HH-Mariendom: Späth-Lese bei Beckerath
Unter anderem hier (NB: Man lese Nathan Laubes Fazit, zitiert von Karsten) behandelten wir die Beckerath-Orgel des Hamburger Marien-Doms. Ein ikonisches Instrument, Eberhard Lauer brachte dort über viele Jahre weite Teile des wesentlichen Orgelrepertoires dar. Im verlinkten Thread wurde ja durch Forums-Zeugen und nicht zuletzt Nathan Laube angedeutet, dass die Veränderungen bzw. die Erweiterung von 2008 nicht schlecht war, aber doch gegenüber dem Originalmaterial abfällt. Und, wie dort schon gesagt, ich erinnere mich, dass Lauer das Ergebnis nicht wirklich überzeugt hat.
Nun also wird der Freiburger Orgelbau (Tilman Späth) sich der Orgel annehmen. Es scheint sich nicht nur Staub angesammelt zu haben. Ich lese alle Beiträge auf der Späth-Homepage und kenne daher den Sprachstil. Bei Umbauprojekten wird die vorhandene Substanz mit relativ höflichen bzw. zurückhaltenden Worten beschrieben. Innerhalb der dort üblichen feinen Nuancen sind einige Aussagen zum MAriendom doch relativ (!) kräftig ausgefallen. Also, es scheint, wem genau auch immer, doch manches qualitativ nicht zu genügen.
Ich habe auf der "alten" Orgel ein Konzert gespielt und sie alt und neu im Konzert gehört (bei Neu war es allerdings kein faszinierendes...). Insofern kann ich nicht wirklich mit Kenntnissen über die Problematik dienen. Bestätigen kann ich, was eh vielen klar ist: Der 1967er-Bestand ist sehr gut, aber sich auf diesen zu beschränken, kann an so einem Ort mehr oder weniger schmerzlich sein bzw. gewisse Disziplin erfordern (gleichwohl auch kreative Lösungen erfordern, wie sie im verlinkten Thread auch im Lauer-Konzert hörbar wurden). Der Erweiterungswunsch war nachvollziehbar. Immerhin hat man versucht, nur außen/hinten zu ergänzen, um den originalen Klang möglichst wenig zu beeinflussen. Naja, Stein hatte im Thread auch schon einige ACC genannt, bei Ste Clothilde wurden derartige Bemühungen bekanntermaßen etwas enttäuscht.
Ob's in Hamburg Marien eine Tuba braucht - nun ja, ist ja katholisch. Als "episcopalis" geht's immer. Einige Arbeiten sind unter Platz-Vorbehalt angekündigt. Dass diese Vorbehalte berechtigt sind, ist am Foto vom Hinterwerk zu sehen:
Bei Reiner Janke dürften Nachintonation und Umarbeitung in besten Händen liegen. Man darf gespannt sein.
![[image]](https://www.freiburgerorgelbau.de/image/dist/hamburg-mariendom-7.jpg)