Peter Bares +
Dorforganist, Sonntag, 02. März 2014, 22:26 (vor 4624 Tagen)
..siehe Hinweis auf der Walcker-Seite http://www.walcker.com/
Peter Bares +
hintersatz, Sonntag, 02. März 2014, 23:31 (vor 4624 Tagen) @ Dorforganist
In te speravi domine: dixi:
Tu es Deus meus,
in manibus tuis tempora me.
Alleluia.
Auf Dich habe ich gehoffet, Herr.
Ich bekennne: mein Gott bist Du.
In Deine Hände lege ich meine Zeit.
graduale triplex S.322 Offertorium im 2.Ton zum 20.Sonntag in Jahreskreis.
Peter Bares +
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Montag, 03. März 2014, 16:00 (vor 4623 Tagen) @ Dorforganist
R.I.P.
Aus meiner Kindheit/Jugend im kirchenmusikalisch eher provinziellen Kärnten erinnere ich zwei für mich wichtige TV-Gottesdienste. Solche übernahm, zumindest evangelisch, damals und heute gerne vom ZDF.
Einer war eine Christvesper aus einer norddeutschen Dorfkirche, kleine Verhältnisse, und mir fiel auf, dass der Pastor, der eben predigte, kurz später auf der Empore im Posaunenchor stand. Die relative "Schlichtheit" des Gottesdienstes - aus austrokatholischer Christmetten-Sicht - hat mich aber irgendwie berührt.
Später passten meine Erinnerungen an die Kirche auf Bilder aus Hamburg-Ochsenwerder gewesen.
Der andere Eindruck war eventuell (?) im Anschluss an den Weihnachtsfestgottesdienst, denn ich meine, es war tagsüber. Am Ende des Gottesdienstes, den ich selbst nicht erinnere, improvisierte Peter Bares über "Es sungen drei Engel". Dies war mit Einblend-Titel auch speziell angekündigt, die Orgel wurde auch ausgiebig ins Bild gesetzt. Ich erinnere Glockenspiel und andere seltsame Dinge.
Ein wichtiger Impuls für meinen damaligen kleinen Horizont. Und auch heute noch würde ich sagen, dass ich in mancherlei Hinsicht immer noch nicht dort vorbeigeschaut habe, wo Peter Bares damals wohl schon gewesen ist.
Irgendwo schrieb er etwas über das Komponieren von Gemeindeliedern. Das fand ich wenig praktikabel bzw. sinnhaft, und die zwei Sätze daraus, die mir noch einfallen, bestärken mich in der Haltung. Aber in der Tat sind wenige so kompromisslos unterwegs wie er es anscheinend war. Die breitentaugliche Entwicklung dieser Impulse übernehmen dann andere - das meine ich keinesewegs negativ. Aber am Anfang steht natürlich oft ein "Provokateur". Leider weiß man da ja oft nicht gleich, ob heiße Luft produziert oder doch eine neue Epoche eingeläutet wird.
Und dann die Orgel von St. Peter, Köln.... Natürlich braucht man davon nicht viele. Aber (mindstens) eine unbedingt.
Peter Bares +
kjz1, Mittwoch, 05. März 2014, 19:00 (vor 4621 Tagen) @ Dorforganist
bearbeitet von kjz1, Donnerstag, 06. März 2014, 09:08
Ein großer und innovativer Künstler, der natürlich auch seine 'Ecken und Kanten' hatte. Ein denkwürdiger Ausspruch von ihm: 'eine Orgel muss dissonanzfähig sein.' In bleibender Erinnerung werde ich sein Improvisationskonzert an der (damals noch) originalen Orgel in St. Peter (Sinzig) behalten. Wirklich beeindruckende Improvisationen, die ich in dieser Form bisher noch nicht gehört hatte. Nach dem Konzert meinte er nur: 'ich war wohl wieder mal ein bischen laut.'
Als Ergänzung noch ein Nachruf aus der lokalen Presse.
R.I.P.
Peter Bares +
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Donnerstag, 06. März 2014, 12:26 (vor 4620 Tagen) @ kjz1
Ein großer und innovativer Künstler, der natürlich auch seine 'Ecken und Kanten' hatte. Ein denkwürdiger Ausspruch von ihm: 'eine Orgel muss dissonanzfähig sein.' In bleibender Erinnerung werde ich sein Improvisationskonzert an der (damals noch) originalen Orgel in St. Peter (Sinzig) behalten.
