C wie Club der Erlesenen

SpanischeTrompete @, Mittwoch, 21. Januar 2026, 23:05 (vor 220 Tagen) @ Manuel

Um jeglichem Missverständnis vorzubeugen: ich mache die Ausbildung gerne, man wird zweifellos nicht dümmer, wenn man sie absolviert, und meine bisherigen Noten, die ja ganz ordentlich waren, erfüllen mich sogar mit einer kleinen Portion Stolz. Aber insgesamt ist die ganze Fortbildung ziemlich umfangreich. Ich frage mich: war das C-Examen immer so eine anspruchsvolle Angelegenheit? Und - mir Verlaub - wird sich die Kirche so hohe Ansprüche an ihre nebenamtlichen Kirchenmusiker in Zukunft überhaupt noch leisten können?

Also es gibt - je nach Ort der Ausbildung - unterschiedliche Ansprüche an die Ausbildung. Das sieht man schon an der Ausgestaltung. Ich bin aktuell im C-Kurs in Dresden und dort gibt es quasi ein volles Programm mit Kurswochen und -wochenenden. Da ist dann auch oft Teil der Ausbildung, einen Gottesdienst zu gestalten. Als Kontrast die Ausbildung in Erfurt: die Theorie aller 4 Wochen ein Samstag in Erfurt, den Rest (Orgel, Klavier, Gesang) organisiere man sich selber vor Ort. Ich kenne die Prüfungsordnung nicht und kann daher nicht sagen, wie scharf darauf geachtet wird, dass man dann auch tatsächlich Unterricht genommen hat.

Am Ende sagen die Ansprüche an die Ausbildung nichts darüber aus, welche Qualität der C-Musiker dann in seiner Anstellung liefert. Die Kantorin meiner Gemeinde hat ihren Abschluss auch aus Dresden. Und es gibt eine ganze Reihe Gemeindeglieder, die am Eingang erfragen, wer heute orgelt. Spielt die Kantorin, so gehen die Leute wieder nach Hause. In einer Kirche hat sie gar von den Gemeindegliedern durchgesetztes Orgelverbot.

Kurzum, die Frau kann - obwohl sie die Prüfung mit hohen Asprüchen bestanden hat - nicht Orgel spielen. Es ist zum Weglaufen. Die anderen Fächer, vor allem Chorleitung, ist alles gut. Ich will da auch nix gegen ihre Arbeit mit dem Kinderchor sagen. Könnte ich gar nicht, ich bin durch und durch Organist.


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