Kornett
Welche der 4 Besetzungen ist besser :
Ab c1 bzw. fo/go: Kornett 8‘ +4‘+2 2/3‘+2‘+1 3/5‘ (setzt abrupt 5-chörig ein)
Ab C: Kornett 2 2/3‘+2‘+1 3/5‘
Ab c1: Kornett 2 2/3‘+2‘+1 3/5‘ (ist nur Diskant)
C: 2‘, co: 2 2/3‘+2‘, c1: 2 2/3‘+2‘+1 3/5‘ (Pfeifen-Ersparnis, in der unteren Oktave keine verdunkelnde Quinte und Terz)
Wenn im Pedal (einer größeren Orgel) eine hohe gem.Stimme/Mixtur disponiert wird, 2 2/3‘+2‘+1 1/3‘+1‘ (eher prinzipalig)
Oder
2 2/3‘2‘+1 3/5‘+1‘ (eher weit) ?
Ist bei einer großen Orgel ein Kornett in der Besetzung 5 1/3‘+3 1/5‘+2 2/7‘+2‘ – eventuell nur im Diskant, oder im Bass höher liegend - (zum Auffüllen mit 16‘/8‘/4‘ –Register) brauchbar?
Kornett
Auf die grundsätzliche Frage können andere besser antworten als ich, daher werde ich mich dazu ausschweiten. Ich finde es nur seltsam, dass in einer neuzeitlichen Orgel ein Kornett immer erst ab c1 einsetzen bzw. vollständig sein soll. Es kann ja sein, dass das früher mal so war. Ich persönlich freue mich über jedes Kornett, das bei b° oder g° einsetzt - unabhängig davon, ob es nun dort wirklich erst beginnt oder vom Bass her aufbaut. Es gibt genügend Melodien, die - und sei es aufgrund hoher Lage heruntertransponiert - auch bis b° reichen, und für's improvisieren können einige Töne mehr sowieso nie schaden.
Wenn es also keinen triftigen Grund für eine Festsetzung des Beginns auf c1 gibt, würde ich ein Kornett bei b° oder g° einsetzen bzw. vollständig sein lassen.
(Einmanualigkeit könnte natürlich ein solcher Grund sei, aber dafür gibt es z. B. hier eine nicht uninteressante Lösung. Allerdings gäbe es hier dann vielleicht wieder Argumente für ein Tonumfang bis a³ (oder gar c4)...)
LG
Jörg
Kornett
Warum ab c1 und nicht ab cis1?
Grüsse,
Erik
Kornett
Soweit ich mich erinnere, gingen im katholischen „Gotteslob“ einige Gesangsmelodien bis zum ao hinab. Sollte deshalb der Diskant nicht schon hier beginnen (und nicht wie in alten spanischen Orgeln ab cis1)?
Kornett
Soweit ich mich erinnere, gingen im katholischen „Gotteslob“ einige Gesangsmelodien bis zum ao hinab. Sollte deshalb der Diskant nicht schon hier beginnen (und nicht wie in alten spanischen Orgeln ab cis1)?
Ich schrieb:
... würde ich ein Kornett bei b° oder g° einsetzen bzw. vollständig sein lassen.
Das ist es doch, oder?
Kornett
Kornett
Gibt es "Cornett" eigentlich auch als Zungenregister ?
Andreas erwähnte da etwas von einem 2'-Cornett als Zunge im Pedal.
Kornett
Gibt es "Cornett" eigentlich auch als Zungenregister ?
Andreas erwähnte da etwas von einem 2'-Cornett als Zunge im Pedal.
