Triple-Lade

Daniel, Montag, 24. Februar 2014, 17:02 (vor 4624 Tagen)

Vorausgesetzt, man hat in der Breite Platz (mind. 3,50 m), - bringt eine Triple-Lade etwas? Zum Improvisieren, Üben, für liturgisches Spiel, Begleitung einer kleinen Gemeinde . . . ?

Bei rein mechanischer Traktur liegen dann jeweils 3 Kanzellen mit zusammen 3 Ventilen für 1 Ton (z.B. gis1) nebeneinander, und 3 Schleifen (für I, II und Pedal) hintereinander. Die Bohrungen werden im Pfeifenstock zusammengeführt. Ich weiß nicht, ob Rückschlagklappen erforderlich sind, die könnten wegen Winddruckveränderung problematisch sein.

Es würde bedeuten, dass jedes Register im I. und II. Manual, als auch im Pedal ohne jegliche Koppel verfügbar ist (Natürlich sind Koppeln auch möglich). Also auch für exotische Registrierungen von 2‘ und/oder 1‘ im Pedal.

Im Pedal wäre dann lediglich ein eigener Subbass 16‘ erforderlich. Ein Pommer 16‘ im Manual (+Pedal) wäre zwar schön, als Subbass-Ersatz aber wohl zu schwach.

Der Sinn ist nicht, das jeweilige Register gleichzeitig in 1-3 Werken zu spielen, sondern entweder-oder.

Die Disposition einer Orgel für einen kleineren Raum könnte dann folgendermaßen aussehen:

Holzprinzipal 8‘
Gedackt 8‘
Quintade 8‘
(Salizional 8‘ C-eo in Quintade)
(evtl. ein Rohrwerk) 8‘
Oktave 4‘
Rohrflöte 4‘
(Viola 4‘)
Nasat 2 2/3‘ (C-H oder eo oder bo gedackt)
Oktave 2‘
Blockflöte 2‘
Terz 1 3/5‘ (evtl. nur im Diskant)
Quinte 1 1/3‘
Oktave 1‘

Subbass 16‘
(evtl. Auszug Subbass 8')

Triple-Lade

Orlos @, Montag, 24. Februar 2014, 17:12 (vor 4624 Tagen) @ Daniel

Das Problem solcher Orgeln liegt immer im 8'-Bereich. Wenn ich auf einem Manual einen leisen, tragfähigen 8' spielen möchte, auf dem anderen Manual eine Aliquotmischung auf 8'-Basis registriere und im Pedal (triomäßig) einen schönen 8' haben will, geht das meistens nicht. Die Streicher und der 8'-Principal bringen mir dann nicht viel, das wichtige Gedackt gibt es nur einmal.
Ich kenne solche Orgeln, wir haben hier auch eine große Wechselschleifen-Orgel, und so faszinierend ich die Möglichkeiten finde, Register auf unterschiedlichen Manualen registrieren zu können, so eingeschränkt fühle ich mich jedesmal bei den leisen, tragenden Stimmen und beim Principalchor. Da ist mir ein neobarockes Konzept mit zwei eigenen Werken, die dann eventuell nur über Stellvertreter-Register verfügen, deutlich lieber, als ein großes Werk, welches auf zwei Manuale aufgeteilt ist.
Bei Solostimmen (Flöten, Gambe, Cornett, Trompete) sind die Möglichkeiten dagegen überzeugend und mit einem normalen Konzept (eigenständige Werke) nicht zu erreichen. Gerade die Möglichkeit, die HW-Trompete auch im Nebenwerk zu spielen (und mit dem HW-Principalchor zu begleiten) finde ich sehr gut. Dann kann man sie auch ans Pedal koppeln. Eine Tripel-Lade scheint mir viel Aufwand zu sein, der den Ertrag kaum erreicht.
Viele Orgelbauer gehen Wechselschleifen aus dem Weg. Gerade bei hohen Tönen gibt es wohl "gerne" Probleme mit der Intonation bei unterschiedlichen Windzugängen.

Triple-Lade

Evacuant, Montag, 24. Februar 2014, 17:31 (vor 4624 Tagen) @ Orlos

Viele Orgelbauer gehen Wechselschleifen aus dem Weg. Gerade bei hohen Tönen gibt es wohl "gerne" Probleme mit der Intonation bei unterschiedlichen Windzugängen.

Und Zungen sind auch in tieferer Lage "gerne" Sorgenkinder.

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