehn Registern schon einen kräftigen Septimen-Farbakzent geben, der Streicher kann schon bei fünf Registern in der 4´-Lage disponiert werden und die Trompete 16´ schon eher als die Trompete 8´.
So ist diese Orgellandschaft zu verstehen: Bejahung alles Alten und Neuen, aller Stilmittel und Techniken, aller Landschaften und Anwendungsbereiche; Nutzung durch Zusammenführen und Gegenüberstellen, durch Konfrontation und Integration, durch Vereinigen und Trennen; Entwicklung innerhalb von Tradition und Experiment, von Regel und Einfall, von Notation und Improvisation.
Ein weiteres, kompaktes Beispiel:
Elisabethszell, Kloss 1971/76
HAUPTWERK
Holzgedackt 8´, Prinzipal 4´, Salicet 4´, Flachflöte 2´, Mixtur III 1 1/3´
RÜCKPOSITIV
Bleigedackt 8´, Holzprinzipal 4´, Prinzipal 2´, Septenkornettino 2 2/3´+2´+1 3/5´+1 1/7´, Scharff III 2/3´
SCHWELL-AUXILIAIRE
Harfpfeife 8´, Flute douce 4´, Nachthornquinte 1 1/3´
PEDAL
Subbaß 16´, Kupferflöte 8´, Choralbaß 4´+1 1/3´
Man muss aber wohl auch sagen: So unterschiedlich die Konzepte und Dispositionen sind, so ähnlich ist dann oft die handwerkliche Ausführung und der Klang und wenn ich grob überschlage, komme ich im weiteren Umkreis zwischen 1969 und 1986 auf mindestens 60 Neubauprojekte, wovon 50% an Weise gingen ...
Und trotzdem würde ich´s mir mit Kraus nicht zu einfach machen.
Liebe Grüße,
Florian
Orgelbauer - Personalstil
Friedrich
, Montag, 24. März 2014, 23:59 (vor 4594 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von Friedrich, Dienstag, 25. März 2014, 09:22
Gibt es das heute auch noch, dass Orgelbauer einen so ausgeprägten Personalstil pflegen? Irgendwie scheint sich der Orgelklang immer mehr anzugleichen; als Beispiel: DEN 'Klais-Sound' scheint es so nicht mehr zu geben.
Oder ist ein so ausgeprägter Personalstil heutzutage schlicht nicht mehr marktfähig, weil von den Kunden nicht mehr erwünscht?
Gute Frage.
Ich glaube, es gibt ihn – aber wie zu allen Zeiten gibt es nicht unbedingt viele, die ihn sich trauen, sowohl unter Kunden wie unter Orgelbauern.
Die Handschrift eines Orgelbauers kann man sicher genauso im Technischen erkennen wie im Klanglichen. Wie sorgfältig einer auch hinter dem Prospekt arbeitet, wie großzügig oder eben nicht der Raum genutzt wird, wie groß der Anteil an zugekauften Teilen ist, woher sie zugekauft wurden …
Auch in den Prospekten hinterlässt ein Haus seine Spur. Die Berliner Schukes bevorzugen z. B. noch immer gerade Linien und meistens stabile Proportionen mit kräftigen Querlinien und rechten Winkeln; dazu kommen die fast unverkennbaren breiten Rundlabien bei weiten Mensuren, die sehr prägend wirkend. Der Eindruck ist oft etwas schwerfällig, manchmal etwas bieder. Bei sehr guten und wirtschaftlich potenten Orgelbauern habe ich öfter kompromisslose, gelungene Architektur gesehen als im Mittelfeld, wo die Formen auch mal halbgar, spießig oder geradezu ängstlich wirken.
Beim Klang von neuen Orgeln finde ich es auch schwer. Da hätte ich höchstens Verdachte, die sich schwer formulieren lassen.
Kräftig, ausgewogen über die ganze Teiltonpyramide und durch alle Registerfamilien, trotzdem mit balkig-starker 8'-4'-Zone, französische, aber leicht neutral klingende Zungen: Da würde ich erstmal auf eine neuere Rieger tippen. (Die älteren haben noch diese flächig-schillernden, fein-scharfen Mixturen, die mit den Zungen gleichziehen und so den sehr eigentümlichen Verschmelzungsklang des Tuttis ausmachen.)
