Orgelbau in München 20.Jhdt

ThoFi, Freitag, 17. April 2026, 17:55 (vor 133 Tagen)

In online zugänglichen Quellen gibts interessante Einträge zu Karl Schuster (der anfangs immer mit "K" geschrieben wurde -> sen. und jun.!) und auch zu Julius Zwirner (sen. und jun.). Albert Schönle (Nfl März) und Georg Prell (Nfl. Sienann) waren offensochtlich noch länger aktiv, wie in wiki angegeben.
Thomas

Orgelbau in München 20.Jhdt

MCVL @, Freitag, 17. April 2026, 19:45 (vor 133 Tagen) @ ThoFi

Zu Schönle habe ich im Zuge meiner Beschäftigung mit Weise eine ganze Reihe bisher unbekannter Arbeitsnachweise gefunden, das muss ich mal in Form bringen.

Dann gab es in München noch einen Orgelbauer Haas oder Hass, von dem Habe ich auch einiges gefunden, beispielsweise einen Umbau einer Weise-Translationsorgel in ein Normalinstrument bei Mühldorf usw.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Hans Haas/Hass und Hinweis auf Archivalien

MCVL @, Samstag, 18. April 2026, 11:02 (vor 133 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Samstag, 18. April 2026, 11:22

Hans Haas oder Hass (er wird in den Quellen verschieden geschrieben) baute 1938 die Weise-Translationsorgel in Hörbering um (bisher unscharf datiert) und versah sie mit einer elektrischen Traktur.

Zu den ganzen Münchner Orgelbauern und auch anderen oberbayerischen Werkstätten wie Beer, Müller Tuntenhausen/Rosenheim, Hackl usw. empfehle ich wärmstens die Durchsicht dieser Pfarrbeschreibungen: https://digitales-archiv.erzbistum-muenchen.de/actaproweb/archive.jsf unter Erzbistum München und Freising (ab 1821) - Generalvikariat - BB009 Generalvikariat/Generalvikar (ab 1945) - BB009/4 Berichtswesen - Pfarrbeschreibungen 1924-1955

(Habe gerade gesehen, daß die Verlinkung zu den schon geöffneten Beständen in der tektonischen Übersicht führt).

Das sind Fragebögen für einen projektierten Realschematismus des Bistums München und Freising, der leider nie erschienen ist und den "Mayer/Westermayer" von 1874 ff ablösen sollte. Es sind nahezu durchweg Angaben zu den in den späten 1930er Jahren vorhandenen Orgeln zu finden.

Detaillierter kann man dann im Bestand "Lokalia" zu den einzelnen Pfarr- und Filialkirchen weitersuchen, der bislang aber nur bis "R" digitalisiert ist.
Zu den Lokalia gelangt man über den Pfad: Erzbistum München und Freising (ab 1821) - Generalvikariat - BB001 Allgemeiner Geistlicher Rat und Generalvikar (bis 1944) - BB001/3 Lokalia - Pfarrakten
Dort sind dann die Orte alphabetisch zu finden und der Schriftverkehr zu den Orgeln findet sich in der Regel unter Kirchen- und Pfarrhofbauten, kann sich aber auch unter anderen Rubriken finden. Die Filialkirchen besitzen jeweils bei den Pfarrkirchen einen eigenen Unterordner Filial-/Nebenkirchen und Kapellen. Diesen Bestand einmal gründlich durch- und aufzuarbeiten wäre eine sehr verdienstvolle Sache!

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Orgelbauer Johann (Hans) Haas

ThoFi, Samstag, 18. April 2026, 15:05 (vor 132 Tagen) @ MCVL

Johann (Hans) Haas taucht ab Ausgabe 1922 im Münchner Adressbuch auf (also ab 1921 in München).

Thomas

Orgelbauer Johann (Hans) Haas

ThoFi, Samstag, 18. April 2026, 19:02 (vor 132 Tagen) @ ThoFi

Münchner Adressbuch 1922 erster Eintrag: Johann Haas Lothringer Str. 7/3
(dort auch J.B. Haas, Schneidermeister, Vater?)

Er arbeitet 1924 mit Karl Schuster an der Orgel in Achering b. Freising (Orgelbau-Anstalt Schuster & Eisenschmid (!) in der Georgenstr. 29, Orgelreinigung und Ersatz des Prospektes der Pfaffenbichler-Orgel, Bleistift-Hinterlassenschaft in der Orgel).

1925 (also ab 1924!) Firmeneintrag im Adressbuch:
Johann (Hans) Eisenschmid, Johann (Hans) Haas und Joseph Wohlfartstetter Georgenstr. 29 !!
dieser Eintrag bis Adressbuch 1930 (also mind. bis 1929)
Vgl. dazu auf OI die Orgel dieser Firma (jetzt) in Richterswil (dort auch Foto Firmenschild, "Hans" Eisenschmid war offensichtlich der Firmenname)

Adressbuch 1931: Johann Haas Giesebrechtstr. 50 (= Wohnung?)
Eisenschmid & Wohlfartstetter jetzt allein in der Georgenstr. 113, Wohlfartstetter stirbt 1935. Georgenstr. 113 ist dann lt. Eintrag 1934/35 Sitz der Werkstatt Karl Schuster!

Selbstständige Arbeiten Haas:
1936: alter Peter München (Schönle-Orgel) (Zeitungsartikel "ein junger Meister"), Reinigung und „Aufnordung“.
1937: St. Margaret Landshut-Achdorf, NB (erhalten)
1938/39: St. Wolfgang M-Haidhausen, NB (Kriegsverlust)
1938, 1941 und 1943 ist er eingetragen unter der Adresse der ehemaligen Werkstatt von März/Schönle in der Landsberger Str. 80!
(Schönle 1938 und 1947 eingetragen unter Astallerstr. 15, 1953 und 1954 in der Raidinger Str. 25)

Haas 1947 nicht mehr in München eingetragen

Orgelbau in München 20.Jhdt

ThoFi, Freitag, 17. April 2026, 21:27 (vor 133 Tagen) @ ThoFi

Zu Karl Schuster (immer mit "K", erst ab den 50er (?) Jahren mit "C"):
erster Eintrag im Einwohnerverzeichnis war 1911.
1924 Firmeneintrag Schuster & Eisenschmid (!)
ab 1925 dann Karl Schuster & Magnus Schmid (bis 1930?)
ab 1931: Kreszenz Schmid und Magnus Schmid unter gleicher Adresse, Karl Schuster bleibt.
1934: Kreszenz Schmid und Walburga Schuster unter versch. Adressen.
Magnus Schmid erst wieder 1938, Karl Schuster erst wieder 1941.
Waren da Konkurse dazwischen? Die Adressbücher sind allerdings teilweise nicht jedes Jahr online.
1943 auch ein OBM Albert Schuster unter der Firmenadresse Georgenstr. 101 aufgeführt (Sohn?)
1947 dann Karl Schuster & SÖHNE (wie auf den Plaketten der Spieltische)
1953/54/61: Karl Schuster sen. und jun. (Annonce)
vgl. Prälat Zistl FS St. Peter München 1954 (?) "Orgelbauer Carl (!) Schuster sen."
1961: Karl Schuster & SOHN

Söhne (Plural) scheinen also nur kurzzeitig relevant gewesen zu sein.

Thomas

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