Schlag nach bei Eberlein …
Der Schreibweisen sind viele, alle kommen sie vom italienischen cornetto = Zink, wörtlich »Hörnchen« (Hörnle, Hörndl…)
Ich fände es praktisch, wenn das labiale, überweite, fünffache Soloregister aus der französischen Klassik konsequent « cornet » geschrieben würde. Alles andere ist mir dann Wumpe, man weiß sowieso nicht, was dahintersteckt – eine enge Terzmixtur, eine kleine Pedaltrompete, ein überweiter Dulzian (wohl das Übliche in norddeutschen Renaissance- und Frühbarockorgeln, im Pedal als 2', im Manual ab Tenorlage neben der Oberwerkstrompete) …
Viele Grüße,
Friedrich
Kornett
Gibt es "Cornett" eigentlich auch als Zungenregister ?
Andreas erwähnte da etwas von einem 2'-Cornett als Zunge im Pedal.
Wenn es als 2'-Register im Pedal steht, ist es eigentlich in der Regel ein Zungenregister. Heißt dann im neuzeitlichen Orgelbau häufig auch "Singend K/Cornet(t)", zur Unterscheidung von der gemsichten Stimme. Kommt auch als Cornet 4' vor.
Nur vier Beispiele:
Kornett
Welche der 4 Besetzungen ist besser :
Ab c1 bzw. fo/go: Kornett 8‘ +4‘+2 2/3‘+2‘+1 3/5‘ (setzt abrupt 5-chörig ein)
Ab C: Kornett 2 2/3‘+2‘+1 3/5‘
Ab c1: Kornett 2 2/3‘+2‘+1 3/5‘ (ist nur Diskant)
C: 2‘, co: 2 2/3‘+2‘, c1: 2 2/3‘+2‘+1 3/5‘ (Pfeifen-Ersparnis, in der unteren Oktave keine verdunkelnde Quinte und Terz)
Um noch mal auf die ursprüngliche Frage einzugehen: hängt m. E. davon ab, wie das Kornett (oder Cornet) gedacht ist: klassisch ist natürlich die erste Besetzung, wobei das quasi klassisch französisch als Soloregister oder als Diskantverstärkung der Trompeten fungiert und nicht als "Ensemblemixtur" gedacht ist (wir hatten neulich hier dafür mal den Begriff "Chorus Mixture". Das ist ein solches Kornett wohl eher nicht). Für die Besetzungen, die mit 2 2/3´ beginnen, sollte im gleichen Werk auf jeden Fall eine ordentliche Grundlage für das Kornett stehen: Idealerweise ein Gedackt oder Bourdon 8´, den 4´-Part auch eine Flûte traversière oder ähnliches übernehmen, die sich gut mit den übrigen Registern mischt. Ansonsten gilt das gleiche wie oben.
Ansonsten kann man ein Kornett auch durchaus als Ensemblemixtur für die romantische Musik gebrauchen, die im Vergleich zu konventionellen Mixturen dunkler und runder klingt. Wenn das geht, nehme ich bei romantischen Plena immer erste ein Kornett rein, bevor ich zu den übrigen Mixturen greife. So ein Kornett kann dann auch bis in den Bass geführt werden, wobei dort dann entweder - wie Du ja auch schreibst - die Aliquote auslaufen oder sehr auf Verschmelzung hin intoniert werden sollten. Ein solcher Kornett sollte dann auch wesentlich weicher als die klassisch-französischen Cornets intoniert sein. Füllt den Klang aber schön aus. So eine Funktion haben m.E. auch die Kornette auf 16´ Basis, die Du unten erwähnst.
Kornett
Ich finde es nur seltsam, dass in einer neuzeitlichen Orgel ein Kornett immer erst ab c1 einsetzen bzw. vollständig sein soll. Es kann ja sein, dass das früher mal so war. Ich persönlich freue mich über jedes Kornett, das bei b° oder g° einsetzt - unabhängig davon, ob es nun dort wirklich erst beginnt oder vom Bass her aufbaut. Es gibt genügend Melodien, die - und sei es aufgrund hoher Lage heruntertransponiert - auch bis b° reichen, und für's improvisieren können einige Töne mehr sowieso nie schaden.