Weich, laut, kräftiges, flächig-schillerndes Ensemble mit vielen unterschiedlichen, auch exotischen Farben, aber alles etwas richtungslos, irgendwie passiv – so habe ich viele neuere Klaisinnen erlebt.
Alles klassisch, ebenmäßig und beinahe glatt (aber mit deutlicher Artikulation), markant, aber nie die Grenze zum Aufdringlichen überschreitend und mit Sinn auch für delikate Töne, insgesamt sehr nobel, fürs Sinfonische fast zu sportlich: könnte eine Goll sein.
Prächtige Flöten und auf hohem Niveau verschmelzende Aliquoten, dafür etwas blasse Prinzipalchöre, mächtige vollbecherige Zungen über die gesamte Breite des Klangs, große Dynamik, aber wenig Struktur im Gesamtklang: Da stehen die Chancen auf van den Heuvel gut.
Lebhaft und hell, elegant und kernig gleichzeitig, von anspringender Direktheit und gleichzeitig fähig zum brüchig-zarten, mit charaktervollen, vielfältigen Zungen, leuchtenden Flöten und einer ganz klaren Gesamtstruktur im Klang, und man kann seine Ohren gar nicht losreißen … Aber langsam wird’s unsachlich. Jedenfalls würde ich da fragen: »War das der Saage?« (Persönliche Meinung – aber ja, ich glaube, der ist wirklich so gut.)
Bei kleineren Orgeln gäbe es allerdings die Chance, dass er’s nicht war, sondern vielleicht einer von Winterhalters Leuten. Dessen Intonation empfinde ich als ähnlich charaktervoll, saftig, aber nicht breitspurig – einfach gut und interessant, ohne sich zu spreizen.
Solide, ausgewogen und mit französischen Zungen und Aliquoten, etwas einfach, aber man kann wirklich nix sagen: Vielleicht eine Heintz?
Natürlich gibt es zahllose Orgelbauer und Intonateure, darunter sicher auch große Künstler abseits der großen global players. Die kenne ich einfach nicht, wäre aber neugierig.
Aber meine Ohren interessiert bei neueren Orgeln erstmal die musikalische Qualität, ob der Klang Substanz, Charakter und Struktur hat, ob alles zusammen passt, gut im Raum steht, ihn aber nicht plattmacht. Wie das im einzelnen dann klingt, ist eine andere Frage. Wenn ich allerdings so etwas wie Neutralität spüre, so eine Unentschiedenheit, dann bin ich eher enttäuscht. Es ist auch eine Frage des Formats – wenn ein Intonateur einer großen Orgeln ebensoviel Charakter geben sein wie einer kleinen, dann hat er’s ziemlich drauf.
In aller Vorläufigkeit viele Grüße,
Friedrich
Orgelbauer - Personalstil
stein
, Dienstag, 25. März 2014, 16:13 (vor 4593 Tagen) @ Friedrich
Gibt es das heute auch noch, dass Orgelbauer einen so ausgeprägten Personalstil pflegen? Irgendwie scheint sich der Orgelklang immer mehr anzugleichen; als Beispiel: DEN 'Klais-Sound' scheint es so nicht mehr zu geben.
Oder ist ein so ausgeprägter Personalstil heutzutage schlicht nicht mehr marktfähig, weil von den Kunden nicht mehr erwünscht?
Beim Klang von neuen Orgeln finde ich es auch schwer. Da hätte ich höchstens Verdachte, die sich schwer formulieren lassen.
Kräftig, ausgewogen über die ganze Teiltonpyramide und durch alle Registerfamilien, trotzdem mit balkig-starker 8'-4'-Zone, französische, aber leicht neutral klingende Zungen: Da würde ich erstmal auf eine neuere Rieger tippen. (Die älteren haben noch diese flächig-schillernden, fein-scharfen Mixturen, die mit den Zungen gleichziehen und so den sehr eigentümlichen Verschmelzungsklang des Tuttis ausmachen.)
