Von wegen stummer Prospekt...
![[image]](images/uploaded/2026032422250769c30f437654b.jpg)
Das war (und ist noch) ein kleiner Schock für mich heute! Nach einer Bälgchenreparatur im Kronwerk fielen mir beim Abstieg jene beiden Pfeifen des stummen oberen Prospekts unserer Orgel in's Auge, die ich mit meinem Kollegen vor ein paar Wochen herausgenommen hatte, um etwas Mitleid bei Kirchenbesuchern zu erregen. Vielen hundert Orgel-Besuchern erzählte ich jahrelang, dass diese Pfeifen stumm wären (auch der barocke Vorgängerprospekt war es mit Ausnahme weniger Töne) und dass diese Pfeifen von der Machart her auch nicht tönen könnten. Diese Einschätzung leitete ich von den, so weit von hinten sichtbar, sehr dünnen Kernspalten, den flachen Kernen und vor allem von einem nicht wirklich zum Körper passenden Fuß ab (eine Nummer zu klein), so dass ich eine nur optisch taugliche Gestaltung unterstellte. Irgendwie juckte es mich heute und ich blies in die kleinere Pfeife hinein - es ist im Bild die im rechtsäußeren Feld zweite Pfeife von links (Bildausschnitt aus einem orthogonalen Photo aus Drohnenaufnahmen, daher Flecken und Retuschen eines Zugankers). Die Pfeife fiel mir fast runter, als ein etwas raues, aber funktionierendes c° ertönte. Mit etwas Mühe fand ich auch eine Auflage für die größere Pfeife (zweite von rechts im rechten mittleren Feld), und hier gab es - zunächst mit Staubwolke aus dem Labium - ein Es! Nicht ganz so gut klingend, aber es war schwer, den passenden Druck zu treffen.
Bei den Kernen müsste ich noch mal vergleichen, aber es scheint, als wäre dieser obere Prospekt vorintoniert bzw. so gebaut, dass er doch tönt!
Das heißt, da oben stehen 12-7-7-7-12 in 8' bis 16'-Lage ungenutzt herum.... Von den anderen Pfeifen kenne ich den Ton bislang nur durch den Klang beim Beklopfen des Körpers. Demnach ist die größte Pfeife ein F in 16'. (Die Pfeifen ragen alle ein kleines Stück hinter den Fries und sind exakt auf gleicher Länge abgeschnitten). Die Pfeifen haben natürlich keine Kernstiche, keine Bärte und offene Fußlöcher bzw. keine Zehe.
Es mag naürlich so sein, dass eine Pfeife, die weitgehend aussieht wie eine Pfeife, auch dann so funktioniert, ohne große Intonationsarbeiten. Denkbar ist auch, dass die Kommunikation innerhalb der großen Sauer-Werkstatt 1938 etwas knapp war und den Pfeifenmachern nicht wirklich klar, dass diese Pfeifen nur für's Auge gemacht wurden. Aber wie gesagt, die Zehe fehlt, das ist ja eindeutig.
Das muss ich jetzt mal näher untersuchen. Was sagen Orgelbauer dazu?
Also, mich hat das schon irgendwie kurz aus der Bahn geworfen. Der Schrott lebt...
Spontane Handyaufnahmen (besser an größeren Boxen anzuhören) gibt es hier (c° und Es)
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Karl-Bernhardin Kropf,
24.03.2026, 23:54
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Wolfgang Gourgé,
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Karl-Bernhardin Kropf,
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elias.orgel,
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