Das sehe ich ganz genau so. Ein gutes Kornett ist eine feine Sache für's liturgische Spiel. Wenn es aber erst mit c' beginnt, ist die Nutzbarkeit erheblich eingeschränkt. b° wäre das Mindeste.
Grüße,
perotin
Kornett
Dann ist eine 'Cornet decomposée' doch viel praktischer?
Grüsse,
Erik
Kornett
Dann ist eine 'Cornet decomposée' doch viel praktischer?
Kann es sein, aber es ist nie ein Ersatz für das fünffache französische. Das ist (bis auf den 8') aus überweiten (bis zu +12 HT), breit labiierten Prinzipalpfeifen zusammengesetzt, die als Einzelreihen unbrauchbar wären und nur im Verbund so herrlich strahlen.
Viele Grüße,
Friedrich
Kornett
Dann ist eine 'Cornet decomposée' doch viel praktischer?
Kann es sein, aber es ist nie ein Ersatz für das fünffache französische. Das ist (bis auf den 8') aus überweiten (bis zu +12 HT), breit labiierten Prinzipalpfeifen zusammengesetzt, die als Einzelreihen unbrauchbar wären und nur im Verbund so herrlich strahlen.Viele Grüße,
Friedrich
Aber eine "Französische Cornet" ab g0 oder a0 hat nichts mit (klassisch)Französisch zu tun...
Grüsse,
Erik
Kornett
Dann ist eine 'Cornet decomposée' doch viel praktischer?
Kann es sein, aber es ist nie ein Ersatz für das fünffache französische. Das ist (bis auf den 8') aus überweiten (bis zu +12 HT), breit labiierten Prinzipalpfeifen zusammengesetzt, die als Einzelreihen unbrauchbar wären und nur im Verbund so herrlich strahlen.Viele Grüße,
Friedrich
Aber eine "Französische Cornet" ab g0 oder a0 hat nichts mit (klassisch)Französisch zu tun...Grüsse,
Erik
Aber das Wort "klassich" kommt doch bisher in dem Thread noch gar nicht vor. Ich ging von der Fragestellung bezogen auf Orgelneubauten aus. Und ich finde schon, dass man in einem Neubau auch ein "klassisches Französisches C." - das in der klassischen (und barocken) französischen Orgel natürlich erst bei c1 beginnt - in einer neuzeitlichen, liturgisch zu verwendenden Orgel (auf der auch Choralmelodien gespielt werden, die b° oder a° erreichen) schon auch bei b°, a° oder gar g° beginnen lassen kann. Genauso, wie man ja im neuzeitlichen Orgelbau an Schnitger orientierte Orgeln mit eingeschränktem Tonumfang und Schnabeltasten im Pedal hinter "Nicht-Werk-Prospekte" mit assymmetrischem Untergehäuse stellt. - Es sei denn, man baut unter der Vorgabe einer exakten Kopie, dann darf natürlich dies alles nicht passieren.
LG
Jörg
Kornett
Wenn die Scleifen elektrisch angesteuert würden, und es ohne grössere Kosten machbar wäre, ist es m.E. keine so schlechte Idee, das Cornet von 2-3 verschiedenen Punkten einschaltbar zu machen: 1x ab c', 1x ab cis' (für Spanier, Belgier und Clerambault) und dann 1x ab a0 oder g0 für Choralbegleitung cf.
Kornett
Ist bei elektrischer Registratur mit einem Schleifenzug-Schrittmotor ohne weiteres möglich.
Bei vollmechanischer Registratur und einer Überschleife wäre es (bei etwas größerem Fertigungsaufwand) ebenfalls möglich.
Kornett
- in einer neuzeitlichen, liturgisch zu verwendenden Orgel (auf der auch Choralmelodien gespielt werden, die b° oder a° erreichen) schon auch bei b°, a° oder gar g° beginnen lassen kann.
Warum muss man eigentlich ein Kornett haben in einer 'neuzeitlichten, liturgisch zu verwenden Orgel'? Ohne Kornett geht es auch, oder?