R.I.P.
Gibt es irgendwo einen Vergleich bzw. hat jemand hier Infos über das Vorher/Jetzt der Orgel von Sinzig?
Peter Bares +
kjz1, Donnerstag, 06. März 2014, 13:59 (vor 4620 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Zumindestens eins ist mir bekannt: auf der nördlichen Seitenempore stand in den Obergaden eine Trompeteria (Horizontaltrompeten 16' 8' 4', Mixtur V-VIII). Diese Trompeteria war persönliches Eigentum von Peter Bares und wurde nach seinem Weggang auch entfernt. Die Orgel selbst war in der (nicht sehr großen) romanischen Kirche bereits solo - nun ja - sehr klangstark. Wenn P. Bares dann noch die Trompeteria dazuzog, 'bogen sich praktisch die Kirchenfenster nach aussen'. Deshalb ja auch seine Bemerkung nach dem Improvisationskonzert.
Wie ich auf einem neueren Photo festgestellt habe, hat man jetzt anscheinend wieder (diesmal auf dem historischen Hauptgehäuse) eine Horizontaltrompete installiert. Optisch leider nicht so ganz überzeugend. Im Sommer gibt es noch immer regelmäßig die Sinziger Orgelwochen, die vom Nachfolger von P. Bares veranstaltet werden.
Peter Bares +
tombecher
, Saarbrücken, Donnerstag, 06. März 2014, 22:38 (vor 4620 Tagen) @ kjz1
Wie ich auf einem neueren Photo festgestellt habe, hat man jetzt anscheinend wieder (diesmal auf dem historischen Hauptgehäuse) eine Horizontaltrompete installiert. Optisch leider nicht so ganz überzeugend.
...das kann man wohl sagen, *dezenter* ging's wohl nicht mehr, oh je...
Gruß, Thomas
Peter Bares +
Friedrich
, Mittwoch, 05. März 2014, 19:22 (vor 4621 Tagen) @ Dorforganist
Ich hab’s im alten Forum sicher schon mal erzählt:
Ich habe Bares bei einer Trauung in St. Peter, Köln, erlebt, und das war eine glatte Wucht. Nicht nur, dass er unglaublich frei, fantasie- und kraftvoll improvisieren konnte – er konnte auch den Gesang begleiten, wie ich das noch nie gehört hatte. Immer unerwartet, und trotzdem immer gut und singbar; musikalisch selbstständig und hochgradig eigenwillig, und trotzdem so, dass man mit wachsender Lust mitging. Wieviele klangliche und harmonische Farben er da aus einer Strophe allein herausholte, das war sagenhaft und sehr schön.
Als die Trauung dann vorbei war, kam er die Emporentreppe herunter – sichtlich mit Mühe und in Trippelschritten. Unglaublich, dass dieser geplagte Mann noch wenige Minuten vorher solche musikalischen Explosionen hatte hervorbringen können! Er muss sich im Kopf eine Beweglichkeit und Freiheit erhalten haben, die seine körperlichen Grenzen vergessen machte.
Wenn ich ihn richtig einschätze, dann hatte er zu Lebzeiten eine starke Vorstellung davon, worauf er hoffte und wo er jetzt ist.
Viele Grüße,
Friedrich
Peter Bares +
ThomasMP
, Donnerstag, 06. März 2014, 13:23 (vor 4620 Tagen) @ Dorforganist
Hallo zusammen!
In diversen Schriften hat P. B. immer wieder den Bau u. Einsatz von sog. 'Intervallkoppeln' angeregt. Welchen Sinn machen diese Koppeln beim Spiel von "normaler" Orgelliteratur oder dienen sie nur der Improvisation...?
Peter Bares +
jrbecker
, Donnerstag, 06. März 2014, 17:54 (vor 4620 Tagen) @ ThomasMP
Das wäre eine wundervolle Frage für einen neuen Thread - oder zumindest für eine Änderung des Titels, denn unter dem Titel, unter dem sie jetzt steht sucht und findet sie niemals jemand...
SCNR
Jörg