Orgel-Impressionen aus Dänemark – Teil 5

Orlos @, Sonntag, 03. August 2025, 20:19 (vor 400 Tagen)

In Odense heißt der Dom St. Knud.

Das Gehäuse der Hauptorgel stammt aus dem Jahr 1756.

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An der Treppe zum Hochaltar befindet sich in einem Bogen die Chororgel, die größer ist, als man auf den ersten Blick vermuten würde (20 Register). Hier ein klangvolles Video.

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Wenn die Einträge auf der Internetseite stimmen, gibt es keine Koppeln zum Solowerk.
Eleganter Zugang rechts auf gleicher Höhe.

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Was genau bringen eigentlich die Flügeltüren? Man wird die Orgel kaum schließen. Von der Seite betrachtet, wirken sie nicht schön. Die Klangabstrahlung verbessern sie auch nicht.

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Gegenüber der Domkirche steht die neugotische katholische Kirche St. Albani städebaulich selbstbewusst.

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Die Orgel wurde 1920 von Rieger mit 19 Registern erbaut, man beachte das dekorative Schwellwerk.

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In der alten Kirche St. Hans steht ein modernes Orgelgehäuse von 1962 (Marcussen), welches ich später datiert hätte. Es fügt sich optisch gut ein.

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Auch die kleine Chororgel stammt von Marcussen (1961).

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Orgel-Impressionen aus Dänemark – Teil 5

Friedrich @, Montag, 04. August 2025, 09:29 (vor 400 Tagen) @ Orlos

In Odense heißt der Dom St. Knud.

Das Gehäuse der Hauptorgel stammt aus dem Jahr 1756.

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Ich erinnere mich da an eine IFO-Scheibe von vor, lasst mich lügen, grob 27 Jahren. Sehr schönes Orgelporträt, weil alles improvisiert.

Was den Stil der moderneren Prospekte angeht: Dänisches Design war in den Sechzigerjahren auch im Gehäusebau top, immer elegant und mit einem gewissen Swing, den deutsche Prospektschöpfer nicht immer so hinbekamen, auf dem Niveau höchstens noch Fritz Leweke. Bei Möbeln ist es bis heute sehr begehrt, gut Erhaltenes ruft da Fantasiepreise auf.

Vielen Dank jedenfalls für die Orgeltour, ganz wunderbare Augenkost!

Orgel-Impressionen aus Dänemark – Teil 5

fluteceleste @, Montag, 04. August 2025, 09:34 (vor 400 Tagen) @ Friedrich

Ich erinnere mich da an eine IFO-Scheibe von vor, lasst mich lügen, grob 27 Jahren. Sehr schönes Orgelporträt, weil alles improvisiert.

Die vielleicht? :-)
https://www.amazon.de/Kunst-Orgelimprovisation-Karl-Bernhardin-Kropf/dp/B00004TDGF

Orgel-Impressionen aus Dänemark – Teil 5

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 04. August 2025, 10:01 (vor 400 Tagen) @ fluteceleste

Ich erinnere mich da an eine IFO-Scheibe von vor, lasst mich lügen, grob 27 Jahren. Sehr schönes Orgelporträt, weil alles improvisiert.


Die vielleicht? :-)
https://www.amazon.de/Kunst-Orgelimprovisation-Karl-Bernhardin-Kropf/dp/B00004TDGF

Ja, Friedrich hat sie damals sehr wohlwollend besprochen. Die Aufnbahme war nicht zur Veröffentlichung geplant. Ich hatte den Panasonic SV-3700 dabei und zwei AKG 460 mit Kugel-Kapsel (Gelegenheitskauf, eigentlich ja nicht geeignet) und ein normalas 180er Mikrostativ. Das stellte ich irgendwo ins Bankgestühl, leicht seitlich. Erst nach einiger Zeit merkte ich, dass die Musik relativ gelungen war, aber auch der Sound gut eingefangen. Es ist so wie in Haarlem, es klingt einfach gut. Zusammen mit der Orgel von St. Hans war das das Instrumentarium des einst recht berühmten Orgelwettbewerbs von Odense. Hinter der Orgel gbit es einen schön ausgebauten Turmraum, in dem der damalige DO Freddy Samsing residierte und auch Chorproben machte. Was Orlos nicht schrieb: Chor bedeutet in den dänischen Kirchen meist ein auf Honorar- oder Teilzeitbasis tätiges Vokalensemble, oft nur Quartett, bei großen Kirchen mehr.
Aus dem Dom in Kopenhagen wird täglich eine Morgenandacht live gesendet, ein ziemlicher Aufwand, und bemerkenswert wie überhaupt das Verhältnis zur Kirche. Ich erlebte in den vielen, aber scon länger zurückliegenden Besuchen meist sehr schwachen Besuch, aber die Staatskirche ist nach wie vor relativ unangestastet, Orlos schrieb ja von relativ hohen Konfirmandenzahlen. So wie die Dänen kein Problem haben, mindestens zum Geburtstag die Nationalflagge aufzuziehen (und auch manches Törtchenv damit zu garnieren), werden zu geselligen Anlässen munter Volks- und Kirchenlieder gemischt. Es gibt sogar ein spezielles Gesangbuch dafür, das wäre in Duetschland schon länger unvorstellbar (oder nur aus der kirchlichen Sicht heraus denkbar, wie die erhältlichen geistlichen Sammlungen, die das eine oder andere Volkslied enthalten).
Dieses gleichzeitige Nah und Fern erinnert ein bißchen an England. Die Tradition wird gepflegt oder mindestens bei anderen toleriert, so einen Kirchenkampf wie bei uns (also die laute Kritik an den großen Kirchen) habe ich dort nie wahrgenommen - vielleicht auch eine Täuschung.
Die fette staatliche Ausstattung wurde dann auch zum Tod vieler historischer Orgeln. Alles ist gut in Schuss und vieles halt auch neu. Eingebaute historische romantische Register oder gar noch älteres Material wie in der Raphaelis-Orgel in Roskilde sind noch seltener als in Westdeutschland. Ein Glück, dass der recht einheitliche Orgelbaustil der 60er- bis 80er-Jahre, den man gut aus Orlos' Bericht herauslesen und aus den Bilder heraussehen kann, auf hohem Niveau spielt. Man mag den heute den Verlust mancher romantischer Marcussen etc. bedauern, aber die Nachfolgerin war oder ist meistens ein sehr wertiges Gerät.
Für mich war dieser Thread eine schöne Reise durch allerlei Erinnerungen (z. B. Roskilde vor der Restaurierung, Morgenandachtsteilnahme in Kopenhagen, div. Orgelbesuche mit meinen dänischen Studienkollegen...). Tak for det!

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