Archiorgano zu Gast in Lübeck

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 05. Dezember 2025, 11:14 (vor 317 Tagen)

Das Basler Archiorgano nach Nicola Vicentino (1511-1576) mit 36 Tasten pro Oktave ist für zwei Tage an der Lübecker Musikhochschule zu Gast.
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Der zweitägige Workshop mit Konzert wird geleitet von Mauricio Silva Orendain, einer inzwischen prominenten Persönlichkeit im Bereich neuester Orgelmusik.

Das Archiorgano ist auch mit Tonmagneten ausgestattet, so dass auch eine MIDI-Ansteuerung möglich ist. Das wiederum macht, im wahrsten Sinne des Wortes, das Instrument sehr anschlussfähig zu den Themen, die unter Prof. Franz Danksagmüller an der Lübecker Musikhochschule im Masterstudiengang Orgel-Improvisation verhandelt werden.

Ich übermittle hier mal ein paar Bilder von Franz' FB-Account, das wird in seinem Sinne sein.
Wewr selbst mal spielen möchte, kann es hier versuchen. :-)

Natürlich kann ich sogar zu diesem Thema einen Link zur Rostocker Marienkirche herstellen: Beim Planungswettbewerb 2024 hat Rieger für die Chororgel ein drittes und viertes Manual vorgesehen, welche mit 17 bzw. 19 Tasten pro Oktav elektrisch ein Holzprinzipal-Register ansteuern, das somit dem Archiorgano entspräche. Die beim Basler Instrument mögliche Feinsstimmung durch auf die Mündungen gelegte Holzklötze wäre elektromechanisch umgesetzt worden.
Meines Wissens ist außer dem Basler Instrument noch kein weiteres Archiorgano autonom oder als Teilwerk erbaut worden. In elektrischer Ansteuerung ist da sicher einiges möglich, für die originalen Klaviaturen braucht es wohl ziemlich viel Übung (siehe Video).

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(Eine schöne Bescherung!)

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Archiorgano zu Gast in Lübeck

HARP64, Samstag, 06. Dezember 2025, 00:32 (vor 317 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Gibt es dazu auch Noten, die man dann quasi nur auf diesen Instrumenten spielen kann? Mich interessiert sehr, wie die wohl aussehen, vom Klang mal ganz abgesehen…

Archiorgano zu Gast in Lübeck

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Samstag, 06. Dezember 2025, 09:44 (vor 317 Tagen) @ HARP64

Gibt es dazu auch Noten, die man dann quasi nur auf diesen Instrumenten spielen kann? Mich interessiert sehr, wie die wohl aussehen, vom Klang mal ganz abgesehen…

Ja.

Der sehr gewöhnungsbedürftige Klang einer in diesem System gesungenen und begleiteten Motette (Madonna il poco dolce) ist hier zu erleben:

A capella mit Noten

Hier an der Orgel.

Und hier Stimmen und Orgel.

Ich denke, die historische Musik ist eine Spezialität, eine Kuriosität. Ich sehe Potentail in heutiger Musik. Und wen man entgegnet, dass auch das nur spezial und Nische wäre, müsste ich wohl antworten: Stimmt auch wieder!

Archiorgano zu Gast in Lübeck

HARP64, Samstag, 06. Dezember 2025, 23:39 (vor 316 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Gibt es dazu auch Noten, die man dann quasi nur auf diesen Instrumenten spielen kann? Mich interessiert sehr, wie die wohl aussehen, vom Klang mal ganz abgesehen…


Ja.

Der sehr gewöhnungsbedürftige Klang einer in diesem System gesungenen und begleiteten Motette (Madonna il poco dolce) ist hier zu erleben:

A capella mit Noten

Hier an der Orgel.

Und hier Stimmen und Orgel.

FASZINIEREND!!!

Ich denke, die historische Musik ist eine Spezialität, eine Kuriosität. Ich sehe Potentail in heutiger Musik. Und wen man entgegnet, dass auch das nur spezial und Nische wäre, müsste ich wohl antworten: Stimmt auch wieder!

