Vorabzug 2'

Friedrich @, Freitag, 14. Februar 2014, 20:01 (vor 4631 Tagen) @ Daniel

Bringt es etwas, wenn man die Mixtur auf 2‘ setzt, aber mit einem Vorabzug des 2‘ (diesen dann etwas eng-prinzipalig in Richtung Salizet 2‘, als Unterschied zur weiteren Flöte 2‘) ?

In welcher Hinsicht? Die Pfeifenreihe muss ja in jedem Fall gebaut werden, zumindest in der Region, die von der Mixtur noch nicht abgedeckt ist. Dann zur Mensurierung: Prinzipiell ist es natürlich schön, wenn man einen Chor 8-4-2 hat. Aber dann sollte der 2' in der Mensur nicht zu stark von den übrigen abweichen, sonst mischt er sich nicht gut mit den übrigen. Da ist eine nicht zu fette, hoch aufgeschnittene 2'-Flöte, ein Gemshorn oder ähnlich, vielleicht wirklich die bessere Wahl als ein Koste-es-was-es-wolle-Halbzug von eingeschränktem Nutzen (der übrigens auch nicht nix kostet).

Im 2. Manual ständen dann z.B.:
…

Untersatzens Farbwunsch kann ich nur unterstreichen. Ein zurückhaltender Sesquialter, der sich gut an die Spitzoktave anschmiegt, ist sicher keine schlechte Wahl; ein Nasat müsste sich mit der Spitzoktave vertragen, das könnte schwieriger werden. Ein Rohrwerk, das gut die Stimmung hält, wäre auch denkbar, ein Dulzian, ein Fagott 8' oder tatsächlich ein Cromorne – der könnte, ins Pedal gekoppelt, auch dem ersten Manual gegenüber Markanz geben.

Hier würde ich übrigens die Blockflöte einem Spitzgedackt vorziehen, wenn Du mit den Namen eine weitere bzw. engere Mensur abzielst. Damit das Nebenwerk kein Magerquark wird. Eine Rohrflöte könnte vielleicht sogar noch besser zur Spitzoktave überbrücken, weil sie oft etwas lebhaftere Obertöne mitbringt – wäre auch ein schöner Kontrast-Reizklang zur weich ansetzenden Traversflöte.

Und Im Pedal:
Subbass 16‘
mit Auszug Gedacktbass 8‘
Violon 8‘
mit Auszug Choralbass 4‘
(+ evtl. Bombard 8‘)

Jetzt frage ich mich allmählich, was das für ein Raum sein mag, in dem ein Oktavauszug aus einem Violon einen Choralbass abgibt. Letzteren stelle ich mir eigentlich eher weit und tragfähig vor. Den 16' würde wohl auch ein weiter offener 8' besser füllen als ein Cello; das wäre auch eine Lösung, die in vielen älteren Orgelbautraditionen vorkommt. Die Aufgabe, den Bass markant zu machen, könnte ein Rohrwerk auch wahrnehmen – ich nehme an, der »Bombard« ist eine enge Trompete? Eine echte Trompete wäre wiederum die traditionellere Lösung; ein Basson vielleicht, als weichere Angelegenheit. »Bombard« klingt für mich etwas nach Knatterei.

Interessante Sache.

Viele Grüße,
Friedrich


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