Franz Schmidt & Fritz Heitmann

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 17. Februar 2026, 21:56 (vor 243 Tagen) @ perotin

Bei einem 14tägigen Orgelkurs in Wien im Mai 1928 gab Heitmann vier Konzerte (...) Heitmann spielte zuvor schon Alain und Messiaen

1928, wirklich? Da war Messiaen gerade mal 19 Jahre alt, Jehan Alain 17...

Danke für die Anmerkung - das ist wirklich nicht sinnvoll. Ich habe zwei Stellen des Buches kombiniert - der Hinweis auf die Franzosen findet sich zwar weiter vorne*, die Wien-Reise später**, kann aber chronologisch natürlich sich noch nicht auf 1928 beziehen.
Ich nehme auch an, dass er sich in der von Richard Voge unter Mitwirkung der Witwe Elisabeth Heitmann verfassten Biographie auch deshalb befindet, um eine stilistische Breite Heitmanns zu bekunden oder zumindest zu unterstellen - das Buch heißt nicht umsonst "Fritz Heitmann – Das Leben eines deutschen Organisten". Manche werden jetzt sagen, "das wird man doch wohl so sagen dürfen". Stimmt, gäbe es eine Dupré-Biographie mit diesem Untertitel ("französisch", versteht sich ;-), wäre das unproblematisch, demzufolge sollte man das z. B. auch in einer Biographie von beispielsweise (!) Walter Kraft, Wolfgang Stockmeier oder Edgar Krapp sagen dürfen. Dennoch hält man bei so einer Vorstellung inne...
Ich denke doch, dass das 1963 veröffentlichte Heitmann-Buch noch stark jenem Geist verhaftet ist, der Heitmann den Platz auf des Führers Gottbegnadetenliste und die Inspiration zu seinem Aufsatz von 1943 "Die Orgel - Das Instrument unserer Zeit" atmet. Ohnehin ist der Stil des Buches mehr der dankbar-leidenschaftliche Würdigung eines Schülers als eine wissenschaftlich orientierte Wiedergabe. Die Aussparung politischer Aspekte dürfte sehr bewusst geschehen sein, deutsche Tugenden, die an sich ja nicht verwerflich sind, werden durchaus gerühmt. Eine Zugabe antifaschistischen Waschmittels wird man kaum verneinen können.
Wie auch immer, damit zurück zu Franz Schmidt, wo wir ja eigentlichb begonnen hatten. Ach nee, eigentlich war es Würzburg...

*) S. 24: "Erstaufführungen für Berlin waren auch die von Heitmann zum Vortrag gebrachten Werke von Jehan Alain und Olivier Messiaen. Zur Darstellung von Arnold Schoenbergs [sic!] Variationen op. 40 ist er nicht mehr gekommen, auf seiner letzten Amerika-Reise [1950] begann er, vielleicht durtch Carl Weinrich, zu dem er nähere Beziehung gefunden hatte, sich dafür zu interessieren und fing alsbald mit dem Studium des Werks an."
NB: Beinahe möchte man auch in diesem Hinweis den Subtext "Er hat sich sogar für Schönberg eingesetzt!" vermuten - doch erfolgte dieser Einsatz erst nach der NS-Zeit.

**) S. 32 Erwähnung des Kurses und der Gastfreundschaft von Franz Schütz und Franz Schmidt, im Anschluss Wiedergabe des Widmungsbriefes Schmidts der "Vier Präludien und Fugen".


gesamter Thread:

 

powered by my little forum