offener 32'
Daniel, Freitag, 14. März 2014, 12:20 (vor 4603 Tagen)
Soviel ich weiß, gab es um 1600 Orgeln, die im Pedal einen offenen 32‘ (evtl. erst ab F oder C-E bzw. H gedeckt), aber als 16‘ nur ein gedecktes Register 16‘ (und ein Rohrwerk 16‘) hatten, und dann die üblichen höherliegenden Register.
Spielte da mehr die Optik eine Rolle (große, aber teure Zinnpfeifen), oder der präzisere Klang von offenen Pfeifen? Aber in letzterem Fall hätten es Pfeifen aus Holz auch getan.
Kann sein, dass ich mich täusche, daß kein offenes 16‘-Register im Pedal vorhanden war, oder wurde es aus dem Hauptwerk transmittiert?
offener 32'
Evacuant, Freitag, 14. März 2014, 12:26 (vor 4603 Tagen) @ Daniel
Welche Orgeln z. B.?
offener 32'
Daniel, Freitag, 14. März 2014, 15:17 (vor 4603 Tagen) @ Evacuant
Laut Praetorius:
Magdeburg, Dom (Compenius)
Oberwerk: Principal grosser Untersatz 24‘
Pedal: Gedacter UnterBaß 16‘ und Posaun Baß 16‘
Bückeburg (Compenius)
Pedal: SubPrincipalBaß 32‘, GroßRohrflöteBaß 16‘, GroßGemshornBaß 16‘, Posaun 16‘, Sordunbaß 16‘
offener 32'
hintersatz, Freitag, 14. März 2014, 19:31 (vor 4602 Tagen) @ Daniel
Müssen wir jetzt alle den Praetorius lesen und mit Orgelbau zur Zeit des Bauernkriegs beschäftigen ? Ich denke mal, vor Silbermann gabs da eh nichts, was man heutzutage noch zu hören wünschte. Praetorius hat doch auch ganz ansprechende Musik komponiert. Aber für die Orgel gibts da glaube ich eher wenig.
offener 32'
Karsten
, Freitag, 14. März 2014, 20:25 (vor 4602 Tagen) @ hintersatz
Müssen wir jetzt alle den Praetorius lesen und mit Orgelbau zur Zeit des Bauernkriegs beschäftigen ?
Nein, müssen wir nicht. Wir müssen auch nicht andere Forumsgäste bezüglich ihres aktuellen Forschungsinteresses angehen. Vor allem nicht hier öffentlich.
Nichts für ungut.
Gruß
Karsten
offener 32'
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Freitag, 14. März 2014, 23:41 (vor 4602 Tagen) @ hintersatz
Müssen wir jetzt alle den Praetorius lesen und mit Orgelbau zur Zeit des Bauernkriegs beschäftigen ? Ich denke mal, vor Silbermann gabs da eh nichts, was man heutzutage noch zu hören wünschte.
Ich weiß nicht, ob diese Bemerkung für Silbermanns (Gottfried vermutlich) Wirkungsgebiet stehenbleiben könnte. Für den Küstenraum an Nord- und Ostsee wäre sie jedenfalls beinahe als skandalös zu bezeichnen.
Aber Karsten hat ja zu recht wieder die Toleranz im Forum angemahnt, dennoch kann ich die Bemerkung nicht völlig unkommentiert lassen und möchte Hintersatz (der Name würde schon verpflichten!) zur Entdeckung allein schon der erhaltenen klanglichen Reize dieser Regionen aus der Zeit vor Silbermann einladen.
offener 32'
Evacuant, Freitag, 14. März 2014, 19:48 (vor 4602 Tagen) @ Daniel
Laut Praetorius:
Magdeburg, Dom (Compenius)
Oberwerk: Principal grosser Untersatz 24‘
Pedal: Gedacter UnterBaß 16‘ und Posaun Baß 16‘
Die Oberwerksregister, die Praetorius doppelt mit der Bemerkung "Bass abgesondert" aufführt, sind wohl Transmissionen:
Principal 16'
Quintadehn Untersatz 16'
Grosse Octava 8'
offener 32'
3rd_astronaut, Sonntag, 16. März 2014, 01:15 (vor 4601 Tagen) @ Daniel
offenen 32‘
Walcker, Paulskirche ffm, oder?
offener 32'
Orlos
, Sonntag, 16. März 2014, 01:52 (vor 4601 Tagen) @ 3rd_astronaut
Tatsächlich wurde im Jahr 1599 in der Frankfurter Barfüßerkirche (dem Vorgängerbau der Paulskirche, die ab 1789 an gleicher Stelle erbaut wurde) eine große Orgel von den Brüdern Grorock aufgestellt. Da es sich aber um eine Schwalbennestorgel handelte, würde ich angesichts der Dimensionen der Kirche nicht davon ausgehen, dass dort ein offener 32' Platz hatte.
Die Walcker-Orgel von 1833 hat mit dem Zeitraum, der hier zur Diskussion steht, zwar nichts zu tun, besaß aber tatsächlich einen hölzernen offenen 32'.
Wo wir nun gerade bei Walcker sind: Die große Orgel der Wiesbadener Marktkirche aus dem Jahr 1863 besitzt im Prospekt mächtige 16'-Pfeifen aus Holz, die abgerundet und mit Zinnfolie belegt sind. Sie gehören zum Principal 16' des HW und haben einen sehr guten Klang. Der im Raum phantasisch klingende 32' dagegen besteht aus "Huckepackpfeifen": offener 16' und 10 2/3' mit gemeinsamen Wind, liegend im Untergehäuse. Eine verblüffend gut funktionierende Lösung.
offener 32'
Florian-L
, Sonntag, 16. März 2014, 08:19 (vor 4601 Tagen) @ Orlos
Wo wir nun gerade bei Walcker sind: Die große Orgel der Wiesbadener Marktkirche aus dem Jahr 1863 besitzt im Prospekt mächtige 16'-Pfeifen aus Holz, die abgerundet und mit Zinnfolie belegt sind. Sie gehören zum Principal 16' des HW und haben einen sehr guten Klang.
So auch in Schramberg, St. Maria.
Gruß, Florian