Und ich bin froh dass es in meinem liturgische Praxis kaum Melodien gibt unter c1...
Grüsse,
Erik
Kornett
Und ich bin froh dass es in meinem liturgische Praxis kaum Melodien gibt unter c0...
Grüsse,
Erik
Na, unter c0 wäre ja auch ein bischen sehr tief... ;-) :-)
Grüsse
THomas
Kornett
Da bekomme ich doch glatt wieder eine Idee, um Thomas Gaida zu ärgern... ;-)
Kornett
- in einer neuzeitlichen, liturgisch zu verwendenden Orgel (auf der auch Choralmelodien gespielt werden, die b° oder a° erreichen) schon auch bei b°, a° oder gar g° beginnen lassen kann.
Warum muss man eigentlich ein Kornett haben in einer 'neuzeitlichten, liturgisch zu verwenden Orgel'? Ohne Kornett geht es auch, oder?
Und ich bin froh dass es in meinem liturgische Praxis kaum Melodien gibt unter c1...Grüsse,
Erik
Was hat diese Frage mit der Ausgangsfrage zu tun?
Genauso könnte man fragen, ob man in einer neuzeitlichen, liturgisch zu verwenden Orgel einen labialen 16' im Pedal braucht.
LG
Jörg
Kornett
Ja genau, gute Idee, einmal zur ursprünglichen Frage zurückzukehren.
Das schönste und zugleich prektikabelste und vielseitigste "Cornet" hat meine alte "Üb-Orgel" aus der Strasbourger Werkstatt Muhleisen:
bei C beginnend mit 2 2/3´ + 2´ (weit)
bei c° fortführend mit 4´ + 2 2/3´ + 2´
und ab g° aufgebänkt fünffach wie bei A. Silbermann.
Das von unten her geführte kann m. e. entfallen wenn in der Orgel Prinzipalische Quinte und Terz da (im HW) sind, die man ins Plenum hineinziehen kann.
interessant auch der Registriervorschlag von Gottfried Silbermann, das Cornet zum Mixturenplenum hinzuzuziehen (s. Großhartmannsdorf).
Ich halte es dann doch mit Bach, der in jedem Manual mindestens ein Terzspiel haben wollte.
Kornett
Ich halte es dann doch mit Bach, der in jedem Manual mindestens ein Terzspiel haben wollte.
Ist ein "Terzspiel" in diesem Sinne immer eine alleinstehende Terz?
Kornett
interessant auch der Registriervorschlag von Gottfried Silbermann, das Cornet zum Mixturenplenum hinzuzuziehen (s. Großhartmannsdorf).
Das Cornet zum Mixturenplenum?
Sowas kenne ich von Silbermannschen Registriervorschlägen nicht.
http://www.walcker-stiftung.de/Downloads/Registrierungsanweisungen/Registrierung_Fraure...
Kornett
Ich halte es dann doch mit Bach, der in jedem Manual mindestens ein Terzspiel haben wollte.
Ist ein "Terzspiel" in diesem Sinne immer eine alleinstehende Terz?
Nein. Ein "Terzspiel" lässt sich z. B. auch mit einer zweifachen Sesquialtera registrieren.
Ob man aus den anderthalb Dispositionen, die Bach hinterlassen hat, unbedingt schließen muss, dass er "in jedem Manual mindestens ein Terzspiel haben wollte", darf bezweifelt werden.
Kornett
In mitteltönigen Stimmungen klingt das ziemlich gut, wie ich finde. In heutigen Stimmungen macht es m. E. den Klang unklar und breiig.
--
Gruß
MAT
Kornett
Ja OK, ich gebs zu, es steht da nicht. Ich hab´s aber in Großhartmannsdorf und in Helbigsdorf schon ausprobiert und es klingt gut. Fast wie mit Trompete.
Kornett
Ja, kann ich mir denken. Funktioniert viel öfter bei historischen Orgeln als bei so manch Moderner. Stumm's waren auch so Kandidaten.