Wohl wahr, wohl wahr…

Archiorgano zu Gast in Lübeck

elias.orgel, Donnerstag, 11. Dezember 2025, 08:20 (vor 312 Tagen) @ HARP64

Gibt es dazu auch Noten, die man dann quasi nur auf diesen Instrumenten spielen kann? Mich interessiert sehr, wie die wohl aussehen, vom Klang mal ganz abgesehen…


Ja.

Der sehr gewöhnungsbedürftige Klang einer in diesem System gesungenen und begleiteten Motette (Madonna il poco dolce) ist hier zu erleben:

A capella mit Noten

Hier an der Orgel.

Und hier Stimmen und Orgel.

FASZINIEREND!!!

Ich denke, die historische Musik ist eine Spezialität, eine Kuriosität. Ich sehe Potentail in heutiger Musik. Und wen man entgegnet, dass auch das nur spezial und Nische wäre, müsste ich wohl antworten: Stimmt auch wieder!


Wohl wahr, wohl wahr…

sehr gut zum Thema reine Intervalle und auch zum selbst ausprobieren:
Joachim Mohr TT Musik

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Archiorgano zu Gast in Lübeck

Bariolage, Freitag, 12. Dezember 2025, 11:03 (vor 310 Tagen) @ elias.orgel

Vielen Dank für die sehr interessanten Links.
Die historisch-systematische Aufbereitung des Themas ist wirklich gelungen.
Wie man daraus Neue Musik machen soll, bleibt mir ein Rätsel. Oder: die Resultate sind bislang armselig.

Archiorgano zu Gast in Lübeck

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 12. Dezember 2025, 13:09 (vor 310 Tagen) @ Bariolage

Vielen Dank für die sehr interessanten Links.
Die historisch-systematische Aufbereitung des Themas ist wirklich gelungen.
Wie man daraus Neue Musik machen soll, bleibt mir ein Rätsel. Oder: die Resultate sind bislang armselig.

Ich fragte gestern nach, wie's war. In der Tat waren die Studierenden nur gebremst begeistert - auch hier wurde differenziert zwischen dem Instrument, welches höher eingeschätzt wurde, und den letztlich präsentierten zwei Kompositionen, wobei die eine stark partizipativ war, d. h. man war in Gruppe beteiligt und legte im Verlauf der etwas lang empfundenen Zeit der Spielanweisung entsprechend Hand an verschiedene Komponenten des Instruments - Feinstimmung der Pfeifen, Balg...
Die elektrische Ansteuerung kam dem Vernehmen nach nur sehr wenig zum Einsatz. Wie gesagt, alle Infos aus zweiter Hand.

Mauricio Silva Orendain hat das Instrument bereits selbst mit anderen Orgeln kombiniert - vielleicht auch, weil es auf die Dauer klanglich sich doch etwas abnützt. Sein Basler Abschlusskonzert nutzte dazu auch eine Portion des "Explorateur"-Instruments von Yves Rechsteiner. Für letzteres hat er Software geschrieben bzw modifiziert, welche die berührungslose Ansteuerung der Decap-Proportionalventile ermöglicht. Alles interessant - aber definitiv haben wir hier eher so eine Situation wie einst bei ACC in St. Denis: Der Instrumentenbau legt vor, die Musiker und Komponisten müssen die Ausnutzung des Potentials noch entwickeln. (Ja, ich weiß, es lässt sich nicht wirklich vergleichen).

Siehe hier: (zum Betrachten jeweils die Anmeldeaufforderung einfach wegklicken)
https://www.instagram.com/reel/DN2ehJFWMRo/
und da (Steuerung)
https://www.instagram.com/reel/DNvVTQN2Ntc/

EDIT: Hier treffen demnächst zwei ähnliche Geräte aufeinander, das Archiorgano und die legendäre Fokker-Orgel in Amsterdam. Der zweite genannte Musiker Ed Williams war auch in Lübeck dabei, eventuell ist es auch dieselbe Komposition.
https://www.instagram.com/huygensfokker/p/DRcqVXDjO8w/

Archiorgano zu Gast in Lübeck

Alkooikerker @, Freitag, 12. Dezember 2025, 19:16 (vor 310 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

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