Weich, laut, kräftiges, flächig-schillerndes Ensemble mit vielen unterschiedlichen, auch exotischen Farben, aber alles etwas richtungslos, irgendwie passiv – so habe ich viele neuere Klaisinnen erlebt.
Alles klassisch, ebenmäßig und beinahe glatt (aber mit deutlicher Artikulation), markant, aber nie die Grenze zum Aufdringlichen überschreitend und mit Sinn auch für delikate Töne, insgesamt sehr nobel, fürs Sinfonische fast zu sportlich: könnte eine Goll sein.
Seifert, Rieger, Kuhn ... beeindrucken gleichermassen. In einer Woche habe ich Speyer Dom, Heidelberg Jesuitenkirche (kurz), Mainz St. Stef. Alle Orgeln gleich gut. Flute harm. ordentlich. Mixturen nicht nervend, Zungen kräftig. Keine aus dem Rahmen gefallen. Absolut risikoarm eine Orgel in Deutschland zu bestellen. Die Erfolgsgarantie ist vorhanden, wenn man so etwas will.
In Frankreich sucht man sich mehr seinen Orgelbauer nach Stil aus. Dann einigt man sich über den Preis. Als nächstes baut er die Orgel. Da sitzt kein Organist daneben und "schaut ihm schön auf die Finger, dass ja was anständiges dabei herauskommt".
Orgelbauer - Personalstil
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Dienstag, 25. März 2014, 20:48 (vor 4593 Tagen) @ Friedrich
Köstliche Beschreibungen.... fast schon wie auf einer Weinprobe...!
Und natürlich lockt die Versuchung des Weiter-Lästerns:
Quintadenhafte 8'-4'-Zone, verspätet ansprechende Zungen mit "ä"- oder "i"-formant, klemmende Registerzüge... könnte eine ___ sein!
Aber es ist Fastenzeit.
Orgelbauer - Personalstil
JRorgel
, Dienstag, 08. April 2014, 20:15 (vor 4579 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Diese Kurzbeschreibung klingt doch sehr nach Kemper ;)
Orgelbauer - Personalstil
daggies
, Mittwoch, 09. April 2014, 07:26 (vor 4578 Tagen) @ kjz1
Das hier gefällt mir zurzeit wirklich sehr gut!
Ich habe noch keine Orgel von Trefz gespielt, aber zumindest auf den Aufnahmen klingt es, als hätte der was auf'm Kasten!
Kennt irgendwer diese Instrumente und könnte mal berichten? Ich weiß, dass Herr Trefz u.a. bei Lenter gearbeitet hat, was ja schon einiges aussagt.
Liebe Grüße,
daggies
Orgelbauer - Personalstil
Kleinorgelspieler, Mittwoch, 09. April 2014, 08:22 (vor 4578 Tagen) @ daggies
Ich habe noch keine Orgel von Trefz gespielt, aber zumindest auf den Aufnahmen klingt es, als hätte der was auf'm Kasten!
Kennt irgendwer diese Instrumente und könnte mal berichten? Ich weiß, dass Herr Trefz u.a. bei Lenter gearbeitet hat, was ja schon einiges aussagt.
Ich kann nur empfehlen sich die Instrumente mal näher anzuschauen. Und Herr Trefz hat definitiv was auf dem Kasten - ist zumindest mein Eindruck.
Was ich bei ihm toll finde ist, dass er immer wieder kreative Ideen hat - sowohl bei Neubau als auch beim Umbau - und bei letzterem den Bestand würdigt.
Die Intonation ist teilweise schon sehr "speziell", wenn man sich bspw. seine barocken Streicher anhört dann muss man sich daran schon erstmal gewöhnen und ich würde das auch so nicht in jeder Orgel hören wollen. Aber die Orgeln haben auf jeden Fall einen deutlichen Charakter, da ist nichts lieblos oder "Standard".
Der Schwerpunkt seiner Arbeit ist ganz klar die Intonation - und man kann ihm dazu nur gratulieren. "Schuster bleib' bei deinen Leisten". Er hat sich ein tolles Team aus Kooperationspartnern aufgebaut, vgl. bspw. hier.