Markus Hinz in St. Bruno, D-Unterrath
Hallo Forum,
Das Winterliche Orgelkonzert am 10.02.2014 spielte Markus Hinz in St. Bruno, Düsseldorf-Unterrath. Die dortige Seifert-Orgel von 1954 wurde 2008 von Peter überholt und verändert: Ein Schwellkasten kam hinzu, ferner ein neuer Spieltisch und eine Setzeranlage.
Der Kirchenbau stammt aus der Periode der expressionistischen Backsteinbauten, hat aber kurioserweise Spitzbogenfenster. Im Inneren wurde der Raum gekonnt modernisiert und wirkt sachlich, hell und freundlich.
Hinz hatte ein schönes Programm zusammengestellt. Er begann mit Karg-Elert “Lobet den Herrn mit Pauken und Zimbeln schön” alla Händel - ursprünglich für Harmonium komponiert, von Boris Hellmers für Orgel gesetzt. Das war ein frischer Auftakt. Nun folgten drei Zweiergruppen, jede bestehend aus einem Stück des 20. Jahrhunderts, jeweils angeführt von “Allein Gott in der Höh sei Ehr” von Bach. Es ging los mit BWV 662 (c.f. im Sopran) und Avo Pärts “Annum per annum” von 1980.Der Bach wurde sehr schön gleichmäßig dargeboten, das c.f.-Register wußte zu gefallen. Der Pärt war leicht zu durchschauen. Die Einleitung begann mit ostinatem Motiv im ff, dann wurde
zunehmend ausgedünnt. Die Sätze K (-yrie), G (-loria), C (-redo). S (-anctus) brachten eine jeweils in der Dynamik gesteigerte Fassung gleicher rhythmischer Motive, so daß im S das Forte erreicht war. Der Satz A (-gnus Dei) war dann wieder piano. Die Coda nutzte den Effekt der Einleitung umgekehrt.
Die zweite Zweiergruppe begann mit BWV 663; auch dieses fein durchgehalten. Danach dann “Molto ostinato” aus der Sonntagsmusik (1957/58) von Petr Eben. Letzteres ist nicht so einfach zu durchschauen, machte aber dennoch große Wirkung. Da steckt mehr drin als beim Pärt - das merkte man sofort.
Die letzte Zweiergruppe brachte das geniale und erschreckend moderne BWV 715. Da war der Übergang zu Reger geradezu zwingend. Hinz schloß denn auch die Fantasie über “Halleluja, Gott zu leben, bleibet meine Seelenfreud” unmittelbar an. Das war wirklich gut ausgedacht. Die Fantasie wurde überlegen musiziert, am Ende ließ Hinz die Musik fast zum Stillstand kommen, bevor die Fuge einsetzt.
Der Nachhall wurde abgewartet, dann aber entlud sich im begeisterten Beifall der ca. 50 Hörer die aufgebaute Hochspannung.. Ein wunderbares Programm, ein exzellenter Spieler und eine Orgel, die sich nicht verstecken muß!
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Am 09.02. hatte Joachim Neugart die Sonntagsorgel in St. Andreas gespielt. Von Clerambault gab es die Suite im I. Ton. Ausgefeilte Registrierung, stimmige Agogik und Tempi. Dann zweimal “Schmücke dich o meine Seele”: Karg-Elert und Brahms. Schließlich die Fantasie aus BWV 542, g-moll. Daraus kann man ja großes Kino machen. Neugart ließ sich aber - passend zum Instrument - nicht zu affektierten Spiel hinreißend.
Gruß Clemens Schäfer
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Piano heißt nicht schwach sondern leise, Forte nicht laut sondern kräftig (Artur Rubinstein)
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