Hallo zusammen!
Wie bereits schon im Peter Bares-Thread angefragt, hier noch einmal als neues Thema:
in diversen Schriften hat P. B. immer wieder den Bau u. Einsatz von sog. 'Intervallkoppeln' angeregt. Welchen Sinn machen diese Koppeln beim Spiel von "normaler" Orgelliteratur oder dienen sie nur der Improvisation...?
Intervallkoppeln
Orlos
, Freitag, 07. März 2014, 11:58 (vor 4612 Tagen) @ ThomasMP
Vielleicht ist es reizvoll, zum Beispiel mit einer Terzkoppel eine Registermischung mit temperierter Terz zu erhalten, während ein echtes Terzregister natürlich rein gestimmt ist. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert. (Fürs Improvisieren stelle ich mir schon nette Effekte vor wie Quarten für Glockenklänge oder Septnonakkorde, die man auf diese Weise schnell verschieben kann. Aber fürs Literaturspiel?)
Interessant finde ich aber die eingebaute Quintkoppel bei der neuen Skinner-Orgel in Ingelheim. Da kommt eine hübsche Fülligkeit dazu, wenn man sie im Plenum zieht. Als ich dort war, waren die Aliquoten noch nicht intoniert, deshalb habe ich sonst mit der Koppel nicht viel herumprobiert.
Intervallkoppeln
hintersatz, Samstag, 08. März 2014, 08:34 (vor 4611 Tagen) @ ThomasMP
bearbeitet von hintersatz, Samstag, 08. März 2014, 08:39
Ich hatte anlässlich einer Bewerbung in Leverkusen mal die Gelegenheit, ein Sinua-System kennenzulernen, das frei programmierbare Koppeln anbietet. Ich habe das nicht ausgetestet, weil es verhältnismäßig kompliziert zu bedienen ist, im Prinzip ist das ja auch wieder bloß ein neuer Aufguss des gottlob in der Versenkung verschwundenen alten Multiplex-Systems. Ich weiß nicht mehr, ob die opto-elektronische Abfrage der Tastatur an dem Instrument in Leverkusen auch von Sinua realisiert worden ist, diese hat mich allerdings mit ihrer Präzision schon fast an eine mechanische Traktur erinnert.
Intervallkoppeln
kjz1, Samstag, 08. März 2014, 10:43 (vor 4611 Tagen) @ hintersatz
Solche 'freie' Koppeln sollten doch eigentlich in allen moderneren Orgeln möglich sein, die über ein elektrisches Koppelsystem verfügen. Da müsste dann nur die Steuerelektronik entsprechend programmiert werden.
Intervallkoppeln
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Samstag, 08. März 2014, 14:52 (vor 4611 Tagen) @ kjz1
Solche 'freie' Koppeln sollten doch eigentlich in allen moderneren Orgeln möglich sein, die über ein elektrisches Koppelsystem verfügen. Da müsste dann nur die Steuerelektronik entsprechend programmiert werden.
Wird inzwischen auch meistens mit angeboten. Ist ja in der Tat kein großer Aufwand, und das ist auch gut so, denn der praktische Nutzen liegt m. E. im Bereich einer Winddrossel - die ich übrigens, wenn gut gemacht, für sehr sinnvoll halte!
Aber ein paar Minuten pro Konzert genügen dann. Wenn es aber mit wenig Aufwand geht, warum nicht?
Intervallkoppeln
untersatz32, Samstag, 08. März 2014, 15:03 (vor 4611 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Es gibt natürlich verschiedene Systeme. Wenn ich mich zum Programmieren allerdings erst durch 10 Untermenüs "hangeln" muss und ein halbes Informatikstudium brauche, hält sich der Nutzen sehr in Grenzen.
Wenn es über Taster schnell verfügbar ist, warum nicht...!
Intervallkoppeln
Karsten
, Samstag, 08. März 2014, 15:19 (vor 4611 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von Karsten, Samstag, 08. März 2014, 17:17
Es gibt natürlich verschiedene Systeme. Wenn ich mich zum Programmieren allerdings erst durch 10 Untermenüs "hangeln" muss und ein halbes Informatikstudium brauche, hält sich der Nutzen sehr in Grenzen.
Wenn es über Taster schnell verfügbar ist, warum nicht...!
Hallo!
Genau das scheint mir auch ein Grund für die frei belegbare Manubrien-Kolonnen am neuen Spieltisch in Notre-Dame de Paris zu sein.
Dort gibt es seit der Renovierung 1992 auch solche Intervallkoppeln und die Organisten benutzen sie dort sowohl für Impro-Zwecke (man denke beispielsweise an die Vogelgezwitscher-Impro-Muster von Olivier Latry) oder an das gezielte Zusammenstellen von Mixturen für Literaturspiel.
Nutzbar ist solch eine Spielhilfe für alles, es kommt eben drauf an, wie man damit umgehen kann - und will.
Gruß
Karsten
Intervallkoppeln
untersatz32, Samstag, 08. März 2014, 15:00 (vor 4611 Tagen) @ hintersatz
Ich habe das nicht ausgetestet, weil es verhältnismäßig kompliziert zu bedienen ist, im Prinzip ist das ja auch wieder bloß ein neuer Aufguss des gottlob in der Versenkung verschwundenen alten Multiplex-Systems. <
Das kann man, genauso gottlob, auch genau anders sehen. Aber jeder hat ja seine Meinung. Ich habe bislang gute Erfahrungen mit dieser Art von Orgeln oder Erweiterungen gemacht, was man aber - natürlich nicht auf rein-mechanische Anlagen übertragen kann und sollte.
Freundliche Grüsse
Thomas